Hochbeetfüllung - Titel

Ein Hochbeet spart Platz, lässt sich bequem pflegen und verspricht satte Erträge. Damit es funktioniert, kommt es allerdings auf die richtige Hochbeetfüllung an.

Auf den Punkt gebracht

  • Hochbeete werden in mehreren Schichten von unten nach oben aufgebaut
  • Nach oben wird jede Schicht aus feinerem, stärker verrottetem Material erstellt
  • Wird eine Schicht zu dick ausgeführt, wird die Funktion der Schichten darunter eingeschränkt
  • Vor allem die unteren Schichten müssen sorgfältig erstellt werden, da man sie später nicht mehr erreicht
  • Je nach verwendeten Materialien haben Hochbeete eine unterschiedliche Lebensdauer von einem bis hin zu mehreren Jahren

Die Hochbeetfüllung

Das gewachsene Erdreich weist einen stark heterogenen Aufbau in mehreren Schichten auf. Damit erfüllt es unterschiedlichste Funktionen, die für das Wachstum von Pflanzen unerlässlich sind. Hochbeete verfügen stattdessen nur über die Schichten, die Sie beim Anlegen dort vorsehen. Damit auch ein Hochbeet ideal als Pflanzgrundlage funktioniert, sollten Sie beim Aufbau der Hochbeetfüllung folgendes Vorgehen Schicht für Schicht beherzigen.

Hochbeet bepflanzen

Hinweis: Die beschriebenen Schichten werden nacheinander von unten nach oben aufgebaut. Das bedeutet, die Lage 1 ist zugleich auch der erste Arbeitsschritt hin zur fertigen Hochbeetfüllung.

Lage 1

  • Was: Schutzgitter
  • Womit: Wühlmausgitter, Hasendraht, andere durchlässige Metallgeflechte mit Maschenweite um 1 bis 2 Zentimeter
  • Wie: flächig am Boden einlegen und umlaufend an Seitenwänden befestigen (z.B. Heftnägel oder Klammern)
  • Wie viel: einlagig
  • Warum: gegen eindringende Tiere, wie Mäuse, Ratten, Siebenschläfer etc.

Lage 2

  • Was: grober Gehölzschnitt
  • Material: diverses Material wie Äste, Abfälle vom Heckenschnitt etc. in unterschiedlichen Längen um 30 bis 50 Zentimeter
  • Wie: Gehölzschnitt in wechselnden Ausrichtungen einlegen, dabei große Löcher oder Fehlstellen vermeiden
  • Wie viel: 20 bis 30 Zentimeter
  • Warum: als Drainageschicht gegen Staunässe und Fäulnis, sowie für bessere Durchlüftung im Hochbeet
Grünschnitt für die Hochbeetfüllung

Lage 3

  • Was: feiner Gehölzschnitt
  • Womit: kleingeschnittene Äste, geschredderte Stauden, Häckselgut
  • Wie: flächig als lose Schüttung auf grobem Schnitt aufbringen, dabei von unten nach oben feineres Material vorsehen
  • Wie viel: 15 bis 20 Zentimeter
  • Warum: als flächige Auflage auf dem groben Gehölzschnitt, gegen durchriesende Feinbestandteile der oben folgenden Ebene

Tipp: An Stelle von feinem Gehölzschnitt eignet sich auch langhalmiger Grasschnitt. Allerdings verrottet dieser schneller und entwickelt für die Durchlüftung eine deutlich hemmendere Wirkung. Allerdings überzeugt Grasschnitt durch den hohen Anteil an Stickstoff, der über kurz oder lang der Bepflanzung zu Gute kommt.

Lage 4

  • Was: grobes organisches Zersetzungsmaterial
  • Womit: Stallmist, grober Kompost
  • Wie: locker als geschlossene Schicht aufbringen
  • Wie viel: 20 bis 30 Zentimeter hoch
  • Warum: als Nährstoffgrundlage, insbesondere Stickstoff

Tipp: Die Schicht aus Mist oder Kompost erzeugt neben den Nährstoffen durch die fortschreitende Zersetzung außerdem Wärme. Diese Wärme ist insbesondere in den Übergangszeiten eine Art natürlicher Frostwächter für empfindliche Pflanzenwurzeln. Allerdings lässt sich diese Heizung kaum regulieren oder „nachfüllen“.

Lage 5

  • Was: feines Zersetzungsmaterial
  • Womit: feiner, stark verrotteter Kompost, Grasschnitt, Tiereinstreu
  • Wie: als flächig aufgetragener Unterbau der späteren Pflanzschicht, idealerweise mehrere verschiedene Stoffe lagenweise
  • Wie viel: rund 10 Zentimeter
  • Warum: als Lieferant unterschiedlichster Nährstoffe, wie Stickstoff, Kalium und Phosphor

Lage 6

  • Was: Pflanzschicht
  • Womit: Gartenerde oder Pflanzsubstrat, z.B. Gemisch aus Erde und Humus
  • Wie: als Decklage auf vorangegangenen Schichten satt und vollflächig
  • Wie viel: mindestens 10 bis 15 Zentimeter
  • Warum: als eigentliche Wachstumsschicht für alle angedachten Pflanzen
Bepflanztes Hochbeet

Achtung: Zwar liest man für die abschließende Substratschicht zur Schichtdicke immer wieder „bis obenhin“. Allerdings führt eine zu starke Substratschicht leicht dazu, dass die darunter befindlichen Schichten der Hochbeetfüllung nicht mehr wirksam zum Funktionieren beitragen können. Wählen Sie stattdessen lieber die unterste Belüftungsschicht so dick, dass die Folgeschichten wie angegeben dimensioniert werden können.

Hier können Sie die PDF zur idealen Hochbeetfüllung downloaden. Damit haben Sie einen hilfreichen Ratgeber bei der Anlage Ihres Hochbeetes immer zur Hand.

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Wann anlegen?

Wenn Sie den Aufbau der Schichten im Hochbeet aufmerksam verfolgt haben, dürfte sich nun die Frage stellen, ob die ganzen losen Bestandteile im Laufe der Zeit nicht einsinken. Das ist in der Tat so. Vor allem die sehr losen, groben Schichten werden sich zu Anfang nach dem Gießen oder intensiver Beregnung noch setzen und an Dicke abnehmen. Je nach Pflanze kann hieraus ein erhebliches Problem entstehen, wenn die feinen Wurzelgeflechte im sich bewegenden Boden beschädigt werden. Damit eingesetzte Pflanzen nicht unter diesen Veränderungen leiden, sollten Sie so vorgehen, dass Sie das Hochbeet idealerweise im Herbst oder Winter anlegen. Dann können sich die Materialien setzen und das Beet steht Ihnen im Frühjahr zur gefahrlosen Bepflanzung zur Verfügung.

Häufig gestellte Fragen

Wozu dient der Schichtaufbau des Beets?

Füllen Sie Ihr Beet vollständig mit Pflanzerde, wird diese wegen mangelnder Belüftung rasch faulen. Und auch der Wasserhaushalt kann gestört sein, so dass Sie vor allem mit Staunässe rechnen müssen.

Kann sich bei zu groben Schichten der gesamte Aufbau im Laufe der Zeit verdichten?

Ja, das ist richtig. Ein Hochbeet hat nur eine begrenzte Haltbarkeit, da die verwendeten Materialien weiter verrotten und sich mit zunehmender Zersetzung zu einer kompakten Masse verdichten.

Was tun, wenn mir beispielsweise grober Heckenschnitt fehlt?

Grundsätzlich führen bei jeder Lage des Beetaufbaus mehrere Wege zum Ziel. Fehlen Ihnen grobe Äste und Zweige, können Sie beispielsweise durch Stroh oder sogar Kieselsteine eine alternative Drain- und Belüftungsschicht erzeugen.

Kann ich ein abgesunkenes Hochbeet nachfüllen?

Bis zu einem gewissen Grad ist ein Nachfüllen möglich. Wichtig ist, dass die unteren Schichten zur Belüftung und Drainage noch in Takt sind. Meist wird in der vorletzten Ebene frischer Mist oder Kompost ergänzt. Dafür wird nach Ende der Pflanzperiode eine Hälfte der Deckschicht zur Seite geschoben, der Mist eingebaut und danach in gleicher Art die zweite Seite angefüllt.

Wie lange hält ein Hochbeet?

Eine genaue Angabe zur Verwendbarkeit eines Hochbeets ist pauschal nicht möglich. Je nach verwendeten Materialien, aber auch Größe des Hochbeetes kann die Konstruktion aber meist problemlos über mehrere Jahre hinweg eingesetzt werden.