Im Garten und auf dem Balkon können im Sommer nicht nur schöne Blumen bewundert werden. Auch kleine fliegende Besucher lassen sich gelegentlich blicken und kommen uns mitunter sehr nah. Wenn es dabei um Hornissen geht, bricht selten pure Begeisterung aus. Diese Insekten sind schließlich weithin als gefährlich bekannt und ihre Stiche mehr als gefürchtet. Doch ist diese Angst wirklich berechtigt? Die Antworten nachfolgender Fragen verraten allerhand Überraschendes über das Insektenvolk.

Hornisse

Die Hornisse ist ein hierzulande beheimatetes Insekt aus der Familie der Faltwespen. Genau genommen ist sie die größte in Mitteleuropa lebende Faltwespenart. Diese Insektenart lebt als Volk, dessen Mittelpunkt die Königin bildet. Daneben gibt es noch männliche Drohnen, Jungköniginnen und natürlich Arbeiterinnen. Der wissenschaftliche Name der Hornisse lautet Vespa crabro.

Aussehen & Lebensweise

Wie groß wird eine Hornisse?

Eine Hornisse ist größer als eine Biene und größer als die Gemeine Wespe. Wie groß sie genau ist, hängt davon ab, um welche Art Hornisse es sich dabei genau handelt:

  • die Königin ist am größten: etwa 23 bis 36 mm lang
  • es folgen die Drohnen mit 21 bis 28 mm
  • am kleinsten sind die Arbeiterinnen: 18 bis 25 mm
Hornissenkönigin, Vespa crabro
Hornissenkönigin, Vespa crabro

An welchen optischen Merkmalen ist sie zu erkennen?

Die Hornisse erinnert rein optisch an eine Riesenwespe. Die charakteristische Färbung ist das auffälligste Merkmal, daran lässt sie sich gut von Bienen unterscheiden.

  • Hinterleib ist schwarz-gelb gestreift
  • Bienen weisen eher eine braun-schwarze Färbung auf
  • Hornissen haben zudem auffällig gebogene Fühler

Daneben gibt es noch zahlreiche, aber feine Unterschiede im Körperbau. Diese Unterschiede sind aber nur bei näherem Hinsehen auszumachen und für Laien eher schwer zu erkennen.

Wie groß ist ein Hornissenvolk?

Die Größe eines Hornissenvolkes variiert in seiner Anzahl. In der Regel liegt sie meist irgendwo zwischen 400 und 700 Insekten. Es sind jedoch auch Völker mit einer weit größeren Zahl an Tieren gesichtet worden.

Wann können wir sie in der freien Natur beobachten?

Die begattete Jungkönigin erwacht Anfang Mai aus ihrem tiefen Schlaf und verlässt ihr Winterquartier auf der Suche nach einem geeigneten Platz für den Nestbau. Dass eine einzelne Hornisse groß auffällt, ist eher unwahrscheinlich. Doch schon bald nach dem Nestbau legt sie ihre Eier und die Population steigt stetig. Erst schlüpfen die Arbeiterinnen, im Juli folgen die Drohnen und die Jungköniginnen.

  • von Mitte August bis Mitte September ist die Anzahl auf dem Höhepunkt
  • ab November fliegt keine Hornisse mehr umher

Haben diese Insekten natürliche Feinde?

Ja, ihre natürlichen Feinde sind unter vielen Vogelarten zu finden.

Nest

Wo bauen sie ihr Nest?

Die Königin sucht im Frühjahr nach einem geeigneten Ort für den Nestbau. Natürliche Baumhöhlen sind ideal, allerdings in menschlichen Siedlungsgebieten selten anzutreffen. Alternative Plätze sind gefragt:

Die Königin begnügt sich mit jeder geeigneten Nische und kann mit ihrem Volk zu einem erheblichen Störfaktor werden, wenn der Abstand zum Bewegungsraum des Menschen gering ausfällt.

Hornissen im Rolladenkasten

Wie groß ist ein Hornissennest und woraus besteht es?

Das Hornissennest wird von oben nach unten gebaut, indem immer mehr Etagen angehängt werden. Ein fertig gebautes Hornissennest kann locker 60 cm hoch und etwa 30 cm im Durchmesser sein. Der vorhandene Platz spielt für seine tatsächliche Größe ebenfalls eine wichtige Rolle. Für den Bau wird morsches Baummaterial verwendet, welches von den Insekten vorher durchgekaut wird. Der Speichel dient dabei als Klebstoff, der das Baumaterial später zusammenhält.

Was ist mit einem Hornissennest in Hausnähe?

Auch dann stellt ein eigenmächtiges Entfernen oder Vernichten des Nestes einen Verstoß gegen das Gesetz dar. Das unter Naturschutz stehende Insektenvolk darf nur mit behördlicher Genehmigung von einem als kritisch eingestuften Standort entfernt werden.

  • in der Regel wird das Nest samt Volk umgesiedelt
  • Schädlingsbekämpfungsfirmen oder Imker sind richtige Ansprechpartner
  • Feuerwehr ist auf Privatgelände nicht zuständig

Je nachdem, wie das Nest gelegen ist, reicht oft auch eine Absicherung aus, zum Beispiel mit Fliegengittern. Im Herbst nimmt das rege Treiben eh ein Ende, denn ein Hornissennest dient nur eine einzige Saison als Behausung. Bei Fragen rund um lästige Hornissennester helfen sicherlich auch ortsansässige Naturschutzorganisationen.

Verhalten

Wo ist das Volk im Winter?

Der Großteil des Volkes stirbt Ende Herbst. Arbeiterinnen haben sowieso eine kurze Lebensdauer von 3-4 Wochen. Die Drohnen sterben, nachdem sie zuvor ihre Begattungsfunktion erfüllt haben. Die „alte“ Königin hat ebenfalls ausgedient. Die einzigen Exemplare, die überleben, sind die Jungköniginnen. Sie suchen sich jede für sich ein geeignetes Überwinterungsversteck, wie beispielsweise einen morschen Baumstamm, wo sie über den Winter ruhen. Zuvor wurden sie begattet, damit sie im Folgejahr Eier legen und so ihren eigenen Hornissenstaat gründen können.

Sind Hornissen nachtaktiv?

Hornissen sind nicht ausschließlich nachtaktiv. Sie jagen tagsüber Insekten, können aber durchaus auch bei anbrechender Dunkelheit auf Insektenjagd gesichtet werden.

Sind Hornissen angriffslustig?

Nein, sie greifen nicht an, nur weil sich ein geeignetes Ziel anbietet. Sie sind im Grunde genommen friedliche Insekten, die erst dann ihren Stachel einsetzen, wenn sie sich bedroht fühlen.

  • heftige Bewegungen in ihrer Nähe meiden
  • Nistplatz keinen Erschütterungen aussetzen
  • Flugbahn nicht verstellen
  • nicht Anatmen oder Anpusten
  • Vorsicht beim Rasenmähen in Nestnähe
  • nicht am Nest stochern, etc.

Übrigens, der männliche Drohn hat keinen Stachel. Er simuliert lediglich den Stich mit seinem Fortpflanzungsorgan. Was durchaus abschreckend wirken kann und ihn so entkommen lässt.

Hornisse, Vespa crabro

Warum fliegen sie auch in Räume hinein?

Hornissen werden, wie viel andere Insektenarten auch, von Lichtquellen angezogen. Sind die Fenster offen, kann sich so das eine oder andere Exemplar in von Menschen bewohnte Räume verirren. Wird das Licht dann ausgemacht und das Fenster weit geöffnet, fliegen sie meist von alleine wieder davon.

Darf diese Insektenart getötet werden?

Die einheimische Hornissenart ist in ihrem Bestand akut gefährdet. Deswegen steht die Vespa crabro unter Naturschutz. Es ist verboten:

  • Hornissen zu töten
  • ihr Nest zu zerstören.

Nahrung

Was fressen diese Insekten?

Ein Hornissenvolk besteht aus Jägern, die für ihre Larven kleine Insekten als Beute fangen. Vereint können sie dabei jeden Tag bis zu 500 Gramm davon als Nahrung erbeuten. Ihre Larven fressen auch solche Insekten, die wir im Garten als Schädlinge kennen.

  • Mücken
  • Fliegen
  • Forstschädlinge
  • Nachtfalter
  • Raupen
  • Wespen
  • und viele andere Insekten

Weil allerlei Schädlingen zu ihrer Beute gehören, werden Hornissen auch als die Naturpolizei eines Ökosystems bezeichnet. Ausgewachsene Tiere bevorzugen für sich Pflanzensäfte (Kohlenhydrate) als Nahrung. Sie fressen keine Insekten.

Fliegen sie auch auf süße Nahrungsmittel?

Nein, anders als Bienen und Wespen sind Hornissen kein Ärgernis bei der Kaffeetafel. Süße Kuchen- oder Getränkegerüche scheinen daher keine Anziehung auf diese Insekten zu haben.

Stich

Sind Hornissenstiche für Menschen gefährlich?

Der Stachel einer Vespa crabro ist länger und stärker als der einer Biene oder Wespe. Deswegen wird der Stich subjektiv als schmerzhafter wahrgenommen. Für die Schmerzintensität ist es jedoch nicht von Bedeutung, welcher Körperteil gestochen wurde. Es kann aber vorkommen, dass manche Menschen auf Hornissenstiche allergisch reagieren.
Der Spruch, wonach sieben Hornissenstiche ein Pferd und drei einen Menschen töten, bewahrheitet sich deshalb zum Glück nicht.

Was sind die Symptome einer allergischen Reaktion?

Eine schwere allergische Reaktion auf Hornissenstiche entwickelt sich erst nach mehreren Stichen. Es sind daher nur Menschen davon betroffen, der bereits einmal von einer Hornisse gestochen wurden. Der statistische Wert liegt bei 2-3 % der Bevölkerung. Die Symptome sind:

  • Nesselsucht
  • Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle
  • bis hin zu Atemnot

Juckreiz durch Insektenstich/ -Biss

Kontaktieren Sie vorsichtshalber einen Arzt, sobald sich die genannten Symptome zeigen.

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