Streckbrief und Lebensweise der Hornissenschwebfliege

Sobald es wärmer wird, tauchen auch die Insekten wieder auf. Viele Menschen haben dabei Angst vor Hornissen. Es gibt aber auch eine Art, die täuschend ähnlich aussieht: die Hornissenschwebfliege. Wir stellen Ihnen den Steckbrief und die Lebensweise der Hornissenschwebfliege vor.

Auf den Punkt gebracht

  • 16 – 22 mm lang
  • imitiert Aussehen der Hornisse
  • ungefährlich
  • Larven leben in Hornissen-/ Wespennestern

Hornissenschwebfliege: Steckbrief

Schwebfliegen sind den meisten Menschen schon mal begegnet. Die Hornissenschwebfliege dagegen trifft man eher selten. Unser Steckbrief gibt deshalb einen ersten Überblick über das Insekt.

  • wissenschaftlicher Name: Volucella zonaria
  • weitere Namen: Große Waldschwebfliege; Riesen-Hummelschwebfliege; Gürtelschwebfliege
  • Klasse: Insekten
  • Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
  • Familie: Schwebfliegen (Syrphidae)
  • Verbreitung: Mittel- und Süd-Europa; Asien (inkl. Japan); Westen Sibiriens; Nordafrika
  • Lebensraum: nahe Wäldern; ungemähte Wiesen; Gärten; Lichtungen; Parks
  • Größe:16 bis 22 mm
  • Flügellänge: 15,5 bis 19,5 mm
  • Flugzeit: Mai bis September
  • Nahrung: Larven Aasfresser; adulte Tiere von Nektar und Pollen blühender Pflanzen
  • bedroht: Vorwarnliste
Hornissenschwebfliege auf einer Blume
Die Hornissenschwebfliege ist leider kein häufig gesehener Gast im Garten.

Hinweis: Die Hornissenschwebfliege galt früher übrigens als bedroht. In der Neuauflage der roten Liste gilt sie allerdings nicht mehr als heimische Tierart, sondern als Zuwanderer. Deshalb fällt ihr Status als bedroht weg. Häufig anzutreffen ist sie aber trotzdem nicht.

Aussehen

Die Hornissenschwebfliege ist nicht mit der echten Hornisse (Vespa crabro) verwandt. Sie imitieren sie lediglich, um Fressfeinde zu täuschen. Dieses Verhalten nennt man dann Mimikry. Besonders beim Aussehen hat sie dabei hervorragende Arbeit geleistet. Eine Hornissenschwebfliegen erkennen Sie schließlich an folgenden Merkmalen:

  • Gesicht, Stirn und Fühler gelb
  • rostbraune Facettenaugen, dicht und kurz behaart
  • rotbraunes, stark glänzendes Halsschild
  • Mittelbrust rotbraun glänzend
  • 1. Abdominalsegment schwarz
  • rotgelber Hinterleib mit zwei breiten schwarzen Binden
  • orange-gelbe Flügel
  • schwarzer fleckiger Färbung kurz vor der Flügelspitze
  • Weibchen: gelber Strich zwischen Augen
  • Männchen: Augen nah beieinander, schmale Stirn
Hornissenschwebfliege auf Blume
Die Hornissenschwebfliege sieht der Hornisse auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich.

Lebensweise der Hornissenschwebfliege

Hornissenschwebfliegen imitieren nicht nur das Aussehen, sondern auch das Verhalten echter Hornissen. Im Gegensatz zu anderen Schwebfliegearten brummen sie beim Fliegen. Dennoch gibt es einige Unterschiede zwischen ihnen und echten Hornissen:

  • etwas kleiner
  • keine Wespentaille
  • andere Gangart
  • Brummen eher wie Käfer
  • kein Stachel

Außerdem haben Hornissenschwebfliegen mit bis zu 300 Hertz eine hohe Flügelschlagfreuenz. Durch den dadurch möglichen Schwirrflug können sie quasi an einer Stelle schweben. Im Sinne der Mimikry nutzen sie diese Fähigkeit jedoch verhältnismäßig selten. Die adulten Schwebfliegen ernähren sich von Pollen und Nektar blühender Pflanzen wie Schmetterlingsflieder, Baldrian, Oregano oder Liguster. Deshalb nehmen sie auch eine wichtige Rolle als Bestäuber ein.

Paarung und Nachwuchs

Die Männchen der Hornissenschwebfliege warten auf Nahrungspflanzen auf sich nähernde Weibchen. Durch ihre Facettenaugen können sie diese bereits früh ausmachen. Sobald sich ein Weibchen nähert, wird es zur Paarung angefallen. Anschließend legt das Weibchen etwa 40 Eier. Zur Eiablage dringen die Weibchen in Hornissen- oder Wespennester, selten auch Hummelnester, ein und legen die Eier dort an der Nestwand ab. Die Larven schlüpfen und entwickeln sich dann im Inneren des Baus. Sie sehen wie folgt aus:

  • zigarrenförmiger Körper
  • 20 mm lang
  • fleischige, behaarte Auswüchse am hintersten Körpersegment
  • Auswüchse länger als Atemrohr
  • gelbweiß
  • Färbung meist durch angehaftete Erdteilchen überdeckt

Die Larven leben in den Abfallhaufen von Wespen, Hornissen oder Hummeln und ernähren sich von toten und sterbenden Insekten. In Ausnahmefällen fressen sie mitunter auch lebendige Larven. Durch die Kadaverbeseitigung haben sie so eine reinigende Funktion innerhalb des Nests. Nach mehrmaligem Häuten verpuppen sich die Larven im Erdreich. Dort überwintern sie als Puppen. Im nächsten Frühjahr erwachen sie dann als adulte Hornissenschwebfliegen. Die Weibchen schlüpfen dabei wenige Wochen vor den Männchen.

Hornissennest
Die Larven wachsen im Inneren von Hornissen-, Wespen-, oder Hummelnestern auf.

Hinweis: Es ist nicht bekannt, wie die Weibchen der Hornissenschwebfliege erfolgreich in die Nester der anderen Insekten eindringen können. Normalerweise sollten sie trotz der Mimikry als Eindringling auffallen. Man vermutet, dass sie daher zudem Duftstoffe absondern, die ihre wahre Identität verschleiern.

Häufig gestellte Fragen

Was kann ich tun, um die Hornissenschwebfliege zu unterstützen?

Falls Sie eine Hornissenschwebfliege antreffen, erlauben Sie ihr, sich in Ruhe umzuschauen. Sie tun Ihnen nichts. Wenn Sie die Hornissenschwebfliege aktiv unterstützen möchten, legen Sie in Ihrem Garten einfach blühende Pflanzen an. Neben den oben genannten eignen sich auch Ross-Minze, Skabiosen oder Hartriegel.

Sind Hornissenschwebfliegen gefährlich?

Nein. Hornissenschwebfliegen besitzen keinen Stachel. Sie können daher nicht stechen. Auch beißen können sie nicht. Hornissenschwebfliegen haben lediglich leckende und saugende Mundwerkzeuge. Sie sind somit ganz ungefährlich.

Wie überwintern erwachsene Hornissenschwebfliegen?

Das ist nicht geklärt. Bei Hornissenschwebfliegen handelt es sich um mediterrane Wanderfliegen, die auch mal längere Wanderungen zurücklegen. Trotzdem ziehen Hornissenschwebfliegen vermutlich nicht in den Süden. Ob und wie sie überwintern, ist nicht bekannt.