Ist Glücksbambus giftig? Infos für Kinder, Hunde und Katzen

Ist Glücksbambus giftig

Jeder Mensch strebt in seinem Leben nach Glück. Alles, was uns dazu verhelfen kann, ist in unseren vier Wänden willkommen. Ein besonders schöner Glücksbringer soll die Pflanze Glücksbambus sein. Keine Frage, ihr ungewöhnlicher Anblick weckt Freude in uns und wer weiß, vielleicht bringt sie auch tatsächlich Glück. Doch was ist mit den Inhaltsstoffen, die in ihrem Inneren schlummern? Diese sollen giftig sein und vor allem Kinder, Hunde und Katzen gefährden.

Kein Bambusgewächs

Der Glücksbambus hat vom Aussehen her durchaus Ähnlichkeiten mit Bambusstangen, doch ein Bambusgewächs ist er trotzdem nicht. Vielleicht hat ihm auch die Tatsache, dass er in der Bambusheimat Asien ein weitverbreiteter Glücksbringer ist, diesen Namen eingebracht. Dracaena braunii, wie sein botanischer Name lautet, hat afrikanische Wurzeln und stammt aus der Familie der Drachenbäume. Wegen seiner zahlreichen dekorativen Stammwindungen wird er auch als Schlangenlinie bezeichnet. Drachenbäume werden als leicht giftig eingestuft.

Giftigkeit

Diese Glückspflanze enthält Saponine, die zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen. Der Mensch benötigt diese Stoffe für die Gesunderhaltung seines Körpers und nimmt sie regelmäßig über pflanzliche Nahrung auf. Tomaten, Spinat und viele weitere Gemüsesorten enthalten beispielsweise Saponine.

Warum dieses Spurenelement dennoch zu einer giftigen Bedrohung für Mensch und Tier werden kann, liegt an seiner hohen Konzentration in Dracaena braunii, die durchgängig in allen Pflanzenteilen anzutreffen ist. Eine höhere Dosis als benötigt verkehrt die positive Wirkung ins Gegenteil.

Bitterer Geschmack als Abschreckung

Glücksbambus enthält reichlich Bitterstoffe, die entsprechend für einen bitteren Geschmack der Pflanzen sorgen. Die Versuchung, eine größere Menge davon zu verspeisen, hält sich dadurch in Grenzen. Ein erwachsener, vernunftbegabter Mensch würde ohnehin nicht danach greifen bzw. bei guter Gesundheit die Auswirkungen unbeschadet überstehen.
Allergikern und Asthmatikern könnte schon die bloße Anwesenheit der Schlangenlilie dagegen große Probleme bereiten. Bedenklich sieht auch die Lage bei kleinen Kindern und frei herumlaufenden Haustieren wie Katzen und Hunden aus.

Glücksbambus in Händen

Kinder

Kleine Kinder erkunden die Welt gerne mit ihrem Geschmackssinn und stecken deswegen oft alles in den Mund, was sie mit der Hand zu fassen kriegen. Da ihre Geschmacksnerven noch in der Entwicklung sind, ist fraglich, wie sehr der bittere Geschmack sie vom Verzehr der Schlangenlilie abschrecken würde. Davon abgesehen wirkt sich bereits eine geringe Dosis negativ auf den kleinen Körper aus. Folgende Symptome können nach dem Verzehr auftreten:

  • starker Speichelfluss
  • Übelkeit und Erbrechen
  • blutiger Durchfall

Beim Auftreten eines dieser Symptome sollte das Kind unverzüglich ärztlich untersucht werden. Nehmen Sie am besten die ganze Pflanze oder zumindest ein Blatt mit, damit der Arzt die Symptome richtig einordnen und geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen kann.

Tiere

Hunde und Katzen sind immer durch Saponine gefährdet, egal wie groß die Tiere sind und in welcher gesundheitlichen Verfassung sie sich befinden. Schon der bloße Kontakt reizt ihre Schleimhäute erheblich. Gelangt das Gift in ihren Körper, werden die roten Blutkörperchen stark reduziert. Haustiere, die an dem Glücksbringer genagt haben, zeigen bald folgende Symptome:

  • starken Speichelfluss
  • Erbrechen und Durchfall
  • Krämpfe
  • Kreislaufstörungen

Wenn eines dieser Haustiere einmal kurz am Glücksbambus knabbert, ist keine große Gefahr zu befürchten. Wenn es jedoch dabei kräftig zulangt oder es immer wieder in regelmäßigen Abständen tut, steigt die Giftmenge in seinem Körper und es kommt unweigerlich zu deutlichen und sichtbaren Vergiftungserscheinungen. Hier spielt natürlich auch die Körpergröße eine wichtige Rolle, denn je kleiner ein Tier ist, umso geringere Mengen sind für das Auslösen einer Vergiftung notwendig.

Katze im Garten

Maßnahmen

Da kein Tierbesitzer anhand der Symptome einschätzen kann, wie viel Gift das Tier tatsächlich aufgenommen hat und wie gravierend die Wirkung ausfällt, ist unbedingt fachliche Hilfe gefragt.

  • Tier zum Tierarzt bringen
  • Pflanze oder Teile davon mitnehmen
  • außerhalb der Sprechzeiten tierärztlichen Notdienst anrufen
  • weiteres Vorgehen besprechen

Tipp: Wenn sich noch Pflanzenreste im Maul des Tieres befinden, sollten Sie diese vorsichtig herausnehmen, in eine Plastiktüte packen und zum Tierarzt mitnehmen.

Vorbeugen

Da die Schlangenlinie nur leicht giftig ist, muss sie nicht ganz aus dem Haus verbannt werden. Wenn jedoch Babys und kleine Kinder im Haushalt leben, ist Vorsicht dringend geboten. Unter Umständen könnte es nicht ausreichen, die Pflanze unerreichbar aufzustellen. Wenn Blätter von ihr herabfallen, können sie zu einer leicht erreichbaren Gefahr werden.

  • kein unnötiges Risiko eingehen
  • auf Glücksbambus ganz verzichten
  • es bieten sich genügend ungiftige Pflanzen als Alternative an

Bei größeren Kindern, die für Aufklärung zugänglich sind, spricht nichts gegen die Kultivierung von Glücksbambus.

Hilfreiche Vorkehrungen in Tierhaushalten

Wenn Hunde oder Stubentiger gehalten werden, die sich in den Räumen unbeaufsichtigt und frei bewegen können, ist das Risiko für eine Vergiftung groß.

  • Tiere erkunden neugierig die gesamte Umgebung
  • knabbern gerne an Pflanzen
  • Katzen können auch hoch stehende Gewächse erreichen

Der natürliche Instinkt, der das Tier vor dem Verzehr unbekannter Pflanzen abhalten würde, ist bei Haustieren weitgehend verkümmert. Wenn Sie keine Möglichkeit haben, den Glücksbambus in einem für Tiere unzugänglichen Raum aufzustellen, müssen Sie diese von der Pflanze fernhalten.

  • Hunde entsprechend erziehen
  • Schlangenlilie als verbotenen Bereich nahebringen
  • mit dem Tier beschäftigen und Spielzeug anschaffen
  • Katzen sind weniger folgsam
  • hier kann der Verzicht auf diese Pflanze angebracht sein

Glücksbambus

Behalten Sie insbesondere kleine Hundewelpen und junge Kätzchen im Blick. Sie sind sehr verspielt und neugierig und knabbern alles an.
Sie missachten zudem noch häufig die Anweisungen des Besitzers.