Ist Bambus winterhart? Infos für Hecken, Kübelpflanzen & Co

Bambus im heimischen Garten

Asiatische Gartenkonzepte finden immer häufiger Einzug in Deutschland. Gerade der Bambus mit seinen zahlreichen Arten ist ein beliebtes Gewächs, das sofort an die Bambuswälder Japans, Pandas in China oder den buddhistischen Garten erinnert. Da das heimische Klima recht harsch sein kann, fragen sich Gartenbesitzer ob es sich überhaupt lohnt, Bambus anzubauen. Hier stellt sich nämlich die Frage: ist Bambus winterhart und wenn ja, welche Arten kommen dafür in Frage.

Winterhärte

Ist Bambus winterhart?

Die Pflanzenfamilie der Bambusse (bot. Bambusoideae) umfasst etwa 116 Gattungen, die bis auf Europa und der Antarktis auf der ganzen Welt vorkommen. Aufgeteilt sind die Gattungen in rund 1.439 Arten. Aufgrund dieser Artenvielfalt ist es schwer, eine Aussage über die Winterhärte der Familie zu treffen. Es gibt jedoch zahlreiche Arten, die problemlos Temperaturen bis -28°C aushalten, worauf die Frage mit einem Ja beantwortet werden kann. Aber nur, wenn eine passende Art ausgewählt wurde. Die folgenden Arten haben sich als passend für deutsche Winter herausgestellt und sind für Ihren Garten auf jeden Fall zu empfehlen.

Bambus-Arten

Fargesia

Fargesia-Arten sind äußerst beliebt in Deutschland und bieten sich aufgrund ihrer Wuchsfreude und Winterhärte perfekt für die einheimischen Gärten an. Vor allem der Murielbambus (bot. Fargesia murielae) ist hier zu empfehlen, doch können Sie sich eine der Sorten problemlos aussuchen. Je nach Sorte variiert die Wuchshöhe zwischen 1,5 und 6 m und diese Bambusarten stehen mit ihren Halmen eng zusammen. Sie bilden keine Ausläufer, was eine Rhizomsperre unnötig macht.

Fargesia murielae, Schirmbambus, Muriel-Bambus
Fargesia murielae, Schirmbambus, Muriel-Bambus

Phyllostachys

Die zweite Gattung, die sich für den Winter anbietet, ist Phyllostachys. Diese erreichen je nach Art und Sorte Höhen von bis zu zehn Meter. Besonders interessant ist Phyllostachys bissetii, der Bissetbambus, der über eine ausgezeichnete Winterhärte verfügt. Sie bilden Ausläufer und benötigen daher eine Rhizomsperre.

Diese zwei Gattungen überstehen an sich jeden Winter, nur sollten Sie vor dem Kauf einer Sorte auf die angegebene Winterhärte schauen. Die Winterhärte variiert hier nämlich von -20°C bis -28°C, was einen großen Unterschied macht. Weitere Bambusgattungen, die für den Winter geeignet, aber nicht so häufig anzutreffen sind Folgende.

  • Sasa und Hibanobambusa: nur wenige Arten
  • Pleioblastus: nur bis -20°

Tipp: ein Großteil der Bambusarten, die in Deutschland angeboten werden, sind winterhart, da diese sonst beim kleinsten Anzeichen von Frost eingehen würden. Bei diesen handelt es sich um verholzende Arten, die ausschließlich aus den kühlen Regionen Chinas und Japan stammen und aus diesem Grund den Winter in Mitteleuropa überleben können.

Heckenpflanzen

Winterhärte bei Hecken und Solitärpflanzen

Die Winterhärte der oben genannten Arten kann stark durch Umwelteinflüsse beeinflusst werden. Auch wenn Bambusse widerstandsfähig sind, können sich die folgenden klimatischen Faktoren auf die Pflanze im Winter auswirken.

  • trockene Winde aus Ostrichtung
  • Länge des Winters
  • Bodenverhältnisse
  • Menge des Sonnenlichts oder direktes Sonnenlicht über einen längeren Zeitraum ohne Schutz
Bambus als Heckenpflanze
Bambus als Heckenpflanze

Bambusse haben das Problem, dass sie durch die oben genannten Punkte schnell austrocknen und daraufhin verenden. Der sogenannte Trockenstress kann einzelne Pflanzenteile oder die Pflanze an sich abtöten. Schuld sind hier vor allem ungeschützte Standorte, die starken, austrocknenden Ostwinden ausgesetzt sind in Kombination mit zu viel Sonnenlicht. Zu viel direkte Sonne sorgt nämlich für eine übermäßige Verdunstung der Pflanzensäfte, was sich negativ auf die Winterhärte auswirkt. Das gilt für all Ihre  Bambusarten im Garten und darf nicht übersehen werden.

Die richtige Winterpflege hilft dabei besonders gut und umfasst die folgenden Methoden:

  • vor kommenden Frostperioden sollte gewässert werden
  • Schnee sollte bis auf Nassschnee als natürliche Schutz- und Isolationsschicht liegen gelassen werden
  • die Pflanze sollte an einem geschützten Standort stehen
  • sie sollten beschattet werden, zum Beispiel durch ein Vlies; besonders effektiv bei Hecken
  • eine Laubabdeckung ist für Hecken gut, um Feuchtigkeit zu speichern

Beachten Sie, dass diese Maßnahmen vor allem in den ersten 2 – 3 Lebensjahren der Pflanze notwendig sind. Bambusse benötigen recht lange, bis sie sich an einen Standort gewöhnt haben. Danach benötigen sie jedoch überhaupt keinen Schutz mehr und sind komplett gegen den Winter schützt und leiden nicht einmal mehr unter harschen Wintern oder Trockenstress.

Bambus für ein asiatisches Gartenkonzept
Bambus für ein asiatisches Gartenkonzept

Kübelpflanzen

Winterhärte bei Kübelpflanzen

Die Haltung von Bambussen in Kübeln erweist sich jedoch als problematisch, da hier die Gefahr auf den Trockenstress viel höher ist. Die Gründe dafür sind der schnelle Feuchtigkeitsverlust und das mögliche Gefrieren des Substrats im Kübel, was sich negativ auf die Vitalität der Bambusoideae auswirkt. Selbst bei adulten Exemplaren muss ein besonderer Winterschutz erfolgen, um die Winterhärte der Pflanze völlig auszunutzen, da diese sich mit ihren Wurzeln nicht so weit in der Erde ausbreiten können, wie ihre Verwandten im Garten.

Die folgenden Lösungen bieten sich für dieses Problem an:

  • mit einer Isolation aus Styropor, Luftpolsterfolie oder einer Kokosmatte den Kübel einpacken
  • den Kübel direkt in die Erde pflanzen und nach dem Winter wieder ausgraben
  • leicht sonniger Standort an einer Hauswand, die nicht nach Osten zeigt

Ansonsten darf das regelmäßige Wässern nicht vergessen werden, da dadurch möglichen Trockenstress vorgebeugt wird.

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