Hortensie als Zimmerpflanze

Hydrangea, besser bekannt unter ihrem deutschen Namen Hortensie, zählt zu den klassischen Gartensträuchern. Mit einem üppigen Wuchs und imposanten, halbkugelförmigen Blütendolden zählen sie seit Langem zu den Blickfängen in zahllosen Ziergärten. Diese schmückende Wirkung nutzen Hobbygärtner seit einiger Zeit auch zunehmend als Zimmerpflanze für ihre Wohnräume. Denn mit der richtigen Pflege eignet sich die Hortensie in der Tat auch gut für die Haltung im Kübel und erfreut unter optimalen Bedingungen mit einer mehrere Wochen andauernden Blüte.

Hortensie im Topf

Das die Haltung im Topf einer Pflanze weniger Spielraum in Sachen Entwicklung und Ausdehnung, aber selbstverständlich auch verfügbarem Erdreich, Nährstoffen und Wasser bietet, liegt auf der Hand. Darüber hinaus führt die einfache „Umsetzbarkeit“ einer Pflanze im Kübel leicht dazu, dass der Standort – bewusst oder unbewusst – verändert und dabei möglicherweise hinsichtlich seiner Eignung beeinflusst wird.
Umso wichtiger ist es, sich der Bedürfnisse einer Hortensie im Wohnraum bewusst zu sein, um ihr trotz, oder gerade wegen ihrer eingeschränkten Möglichkeiten optimale Voraussetzungen zu bieten.

Hortensien enthalten toxische Stoffe

Topf

Damit die Hortensie auch im Zimmer ihr prächtiges Blütenkleid zeigt muss auch der Topf stimmen. Dabei sollten Sie auf folgendes achten:

  • Topfgröße in Abhängigkeit von Größe der Pflanze wählen
  • allseitig mindestens 3-5 Zentimeter Erde zwischen Wurzelballen und Topf als Speichermasse für Wasser und Nährstoffe
  • Pflanzen regelmäßig in größeres Gefäß umtopfen
  • bei fehlendem Erdreich mangelnder Feuchtigkeitsspeicher
  • Am Topfboden Drainschicht aus Tongranulat oder Drainmatte vorsehen
  • ohne Drainschicht Gefahr von Staunässe und Wurzelfäule

Erde

Der richtige Topf nützt nichts, ohne das richtige Substrat. Achten Sie deshalb auf die folgenden Punkte bei der Wahl der Erde:

  • Klassische Blumenerde wegen zu hohem pH-Wert meiden
  • Rhododendron- bzw. Azaleenerde mit saurem Bodenmilieu und guter Wasserspeicherkapazität gut als Substrat geeignet
  • Selbst gemischtes Substrat für Hydrangea im Kübel ungeeignet, da pH-Wert auf Dauer schwer konstant gehalten werden kann

Tipp: Vor allem für blau blühende Hortensien ist ein saurer Boden eine Grundvoraussetzung.

Standort

Der Vorteil an der Pflanzung im Kübel, ist die Flexibilität bei der Standortwahl. Der passende Standort für die Hortensie im Zimmer gestaltet sich dabei wie folgt:

  • Hell und mit viel Tageslicht
  • Idealerweise halbschattig
  • Optimal Ost- und Westseite
  • volle Besonnung in Südlage vermeiden
  • helle Nordlagen gut möglich
  • bei voller Sonneneinstrahlung im Sommer mit geeigneter Beschattungsmöglichkeit
  • ohne Beschattung Gefahr von Verbrennen bzw. Austrocknen von Pflanze und Erdreich
  • Gut belüftet, um übermäßige Nässe unmittelbar nach dem Gießen gut ablüften zu können
  • bei mangelnder Belüftung Gefahr von Schimmel im Wurzelbereich
  • Im Sommer Stauhitze und nachfolgend übermäßige Austrocknung der Pflanze vermeiden

Gießen

Stimmen die grundlegenden Rahmenbedingungen, gilt es, die Versorgung der Hortensie richtig aufzustellen. Denn der beste Standort im idealen Topf mit geeigneter Erde bringt wenig, wenn die Pflanze auf Grund mangelnder Versorgung mit Nährstoffen und Wasser leidet.

Nicht zuletzt wegen ihres üppigen Wuchses und der prächtigen Blüten hat Hydrangea einen intensiven Wasserbedarf. Zugleich fühlt sie sich aber bei Staunässe ebenso unwohl, wie bei Trockenheit. Daher kommt der üppigen und zugleich maßvollen Gabe von Wasser eine besondere Bedeutung zu:

  • Bei Zimmerhaltung zwei Mal wöchentlich intensiv gießen
  • Alternativ: Wurzelballen im Wassereimer untertauchen und anschließend gut abtropfen lassen
  • Stark kalkhaltiges Wasser vermeiden, da Kalk den pH-Wert nachteilig beeinflusst und auf Dauer zu gelben, chlorotischen Blättern führt
  • Ersatzweise mit Regenwasser oder gefiltertem Wasser gießen

Pflanze gießen

Achtung: Wandert die Hortensie über die warmen Sommermonate auf den Balkon, steigt der Wasserbedarf der Pflanze an und muss durch zusätzliches Gießen ausgeglichen werden. Die üppigen Blüten und die zahlreichen Blätter verdunsten im Freien nochmals mehr Wasser, als sie bereits ohnehin bei der Zimmerhaltung von sich geben.

Düngen

Für eine optimal ausgewogene Nährstoffversorgung bieten sich dem versierten Hobbygärtner verschiedene Möglichkeiten. Zunächst einmal bietet der Markt chemische Produkte, die alle erforderlichen Substanzen für gutes Wachstum und zugleich eine lange und intensive Blüte beinhalten. Gängige Bezeichnungen sind hier Hortensiendünger, Azaleendünger oder auch Rhododendrondünger. Auch spezielle Mischungen zur Förderungen der Blaufärbung bei blau blühenden Exemplaren sind erhältlich. Diese Dünger werden regelmäßig, meist zweiwöchentlich, dem Gießwasser zugegeben.

Es besteht aber auch die Möglichkeit, mit natürlichen Alternativen die nötige Nahrung für Hydrangea vorzuhalten:

  • Laub- oder Nadelkompost zur Stickstoff- und Säureversorgung dünn auf der Pflanzerde ausbringen, zur Vermeidung von Geruchsbelästigungen im Wohnraum nur mehrjährig abgelagerten Kompost verwenden
  • Hornspäne oder -mehl als natürlichen Stickstofflieferanten im Frühjahr einmalig locker in die Pflanzerde einarbeiten
  • Kaffeesatz oder Tee regelmäßig, gerne auch in kurzen Abständen, auf die Erde auftragen, durch Übergießen gute Versorgung mit Mineralien, darüber hinaus positive Auswirkung auf Säurehaushalt des Bodens
  • Sonstige stickstoffhaltige Substanzen wie Bananenschalen etc., die kleingeschnitten in den Boden eingearbeitet werden

Achtung: Da das Bodenvolumen im Kübel stark begrenzt ist, sind Hausmittel zur Nährstoffversorgung zwar wirksam, aber nicht immer ausreichend. Daher sollte eine Hortensie im Topf immer gut im Auge behalten werden und bei Bedarf durch klassisches Düngen mit im Handel erhältlichen Präparaten unterstützt werden.

Tipp: Da Veränderungen des pH-Werts im Boden schnell auftreten, aber erst recht spät an ihren Auswirkungen erkannt werden können, lohnt die regelmäßige Kontrolle des Bodens mit pH-Teststreifen, die im Handel günstig zu bekommen sind. Anfänglich bietet sich die wöchentliche Kontrolle an. Ist erst einmal ein Gefühl für das Bodenverhalten da, können die Intervalle problemlos ausgedehnt werden.

Kaffeesatz als Dünger

Pflege

Insgesamt gilt die Hortensie bei passenden Rahmenbedingungen als vergleichsweise pflegeleichter Geselle. Verschiedene Maßnahmen beim Pflegen helfen jedoch, die erhoffte Blütenpracht zu intensivieren und in ihrer Dauerhaftigkeit zu bestärken:

  • Verblühte Blütenstände ausschneiden, um neue Blütenbildung anzuregen
  • Pflanzen spätestens alle zwei Jahre umtopfen, da Erde trotz Düngen auf Dauer ausgelaugt wird und das Gleichgewicht von pH-Wert und Nährstoffen immer schwieriger aufrecht zu erhalten ist
  • Überwinterung im Innenraum idealerweise an einem kühlen, frostfreien und trockenen Ort
  • Beispielsweise Garage, Wintergarten oder Treppenhaus, dabei auf ausreichend Licht und (geringere) Wassergaben achten
  • Während der heißen Sommermonate alternative Standorte der Zimmerpflanze auf Balkon oder Terrasse prüfen, da Stauhitze hinter Fensterscheiben so leichter vermieden werden kann
  • Unterstützung der blauen Blütenfärbung durch einmalige Gabe von Aluminiumalaun vor Einsetzen des Blütenwachstums, ca. 6 Gramm im Gießwasser auflösen und auf diesem Wege zuführen
  • Erhöhung der Blühdauer durch kühlere, unbeheizte Standorte, insbesondere über Nacht

Anzeichen für ungünstige Wuchsbedingungen

Selbst bei großen Bemühungen, der Hortensie die ideale Umgebung zu verschaffen, können immer wieder einzelne Aspekte vom Optimum abweichen. Ersichtlich sind diese Abweichungen meist erst dann, wenn die Pflanze bereits nachteilig beeinflusst wurde. Folgende Anzeichen treten immer wieder auf und sollten Anlass zu einer schnellen Reaktion sein:

Vertrocknen von Blättern, vorzeitiges Vertrocknen der Blüten

  • vor allem bei zu geringer Wasserversorgung (Austrocknungen)
  • sowie zu sonnigem und heißem Standort (Verbrennen der Pflanzenbestandteile)

Vergilbung der Blätter

  • zu hoher pH-Wert (schlechte Nährstoffaufnahme)
  • oder Folge von Wurzelfäulnis (Staunässe im Wurzelbereich)

Geringe Wachstumsleistung

  • mangelnde Wasser- oder Nährstoffversorgung

Mangelhafte Blütenbildung

  • zu hoher pH-Wert (vor allem bei unzureichender Blaufärbung)
  • oder Unterversorgung mit Nährstoffen, Licht oder Wasser (allgemeine Mangelerscheinung)

Hortensie, Hydrangea

Tipp: Da es bei Auftreten der Symptome meist schon zu spät ist, nachteilige Folgen für die Pflanze zu verhindern, sollten alle wesentlichen Faktoren wie Belichtung und Belüftung, Nährstoffgabe und vor allem pH-Wert des Bodens regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf angepasst werden.

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