Holunderblütentee selber machen

Holunder ist über ganz Europa weit verbreitet. Schon seit alters her sind die heilenden Kräfte des Hollerbuschs bekannt. Hauptsächlich die Blüten und Beeren des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra) finden heute wieder vermehrt Einsatz als ein besonderes Naturheilmittel. Aufgrund ihrer Inhaltsstoffe sind Holunderblüten in vielen medizinischen Präparaten enthalten. Daneben finden sie auch frisch oder getrocknet Verwendung als Holunderblütentee. Die Blüten können im Frühjahr selbst geerntet und aufbereitet werden. Dazu nachfolgend einige Tipps.

Holunderblüten

Im Frühjahr erscheinen die weißen Blüten in flachen, tellerartigen Dolden mit ihrem charakteristischen süßlich-aromatischen Duft. Sie sind schon von weitem sichtbar. Hauptsächlich dienen sie zur Herstellung von Tee. Verwendung finden sie dabei frisch oder auch getrocknet. Wobei sie im getrockneten Zustand über einen längeren Zeitraum aufbewahrt werden können.

Tipp: Vorsicht, Blätter und Stängel der Pflanze sind unverträglich und können Magen- Darm-Beschwerden verursachen.

Holunder, schwarzer Holunder

Holunderblütentee

Der Tee aus Holunderblüten ist ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel. Von den Wirkstoffen der Blüten sind keine Nebenwirkungen bekannt. So können schon kleine Mengen von Holunderblütentee Säuglingen und Kleinkindern bei Beschwerden verabreicht werden. Jedoch sollte hier immer hinsichtlich der Dosierung eine Absprache mit einem Arzt erfolgen. Durch das Zusammenwirken der Inhaltsstoffe der Holunderblüten wird in der Volksmedizin Holunderblütentee gern eingesetzt bei:

  • grippalen Infekten
  • Infektionen der Atemwege, beispielsweise Kehlkopfentzündungen
  • Nebenhöhlenentzündung
  • Fieber, Schüttelfrost, Husten und Schnupfen
  • Bronchitis, beispielsweise zur Steigerung der Bildung von Bronchialsekret
  • Blähungen und Magenkrämpfe
  • Rheuma und Gicht
  • Depressionen und Angstzustände
  • Zahnschmerzen
  • Blasenentzündungen und zur Anregung der Nierentätigkeit
  • schlechtem Körpergeruch
  • der Entschlackung des Körpers

Aber nicht nur dabei kann Holundertee Linderung verschaffen, sondern das Naturheilmittel kann noch viel mehr. Der Duft des Tees wirkt gut gegen Stress und Schlafstörungen. Daneben sorgen die im Tee enthaltenen Antioxidantien für den Zellschutz und leisten somit einen Beitrag zur Stärkung des Immunsystems.
Bei unreiner Haut kann ein Dampfbad aus Holunderblütentee wahre Wunder vollbringen. Nach mehrmaligen Anwendungen ist eine Verbesserung des Hautbildes sichtbar. Auch ein fünfzehnminütiges Fußbad kann sehr hilfreich bei geschwollenen und schweren Beinen sein.

Tipp: Vorsicht, größere aufgenommene Mengen Holunderblütentee können schnell eine abführende Wirkung haben.

Ernte

Verwendung finden immer nur vollreife Blütenstände. Diese müssen dann vollständig geöffnet sein und dabei verströmen die tellerartigen, weißen weithin sichtbaren Dolden ihren charakteristisch süßlichen Duft. Da diese Blüten sehr empfindlich sind, sollte beim Sammeln einiges beachtet werden:

  • Ernte von Mai bis Ende Juni
  • trockene Tage wählen
  • am besten späte Vormittags- oder um die Mittagszeit
  • Blüten sind dann am aromatischsten
  • nur vollerblühte, weiße Dolden
  • ganze Dolden vorsichtig mit scharfen Gartenschere oder Messer abschneiden
  • nur Dolden wählen, wo wenig Insekten vorhanden sind
  • Blattläuse meiden, befinden sich oft am Stängel der Blüten
  • keine Ernte von Bäumen an befahrenen Straßen, da hohe Schadstoffbelastung
  • zum Transport Korb oder Holzkiste verwenden
  • auf Boden Küchentuch auslegen, verhindert durchrieseln der kleinen Blüten
  • Blüten locker in Behälter legen, müssen atmen können
  • keine Verwendung von Plastiktüten, Blüten welken schnell, Wirkstoffe gehen verloren
  • nach erfolgreicher Ernte gleich weiterverarbeiten

Holunderblüten

Tipp: Bitte nicht alle Blütendolden von einem Strauch oder Baum ernten. Einige für Bienen belassen, dann können im Herbst auch noch die schwarzen Beeren geerntet und zur Herstellung von beispielsweise Saft oder Marmelade genutzt werden.

Trocknen

Die geernteten Blüten können sowohl frisch als auch getrocknet zum Aufbrühen von Holundertee Verwendung finden. Wenn eine reichhaltige Ernte erfolgte, ist eine Trocknung der Dolden ratsam. So kann ein Vorrat für den Winter geschaffen werden. Daneben sind getrocknete Holunderblüten im Vergleich zu frischen viel intensiver in ihrem Geschmack. Bevor eine Trocknung erfolgt müssen die Blütendolden aber richtig vorbereitet werden:

  • Blüten durch leichtes Klopfen von Insekten und sonstigen Fremdkörpern befreien
  • Stiele jetzt oder nach der Trocknung entfernen

Tipp: Blütendolden niemals waschen, dabei gehen Aromastoffe verloren und die Trocknung wird erschwert. Sollten die Blüten dennoch etwas feucht sein, dann gut abtupfen.

Danach kann mit der Trocknung der Holunderblüten begonnen werden. Hierbei gibt es nun verschiedene Möglichkeiten. Wichtig dabei ist jedoch, dass stets eine gleichmäßige Wärme und entsprechende Luftzirkulation vorhanden ist. Zur Trocknung eignet sich ein lichtgeschützter Platz. Es wird dann wie folgt vorgegangen:

  • Blüten auf beispielsweise mit Back- oder Küchenpapier ausgelegtem Blech locker breit ausbreiten
  • Blüten dabei nicht überlagern
  • an einem luftigen Ort ohne Sonneneinstrahlung stellen
  • in Abständen Blütendolden zur Vermeidung von Schimmelbildung wenden

Alternativ können dazu fünf bis sechs Blütendolden am Stiel zusammengebunden werden und dann kopfüber an einer Leine an einem schattigen, trockenen Platz aufgehängt werden. Die Trocknung dauert in beiden Fällen normalerweise zwischen zwei und vier Tagen.

Falls eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit vorhanden ist, kann auch eine Trocknung im Backofen erfolgen. Dazu werden die Dolden

  • ebenfalls auf ein mit Papier ausgelegtem Backblech ausgebreitet
  • Backofen auf 30 bis 40 °C erhitzt
  • Blech eingeschoben
  • Backofentür zur Luftzirkulation etwas offen gelassen
  • Blüten immer wieder gewendet
  • nach ungefähr einer Stunde ist Trocknungsprozess abgeschlossen

Nach einer ersten Trocknung ist mitunter noch etwas Restfeuchte in den Blüten vorhanden. Diese kann zu Schimmelbildung führen. Ratsam ist dann noch eine Nachtrocknung.

Aufbewahrung

Wenn die Blüten vollständig trocken sind, fallen sie in der Regel von allein von den Stielen und rascheln bei Berührung. Nun sollten dann sorgfältig alle Stiele entfernt und die kleinen Blüten bei Bedarf vorsichtig zerbröselt werden.

Die Aufbewahrung muss stets lichtgeschützt in dunklen Gläsern erfolgen. Diese müssen dabei ebenfalls gut verschließbar sein, damit die ätherischen Öle in den Blüten erhalten bleiben. Die Öle geben nicht nur dem Tee den charakteristischen Geschmack, sondern können auch nur dann ihre Wirkung bei den unterschiedlichsten Beschwerden richtig entfalten.

Holunderblütentee zubereiten

Holunderblütentee ist nicht nur ein weitverbreitetes Naturheilmittel bei grippalen Infekten, sondern er ist auch ein wohlschmeckendes Getränk außerhalb der Erkältungszeit. Zur Verfeinerung können dabei noch Honig oder Orangen- und Zitronenscheiben Verwendung finden. Gleichzeitig lassen sich durch den Genuss die Abwehrkräfte stärken.

Zubereitung für eine Tasse:

  • 3 bis 4,5 g, ungefähr 2 bis 3 Teelöffel, frische oder getrocknete Blüten benötigt
  • diese am besten in Teeei – oder Filter geben
  • mit 250 ml nicht mehr kochendem Wasser überbrühen
  • abgedeckt 5 bis 10 Minuten ziehen lassen
  • gegebenenfalls Tee danach abseihen

Bei Nebenhöhlenentzündungen oder festsitzenden Husten kann der Holunderblütentee auch als Inhalationsdampfbad Verwendung finden. Dazu werden vier Esslöffel Holunderblüten mit kochendem Wasser übergossen und anschließend der Dampf zehn Minuten eingeatmet. Am besten wird dabei ein Handtuch über Kopf und Gefäß gelegt.

Holunderblütentee

Tipp: Obwohl keine Nebenwirkungen bekannt sind, sollten Sie eine Tagesdosis von 12 bis 15 g, sprich ungefähr vier Tassen, Holunderblütentee nicht überschreiten. Er kann sonst eine abführende Wirkung haben.

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