ist die Königskerze für Mensch und Tier giftig

Königskerzen gehören zur Familie der Braunwurzgewächse und kommen mit etwa 300 Arten in großen Teilen Eurasiens vor. Hinsichtlich der Giftigkeit gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Unterarten.

Heilpflanze

Die Königskerze als Heilpflanze

Den meisten Menschen sind Königskerzen als Heilpflanzen bekannt. Sehr häufig werden Teegetränke aus den Blättern und Blüten gebraut. Der Tee soll Wirkung gegen verschiedene Erkrankung zeigen, hierzu gehören die Folgenden.

  • Bronchitis
  • Erkältungskrankheiten
  • Halsschmerzen
  • Reizhusten
  • Asthma
  • Magen-Darm-Katharr

Darüber hinaus werden Königskerzen zu Extrakten verarbeitet, die dann in Form von Cremes auf den Markt kommen. Der Pflanze wird eine Heilkraft gegen Bakterien und Viren auf der Haut nachgesagt. Auch bei trockener Haut wird die Königskerze gern aufgetragen.

Königskerze ist als Heilpflanze bekannt

Pflanzenteile

Welche Teile von Königskerzen wirken heilend?

Es gibt zwei Arten wie die Königskerze ihre heilende Wirkung bei Bronchialerkrankungen zeigt. Zum einen gibt es einen lindernden Effekt bei Husten, der durch die Verwendung von Blüten erzielt wird. Zum anderen wird der Pflanze jedoch auch eine schleimlösende Wirkung nachgesagt, die wiederum durch andere Blütenextrakte, den Triterpensaponinen ausgelöst wird.

Achtung, Hinweis: Schwangere Frauen sollten auf den Verzehr von Tees mit Königskerzenextrakt verzichten.

Giftigkeit

Für Menschen

Sind Königskerzen giftig für Menschen?

Es gibt verschiedene Arten der Königskerze, nicht alle haben toxische Wirkungen. Die am häufigsten verwendete, gelbe Wollblume ist ungiftig, während von der schwarzen Königskerze Gefahr ausgeht. Sie ist deutlich kleiner (maximale Wuchshöhe 120 Zentimeter) und verfügt über Staubfäden in kräftig violetter Farbe.

Königskerze ist je nach Art verschieden toxisch

Giftstoff

Das Kraut der Pflanze enthält Verbacin und Aucubin, beides Giftstoffe, die sowohl auf Menschen, als auch auf Tiere toxisch wirken. Während beim Menschen jedoch keine nennenswerte Gefahr droht, kann das Tier betäubende Auswirkungen zu spüren bekommen.

Der Sage nach hat Aristoteles sich den Fischfang durch die Verwendung der Pflanzensamen erleichtert. Da diese nicht nur giftig, sondern auch betäubend sind, hat er Samen von Königskerzen in Gewässer geworfen, um die Tiere zu betäuben. Auf diese Weise ließen sie sich leichter fangen.

Erste Hilfe

Bei Tieren

Was tun beim versehentlichen Verzehr?

Wenn ein Mensch versehentlich Teile von Königskerzen verzehrt hat, sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Es ist nicht mit Vergiftungserscheinungen zu rechnen. Anders sieht es aus, wenn Tiere in Kontakt mit der Pflanze kamen. Zunächst empfiehlt sich der Anruf bei der Giftnotrufzentrale, um Symptome und Auswirkungen zu schildern. Sollten diese stark ausfallen, ist Kontakt zum tierärztlichen Notdienst aufzunehmen. Die Behandlung besteht in der Regel aus der Gabe von medizinischer Kohle und der Zufuhr von Flüssigkeit. Gegen Symptome wie Erbrechen und Durchfall können Medikamente verabreicht werden.

Hinweis: Viele Tiere reagieren auf den Verzehr ohne nennenswerte Symptome. Laut Überlieferungen wurden Blüten und Blätter der Pflanze früher sogar als Viehnahrung eingesetzt.

Die Giftigkeit geht in der Regel nicht von den Blättern aus, sondern hauptsächlich von den Samen der Pflanze. Diese werden auch von Menschen nicht verzehrt, haben aber dennoch keine schädliche Wirkung. Sie wirken jedoch auf Tiere und da bereits in geringer Dosis.

Königskerze kann Vergiftungserscheinungen hervorrufen

Alternativen

Alternativen für die Königskerze

Wenn Tiere im Haushalt oder Garten leben, sind Königskerzen als Pflanzen nur bedingt geeignet. Auf die gesundheitliche Wirkung muss trotz Haustieren nicht verzichtet werden. Gut sortierte Apotheken vertreiben Blüten und Blätter der Pflanze unter der Bezeichnung Verbasci flos. Aus diesen Extrakten können Tees und Tinkturen hergestellt werden, ohne dass eine Pflanze in der Wohnung aufgestellt werden muss.

Es gibt eine Reihe von Grünpflanzen, die für Tiere ungiftig und somit für die Wohnung geeignet sind. Hierzu gehören u.a. Grünlilien, Fuchsien, Kräuterarten wie Basilikum und Thymian, sowie Lavendel. Selbst wenn die Katze oder der Hund Teile dieser Pflanzen verzehren, ist mit keinen Reaktionen zu rechnen.

Königskerzen als Ersatz für Tabak

Nicht nur der Einsatz in Form von Tee, sondern auch der Konsum in Pfeifen und Zigaretten hat sich etabliert. Königskerzenkraut wird häufig als Ersatz für Tabak verwendet. Als Kräutermischung geraucht entfalten Königskerzen einen feinen, würzigen Geschmack, der als sehr angenehm empfunden wird. Nicht selten wird das Kraut in nikotinfreien Rauchmischungen angeboten, welche auch beim Verzicht auf Tabakzigaretten verwendet wird. Der entstehende Rauch ist feiner als von einer Zigarette, die Brennzeit einer Königskerzenzigarette ist länger, da der Tabakersatz sehr langsam abbrennt.

Kundige Pflanzenfreunde können ihre Mischungen selbst herstellen, in gut sortierten Naturkostläden gibt es diese jedoch auch fertig zu kaufen.

Achtung: Auch Kräutermischungen in denen Königskerzenextrakt enthalten ist, kann für Tiere giftig sein.

Quellen:

https://www.fid-gesundheitswissen.de/pflanzenheilkunde/koenigskerze/

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