Hornissen vertreiben

Hornissen stehen unter Artenschutz. Aus diesem Grund dürfen sie ohne offizielle Genehmigung weder vernichtet, noch ihre Nester eigenständig umgesiedelt werden. Sticht sie zu, ist ihr Gift zwar deutlich geringer, als das von Wespen oder Bienen, aber kann dennoch zu unangenehmen Folgen führen. Bleibt nur, sie zu verjagen und im Idealfall erst gar nicht anzulocken. Wirksame Hausmittel gegen das Vertreiben von Hornissen sowie effektive Maßnahmen, wie sie fern bleiben, verrät der Experte.

Hornisse

Hornisse von Artgenossen unterscheiden

Da die Vespa crabro, wie die Hornisse wissenschaftlich genannt wird, teilweise auf andere Stoffe reagiert, als Bienen und Wespen, ist es notwendig, dass Sie zumindest die optischen Unterschiede sowie einige typische Eigenschaften im Vergleich zu Bienen und Wespen kennen. Nur so können Sie sicherstellen, die richtigen Hausmittel zum Verjagen zu wählen und Stoffe zu vermeiden, die sie lockt.

  • Vespa crabro ist mit rund 30 Millimetern doppelt so groß wie Bienen und Wespen
  • bewegt sich auf den Beinen schneller als Bienen
  • wie die Wespe schwarz-gelb – die Biene schwarz-braun, außer die leicht gelbliche Buckfast-Biene
  • im Gegensatz zur Hornisse weisen Wespen extrem schmale „Taille“ zwischen Kopf und Hinterteil auf
  • Hornisse weniger aggressiv gegenüber Menschen als die Wespe
  • Hornissennester sind häufig in Bäumen zu finden
  • Nester der Hornissen sind deutlich kleiner als die der Wespen
  • Unten oder hinten weist Hornissennest eine Öffnung auf, aus der Kot herab fällt und welche bei Wespennestern fehlt

Hornissen, Vespa crabro

Gefährlichkeit im Vergleich

Das aus der Familie der Faltenwespen (Vespidae) stammende Insekt ist im Vergleich mit Bienen und Wespen aus zwei Gründen weniger gefährlich: sie ist nicht so angriffslustig und ihr Gift wirkt weniger intensiv, sodass die Vergiftungsfolgen eines Stichs geringer sind.

In der Regel stechen sie nur zu, wenn sie sich in einer direkten Bedrohung befinden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie sie mit der Hand vertreiben wollen beziehungsweise grundsätzlich bei schnellen Bewegungen in unmittelbarer Nähe einer Hornisse. Letzteres kann auch beispielsweise beim schnellen Griff zu einer Tasse passieren wenn eine Hornisse sich unbemerkt genähert hat. Insbesondere für Kinder und Allergiker kann sie dennoch schwerwiegende Folgen mit sich bringen.

Hornissenstich

Das Gift von Hornissen ist bis zu 15 Mal geringer, als von einer Biene. Gerüchte verbreiten sich gelegentlich, es seien Menschen an einem Hornissenstich gestorben. Dies ist im Normalfall aber nur dann möglich, wenn ein Stich durch Anschwellen die Atemwege blockiert und/oder es sich um sogenannte Risikopatienten handelt. Zu diesen zählen:

  • Allergiker
  • Kinder vor allem Kleinkinder und Babys
  • Erwachsene mit akuten Immun- oder immunschwächenden Krankheiten

Folge eines Hornissenstichs

Um einen gesunden Erwachsenen zu töten, würden es an die Tausend oder mehr Hornissen benötigen. Da ein ganzes Volk nur aus 400 bis maximal 700 Insekten besteht, ist die Chance sehr gering, dass eine lebensbedrohliche Situation durch einen Hornissenstich hervorgerufen werden kann.

Allerdings ist der Stichschmerz spürbar schmerzhafter, als der von Bienen und Wespen. Diese besitzen Stachel mit einer Länge zwischen 2,5 und 2,6 Millimeter auf. Der einer Hornisse beträgt zwischen 3,4 – 3,7 Millimeter und gelangt entsprechend tiefer in die Haut, was das höhere Schmerzempfinden ausmacht.

Das lockt Hornissen an

Lebensmittel

In erster Linie sind es Nahrungsquellen beziehungsweise bestimmte Geruchswahrnehmungen, die eine Hornisse in die Nähe von Menschen lockt. Anders als bei Bienen oder Wespen, lockt beispielsweise eine zuckerhaltige Torte die Vespa crabro nicht an. Vielmehr ist es die Süße aus reifem Obst, wie vor allem Fallobst von beispielsweise Apfel-, Birnen- oder Kirschbäumen. Aber auch Weintrauben sind ein Lockmittel, die sie bis an den Kaffeetischen heranfliegen lassen.

Duftstoffe von Futterpflanzen

Da sich Hornissen auch von Pflanzensaft ernähren, sind sie stets auf der Suche nach passenden Quellen. Diese finden sie vor allem an Bäumen. Hier stechen sie mit ihrem langen Stachel durch die dicke Rinde hindurch, um sich am saftigen Inneren zu bedienen. Steht dieser Baum nahe am Haus, der Kaffeetafel auf der Terrasse oder sogar an einem Sandkasten, ist hier das Vertreiben ratsam.
Sie bedienen sich allerdings nur an Bäumen, die einen hohen Saftgehalt aufweisen. Dazu gehören zum Beispiel:

Lichtquellen in der Dunkelheit

Ist es draußen dunkel, lockt Licht die Vespa crabro an. Das sorgt dafür, dass sie abends bei Dunkelheit den Weg durch geöffnete Fenster und Türen sogar bis in die Wohnung finden. Sind keine bevorzugten Nahrungsquellen zu finden, will sie zwar in der Regel wieder den Weg zurück nach draußen suchen, verirrt sich aber meist dabei. Ohne Nahrung überlebt sie circa ein bis zwei Tage. Allerdings besteht hier die Möglichkeit einer Aggressionsentstehung, weil sie sich in einem Überlebenskampf befindet. Deshalb sollte ihr dabei geholfen werden, zügig wieder ins Freie zu gelangen, um sie am Leben zu erhalten und vor allem einen Angriff zu vermeiden.

Hornissen werden durch Licht angezogen

Hornissen mit Hausmitteln vertreiben

Aus dem Haus verjagen

Futter hält die Hornisse im Haus. Aus diesem Grund sollten Sie alles an Obst gut verschlossen am besten im Kühlschrank oder in luftdichten Plastikcontainern lagern.
Insekten zählen ebenfalls zu geeigneten Futterquellen. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Wohnraum frei von Insekten ist. Im Anschluss nutzen Sie die Gunst der Stunde in der Dunkelheit. Schalten Sie im Haus alle Lichtquellen aus und öffnen sie so viele Fenster wie möglich, wo sich die Hornisse gerade aufhält. Ist es extrem dunkel draußen, hilft das Aufstellen oder Anschalten einer draußen befindlichen Lichtquelle. Diese lockt die Hornisse wieder ins Freie.

Einfangen

Die Faltenwespe ist ein recht ruhig umherfliegendes Insekt und zeichnet sich durch eine verhältnismäßig hohe Gelassenheit aus. Das bietet Ihnen den Vorteil, sie leicht im Haus sowie auf dem Kaffeetisch fangen zu können, wenn es sich um ein einzeln umherfliegendes Insekt handelt. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • durchsichtiges Behältnis aus Plastik oder Glas verwenden
  • für Ruhe in unmittelbarer Umgebung sorgen
  • Moment abwarten, bis sich Hornisse an einem gut erreichbaren Ort niedergelassen hat
  • vorsichtig und ohne hektische Bewegungen nähern
  • Behältnis langsam in die Nähe des Insekts führen
  • Die letzten 20 bis 30 Zentimeter das Behältnis schnell über das Tier schwingen
  • festes Stück Papier, Pappe oder dünnes Brettchen bereit halten
  • Hornisse leicht anschubsen, bis sie im Behältnis aufsteigt
  • Glas seitlich leicht von der Unterlage lösen und das Papier/Brettchen/die Pappe darunter schieben
  • Ist Behältnisboden vollständig bedeckt, Vespa crabro nach draußen tragen und in die Freiheit entlassen

Lebensmitteldüfte

So gern sie gut duftenden Lebensmitteln folgen, so sehr vertreiben unangenehm empfundene Gerüche sogar ein gesamtes Volk. Mit den passenden Duftnoten können Sie ganze Terrassen vor den Insekten schützen und von dem Einfliegen in den Wohnbereich abhalten. Es funktioniert jedoch nicht immer. Manchmal sollten vor allem im Freien mehrere Düfte kombiniert werden, damit es zu einem erfolgreichen und länger anhaltenden Verjagen führt.

Zu den idealen Düften gegen Hornissen haben sich erwiesen:

  • Heißer Kaffeegeruch
  • Duft aus aufgeschnittenen Zitronen
  • Nelkenöl
  • Zerstoßene Gewürznelken
  • Haarspray (wirkt nur kurzfristig im Freien)
  • Geruch von angezündetem Kaffeepulver
  • Aufgeschnittener Knoblauch
  • Räucherstäbchen

Pflanzendüfte

Bestimmte Pflanzen verfügen über Duftnoten, welche die Faltenwespen nicht mögen. Bei diesem Hausmittel ist es ratsam, diese intelligent zu positionieren, sodass sie Flugbahnen unterbrechen, vor dem Einfliegen in den Wohnraum schützen und nahe an Aufenthaltsplätzen wie Terrasse oder Sandkasten stehen. Mit Hilfe der speziellen Pflanzendüfte können Sie ganze Bereiche schaffen, in denen Sie vor Hornissen sicher sind. Der Vorteil ist, dass es sich meist um Pflanzen handelt, die für die Menschen als sehr angenehm empfunden werden und deshalb ohne weiteres in direkter Umgebung gepflanzt/kultiviert werden können.

Mit folgen Pflanzen schlagen Sie jede Hornisse in die Flucht:

Lavendel ist eine Duftpflanze

Wasser und Rauch

Die Hausmittel bestehend aus Wasser oder Rauch eignen sich ausschließlich zur Vertreibung einzeln auftauchender Insekten. Würden Sie ein ganzes Volk damit verjagen wollen, könnte dies einen Angriff auslösen.

Zigarettenrauch, aber auch Rauch von Holzkohle oder speziellen Insektenspiralen zum Anzünden, verscheuchen einzelne Exemplare aus der Familie der Faltenwespen.
Halten Sie eine Sprühflasche mit Wasser gefüllt griffbereit. Taucht eine Hornisse auf, sprühen Sie in ihre Richtung.
In beiden Fällen wird sie das Weite suchen und eine Zeitlang von dem Ort fernbleiben.

Futterverteilung

Erblicken Sie eine einzelne Hornisse, können Sie diese von bestimmten Plätzen wie Kinderschaukel oder Grillplatz weglocken. Dazu verteilen Sie reifes oder überreifes Obst im Garten. Schneiden Sie es in Scheiben, legen sie diese in einer Schale und stellen Sie diese in einem ausreichenden Abstand von Orten, an denen die Hornisse nicht erwünscht ist.

Elektrische Insektenvertreiber

Als klassische Hausmittel zählt ein elektrischer Insektenvertreiber zwar nicht, sollte dennoch hier Erwähnung finden. Dabei handelt es sich um ein batteriebetriebenes Gerät, das auf Druckknopf einen hochfrequenten Ton von sich gibt. Es funktioniert nicht bei jeder, aber dafür bei allen anderen lästigen Insekten, wie beispielsweise Moskitos.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Hornissen

Damit Sie keine dieser Faltenwespen-Art vertreiben müssen, sind folgende vorbeugende Maßnahmen empfehlenswert:

  • Fenster und Türen durch Fliegengitter schützen
  • die hier genannten Pflanzen mit Duft in Fenster-, Türen-, Spielplatz- Terrassen- und Sitzplatznähe verteilen
  • Nelkenöl auf verlassene Hornissennester träufeln
  • kein Fallobst auf dem Boden liegen oder überreifes Obst an Bäumen hängen lassen
  • im Wohnbereich zwischen Frühjahr und Spätsommer kein reifes, duftendes Obst frei herumliegen lassen

Schenken Sie Orten wie Rollladenkästen und Baumhöhlen im Frühjahr besondere Aufmerksamkeit. Ist hier eine Hornisse beim Einflug zu beobachten, handelt es sich vermutlich um die Königin, die den Nestbau vorbereitet. Fliegt sie hinaus, schließen Sie den Zugang mit einem Fliegennetz oder anderem undurchlässigen Material.

Hornissen im Rolladenkasten

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