Hummelstich – was tun? So behandeln Sie einen Hummelbiss

fliegende Hummel

Die Hummel (Bombus) gilt als ein freundlicher Vertreter innerhalb der Familie der Echten Bienen (Apidae). Die pelzigen Insekten verlassen im Frühling deutlich früher als Bienen, Wespen und Hornissen ihr Winterquartier und gehören deshalb zu den wichtigsten Bestäubern im zeitigen Frühjahr. Im Vergleich zu den anderen gestreiften Fluginsekten sollen Hummeln jedoch nicht stechen, sondern beißen. Dabei stellen sich viele die Fragen: sind Hummeln gefährlich und wie müssen Sie Stiche oder Bisse behandeln?

Stich oder Biss?

Die Frage, ob eine Hummel sticht oder beißt, hängt mit der Friedfertigkeit der Insekten zusammen. Wie alle Bienen verfügen Hummeln über einen Stachel und setzen diesen sogar sehr erfolgreich zur Verteidigung ein. Der entscheidende Punkt bei den Tieren ist jedoch, dass sie nicht häufig stechen und selbst bei direktem Kontakt mit dem Menschen ruhig bleiben. Das sorgt für die Annahme, dass die Insekten nicht stechen. Dabei haben Hummeln einen ausgeprägten Verteidigungsmechanismus, der sich immer auf die gleiche Weise abspielt:

Hummel bei der Bestäubung

Aggresivität

Bedenken Sie, dass verschiedene Hummelarten unterschiedlich aggressiv reagieren:

  • Baumhummel (Bombus hypnorum): aggressiv
  • Ackerhummel (Bombus pascuorum): besonders friedlich
  • Steinhummel (Bombus lapidarius): ruhig
  • Wiesenhummel (Bombus pratorum): ruhig
  • Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris): besonders friedlich
  • Gartenhummel (Bombus hortorum): ruhig
  • Mooshummel (Bombus muscorum): ruhig, stark gefährdet
  • Sandhummel (Bombus veteranus): ruhig, stark gefährdet

Die Baumhummel gilt als aggressivste Hummelart in Deutschland und wird besonders angriffslustig, wenn Sie dem Nest zu nahe kommen. Vor allem im Hochsommer können Baumhummeln besonders aggressiv reagieren. Vor diesen sollten Sie sich in Acht nehmen, da die Tiere mit dem braunen Thorax und dem fast streifenlosen, dunklen Hinterleib seltener das mittlere Bein anheben als ihre Verwandtschaft. Die Dunkle Erdhummel dagegen ist wohl eine der friedlichsten Arten, was sie so beliebt als Bestäuberinsekt macht. Falls Sie Hummeln als Bestäuber im Handel kaufen, handelt es sich dabei meist um Dunkle Erdhummeln.

Hummelstich

Sobald Sie sich einer Hummel nähern und diese sich bedroht fühlt, zeigt sie dies zu Beginn mit dem Heben eines ihrer mittleren Beine, welches direkt auf die potentielle Gefahr gerichtet wird. Es ist niemals eines der vorderen oder hinteren, nur eines der mittleren Beine. Welches mittlere Bein angehoben wird, unterscheidet sich von Hummel zu Hummel und ist häufig abhängig von der Position des Menschen oder Haustiers zum Insekt.

Wurde das angehobene Bein ignoriert und die Hummel fühlt sich immer noch bedroht, fängt sie an, deutlich zu brummen. Das ist nicht vergleichbar mit dem Brummen der Tiere, wenn Sie Nektar innerhalb einer Blüte sammeln, da das Muster der Vibrationen anders ist.

Wurde auch dieses Warnzeichen ignoriert, dreht sich die Hummel beim Brummen auf den Rücken und streckt den Abdomen in die Richtung des Angreifers. Dabei bleibt das mittlere Bein meist noch erhoben. Nun ist es für Sie an der Zeit, das Insekt in Ruhe zu lassen, sonst kommt es unweigerlich zu einem Stich.

Besonders gefährlich für Sie wird es, wenn sich Hummeln auf dem Rücken befinden und den Stachel ausführen. Ab diesem Zeitpunkt kann es innerhalb eines Augenblicks passieren, dass sich das Insekt dazu entschließt, zu stechen. Entfernen Sie sich spätestens jetzt vom Insekt.

Sie sehen, Hummeln sind in der Regel nicht gefährlich, denn sie zeigen Ihnen genau, wann Sie mit einem Stich rechnen müssen.

Hummel auf Blüte

Hummelbiss

Beißen können die Insekten zwar, jedoch durchdringen die Beißwerkzeuge nicht die Haut und werden ausschließlich zur Öffnung von Blüten genutzt. Die Annahme, Hummeln würden beißen, ist falsch und wenn Sie von einem der friedlichen Brummer attackiert wurden, handelt es sich immer um einen Stich, selbst wenn die Wunde recht klein erscheint. Hummeln beißen nur, wenn sie sich in Ihren Haaren oder der Kleidung verfangen. Jedoch besteht keine Gefahr durch den Biss, denn sie wollen nur fliehen.

Tipp: Wie bei Bienen und Wespen handelt es sich auch bei Hummeln rein um die weiblichen Exemplare, die über einen Stachel verfügen. Jedoch verteidigen die Männchen, die Drohnen, das Nest, indem Sie mit hoher Geschwindigkeit in den Angreifer rammen, was vor allem im Gesicht schmerzhaft sein kann, da die Insekten dabei zu kleinen Geschossen werden.

Symptome

Wurden Sie oder Angehörige von Hummeln gestochen, werden sie mit ähnlichen Symptomen wie bei einem Bienenstich rechnen müssen. Der große Unterschied ist dabei nur die Giftmenge, da Hummeln nicht über Stachel mit Widerhaken verfügen. Das heißt, die Hummel kann mehrmals hintereinander stechen, obwohl die Insekten meist fliehen, sobald Sie zugestochen haben. Natürlich trifft das nicht auf die Verteidigung des Nests zu, bei der bis zu 600 Tiere angreifen und mehrmals stechen können. Nach einem Stich treten folgende Symptome auf:

  • Schwellungen von bis zu 10 cm
  • Juckreiz
  • starke Schmerzen um die Stichwunde
  • Rötungen
  • Stichstelle erhitzt sich
  • weißer Hof um den Stich

Diese Symptome halten meist für einen Zeitraum von bis zu 24 Stunden an. Vor allem die Schwellung schmerzt und juckt, jedoch sollten Sie nicht kratzen, da es sonst zu einer offenen Wunde mit Infektionsrisiko kommt.

Hummel am Lavendel

Allergiker

Der Großteil der Bevölkerung kann sich nach einem Tag über das Abschwellen freuen, während ein kleiner Teil mit empfindlichen Immunsystem meist bis eine Woche warten muss. Besonders schlimm sind Hummelstiche für Menschen mit einer Allergie gegen Insektengift. Da Hummelgift dem Bienengift ähnelt, enthält es das Nervengift Apamin, welche die folgenden Aminosäuren enthält:

  • Cystein
  • Lysin
  • Arginin
  • Histidine

Diese zählen zu den besonders toxischen Stoffen innerhalb des Gifts und können für Allergiker zusammen mit anderen Proteinen eine Gefahr darstellen. Menschen mit einer Allergie können, bei einem Stich, die folgenden Symptome neben Schmerzen und einer klassischen Schwellung erleiden:

  • Erbrechen
  • Bewusstlosigkeit
  • Nesselausschlag
  • Durchfall
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Atemnot
  • Erstickungsangst
  • Herzrasen
  • anaphylaktischer Schock

All diese Symptome können innerhalb eines Zeitraums von zehn bis dreißig Minuten auftreten und eine akute Lebensgefahr für den Allergiker darstellen. Da die Konzentration des Hummelgifts jedoch nicht so hoch ist wie bei anderen Insekten oder Bienen, gibt es recht wenig Tode durch den Stich einer Hummel. Jedoch sollten Sie den Stich so schnell wie möglich behandeln. Wie bei Bienen, Wespen und Hornissen sollten gesunde Menschen ebenfalls darauf achten, nicht in Mund-, Hals- und Rachenbereich gestochen zu werden. Die Schwellung könnte zu einer Blockierung der Atemwege führen.

Tipp: Der Stachel von Hummeln ist an sich nicht spitz genug, um die menschliche Haut zu durchdringen. Jedoch fliegen die Tiere bei einem Angriff so schnell, dass durch den Aufprall der Stachel tief in die Haut getrieben wird, was sehr schmerzhaft sein kann oder wenn Sie das Tier festhalten oder darauf treten, was die notwendige Kraft für den Stich ermöglicht.

Hummelstich behandeln

Sobald Sie oder Ihre Familie von einer Hummel gestochen wurden, sollten Sie wie folgt vorgehen, um diesen zu behandeln:

  • kühlen Sie die Stichstelle
  • dafür Eiswürfel oder eingewickelte Kühlakkus verwenden
  • kühle Umschläge über längere Zeiträume anwenden
  • nicht kratzen
  • Antihistamin-Salben verwenden
  • diese lindern den Juckreiz

Mit diesen Methoden lässt sich ein Hummelstich sehr gut behandeln. Falls die Symptome nach einem Zeitraum von zwei bis drei Tagen nicht abgeklungen sind, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Diese können die Stiche überprüfen und behandeln, falls die klassischen Methoden nicht funktionieren. Alternativ können Sie Hausmittel anwenden, die die Proteine innerhalb des Gifts zerstören und somit die Schwellung und den Juckreiz lindern und für ein schnelleres Abklingen sorgen. Diese wären:

1. Zitrone

Schneiden Sie frische Zitronen in Scheiben und reiben Sie damit die betroffene Stichstelle ein. Danach lassen Sie die Zitronenscheibe für einige Zeit auf der Haut liegen. Die Säure zerstört die entsprechenden Moleküle, was zu einer Linderung der Symptome führt.

Zitronenscheiben schneiden

2. Alkohol

Geben Sie etwas medizinischen Alkohol über ein Wattepad auf den Stich. Dieser reinigt die Wunde und zerstört die entsprechenden Moleküle.

3. Hitze

Erhitzen Sie vorsichtig einen Löffel und drücken diesen auf die Wunde. Die Hitze wirkt wie bei einem Stichheiler, was das Hausmittel besonders effektiv macht.

Allergiker sollten nach einen Stich dauerhaft beobachtet werden. Ebenso sollten Sie einen Arzt aus reiner Vorsichtsmaßnahme kontaktieren, um auf Nummer sicher zu gehen. Falls die Symptome sich verschlimmern, unbedingt den Notarzt kontaktieren.

Tipp: Selbst wenn Sie an einer Insektengiftallergie leiden, kann es sein, dass ein zweiter Stich der Tiere deutlich ungefährlicher ist als der erste. Da das Gift nur in kleinen Mengen im Körper verbleibt, kann sich der Organismus trotz der enthaltenen Allergene häufig besser gegen Stiche schützen.