welche Agaven sind winterhart

Agaven beeindrucken oft mit ihren mächtigen Blattrosetten, die den Pflanzen als Wasserspeicher dienen. Schließlich leben sie in trockenen und heißen Regionen, wo Wasser Mangelware ist. Hierzulande regnet es, vor allem im Herbst und Winter, oft genug, sodass den Pflanzen reichlich Wasser zur Verfügung steht. Und genau damit haben die Wüstenbewohner ein Problem. Denn sie vertragen Regen sehr schlecht. Deshalb müssen vor allem winterharte Agaven während der kalten und regnerischen Jahreszeit vor Nässe geschützt werden.

Herkunft

Botanische Zuordnung und Herkunft

Agaven stammen ursprünglich vom amerikanischen Kontinent. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht vom Süden der USA über Mittelamerika bis nach Kolumbien und Venezuela. Außerdem gehört die Karibik zur natürlichen Heimat der Agave. In den mexikanischen Bundesstaaten Hidalgo, Puebla und Oaxaca ist die Artenvielfalt am größten. Heute werden sie weltweit kultiviert und gelten in Ländern mit tropischen, subtropischen und frostfreiem Klima als eingebürgert.

Botanisch gesehen, bilden Agaven die Gattung Agave der Unterfamilie Agavoideae (Agavengewächse), die wiederum zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) gehört. Die Gattung Agave unterteilt sich in drei Untergattungen, in welchen Arten und Gruppen zusammengefasst sind. So gibt es nach der botanischen Systematik eine Vielzahl von Agavenarten. Hinzu kommt noch eine ganze Reihe von Hybridpflanzen.

Überwinterung

Trotz der Vielfalt an Agavenarten sind nur einige Sorten winterhart, was auf ihre natürliche Herkunft zurückzuführen ist. Was die Winterhärte anbetrifft, können Agaven nach ihrer Kälte- bzw. Frostresistenz eingeteilt werden. Bei den angegebenen Temperaturen handelt es sich um Richtwerte, auch erhebt die Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Winterhärte

Temperaturen ab minus 20 bzw. nahezu minus 25 Grad Celsius vertragen:

  • Agave toumeyana ssp. Bella
  • Agave havardiana
  • Agave utahensis
Agave toumeyana
Agave toumeyana

Temperaturen zwischen minus 12 und minus 18 Grad Celsius vertragen:

  • Agave ovatifolia
  • Agave lechuguilla
  • Agave parryi var cousei
  • Agave havardiana
Agave ovatifolia
Agave ovatifolia

Temperaturen bis minus 10 Grad vertragen:

  • Agave schidigera
  • Agave victoriae-reginae
  • Agave montana x gracilipes
  • Agave leopoldii
Agave schidigera
Agave schidigera

Diese winterharten Sorten vertragen zwar tiefe Temperaturen, aber Dauerfrost überstehen auch diese Exemplare sehr selten. Daher ist ein Auspflanzen nur in den milderen Regionen, wie etwa den Weinbaugebieten empfehlenswert. Als Kübelpflanze kultiviert, sind diese Sorten jedoch durchaus in der Lage, den deutschen Winter auch in anderen Regionen zu überstehen, wenn ihnen etwas geholfen wird.

Agave leopoldii
Agave leopoldii

Tipp: Fragen Sie beim Kauf in der Gärtnerei nach, ob die Pflanze bereits im Freien überwintert hat. Wenn ja, dann ist sie besser an die deutschen Winter gewöhnt und schon abgehärtet, als Pflanzen, die in einem Kalthaus o.ä. überwintert haben.

Im Kübel

Überwinterung im Kübel

Da Agaven in eher trockenen Gebieten heimisch sind, ist Nässe das größte Problem für die Wüstenbewohner, denn sie führt dazu, dass die Pflanzen, genauer ihre Wurzeln, verfaulen. Damit Agaven gut durch den Winter kommen, müssen sie vor allem vor Nässe geschützt werden.

Agave havardiana
Agave havardiana

Winterstandort

Wählen Sie für den Winterstandort der Agave ein geschütztes Plätzchen aus. Dazu eignen sich alle Formen von Dächern, Vordächern oder Dachvorsprünge. Hauptsache ist, dass sie vom Regen nicht nass wird, und sich kein Wasser in den Blattrosetten sammeln kann.

Tipp: Stellen Sie die Agave bereits im Spätsommer an ihren Winterstandort. So kann sie sich vor der kalten Jahreszeit eingewöhnen.

Steht kein Dach zur Verfügung, kann die Agave auch „künstlich“ überdacht werden. Achten Sie dabei darauf, dass unter dem Dach genügend Luftzirkulation herrscht. Wird das Dach zu nieder angebracht, entsteht ein Feuchtigkeitsstau, der ebenfalls zu Fäulnis führen kann. Zudem sollte das gebastelte Dach lichtdurchlässig sein.

Agave utahensis
Agave utahensis

Tipp: Besonders bei einer Folienabdeckung ist auf eine gute Luftzirkulation zu achten.

Der ideale Winterstandort schützt Agaven auch vor Kälte. Sollten Sie die Wahl haben, stellen Sie die Pflanzen an eine Südwand des Gebäudes oder der Terrasse.

Agave montana
Agave montana

Maßnahmen

Weiter Maßnahmen gegen Nässe

Bei heftigem Regen ist oft auch ein Dach kein ausreichender Schutz für die Pflanzen. Hinzu kommt die erhöhte Luftfeuchtigkeit, die sich hierzulande schnell bei Nebel oder Dauerregen einstellt. Um diesen Feuchtigkeitsquellen entgegen zu wirken, bietet sich eine Drainageschicht im Topf oder Kübel an.

Agave lechuguilla
Agave lechuguilla

Für eine Drainage geben Sie:

  • Kies oder Tonscherben als unterste Schicht des Pflanzgefäßes geben
  • Kies eventuell mit Sand vermischen

Tipp: Eine Drainage hilft nicht nur im Winter gegen Staunässe, auch im Sommer ist sie ein bewährtes Mittel, um Staunässe zu vermeiden.

Die beste Drainageschicht im Pflanzgefäß nützt allerdings nichts, wenn das Gefäß keine Abflusslöcher hat. Pflanzen Sie Agaven nur in Gefäße mit Abflusslöchern, damit das Wasser auch abrinnen kann. Dies gilt natürlich auch für Untersetzer. Auch dort darf kein Wasser stehen bleiben.

Tipp: Hat sich trotz Löcher Wasser im Untersetzer angesammelt, leeren sie ihn einfach aus.

Agave parryi
Agave parryi

Kälteschutz

Kälte und Nässe von unten

Feuchtigkeit und Kälte kriecht, besonders im Winter, gern auch vom Boden in Topf oder Kübel. Ihre Schlupflöcher sind die zur Vermeidung von Staunässe wichtigen Abflusslöcher. Damit Kälte und Feuchtigkeit etwas abgewehrt werden, reicht bereits ein kleiner Abstand zwischen Boden und Pflanzgefäß bzw. Untersetzer.

Agave victoriae-reginae
Agave victoriae-reginae

Stellen Sie die Agave zum Beispiel auf:

  • eine Styroporplatte
  • auf einen Untersetzer oder Topf mit kleinen Füßen, keine Rollen

Winterpflege

Ist erst einmal der richtige Standort gefunden und die Agave vor Nässe geschützt, braucht sie keine weitere Pflege mehr. Sie muss weder gedüngt noch gegossen werden. Gerade letzteres wäre sogar kontraproduktiv.

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