Ist die Skimmie giftig? | Infos zu Skimmia japonica

Ist die Skimmie giftig?

In vielen Gärten ist die aus Ostasien stammende Skimmie (bot. Skimmia) eine beliebte Zierpflanze. Am weitesten verbreitet ist die Art Skimmia japonica, die wild im Unterholz der japanischen Gebirgswälder zu finden ist. Die Pflanzen sind vor allem wegen ihrer hübschen Blütenpracht sowie des auffälligen Fruchtschmucks wegen begehrt, allerdings sind die zur Familie der Rautengewächse (bot. Rutaceae) zählenden Skimmien schwach giftig. Sofern Sie kleine Kinder haben, sollten Sie sich lieber eine andere Gartenpflanze aussuchen.

Ist die Skimmie giftig?

Grundsätzlich sind alle Pflanzenteile der Skimmie giftig. Insbesondere für Kinder verlockend sind die leuchtend roten Beeren, die ab Herbst die Sträucher schmücken und sehr gern von Vögeln gefressen werden. Doch auch wenn die rundlichen, einsamigen Beeren von Gartenvögeln gut vertragen werden, bedeutet das nicht, dass sie für Menschen ungefährlich sind.

Skimmie, Skimmia japonica 'Finchy'

Alle Teile der Skimmie enthalten leicht giftige Alkaloide, wobei vor allem diese Pflanzenteile betroffen sind:

  • verholzende Pflanzenteile: Skimmin
  • Blätter: Dictamin, Edulin, Platydosmin, Skimmianin und Sosolin

Bei den Beeren – botanisch handelt es sich um Steinfrüchte – enthält vor allem der Kern die Giftstoffe, weshalb die erbsengroßen Früchte nicht verschluckt werden sollten. Alkaloide sind stickstoffhaltige Verbindungen, die sowohl beim Menschen als auch bei Haustieren Vergiftungserscheinungen auslösen können.

Hinweis: Wussten Sie, dass bei den meisten Skimmien nur die weiblichen Pflanzen nach erfolgter Bestäubung die charakteristischen roten Früchte tragen? Da Skimmia zweihäusig sind, braucht es immer weibliche und männliche Pflanzen, damit sich die Beeren entwickeln. Ausnahme ist die Zuchtsorte ‚Skimmie reevesiana‘, die zwittrig ist und sich daher selbst befruchtet.

Arten

Grundsätzlich gelten alle vier Skimmia-Arten sowie alle Sorten als leicht giftig und sollten daher nur zu Zierzwecken gepflanzt werden. Lediglich die Blätter der vor allem im Himalaya sowie in Nordchina natürlich vorkommende Skimmia laureola werden aufgrund ihres Aromas in Currys und anderen stark gewürzten Speisen mitgekocht. Auch diese Skimmie trägt kleine, rote Beerenfrüchte, die allerdings ebenfalls giftig und daher nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind.

Katzen und Hunde

Zwar sind entsprechende Informationen weder in der Literatur noch in Internetquellen zu finden, dennoch sollten Katzen- und Hundebesitzer in dieser Hinsicht vorsichtig sein. Beide Haustiere knabbern gern an Zimmer- und Gartenpflanzen, wobei sie – entgegen aller Behauptungen – giftige nicht von ungiftigen Pflanzen unterscheiden können. Halten sich Ihre Haustiere also öfters im Garten auf, so kultivieren Sie dort bevorzugt ungiftige und damit völlig ungefährliche Pflanzenarten.

Hund mit Katze

Tipp: Auch Meerschweinchen, Kaninchen und andere Nager sowie Schildkröten sollten mit der giftigen Skimmia besser nicht in Kontakt kommen oder gar davon fressen. Aufgrund der geringen Größe und des niedrigen Körpergewichts wirkt das Gift hier viel stärker als bei größeren Tieren, zumal diese Haustiere im Allgemeinen recht empfindlich sind.

Vergiftungserscheinungen

Welche Vergiftungserscheinungen auftreten, hängt von den Inhaltsstoffen der verzehrten Pflanzenteile sowie von der aufgenommenen Giftmenge ab. Neben den typischen, aber recht unspezifischen Symptomen wie etwa

  • Übelkeit
  • Erbrechen und / oder Durchfall
  • Schwindel und Kreislaufprobleme
  • vermehrtes Schwitzen
  • Müdigkeit
  • Bauchschmerzen bis hin zu Krämpfen

lösen die in der Skimmia enthaltenen Alkaloide ein unwillkürliches Zucken der Muskeln aus. Vor allem das Skimmianin verstärkt die Wirkung des körpereigenen Adrenalins. Das wiederum hat folgende Symptome zur Folge:

  • erhöhte Herzfrequenz (Herzklopfen bis Herzrasen)
  • schlimmstenfalls Herzrhythmusstörungen
  • ansteigender Blutzuckerspiegel (gefährlich für Diabetiker!)
  • Engegefühl in der Brust
  • Schwitzen
  • Kopfschmerzen
  • innere Unruhe
  • Blässe

Außerdem macht der Stoff den Organismus besonders empfindlich für spinale Reflexe, die sich wiederum in Muskelzittern sowie in Krämpfen äußern.

Erste Hilfe

Bei einer vermuteten Vergiftung durch die Skimmie sollten Sie

  • eventuell noch im Mund befindliche Pflanzenteile und Früchte entfernen
  • diese Pflanzenreste für den Arzt aufbewahren
  • den Betroffenen reichlich klares Wasser ohne Kohlensäure trinken lassen
  • diesen bei Kreislaufproblemen in die stabile Seitenlage bringen
  • den Giftnotruf kontaktieren
  • bei starken und / oder bedrohlich wirkenden Vergiftungserscheinungen sofort den Notarzt rufen
  • sofern vorhanden, Aktivkohle verabreichen (gehört ohnehin in jede Hausapotheke!)

Auf keinen Fall darf der oder die Betroffene Milch trinken oder zum Erbrechen gebracht werden! Grundsätzlich ist eine durch orale Aufnahme verursachte Vergiftung durch Skimmia jedoch ohne größere Komplikationen und damit wenig gefährlich. Die Pflanze gilt als lediglich leicht giftig.

Tipp: Es gibt keine bundesweit einheitliche Telefonnummer für den Giftnotruf, da dieser in speziellen lokalen Zentren an bestimmte Kliniken und Krankenhäuser angegliedert ist. Daher sollten Sie die für Ihre Stadt oder Region gültige Nummer immer parat haben, beispielsweise angepinnt am schwarzen Brett. Das ist ganz besonders dann wichtig, wenn Sie Kinder haben.

Skimmie, Skimmia japonica
Skimmie, Skimmia japonica

Quellen

Roth, Lutz (u. a.): Giftpflanzen Pflanzengifte: Giftpflanzen von A – Z, Notfallhilfe, Vorkommen, Wirkung, Therapie, Allergische und phototoxische Reaktionen. Nikol Verlag, Hamburg. 1994. (Buch)
http://www.gifte.de/Giftpflanzen/skimmia_japonica.htm
http://www.giftpflanzen.com/
https://de.wikipedia.org/wiki/Skimmia_japonica
https://de.wikipedia.org/wiki/Skimmien
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2010/daz-31-2010/photodermatitis-nach-kontakt-mit-diptam
https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/01_Lebensmittel/03_Verbraucher/09_InfektionenIntoxikationen/02_Giftnotrufzentralen/lm_LMVergiftung_giftnotrufzentralen_node.html
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/sicher-aufwachsen/notfall-infos/giftinformationszentralen-giftnotruf/

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Beitrag keinesfalls einen Arztbesuch ersetzt. Es besteht keine Gewährleistung auf Richtigkeit medizinischer Aussagen.
Ausführliche Informationen zur ersten Hilfe bei Vergiftungen und wichtige Angaben zu den Giftnotrufzentralen finden Sie hier.