Ist Kroton giftig? Infos zu Codiaeum variegatum für Mensch und Tier

Kroton ist eine beliebte Zierpflanze, die hauptsächlich aufgrund ihrer Blattfärbung und Sortenvielfalt gehalten wird. Der Wunderstrauch stammt aus dem tropischen Südostasien und nördlichem Australien und muss aufgrund ihrer Kälteempfindlichkeit, 15°C sind das Temperaturminimum, idealerweise das gesamte Jahr über im Haus gehalten werden. Aufgrund der Nähe der Pflanze zu Mensch und Tier fragen sich viele Besitzer, ob es sich bei Codiaeum variegatum wie viele andere Tropenpflanzen um ein giftiges Gewächs handelt.

Inhaltsstoffe

Ja, Croton ist giftig, was sich an den Inhaltsstoffen und der Zugehörigkeit zur Familie der Wolfsmilchgewächse (bot. Euphorbiaceae), die für ihre giftigen Arten bekannt ist, besonders deutlich zeigt. Wie andere Taxa der Familie, zum Beispiel Weihnachtssterne (bot. Euphorbia pulcherrima) oder Wunderbäume (bot. Ricinus communis), produziert Kroton einen weißen Milchsaft, der leicht giftig ist. Neben dem Milchsaft sind die folgenden Teile der Pflanze giftig:

  • Rinde
  • Blätter
  • Wurzeln
  • Blüten
  • Samen

Kroton

Die Blüten sind im Vergleich zum Rest der Pflanze weniger toxisch und bilden sich in Europa vor allem erst im Alter aus. Die folgenden Inhaltsstoffe wurden in Codiaeum variegatum nachgewiesen und sorgen für deren Giftigkeit:

1. Terpene

Terpene sind Inhaltsstoffe, die von vielen Pflanzen gebildet werden und eine Vielzahl von Funktionen haben. Im Falle der Kroton-Pflanze sind die Terpene ein Fraßschutz, der extrem bitter ist und mögliche Wunden durch Tiere oder den Menschen wieder verschließt. Zwei Arten von Terpenen werden von der Pflanze ausgebildet:

  • Diterpenester
  • Triterpenester

Die enthaltenen Terpene sorgen bei den Wolfsmilchsgewächsen am häufigsten für Reizungen, wenn diese mit der Haut oder Schleimhäuten der Fressfeinde in Kontakt kommen. Gleichzeitig wirken sie als Bitterstoff, der für die Ungenießbarkeit der Kroton zuständig ist. Sie bestehen aus Isopreneinheiten, also Kohlenwasserstoffen. Sie gelten nicht nur als gesundheitsschädlich, sondern als entzündlich.

2. Phorbolester

Diese Inhaltsstoffe gelten als besonders gefährlich und finden sich in zahlreichen Wolfsmilchgewächsen. An sich handelt es sich bei den Stoffen um ungefährliche Alkohole innerhalb der Diterpene. Jedoch sind deren Ester hochgiftig und wirken ebenfalls reizend auf die Haut und Schleimhäute, nur viel intensiver. Sie zersetzen zum Beispiel Gewebe und fördern auf Dauer die Entstehung von Krebs. Phorbolester finden sich aber nicht nur in Codiaeum variegatum und anderen Pflanzen, sondern Lebensmitteln, die Sie vielleicht häufiger zu sich nehmen, wie Honig. Das ist aber nur der Fall, wenn die Pflanze von Bienen angeflogen wird, was in Europa eher seltener der Fall ist.

3. 5-Deoxyingenol

Das 5-Deoxyingenol oder 5-Deoxyingenol 3-Angelat 20-Acetat ist ein Giftstoff, der in allen Pflanzenteilen von Kroton vorkommt und ein Teil von Ingenolmebutat ist. Ingenolmebutat kommt zum Beispiel in der Garten-Wolfsmilch (bot. Euphorbia peplus) vor und wird in der Medizin zur Behandlung der Aktinischen Keratose genutzt. Jedoch ist der Stoff selbst nicht ungiftig für den Menschen und sorgt für heftige Ausschläge, Blasenbildungen und Gewebeschäden. Des Weiteren wird der Stoff auf mögliche krebsfördernde Eigenschaften untersucht.

4. Nicht genauer definiertes Öl

Des Weiteren findet sich ein Öl in der Pflanze, welches noch nicht ausreichend erforscht wurde. Jedoch ist bekannt, dass es sich bei diesem um ein Karzinogen handelt. Karzinogene sind Stoffe, die krebsfördernd auf den Organismus wirken und hauptsächlich durch den Verzehr der Pflanzenteile, nicht durch äußerlichen Kontakt mit dem Milchsaft, aufgenommen werden. Neben der Eigenschaft als Karzinogen wirkt das Öl als starkes Abführmittel. Dafür müssen ebenfalls bestimmte Mengen der Pflanzenteile des Wunderstrauchs verzehrt werden.

All diese Inhaltsstoffe sorgen zusammen für einen giftigen Mix, der sich vor allem auf Kinder und empfindliche Menschen stark schädigend auswirkt. Des Weiteren sollten Sie darauf achten, dass der produzierte Milchsaft der Krebsblume zwar noch in einem weißen Farbton gehalten ist, jedoch nicht so intensiv wie bei anderen Taxa der Wolfsmilchgewächse. Da dieser zu manchen Zeiten durchsichtig erscheint, sollten Sie deshalb Vorsicht bei der Pflege der Pflanze walten lassen, da der Milchsaft immer noch da ist. Die Konzentration der Inhaltsstoffe ist nicht abhängig vom Lebensalter der Pflanze. Das heißt, selbst junge Kroton-Exemplare sind nicht zu unterschätzen.

Kroton, Codiaeum variegatum

Tipp: Verwechseln Sie den Wunderstrauch nicht mit dem Krotonölbaum (bot. Croton tiglium), der ebenfalls zu den Wolfsmilchgewächsen gehört. Die Toxizität des Krotonölbaums ähnelt der der Krebsblume, ist jedoch deutlich stärker und kann sogar bei gesunden Menschen die Gefahr auf Krebs, vor allem Hautkrebs, erhöhen.

Wirkung auf Menschen

Der Mensch ist durch eine Vergiftung durch Codiaeum variegatum schnell gefährdet. Da die Konzentration der Giftstoffe in der Kroton-Pflanze nicht gerade gering ist, führen selbst kleine Mengen zu Vergiftungserscheinungen. Während ein erwachsener Mensch nicht so schnell schwere Vergiftungen erleidet, sollten Kinder, Senioren und empfindliche Personen nicht oder nur unter Aufsicht in die Nähe von Codiaeum variegatum. Folgende Symptome können auftauchen:

  • Reizung der Schleimhäute
  • Reizung der Haut
  • Gewebeschäden an Schleimhäuten und Haut
  • Blasen
  • Ekzeme bis zur Narbenbildung
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Koma
  • Koma seltener bis zum Tod (Kinder stärker betroffen)

Bis jetzt sind nur wenige Todesfälle durch die Pflanze bekannt. Jedoch sind schon mehrere Kinder und einige Erwachsene durch den Verzehr größerer Mengen verstorben, wobei keine letale Dosis bekannt ist. Der Umgang mit dem Gewächs an sich jedoch ist einfach. Tragen Sie bei der Pflege, vor allem bei Schnittmaßnahmen, immer Handschuhe und geschlossene Kleidung. Zudem sollte die Kroton-Pflanze so platziert werden, dass Kinder nicht unter dieser spielen können und sie nicht leicht zu erreichen ist. Sie sollten Ihren älteren Kindern und Personen im Haus zudem vermitteln, dass der Wunderstrauch giftig ist.
Bei einer Vergiftung durch die Pflanze sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Ruhe bewahren
  • Flüssigkeit verabreichen
  • ausschließlich Tee oder Wasser
  • alternativ Aktivkohle geben
  • gesamten Zeitraum Zustand des Vergifteten beobachten
  • besonders auf lebenswichtige Funktionen achten
  • Notruf anrufen
  • Giftnotrufzentrale kontaktieren

Wie oben beschrieben, können Vergiftungen durch Kroton schnell zu einem Koma führen. Daher ist schnelles Handeln gefragt, vor allem wenn hohe Mengen verzehrt wurden und Kinder betroffen sind. Nur dadurch lassen sich größere Schäden vermeiden.

Kroton, Codiaeum variegatum

Wirkung auf Tiere

Hunde

Nicht nur für den Menschen ist die Kroton-Pflanze gefährlich. Der beste tierische Freund, der Hund, sollte ebenfalls von dem Gewächs ablassen. Da Hunde im Allgemeinen schlecht auf jede Form von Alkohol ansprechen und viele der Inhaltsstoffe auf Alkoholen basieren, fällt eine Vergiftung häufig sehr stark aus und kann dem Tier extrem zusetzen. Zu den typischen Symptomen gehören:

  • Erbrechen
  • Durchfall; blutiger Durchfall möglich
  • Bewusstseinsstörungen
  • Brennen im Mund, Hals- und Rachenbereich
  • Rötungen der Nase
  • erhöhter Speichelfluss
  • Rötungen und Reizungen der befallenen Schleimhäute
  • Koma bis zum Tod

Rötungen der Haut sind nicht unbedingt ein Problem für die Vierbeiner, da sie durch ihr Fell vor dem Milchsaft geschützt sind. Daher sollten Sie mehr Vorsicht walten lassen, wenn Sie einen Hund ohne Fell haben, wie Peruanische Nackthunde oder einen Chinesischen Schopfhund. Diese können sich ebenfalls leicht an den Pflanzen verletzen, sobald die Haut mit dem Milchsaft in Berührung kommt. Da die Haut des Hundes nicht deutlich dicker ist, ist das Wolfsmilchgewächs ebenso giftig. Erwachsene Hunde werden häufig von der Pflanze ablassen, sobald sie einmal probiert haben, da sie sehr bitter schmeckt. Jedoch sind folgende Vierbeiner stärker gefährdet:

  • Welpen
  • kranke Tiere
  • Senioren

Da bei Welpen und älteren Hunden der Geschmackssinn entweder noch nicht ausgeprägt ist oder wieder nachlässt, nehmen sie den unangenehmen Geschmack der Pflanze nicht gut genug wahr. Ebenso verhält es sich mit erkrankten Hunden, deren Geschmacks- oder Geruchssinn zerstört ist. Falls eine Vergiftung vorliegt, sollten Sie sofort zum Tierarzt und ein Blatt der Pflanze zur Untersuchung mitnehmen.

junge Hunde im Grünen

Tipp: Für Pferde und Vieh ist die Krebspflanze in den meisten Fällen nicht gefährlich, jedoch ist der Grund hierfür nicht die Giftmenge, sondern der Standort. Da die Pflanze selbst im Hochsommer viel Zeit in den Wohnräumen des Menschen verbringt, gelangen diese Tiere nur schlecht an das Wolfsmilchgewächs, was die Gefahr einer Vergiftung deutlich verringert.

Katzen

Auf Katzen wirkt Kroton ebenso gefährlich wie auf den besten Freund des Menschen. Da das Tier im Vergleich zu Hunden deutlich kleiner ist und über einen empfindlicheren Organismus verfügt, ist die Gefahr einer Vergiftung deutlich höher. Die Symptome ähneln denen von Hunden und haarlose Katzen Sphynxen sind möglichen Hautirritationen stärker ausgesetzt. Sie vergiften sich häufiger als andere Tiere, da ihr Geschmacks- und Geruchssinn recht schwach ausgeprägt ist. Da sie ihre Umgebung über das Ankauen von Pflanzen erkunden und mit den Blüten und Samen spielen, vergiften sie sich innerhalb kurze Zeit. Folgende Maßnahmen helfen, das Tier vor dem Wunderstrauch zu schützen:

  • über ein dekoratives Gitter absperren
  • in separaten Raum stellen
  • Kratzbäume in die Nähe stellen
  • Katzengras verfüttern

Besonders einfach ist es, wenn Sie Ihre Katze im Auge behalten und diese von der Pflanze wegscheuchen. Falls der Stubentiger über längere Zeit alleine zuhause bleibt, sollten Sie die Pflanze in einen Raum stellen, den die Katze nicht erreichen kann.

Nagetiere und Hasen

Nagetiere und Hasen sind besonders durch die Krebspflanze gefährdet, da die Konzentration der Giftstoffe im Vergleich zum Organismus äußerst hoch ist. Da Tiere wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster gerne an Pflanzen nagen, stellt die Pflanze für diese eine höhere Gefahr dar. Mäuse zum Beispiel sind nicht so fokussiert auf Futter auf Pflanzenbasis. Kaninchen und Hasen haben aber einen großen Vorteil gegenüber den Nagern: ihr Geschmackssinn. Da Hasenartige äußerst wählerisch sind und die starken Bitterstoffe gut wahrnehmen, lassen sie meist nach kurzem Probieren ab. Die Symptome durch den Verzehr überschneiden sich mit denen der Hunde und Katzen, fallen jedoch stärker aus.

Hase als Haustier

Tipp: Neben Nagetieren ist Kroton ebenfalls für Vögel hochgiftig und kann bei einer hohen Menge verzehrter Pflanzenteile zu komatösen Zuständen bis zum Tod, sowie starkem Durchfall führen. Da der Geschmackssinn von Vögeln im Vergleich zu Säugetieren äußerst schwach ausgeprägt ist, werden sie versuchen, die Samen zu verspeisen, wenn Ihr Exemplar im hohen Alter welche ausgebildet hat.

Quelle: http://www.gizbonn.de/82.0.html

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Beitrag keinesfalls einen Arztbesuch ersetzt. Es besteht keine Gewährleistung auf Richtigkeit medizinischer Aussagen.
Ausführliche Informationen zur ersten Hilfe bei Vergiftungen und wichtige Angaben zu den Giftnotrufzentralen finden Sie hier.

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