Humuserde Zusammensetzung - Titel

Humus ist wichtig für die Pflanzen, doch nur wenige wissen, wobei es sich dabei genau handelt und aus welchen Teilen Humuserde besteht. Jeder Hobbygärtner kann jedoch viel zum Humusaufbau beitragen.

Auf den Punkt gebracht

  • Humus ist eine Mischung aus organischen Materialien
  • die Humusbildung erfolgt in mehreren Stufen
  • für die Humusbildung werden unterschiedliche Tiere wie Regenwürmer benötigt
  • Ziel ist die Bildung von Dauerhumus

Definition

Die Begriffe Humus und Komposterde werden oft fälschlich verwendet, Kompost ist jedoch nur ein Teilaspekt der Humusbildung. Bei Humus handelt es sich um einen Teil des Bodens im Bereich des Oberbodens. Er besteht zum Großteil aus organischen Materialien, die abgestorben sind.
Folgende organische Materialien sind im Humus zu finden:

  • Laub
  • Wurzeln
  • Kot
  • tote Insekten
  • tote Tiere
  • abgestorbene Pilze
  • abgestorbene Bakterien
torffreie Erde mit Wurzeln

Humusbildung

Die Bildung von Humus nennt man auch Humifizierung. Die Umsetzung der organischen Materialien gliedert sich in vier Phasen. Bei der Humifizierung sind sowohl chemische Prozesse notwendig, als auch tierische Unterstützung, die für die Zersetzung des Materials verantwortlich sind.

  • Phase 1: Das Chlorophyll in den Blättern wird abgebaut, während Zellen noch intakt bleiben. Diese Phase ist jedoch nur bei Blättern notwendig und beginnt bereits am Baum mit der Herbstfärbung.
  • Phase 2: Die Initialphase ist der erste Schritt der eigentlichen Zersetzung. Hier werden wasserlösliche Bestandteile wie Zuckerverbindungen oder Aminosäuren ausgewaschen. Während dieser Phase siedeln sich auch zahlreiche Mikroorganismen im Bereich des organischen Materials an, denn sie ernähren sich von den ausgewachsenen Stoffen. In Jahren, die sehr trocken sind, dauert die Auswaschung länger, wodurch sich auch die Humusbildung verlangsamt.
  • Phase 3: Nun kommen unterschiedliche tierische Helfer zum Einsatz. Sie zerkleinern die organischen Stoffe und übrig bleiben nur noch schwer abbaubare Bestandteile. Für die Zerkleinerung des organischen Materials sind folgende Tiere verantwortlich:
    • Regenwürmer
    • Tausendfüßer
    • verschiedene Spinnentiere
    • Milben
    • Nematoden
  • Phase 4: Zuletzt werden durch Pilze noch die letzten verbliebenen Bestandteile abgebaut. In dieser Phase werden auch unterschiedliche anorganische Bestandteile freigesetzt. Dazu gehören beispielsweise CO2 oder unterschiedliche Mineralstoffe.

Tipp: Vor allem die Zerkleinerungsphase könne Sie im Garten beschleunigen, in dem Sie organisches Material wie Laub einmal zerkleinern.

Unterschiedliche Humusarten

Humuserde unterscheidet sich in der Zusammensetzung. Grundsätzlich spricht man von zwei Humusarten:

  • Nährhumus
  • Dauerhumus
Nährhumus
Nährhumus

Ziel bei der Humusbildung vor allen bei Naturgärtnern ist die Umwandlung von Nährhumus in Dauerhumus.
Dauerhumus hat viele Vorteile, denn darin befindet sich viel gebundener Bodenstickstoff, der für Pflanzen verfügbar ist. Dauerhumus entsteht, wenn Huminstoffe im Nährhumus weiter abgebaut werden. Eine weitere Form gezielt Dauerhumus zu produzieren, ist die Kompostierung. Jedoch spricht man erst im Endstadium der Kompostierung von Dauerhumus.

Hinweis: Aufgrund des hohen Gehalts an gebundenem Stickstoff im reifen Kompost können Sie ihn als Dünger verwenden. Pflanzen sollten niemals in reinem Kompost gepflanzt werden, da es anderenfalls zu einer Überdüngung und einem hohen Stickstoffgehalt im Gemüse kommen kann.

Humusgehalt feststellen

Mit der sogenannten Schlämmprobe können Sie selbst grob abschätzen, aus welchen Teilen Ihr Boden besteht und wie viel Humus bzw. Ausgangsstoffe zur Bildung in etwa vorhanden ist.

  • 1,5l Wasserfasche mit Bodenproben von verschiedenen Stellen füllen
  • dazu mit Spaten Erde abteilen
  • davon ca. 2cm breites Stück entnehmen
  • Falsche mit Wasser auffüllen
  • einige Minuten kräftig schütteln
  • Flasche abstellen und ca. 5 Minuten warten
  • verschieden Bestandteile setzen sich ab
  • Zusammensetzung lässt sich grob erkennen
  • unterste Schicht: kleine Steinchen und Sand
  • 2 Schicht: Lehm
  • darüber schwimmt Ton im trüben Wasser
  • oberste Schicht: Humusschicht
  • je dicker, umso mehr Nährstoffe im Boden verfügbar

Häufig gestellte Fragen

Warum ist Humuserde wichtig?

Humuserde hat viele positive Eigenschaften. Dazu gehört nicht nur der gebundene Stickstoff, sondern auch seine feinkrümelige Struktur, die es den Wurzeln einfacher macht, sich zu verankern. Humuserde kann zudem viel Wasser speichern, das wiederum den Pflanzen zur Verfügung steht.

Kann ich zu viel Humuserde haben?

Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Nährstoffreiche Böden bieten weniger Artenvielfalt, jedoch dem Gemüse eine gute Wachstumsgrundlage. Andererseits ist ein zu hoher Stickstoffgehalt ebenfalls nicht gut, denn viele Gemüsepflanze können den Stickstoff einlagern.

Muss ich Kompost zur Erhöhung der Humusschicht verwenden?

Nein, einfacher ist die sogenannte Flächenkompostierung, bei der Unkräuter einfach an Ort und Stelle kompostiert werden. Mulchen trägt ebenfalls zur Vergrößerung der Humusschicht bei.