Hochbeet befüllen

Damit eine optimale Basis für bestes Wachstum im Hochbeet geschaffen wird, ist es wichtig, Schichten anzulegen. Wie das geht und aus was die Schichten bestehen sollten, erklärt die Experten-Anleitung.

Bester Zeitpunkt zur Hochbeet-Schichtung

Theoretisch kann ein Hochbeet zu jedem Zeitpunkt des Jahres angelegt werden. Allerdings bietet der Herbst den besten Moment. Dies beruht auf zwei Faktoren: es fallen in der Regel jede Menge Gartenabfälle im Herbst an und bis zur Pflanzung im Frühjahr können sich die einzelnen Schichten ausreichend setzen.

Hochbeete müssen gründlich vorbereitet werden

Schicht-Grund

Ein Hochbeet funktioniert ähnlich wie ein Komposthaufen. Er besteht aus organischen Stoffen, die Humus sowie Wärme im Inneren entstehen lassen. Vor allem Letzteres ist durch die Verrottung von großer Bedeutung, weil sie im Vergleich mit einem herkömmlichen Gartenbeet durch eine höhere Temperatur von etwa fünf Grad Celsius das Wachstum begünstigt und auch Erntereifen beschleunigt.

Schicht-Komponenten

Bevor mit der Schichtung begonnen wird, sollten die dazu erforderlichen Komponenten vorhanden sein und bereitliegen. Unterschieden wird zwischen Hochbeeten mit drei und fünf Schichten.

Kompost
  • Kies oder Ähnliches als Drainage
  • Grober Kompost
  • Verrotteter Kompost
  • Gartenerde in feiner Struktur
  • Fünf-Schichten zusätzlich feinerer Gartenabfall wie beispielsweise Gehäckseltes, Laub oder Rasenschnitt
  • Fünf-Schichten zusätzlich luft- und wasserdurchlässiges Material wie beispielsweise Stroh oder umgedrehte Grassoden

Weitere benötigte Materialien:

  • Gegebenenfalls Spaten zum Ausstechen einer Rasenfläche unter dem geplanten Hochbeet
  • Grabgabel
  • Drahtgitter, feinmaschig (Hasendraht eignet sich gut)

TIPP: Wenn die Schichtung für das Hochbeet für den Herbst geplant ist, ist es sinnvoll, bereits Gartenabfälle aus dem Frühjahr zu sammeln und zu kompostieren und erforderliche Baum- und Strauchschnitte auf den Herbst zu legen, damit ausreichend Material zur Verfügung steht.

Bodengrund als Schicht-Basis

Gartenpflege, Schaufel
  • Bodengrund sollte aus normaler Erde bestehen
  • Ist Rasen am Standort vorhanden, diesen ausstechen (Rasensoden später als Schicht verwenden)
  • Erste Schicht sollte auf Erdboden aufliegen
  • Erde grob mit Grabgabel auflockern

TIPP: Verzichten Sie auf das Aufstellen auf festen, wasserundurchlässigen Untergrund, wie ihn beispielsweise Beton, Steinplatten, Kunststoffbretter oder Holzpaneelen darstellen. Dies führt zu Staunässe und die Pflanzen können zügig durch Fäulnis absterben oder werden sehr anfällig für Krankheiten sowie Schädlingsbefälle.

Bodengitter

Bevor das Hochbeet aufgestellt und die erste Schicht eingefüllt wird, ist ein feinmaschiges Gitter als Drahtgeflecht als Schicht 0 anzusehen. Es dient dazu, Wühlmäuse den Zugang zu versperren. So geht`s:

  • Drahtgitter auf Stellfläche ausbreiten
  • Sollte breiter sein, als der Umfang des Hochbeets
  • Hochbeet daraufstellen
  • Ecken einschneiden, am Kasten hochdrücken und befestigen (tackern oder nageln)
  • Ideal: gesamten Innenbereich mit Karnickeldraht auslegen (auf entsprechende Größe des Drahts achten)

Drainage-Schicht

Vor allem, wenn der Boden stark verdichtet ist oder viel Wasser speichert, ist das Anlegen einer Drainage sehr sinnvoll. Diese wird in einer Höhe von etwa fünf bis zehn Zentimeter direkt auf das Gitter gelegt. Dazu eignet sich neben Kies (Bimskies) auch folgende Materialien:

Teicherde selber machen mit Kies
  • Quarzsand
  • Tonscherben
  • Blähton

TIPP: Über die Drainage kann man ein spezielles „Drainage-Vlies“ legen, welches in jedem gut sortierten Gartenfachhandel zu kaufen gibt. Es verhindert, dass die Erde oder Bestandteile der einzelnen geschichteten Komponenten beim Gießen ausgeschwemmt werden.

Alternative:

Anstelle der genannten Drainage-Materialien kann auch eine Schicht aus Ästen zur Verhinderung von Staunässe dienen. Dabei ist zu beachten, dass die Äste im Laufe der Zeit aber verrotten und das Absinken aller Hochbeetschichten deutlich umfangreicher werden lassen können. Benutzt man Äste, sind diese in ihrer Form so auszuwählen, dass sie ein relativ enges „Gerüst“ bilden, damit die darauffolgenden Schicht-Füllungen nicht einfach hindurchrieseln. Eine gute Alternative sind Äste nicht, aber wenn kein passendes Material vorhanden ist, sollte auf sie gesetzt werden.

Reihenfolge der Schichten eins bis drei

Die schnellste und einfachste Variante ist das 3-Schichtensystem. Im Idealfall erfolgt das Befüllen des Hochbeetes mit allen drei Füllschichten in gleicher Höhe. Dementsprechend ist ein wenig Rechnen erforderlich, bei dem die geplante Gesamthöhe ab Drainage bis Erdoberfläche ausschlaggebend ist. Dabei sollte aber nicht außer Acht gelassen werden, dass eine Mindesthöhe erforderlich ist, aber auch eine Maximalhöhe nicht überschritten werden sollte, um von den gewünschten Vorteilen eines Hochbeets profitieren zu können. Folgend die Anleitung, wie die Schichtung optimal vorgenommen wird:

Hochbeet befüllen Schichtung 1-3

1. Schicht: kleineres Füllgut
Ähnlich wie beim 5-Schichtungssystem, besteht die erste Schicht hier aus kleineren Komponenten, die aber dennoch Luft durchlassen und für Stabilität sorgen.

  • Geeignetes Material: Laub, Grasschnitt, grob Gehäckseltes, grober Kompost
  • Mindest- und Maximalhöhe: zwischen 20 und 30 Zentimeter

2. Schicht: verrotteter Kompost
Auf das kleinere Füllgut, das die erste „echte“ Schicht im Hochbeet ausmacht, wird anschließend verrotteter Kompost gelegt. Es ist darauf zu achten, dass er gut durchgerottet ist, damit sich durch den eigentlichen Verrottungsprozess nicht zu hohe Temperaturen entwickeln, die den Pflanzen schaden können. Zu beachten gibt es Folgendes:

  • Mindest- und Maximalhöhe: 20 bis 25 Zentimeter
  • Vor dem Aufschichten Kompost mehrmals drehen (lässt Wärme entweichen und lockert auf)

3. Schicht: Gartenerde
Zum Schluss wird Gartenerde auf dem Kompost verteilt. Sie sollte verschiedene Eigenschaften aufweisen, wie sie unter der Rubrik „Reihenfolge eins bis fünf – 5. Schicht: Gartenerde“ detailliert beschrieben sind. Ist eine Bepflanzung mit starkzehrenden Pflanzen geplant, kann man die Gartenerde zusätzlich mit etwas Kompost anreichern, um schließlich einen höheren Nährstoffgehalt zu erreichen.

Reihenfolge der Schichtungen eins bis fünf

Sind alle Vorbereitungen getroffen und die Drainage im Hochbeet ordnungsgemäß gelegt, kann man in der folgenden Reihenfolge mit dem Befüllen der verschiedenen Komponenten beginnen.

Hochbeet befüllen Schichtung 1-5

1. Schicht: grob Gehäckseltes
Die erste „richtige“ Schicht besteht aus einer mindestens 20 Zentimeter hohen Schicht aus grob gehäckseltem Gartenabfall. Das kann zerfallene Baumrinde oder gehäckseltes Geäst sein. Es sorgt im Rahmen der Verrottung, dass Mikroorganismen angezogen und ihnen das „Einsteigen“ in die Hochbeete erleichtert wird. Hier darf keine Erde oder anderes verdichtendes Material hinzugeben werden, da sonst die Luftdurchlässigkeit abnimmt, die allerdings auch noch zu umfangreich sein sollte, damit sich eine geschlossene Kompostmasse mit dem Bodenuntergrund vermengen kann. Zudem eignet sich grob Gehäckseltes ideal zur Stabilisierung, weil es nur geringfügig absackt.

2. Schicht: luft- und wasserdurchlässiges Material
Als zweite Schicht folgt luft- und wasserdurchlässiges Material, wie Stroh oder Grassoden. Letztere werden indes mit der Grasnarbe nach oben zeigend auf die erste Schicht gelegt. Die Schicht sollte grundsätzlich die Höhe einer Grassode besitzen, gleich welches Material eingefüllt wird.

TIPP: Die wenigsten haben Zugang zu Stroh, wenngleich der nächste Bauer sicherlich ein wenig abgeben würde. Wer keinen Rasen ausstechen musste, besitzt auch keine Grassoden. Als Alternative können auch normaler Rasenschnitt oder Einstreu-Produkte für Kleintiere verwendet werden.

3. Schicht: „feiner“ Gartenabfall
Nochmals kommt feinerer Gartenabfall zum Einsatz. Rasenschnitt und vor allem Laub sind ideale Komponenten für die dritte Schicht eines Hochbeets. Folgendes ist beim Befüllen des Hochbeetes zu beachten:

  • Locker auf die zweite Schicht legen
  • Mindestens eine Höhe von 30 Zentimeter erreichen
  • Laub sollte nicht komplett kompostiert sein, aber bereits abgetrocknet
  • Exakt bis in die Ecken verteilen
Rasen-Schnittgut
Rasen-Schnittgut

4. Schicht: Kompost
Das Befüllen der vorletzten Schicht erfolgt mit Kompost. Optimal ist ein grober, leicht bis mittelmäßig verrotteter Kompost, der aus Garten- sowie Küchenabfällen bestehen kann. Die Kompostschicht sorgt in dieser Schichthöhe für eine Wärme, die bis an die Wurzeln der Pflanzen heranreicht und dort positiv auf diese einwirkt sowie für viele Nährstoffe sorgt. Die Kompostschicht sollte zwischen zehn und 15 Zentimeter hoch sein. Zu hoch geschichtet, könnten sich zu hohe Temperaturen entwickeln, welche den Wurzeln schaden und gleichzeitig eine Überversorgung von Nährstoffen verursachen, was ebenfalls Unverträglichkeiten bei den späteren Pflanzen zur Folge haben kann.

Alternative:

Ist kein Kompost vorhanden, kann dieser durch herkömmliche Gartenerde ersetzt werden, wenn dieser angereichert wird, damit ein hoher Nährstoffgehalt erzielt wird. Dazu eignet sich einer der folgenden Komponenten:

  • 50 Gramm Hornspäne pro Quadratmeter
  • 100 Gramm Kalkstickstoff pro Quadratmeter
  • Stallmist (mittelmäßig verrottet)
Hornspäne

5. Schicht: Gartenerde
Den Abschluss der Befüllung eines Hochbeets macht die Gartenerde. Berücksichtigung sollten folgende Details finden:

  • 15 bis 20 Zentimeter hoch
  • Hochwertige Gartenerde benutzen – minderwertige neigt zur zügigen Verdichtung und Schimmelbildung
  • Sollte nährstoffreiche Gartenerde sein
  • Blumen-, Grünpflanzen- sowie Gemüseerde eignen sich gleichermaßen gut

Weitere Pflege des Hochbeets

Absinken der Schichten

Es ist ein normaler Vorgang, wenn sich die Hochbeetschichten in den nächsten Wochen/Monaten nach Neuanlegung senken. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Verrottung in vollem Gange ist und auf diese Weise das Volumen im Inneren abnimmt. Hier kann simpel durch ein erneutes Befüllen mit Gartenerde, wie zuvor beschrieben, erfolgen, um wieder eine „normale“ Höhe zu erreichen.

Hochbeet bepflanzen

Hochbeet neu befüllen

Wenn das Hochbeet nach hiesiger Anleitung geschichtet wurde, dauert die vollständige Verrottung der einzelnen Komponenten und damit auch der Nährstoff-Rückgang, circa fünf Jahre. Das bedeutet, dass man Hochbeete alle fünf, spätestens alle sechs Jahre neu befüllen sollte. Dazu wird der Inhalt einfach herausgenommen und wie hier beschrieben, die Schichtung neu angelegt wird. Nur so kann durchgehend von den Vorteilen eines Hochbeets profitiert werden.

Wartezeit bis Pflanzung

Eine Wartezeit muss für die Neupflanzung eines Hochbeets theoretisch nicht eingehalten werden. Allerdings ist der beste Zeitpunkt zum Befüllen des Hochbeetes der Herbst, was bedeutet, dass der Winter mit frostigen Temperaturen vor der Tür steht. Zu pflanzen sind direkt nach der Schicht-Füllung winterharte Pflanzen und/oder Wintergemüse. Tulpenzwiebeln sind übrigens auch eine gute Idee für die Herbst-/Winterpflanzung ins frisch angelegte Hochbeet. Ansonsten kann man mit dem Einpflanzen einfach bis zum Frühjahr warten.

Problem frische Schichtung

Die hier angegebenen Schichtungen für das Hochbeet bergen das „Problem“, dass sie sehr viele Nährstoffe freisetzen. In dem ersten Jahr sollten ausschließlich starkzehrende Pflanzen eingesetzt werden, die mit dem hohen Nährstoffgehalt zurechtkommen. Ab dem zweiten Jahr sind mittelzehrende Pflanzen ideal und ab dem dritten Jahr finden Schwachzehrer folglich einen geeigneten Pflanzort im Hochbeet.