Beim Bambus gibt es immer wieder widersprüchliche Angaben, ob oder wie giftig er ist. Grundsätzlich gibt es Bambusarten, die Toxine enthalten, die gute Nachricht ist allerdings, dass keine Art tödlich ist. Dennoch sollte es nicht auf die leichte Schulter genommen werden, wenn Kinder oder Haustiere versehentlich etwas vom Bambus gegessen haben. Die Konzentration ist nicht in allen Pflanzenteilen gleich, vor allem junge Sprossen in rohem Zustand sind bedenklich, jedoch nur in größeren Mengen problematisch.

Inhaltsstoffe

Der Bambus hat eine komplexe Zusammensetzung an Inhaltsstoffen, von denen viele zum Teil noch nicht näher beschrieben wurden. Bekannt ist allerdings, dass vor allem die Sprossen Blausäure enthalten. Blausäure ist ein Glykosid, das sowohl für Menschen als auch Tiere tödlich sein kann. Daneben enthalten die Pflanzen noch einige Bitterstoffe und Flavonoide. Die Flavonoide sind nicht giftig und sind in nahezu allen Pflanzen zu finden.
Vor allem die Blausäure wirkt stark auf den menschlichen Körper und kann zu folgenden Symptomen führen:

  • Atemnot
  • Bittermandelgeruch im Atem
  • Schwindel
  • Erbrechen
  • Ohnmacht

Bei Tieren sind die Symptome ähnlich und eine Vergiftung äußert sich vor allem durch Schwindel und Erbrechen.

Hinweis: Das Blausäureglykosid wird durch Kochen zerstört und zurück bleibt ein Bittermandel-Aroma. Andere in den Bambuspflanzen enthaltene giftige Bitterstoffe können ebenfalls durch Kochen neutralisiert werden.

Vorsicht bei Katzen

Katzen sind dafür bekannt, dass sie gerne an frischem Grün knabbern. Der Vorteil ist, dass die enthaltenen Toxine eher unangenehm schmecken und die Tiere nur in seltenen Fällen tatsächlich eine so hohe Konzentration erwischen, dass es für sie eine Gesundheitsgefährdung darstellt. Bei Wohnungskatzen kommt es immer wieder vor, dass sie Bambuspflanzen anfressen, da sie es für Katzengras halten. Daher ist vor allem hier Vorsicht geboten. Dies gilt auch für Hunde, die ebenfalls die Bambuspflanzen anfressen.
Wer sich Bambuspflanzen für die Wohnung kauft, sollte Folgendes beachten:

  • eine ungiftige Sorte wählen
  • Pflanze sollte biologisch kultiviert sein
  • Bambus sollte aus einer heimischen Zucht sein

In diesem Fall macht es auch nichts aus, wenn ein Hund oder eine Katze die Pflanzen anfrisst. In großen Mengen sollten sie diese jedoch dennoch nicht fressen. Haustierbesitzer sollten immer für geeignete Alternativen sorgen, denn so gehen sie nicht nur nicht an den Bambus, sondern verschonen auch andere Zimmerpflanzen.
Zur Sicherheit können um die Pflanzen vor allem in der Zeit, wo sie Sprossen treiben bzw. Samen bilden Gitter gestellt werden. Hierzulande bilden Bambuspflanzen zwar nur selten Blüten und Früchte aus, allerdings können selbst die Samen von sonst nicht bedenklichen Arten, giftig sein.

Ist Bambus giftig für Katzen?

Kinder und Bambuspflanzen

Bereits bei Haustieren kommt es nur selten vor, dass tatsächlich etwas von den Bambuspflanzen in den Verdauungstrakt kommt. Ähnlich ist es auch bei Kindern, die zwar vielleicht ein kleines Stückchen kosten, das war es aber in der Regel schon. Der Grund dafür ist, dass die Blausäure roh einen bitteren und unangenehmen Geschmack hat. Daher ist es nicht selten, dass Kinder kleine Teile gleich wieder ausspucken, weil ihnen der Bambus einfach nicht schmeckt.

Tatsächlich wären einige Bambusarten sogar essbar. Einige kennen vielleicht die Bambussprossen von asiatischen Gerichten. In gekochter Form sind selbst sind die Bambussprossen auch nicht mehr giftig. Denn das Erhitzen zersetzt die Blausäure und zurück bleibt ein leichtes Mandelaroma. Kinder und Haustiere kommen jedoch meist mit den rohen Pflanzen in Kontakt. Dies ist auch noch kein Problem, solange die Pflanze unverletzt bleibt. Die Blausäure ist eigentlich ein Fraßschutz für die Bambuspflanzen und bildet sich erst bei Verletzungen der Rinde.

Erste Hilfe

Selbst wenn es sehr unwahrscheinlich ist, dass ein Kind oder Haustiere Pflanzenteile vom Bambus in einer gefährlichen Konzentration konsumieren, ist es nicht ausgeschlossen, dass dennoch etwas in ihren Verdauungstrakt kommt. Ist dies der Fall oder besteht der Verdacht, dass Pflanzenteile verzehrt wurden, sollten Eltern in erster Linie ruhig bleiben. Kleinere Mengen kann der Körper problemlos verarbeiten, bei größeren Mengen muss die Rettungskette aktiviert werden.

Anfangs sollten Tiere und Kinder einmal beobachtet werden, wie sie reagieren. Blausäure ist an sich ein relativ rasch wirkendes Toxin, was bedeutet, dass sich erste Symptome wie Atemnot sehr schnell zeigen würden. In diesem Fall werden folgende Erste-Hilfe-Maßnahmen ergriffen:

  • Atemwege freihalten
  • Erbrochenes aus der Mundhöhle entfernen
  • Mensch/Tier in stabile Seitenlage bringen
  • Rettungskette aktivieren – bei Menschen: Notarzt rufen/bei Tieren: Tierarzt kontaktieren
  • wenn möglich kontrollieren wie viel Pflanzenmaterial verzehrt wurde

Hinweis: Es gibt nicht nur für Menschen eine stabile Seitenlage, sondern auch für Tiere. Sie sorgt, ähnlich wie beim Menschen, dafür, dass die Atemwege frei bleiben.
Zeigen sich selbst nach einigen Stunden keine Reaktionen, besteht keine Gefahr. Eltern und Tierbesitzer, die dennoch sichergehen wollen, können sich mit ihrem Haus- bzw. Kinderarzt und bei Haustieren mit ihrem Tierarzt in Verbindung setzen und das weitere Vorgehen besprechen.

Himmelsbambus - Nandina domestica

Vorsichtig sollten Eltern allerdings sein, wenn ein Kind Vorerkrankungen hat. Dies gilt auch bei Haustieren mit generellen gesundheitlichen Problemen oder chronischen Erkrankungen. In solchen Fällen sollten Sie unverzüglich handeln und bei einem Kind gegebenenfalls den Arzt kontaktieren bzw. mit einem Haustier der Tierarzt aufsuchen.

Bambuspflanzen nicht verbannen

Ein Kind sowie Hund bzw. Katz kommen mit einem Bambus sehr gut zurecht. Sie müssen ihn daher nicht aus der Wohnung oder dem Garten verbannen. Im Frühjahr können Sie beim Austreiben zusätzlich noch die Triebe immer wieder auf Beschädigung kontrollieren, da dies ein Indiz ist, dass Tieren diese vielleicht angefressen haben. Zudem tritt genau an diesen verletzten Stellen vermehrt Blausäure aus, weshalb Sie die Verletzung nicht berühren sollten, bis sich die Pflanze regeneriert und die Wunde geschlossen hat.
Damit es erst gar nicht zu einer Gefahr kommt, sollten Sie bereits beim Kauf auf geeignete Arten achten. Dazu gehören beispielsweise:

  • Chinese Wonder
  • Blue Dragon
  • Fresh Green

Die Sorte „Blue Dragon“ wird sogar als essbar ausgewiesen. Doch selbst wenn eine Sorte nicht giftig ist, sollte sie nicht unbedingt gegessen werden. Oft mangelt es an der Fachkenntnis, wie die Pflanzen zubereitet werden. Denn erst durch die richtige Zubereitung lassen sich manche Bambussorten essen.

Tipp: Wer bereits Bambuspflanzen im Garten hat und sich nicht sicher ist, ob es sich um eine bedenkliche oder unbedenkliche Sorte handelt, sollte diese bestimmen lassen. Experten sind beispielsweise in gut sortierten Staudengärtnereien zu finden.

Keine nachweisbaren Todesfälle

Selbst wenn Hunde oder Katzen sowie Kinder mehr als ein Blatt vom Bambus erwischen, ist dies meist auch kein Problem, da er nur schwach giftig ist. Dies zeigt auch die Statistik, denn bisher gibt es keine nachweislichen Todesfälle aufgrund einer Vergiftung durch Bambus. Das liegt vielleicht auch daran, dass die giftigen Sorten wirklich nur in einem begrenzten Zeitraum problematisch sind. In dieser Zeit sollten Gartenbesitzer nur einfache Sicherheitsmaßnahmen beachten und einfach den Zugang erschweren. Dadurch ist auch ein Zusammenleben mit dem Bambus nicht gefährlich.

Zimmerbambus mehrere Töpfe

Hinweis: Der Gehalt an Inhaltsstoffen kann, beeinflusst durch unterschiedliche Faktoren, schwanken. Dazu gehört beispielsweise das Klima oder der Standort, der eine mehr oder weniger hohe Konzentration an Blausäure begünstigen kann, weshalb auch bei an sich ungiftigen Arten gelegentlich eine geringe Konzentration nachweisbar ist.

Im getrockneten Zustand wie in Form von Bambusstäben stellt er generell keine Gefahr mehr da, da das Toxin bereits abgebaut ist. In diesem Fall kann selbst der Hund bedenkenlos auf einem Bambusstab herumkauen.

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