Go to Homepage » Tiere im Garten » Insekten » Insektenhotel Füllung: 12 ideale Materialien

Insektenhotel Füllung: 12 ideale Materialien

Insektenhotel Füllungen

Wildbienen sorgen für die Bestäubung von Zier- und Nutzpflanzen, Florfliegen, Marienkäfer und Ohrwürmer jagen Schädlinge und sind deshalb im Garten unverzichtbar. Lesen Sie, welches Füllmaterial für ein selbst gebasteltes Insektenhotel unverzichtbar ist.

Auf den Punkt gebracht

  • für Wildbienen Röhren mit unterschiedlichen Durchmessern bereitstellen
  • ideal: mit Löchern versehenes Holz oder Lehm, Bambus oder Schilf
  • für Marienkäfer, Florfliegen und Ohrwürmer Holzwolle, Stroh oder trockenes Laub
  • dünne Ästchen als Rückzugsort für Schmetterlinge
  • Wichtig: chemisch unbehandelte Materialien verwenden

Für Wildbienen und Wespen

Es gibt rund 550 verschiedene Wildbienenarten, die, im Gegensatz zu den Honigbienen, jedoch nicht in großen Völkern leben. Wildbienen sind Einzelgänger und werden deshalb auch als Solitärbienen bezeichnet. Da sie nicht auf den Schutz ihrer Artgenossen zählen können, brauchen wilde Bienenarten geschützte Nistmöglichkeiten. Bieten Sie deshalb mit der passenden Füllung des Insektenhotels ausreichend Nistgelegenheiten und mit vielen blühenden Pflanzen – auch hier heimische Arten mit ungefüllten Blüten bevorzugen – einen reich gedeckten Tisch.

Angebohrtes Hartholz

Ein schon fast klassisch zu nennendes Nistholz für Wildbienen sind heimische Harthölzer, die in dicke Scheiben oder Klötze geschnitten und mehrfach angebohrt werden. Harte Laubholzarten wie

Apfel, Malus, Rinde
Apfelbaum
  • Apfel,
  • Buche,
  • Eiche,
  • Esche
  • und Haselnuss

sind für diesen Zweck ideal, da sie sich durch äußere Witterungseinflüsse (z. B. Feuchtigkeit) nicht verformen, sehr witterungsbeständig sind und außerdem nicht harzen. Harzende Holzarten (z. B. alle Nadelhölzer) sind für diesen Zweck nicht geeignet, da die Wildbienen im Harz hängen bleiben und verenden.

Variieren Sie die Durchmesser der Bohrungen – passend sind Nistlöcher zwischen zwei und neun Millimetern Dicke – und bohren Sie sie nicht zu dicht aneinander. Anschließend können Sie die Hölzer stapeln oder in einem Insektenhotel mit weiteren Materialien integrieren.

Tipp: Damit Sie die Bienen nicht versehentlich vergiften, sollten Sie ausschließlich unbehandelte Materialien verwenden.

Lehm

Während manche Bienenarten bevorzugt in Holz nisten, wählen andere Materialien wie Lehm oder Ton. Für diese Wildbienen können Sie ein Insektenhotel mit spezieller Füllung basteln. Mit dieser Bastelarbeit haben auch größere Kinder viel Spaß.

Lehmboden

Sie brauchen:

  • Gittersteine aus dem Baumarkt
  • Lehm mit hohem Sandanteil
  • Bambusrohr
  • etwas Wasser

Und so funktioniert es:

  • Gittersteine mit einer Raspel entgraten
  • Kanten sollten möglichst glatt sein
  • an den Seiten mit Steinbohrer zwei Löcher bohren
  • zum späteren Aufhängen starken Draht biegen
  • Enden in die Löcher stecken
  • Lehm mit etwas Wasser zu zähem Brei anrühren
  • Gitterlöcher mit Lehmbrei füllen
  • glatt streichen
  • zehn Zentimeter tiefe Löcher in den Lehm drücken
  • mittels Stricknadeln oder Nägeln
  • Löcher mehrmals nacharbeiten
  • dabei Drehbewegung ausführen
  • in einige Löcher Bambusrohre stecken

Lassen Sie den Gitterziegel nun gut durchtrocknen, bevor Sie ihn als Bienennisthilfe anbringen.

Pflanzenstängel

Auch hohle Pflanzenstängel, vornehmlich von Bambus und Schilfrohr, ergeben eine gern angenommene Füllung für Insektenhotels. Bündeln Sie mehrere Rohre unterschiedlichen Durchmessers und lagern Sie sie waagerecht. Manche Bienenarten bohren sich ihre Nistlöcher auch gern selbst, oft in markhaltige Pflanzenstängel, weshalb Sie die Stängel von Holunder, Brom- und Himbeere, Forsythie, Distel, Heckenrose, Flieder oder Königskerze auf die benötigte Länge zurechtschneiden und möglichst senkrecht platzieren.

Insektenhotel, Bambusstängel

Hinweis: Wildbienen, die diese Stängel als Nisthilfe präferieren, sind, wie in der Natur auch, auf senkrecht stehende Halme geprägt und würden waagerecht gestapelte kaum annehmen.

Ton

Ein einfaches, aber sehr gern angenommenes Füllmaterial besteht aus einem schlichten Tonblock, wie Sie ihn in jedem Bastelladen kaufen können. In diesen Block drücken Sie mit Stricknadeln oder Nägeln verschiedenen Durchmessers in Reihen angeordnete Löcher. Den Tonblock können Sie anschließend in einen aus Holz gefertigten Rahmen setzen oder einfach links und rechts einen starken Draht befestigen und anhängen.

Tipp: Bauen Sie für den Tonziegel ein mit Dachpappe verkleidetes Dach, welches die Eingänge zu den Niströhren vor Feuchtigkeit schützt.

Totholz

Muss bei Ihnen im Garten ein morscher Baum gefällt werden, vielleicht sogar ein Apfel- oder anderer Obstbaum? Werfen Sie das Totholz nicht weg, denn es ergibt eine hervorragende Füllung für Insektenhotels. Manche Bienenarten – und auch andere Insekten – nagen die Niströhren ausschließlich in abgestorbenes Holz, weshalb Sie dieses, in passende Stücke zersägt, gut im Insektenhotel platzieren können. Das Holz sollte morsch sein, damit die Bienen leicht Gänge hineingraben können.

Totholz, Insektenhotel

Tipp: Ob Totholz weich genug für Wildbienen ist, können Sie mit dem Daumennagel testen: Einfach in das Holz drücken und schauen, ob sie mit dem Fingernagel eine Delle hineindrücken können.

Ziegelsteine

Auch alte Ziegel- oder Backsteine lassen sich noch prima als Nistmaterial für Wildbienen verwenden. Säubern Sie den Ziegelstein gründlich und bohren Sie anschließend mit einem Steinbohrer vorsichtig Löcher – natürlich wieder mit unterschiedlichen Durchmessern – hinein. Achten Sie darauf, entstehende Grate sorgfältig zu entfernen, damit sich die Bienen später nicht verletzen. Sie können auch selbst aus Lehm einen Ziegel formen, diesen in der Sonne trocknen lassen und mit Löchern versehen als Füllmaterial für das Insektenhotel verwenden.

Für Marienkäfer, Florfliegen und Ohrwürmer

Im Gegensatz zu Wildbienen nutzen diese überaus nützlichen Gartenbewohner das bereit gestellte Insektenhotel nicht als Nisthilfe, sondern vornehmlich als sicheren Rückzugsort bzw. als geschützte Überwinterungsmöglichkeit. Deshalb werden Marienkäfer, Florfliegen und Ohrwürmer weniger von Röhren, sondern vielmehr von den folgenden Materialien angelockt. Dabei handelt es sich um eine lose Füllung, die hinter einem Drahtgitter o. ä. am Herausfallen gehindert werden muss. Achten Sie zudem darauf, dass das Füllmaterial trocken und sauber ist, zudem sollte es nicht muffig oder schimmelig riechen.

Insektenhotel
  • Holzwolle
  • Laub
  • Stroh

Außerdem tummeln sich die genannten Insekten auch gern in Kiefern- oder Tannenzapfen, die Sie als Füllung einfach nur lose aufschichten müssen. Marienkäfer und auch andere Käferarten werden vornehmlich von trockenem Laub angelockt, auch Holzwolle nehmen die gepunkteten Sechsbeiner gern an. Diese wiederum zieht auch Florfliegen an, allerdings nur unter einer Voraussetzung: Um Florfliegen anzusiedeln, sollte der Kasten leuchtend rot angemalt werden, natürlich mit einer ökologisch-ungiftigen Farbe. Ohrwürmer hingegen bevorzugen meist Stroh oder Zapfen.

Tipp: Florfliegen und Marienkäfer im Garten sind überaus nützlich, denn ihre Larven fressen Blattläuse in großen Mengen. Auch Ohrwürmer (mancherorts auch als Ohrenkneifer bekannt) vertilgen Blattläuse und andere Gartenschädlinge.

Für Schmetterlinge

In Deutschland gibt es weit über 3000 verschiedene Schmetterlingsarten, von denen ein großer Teil bereits vom Aussterben bedroht ist. Damit Sie den Faltern helfen können, sollten Sie im Garten schmetterlingsfreundliche Pflanzen kultivieren. Erwachsene Schmetterlinge brauchen für den Tag (Nachtfalter) bzw. die Nacht (Tagfalter) einen sicheren Rückzugsort, den sie in einem mit dünnen Ästchen gefüllten Insektenhotel finden. Manche Arten wie

  • das Tagpfauenauge,
  • der Zitronenfalter,
  • der C-Falter,
  • der Trauermantel
  • sowie der Kleine und der Große Fuchs
Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni)

nutzen dieses Angebot sogar zum Überwintern.

Für Käfer

Etwa 7000 verschiedene Käferarten gibt es in Deutschland, weshalb diese Tierordnung eine der artenreichsten überhaupt ist. Doch auch viele Käfer sind bedroht und brauchen daher einen natürlichen Rückzugsort im Garten. Hierzu eignen sich gut Reisig- und Totholzhaufen sowie bepflanzte Natursteinmauern, aber auch mit trockenem Rindenmulch gefüllte Fächer im Insektenhotel werden gern angenommen. Spannen Sie auch hier einen nicht zu engmaschigen Maschendraht vor die Füllung, damit es nicht aus dem Insektenhotel herausfällt.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß sollten die Löcher in den Materialien sein?

Bei vielen im Handel fertig zu kaufenden Insektenhotels sind die Röhrendurchmesser zu groß. Achten Sie daher darauf, dass die Löcher Durchmesser zwischen zwei und maximal neun Millimeter haben, wobei die Größen zwischen drei und sechs Millimeter besonders häufig vorkommen sollten. Die Wildbienen und -wespen, die diese Röhren beziehen, sind unterschiedlich groß und bevorzugen daher, je nach Art, verschiedene Größen.

Wie tief muss ein Insektenhotel sein?

Diese Frage ist wichtig, da Vögel gern die Insektenbrut aus den Röhrengängen picken. Sind diese lang genug, kommen die gefiederten Räuber nicht mehr an Eier und Larven heran. Achten Sie daher darauf, dass die Röhrchen selbst mindestens acht Zentimeter, die Löcher hingegen mindestens sechs Zentimeter lang sind.

Braucht das Insektenhotel eine Rückwand?

Ihr Insektenhotel braucht nicht unbedingt eine Rückwand, sofern das Füllmaterial so tief ist, dass hungrige Vögel die Insektenbrut nicht aus den Röhren picken kann. Genau genommen bevorzugen die meisten Insekten sogar nach beiden Seiten hin offene Ein- und Ausflugmöglichkeiten, zumal manche Arten sich in den engen Röhren auch nur in eine Richtung bewegen und sich nicht drehen können.


Scroll Up