Ist Liguster/Ligusterhecke giftig? Das ist zu beachten

Ligusterhecke mit scharfem Werkzeug zurückschneiden

Liguster ist eine beliebte Gartenpflanze. Er ist pflegeleicht und robust, schnellwachsend und dazu auch noch günstig und gut schnittverträglich. Daher wird er auch gerne als Sichtschutz in Form einer Ligusterhecke verwendet. Aber ist das sicher? Oder ist der Liguster giftig für Menschen und Tiere? Worauf es ankommt, wenn Pflanzenteile aufgenommen wurden und was vor der Pflanzung zu beachten ist, erfahren interessierte Leser hier.

Giftigkeit

Giftig oder nicht?

Der Liguster ist in allen Teilen gering giftig für Säugetiere und Vögel. Für Menschen spielt das bei Rinde und Blättern keine entscheidende Rolle. Haustiere sollten aber dringend davon ferngehalten werden. Anders verhält es sich bei den runden Beeren. Für Kinder können diese durchaus gefährlich werden. Aber auch, wer als Erwachsener die Früchte mit essbaren Beeren verwechselt, riskiert eine Vergiftung. Die Berührung des Strauchs oder einer Ligusterhecke ist hingegen für Menschen und Tiere vollkommen ungefährlich – erst bei der oralen Aufnahme wirken die Substanzen giftig.

Ligusterhecke ist leicht zu pflegen
Ligusterhecke ist leicht zu pflegen

Für Tiere

Hund, Katze, Maus – aber auch Hamster, Meerschweinchen, Kaninchen, Pferde und Vögel können sich am Ligustrum vulgare, wie das Gewächs in der botanischen Fachsprache heißt, vergiften. Junge oder sehr verspielte Katzen und Hunde könnten die Zweige als Kauartikel benutzen oder beim spielerischen Abreißen der Blätter das Gift aufnehmen. Bei Nagetieren, Kaninchen und Pferden besteht hingegen das Risiko, dass sie Blätter und Zweige als Nahrung ansehen. Bei Hunden und Vögeln sind eher die Beeren des Strauchs eine potentielle Gefahr. Für Haustiere ist unbeaufsichtigter Freilauf im Garten oder in Gebieten mit Ligustersträuchern oder -hecken also nicht empfehlenswert.

Katze im Garten
Katze im Garten

Giftige Dosis

Laut dem Universitätsklinikum Bonn ist die kritische Dosis für Kleinkinder beziehungsweise Menschen nicht bekannt. Eine Menge von bis zu fünf Ligusterbeeren wird normalerweise aber problemlos vertragen. Nehmen Kinder oder Tiere die Beeren oder andere giftige Pflanzenteile unbemerkt auf, lässt sich die Menge jedoch schwer bestimmen. Zu bedenken ist zusätzlich, dass jedes Individuum anders auf das Gift reagieren kann. Was bei dem einen noch harmlos ist, kann bei einem anderen bereits schwere Symptome einer Vergiftung herrufen.

Symptome

Mögliche Symptome einer Vergiftung mit Ligustrum vulgare sowohl bei Menschen als auch bei Tieren umfassen unter anderem.

  • Reizungen der Schleimhäute
  • Erhöhung der Körpertemperatur
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Kopfschmerzen
  • niedriger Blutdruck
  • Schweißausbrüche bei zugleich kühler oder kalter Haut
  • Krämpfe und Krampfanfälle
  • schwere Reizungen des Magen-Darm-Trakts
  • Erweiterung der Pupillen
  • Herzrasen

Es müssen nicht alle Symptome auftreten, um auf eine Vergiftung hinzuweisen. War der Betroffene unbeobachtet in der Nähe von Ligusterpflanzen, sollten bereits bei wenigen und leichten Anzeichen entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Erste Hilfe Maßnahmen

Besteht der Verdacht auf eine Vergiftung mit Ligustrum vulgare, sollte unverzüglich ein Arzt beziehungsweise Tierarzt aufgesucht werden. Auf dem Weg dahin empfiehlt es sich, den Betroffenen viel Trinken zu lassen. Auf diese Weise werden die aufgenommenen Giftstoffe verdünnt. Der Arzt wird gegebenenfalls eine Giftentfernung durchführen und zur Absorbierung der Giftstoffe Kohle verabreichen.

Zwar führt die Aufnahme kleinster Mengen von Ligusterbeeren oder -blättern in der Regel nicht zu schweren Vergiftungserscheinungen, ein sofortiger Arztbesuch ist dennoch angeraten. Denn zum einen ist oftmals nicht bekannt, wie groß die aufgenommene Menge wirklich war. Zum anderen reagieren Lebewesen unterschiedlich darauf. Gerade bei Lebewesen mit Vorerkrankungen, kleinen Kindern und Tieren mit geringem Körpergewicht ist daher Vorsicht geboten.

Ligusterhecke im Garten
Ligusterhecke im Garten

Vorbeugung

Das Risiko für die Aufnahme von Ligustrum vulgare lässt sich bereits im Vorfeld senken, wenn die folgenden Maßnahmen berücksichtigt werden.

  • an den Rändern von Weiden und Auslauf von Nagern sowie Kaninchen auf die Ligusterhecke verzichten
  • verspielte Kinder und Haustiere fernhalten, notfalls die Gewächse abgrenzen oder im Garten darauf gänzlich verzichten
  • die Ligusterhecke regelmäßig verschneiden, das verhindert die Bildung von Blüten und damit die Entstehung der Beeren

Quellen

  • https://www.botanikus.de/Botanik3/Ordnung/Liguster/liguster.html
  • http://www.gizbonn.de/171.0.html
  • https://naturalhorse.de/giftpflanzen-die-unterschaetzte-gefahr.html