Go to Homepage » Gartenpflanzen » Heckenpflanzen » Hohe Hecke schneiden: Anleitung & Werkzeugtipps

Hohe Hecke schneiden: Anleitung & Werkzeugtipps

Hohe Hecke schneiden

Hohe Hecken sind deutlich schwerer in Form zu bringen. Um Ihnen beim Schnitt unter die Arme zu greifen, finden Sie in diesem Ratgeber Tipps zum Werkzeug und eine ausführliche Anleitung.

Auf den Punkt gebracht

  • Schnitt im zeitigen Frühjahr
  • Elektroheckenschere verwenden
  • Teleskopstangen für schwer erreichbare Stellen
  • Kettensäge für sehr hohe und breite Hecken
  • Schnur als visuelle Richtlinie nutzen

Schnittzeitpunkt

Bevor es an den eigentlichen Schnitt geht, müssen Sie den richtigen Zeitpunkt abwarten. Da es sich bei Hecken um Gehölze handelt, darf der Schnitt nach den Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) nur zwischen dem 1. Oktober und 28. beziehungsweise 29. Februar erfolgen. Der Grund: Über die Frühlings- und Sommermonate nutzen zahlreiche Tiere die Gehölze als Nist- und Ruheplatz. Schnittmaßnahmen über den Frühling und Sommer könnten folglich Vögel und andere Tiere stören oder sie sogar verletzen. Bei Hecken sollten Sie deshalb innerhalb des gesetzlich erlaubten Zeitraums im Februar schneiden. Die Vorteile:

  • starke Schnittmaßnahmen werden besser verkraftet
  • noch kein Neuaustrieb
Vogelnest in Hecke
Auch im gesetzlich erlaubten Zeitraum müssen Sie sich vor dem Schnitt vergewissern, ob die Hecken nicht möglicherweise bewohnt sind.

Im Februar sollten Sie sich einen Tag mit den folgenden Eigenschaften für den Schnitt aussuchen:

  • trocken
  • bewölkt
  • nicht zu kalt (mindestens -5 C°)

Werkzeugtipps

Einer der wichtigsten Punkte beim Schnitt einer hohen Hecke ist das richtige Gartenwerkzeug. Bei hohen Gehölzen lohnt sich der Einsatz einer typischen Heckenschere nur geringfügig. Auf Dauer ist der Schnitt einfach zu anstrengend. Die folgenden Werkzeugtipps helfen Ihnen bei der Auswahl des passenden Equipments:

01 Hervorragend für eigentlich alle Heckenarten ist der Einsatz einer elektrischen Heckenschere. Sie ist das Allzweckwerkzeug und bietet sich vor allem für die klassischen hohen Hecken an:

  • Eibe (Taxus baccata)
  • Feldahorn (Acer campestre)
  • Fichten (Picea abies)
  • Hainbuche (Carpinus betulus)
  • Lebensbaum (Thuja occidentalis)
Hainbuchenhecke (Carpinus betulus)
Hainbuchenhecke (Carpinus betulus)

02 Handelt es sich um eine äußerst hohe und breite Hecke, sollten Sie auf eine Teleskopstange für die Heckenschere setzen. Mit dem Utensil erreichen Sie alle Ecken der Gehölze für einen exakten Schnitt.

03 Speziell für Hecken mit starken Ästen wie Rotbuchen (Fagus sylvatica) müssen Sie auf eine Kettensäge umsteigen. Das gilt ebenfalls für alte oder vernachlässigte Exemplare, die vergreist sind. Das ist notwendig, da Elektro-Heckenschere nicht genügend Power für den sauberen Schnitt besitzen. Nutzen Sie am besten eine leicht zu führende Kettensäge mit Teleskopstange.

04 Falls Sie mit natürlich gewachsenen Hecken zu kämpfen haben, können Sie eine Raupenschere nutzen. Sie hilft bei der ersten Formgebung und kann anschließend durch die anderen Werkzeuge ersetzt werden. Viele Wildhecken können auf diese Weise eingekürzt werden. Falls Sie den Schnitt sofort mit einer Heckenschere durchführen, entsteht keine saubere Linie.

05 Garten- oder Rosenscheren sind ideal, um einzelne Triebe und Äste zu entfernen. Meist handelt es sich dabei um abstehende Triebe oder einzelne im Heckeninneren, die sich mit Heckenscheren und Kettensägen nicht abschneiden lassen.

Gartenschere mit Wetzstahl schärfen
Gartenschere mit Wetzstein

Achtung: Verwenden Sie ausschließlich desinfizierte und geschärfte Werkzeuge, um die Infektions- und Verletzungsgefahr beim Schneiden zu verringern.

Weitere Schnittutensilien

Neben dem Schnittwerkzeug gibt es weitere Utensilien, die Sie für den Heckenschnitt benötigen. Sie helfen beim Ausführen der Pflegemaßnahme und sorgen für ein exaktes Ergebnis, was sich positiv auf den Look und die Gesundheit der Hecke auswirkt. Die folgende Liste gibt Ihnen dabei einen Überblick über die empfohlenen Schnittutensilien:

  • Leiter oder Schemel
  • Maurerschnur
  • Schutzkleidung
  • Schutzbrille
  • Arbeitshandschuhe
  • festes Schuhwerk
  • Rechen
  • optional: Laubbläser
Hohe Hecke schneiden

Hinweis: Kommen Elektroscheren zum Einsatz, empfiehlt sich außerdem ein Ohrenschutz bzw. Lärmschutzhelm, um das Gehör zu schützen, sowie – bei schwereren Exemplaren – die Verwendung eines Schultergurtes.

Hecke schneiden: Anleitung

Sobald ein geeigneter Schnittzeitpunkt ausgewählt wurde, können Sie mit dem Heckenschnitt beginnen. Die folgende Anleitung führt Sie durch die einzelnen Schritte:

01 Überprüfen Sie zu Beginn die Hecke und machen Sie sich ein Bild über die Höhe, Breite und Form. Auf diese Weise können Sie den endgültigen Schnitt bereits im Voraus visualisieren, was die gesamte Prozedur vereinfacht. Da hohe Hecken in den meisten Fällen bereits die gewünschte Höhe erreicht haben, müssen Sie sie nicht stark einkürzen. Der Schnitt sorgt dafür, dass die Hecke ihre Form behält.

02 Spannen Sie die Maurerschnur auf der gewünschten Endhöhe entlang der gesamten Heckenlänge. Durch die Schnur sehen Sie genau, wie viel Sie noch schneiden können, bevor das Gehölz zu niedrig wird. Falls Sie einen radikalen Rückschnitt anstreben, zum Beispiel zur Verjüngung, können Sie die Schnur beispielsweise auf der Hälfte der Höhe ansetzen.

Hohe Hecke schneiden - Grafik mit Richtschnur
Eine gespannte Richtschnur bietet eine gute Orientierungshilfe.

03 Nehmen Sie nun das Gerät Ihrer Wahl und kürzen Sie parallel zur Schnur die Hecke ein. Schneiden Sie dafür immer in kleinen Schritten, damit Sie nicht zu viel auf einmal entfernen. Stoppen Sie kurz über der Schnur. Einzelne Äste und Triebe anschließend mit einer Gartenschere entfernen.

04 Für die Heckenseiten gehen Sie auf die gleiche Weise vor. Achten Sie darauf, dass das Gehölz anschließend eine ansprechende Form hat.

05 Falls Sie im Inneren der Hecke unerwünschte Triebe und Zweige erkennen, schneiden Sie diese mit einer klassischen Garten- oder Rosenschere ab. Nehmen Sie sich dafür Zeit, damit Sie die Hecke ausreichend auslichten und so den Neuaustrieb fördern. Die folgenden Triebe werden entfernt:

  • vertrocknet
  • erkrankt
  • abgestorben
  • abgebrochen

06 Zum Abschluss entsorgen Sie die Schnittreste. Mit dem Rechen sammeln Sie den Grünschnitt ein und entsorgen ihn anschließend über einen Container oder beim Wertstoffhof. Alternativ können Sie kleine Mengen häckseln und (je nach Laubsorte) auf dem Kompost lagern oder im Biomüll entsorgen.

Schnittreste auf dem Kompost
Schnittreste auf dem Kompost

Hinweis: Schneiden Sie die hohe Hecken im Idealfall immer zu zweit. Durch die zusätzliche Kontrolle verringert sich die Unfall- und somit die Verletzungsgefahr deutlich.

Häufig gestellte Fragen

Müssen hohe Hecken immer gerade geschnitten werden?

Nein. Der Trapezschnitt ist eine Alternative zum Kastenschnitt, der vor allem für eine hohe Hecke geeignet ist, deren unterer Teil nicht genügend Licht abbekommt. Schneiden Sie dafür von oben schräg nach unten, damit die oberen Triebe nicht den unteren Sonne stehlen. Je nach Standort wirkt dieser Schnitt sehr dekorativ.

Wie lassen sich Löcher durch einen Heckenschnitt vermeiden?

Löcher in Hecken entstehen, wenn größere Teile stärkerer Triebe im Inneren der Gehölze auf einmal entfernt werden. Um dieses Problem zu vermeiden, drücken Sie die entsprechenden Äste nach oben oder unten. Eine helfende Hand überprüft, ob von außen ein Loch zu sehen ist. Falls ja, kürzen Sie das Holz so vorsichtig wie möglich ein, damit die Hecke geschlossen bleibt.

Wann sollte ein Gerüst für den Heckenschnitt zum Einsatz kommen?

Garten-Gerüste sind für Hecken geeignet, die an schwer erreichbaren Stellen mit unebenen Böden stehen. Die Standbeine der Gerüste können dabei an die Bodenbeschaffenheit angepasst werden, was die Sicherheit beim Schneiden deutlich erhöht. Der Schnitt wird durch die Höhenanpassung zudem erleichtert.

Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

Scroll Up