Blattfallkrankheit an Johannisbeeren
Quelle: Jerzy Opioła, Drepanopeziza ribis a1 (2), Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Wie erkenne ich die Blattfallkrankheit und wie wird sie bekämpft? Ist sie gefährlich? Dieser Artikel verrät Ihnen, was zu tun ist, wenn sich die Blätter der Johannisbeere kräuseln.

Auf den Punkt gebracht

  • Krankheit tritt besonders in feuchten Perioden auf, jedoch nicht lebensgefährlich, Bekämpfung dennoch empfehlenswert
  • erste Merkmale: Flecken/Punkte auf Blattoberseiten, zunächst gelb, später braun-schwarz sind, zunehmend größer
  • später kräuseln sich Blätter, Ränder vertrocknen und schließlich folgt verfrühter Blattfall
  • Bekämpfung: Schnittmaßnahmen, Stärkung mit Pflanzenjauche, Verzicht auf Kunstdünger und Entsorgung des kranken Laubs
  • Vorbeugende Maßnahmen: sonniger und luftiger Standort, lichter Schnitt, Pflanzenstärkung sowie Einsatz widerstandsfähiger Sorten

Blattfallkrankheit erklärt

Es handelt sich um eine Pilzkrankheit, die durch den Pilz Drepanopeziza ausgelöst wird. Er befällt ausschließlich die Stachelbeergewächse, genauer ihre einzige Gattung Johannisbeeren, botanisch Ribes. Diese wiederum besteht aus verschiedenen Johannis- und Stachelbeerenarten. Der Pilz verschont keine Ribes Art. In einem Hausgarten werden hauptsächlich folgende Johannisbeerenarten angebaut:

  • Rote Johannisbeeren (Ribes rubrum)
  • Schwarze Johannisbeeren (Ribes nigrum)
  • Gold-Johannisbeeren (Ribes aureum)
  • Alpen-Johannisbeeren (Ribes alpinum)
  • Blut-Johannisbeeren (Ribes sanguineum)
Stachelbeeren - Ribes uva-crispa
Stachelbeeren (Ribes uva-crispa)

Hinweis: Auch die gern kultivierten Stachelbeeren (Ribes uva-crispa) und die Jostabeeren (Ribes x nidigrolaria) können an dieser Krankheit leiden.

Zeitfenster der Erkrankung

Johannisbeeren werden zwischen Mai und Juli befallen. In dieses Zeitfenster fällt auch die Erntezeit, die je nach Sorte und aktueller Witterung von Mitte Juni bis etwa Anfang August geht. Doch es ist keinesfalls gesagt, dass diese Krankheit häufig oder gar jedes Jahr auftreten muss. Viele Johannisbeeren im Hausgarten bleiben sogar ihr Leben lang von ihr verschont.

Förderliche Bedingungen

Dieser Pilz braucht Feuchtigkeit, um sich auszubreiten. So bergen feuchte, regnerische Frühlingstage die größte Gefahr für eine Infektion. Ebenso förderlich ist es, wenn zugleich Temperaturwerte um 12 °C herrschen. Der Pilz lauert im Boden, wo er meist durch abgeworfenes krankes Laub des Vorjahres gelangt ist, den Winter dort unbeschadet überstanden und im Frühjahr neue Sporen gebildet hat. Er erreicht zunächst die nahen unteren Blattexemplare und wird in der Folge vom Wind immer höher, bis zu den Spitzen, hinaufgetragen.

Symptome

Wird diese Krankheit gänzlich ignoriert, wird sie letztlich zu Blattfall führen. Doch lange zuvor zeigt sie andere Symptome. In erster Linie kein Kräuseln der Blätter, sondern vornehmlich bilden sich an ihnen Flecken. Doch eine Beruhigung vorweg: So erschreckend diese Krankheit auch anmuten mag, für Ribes ist sie nicht lebensgefährlich.

Drepanopeziza ribis-Symptome an Stachelbeerblatt
Von Drepanopeziza ribis befallenes Stachelbeerblatt
Quelle: Jerzy Opioła, Drepanopeziza ribis a2 (1), Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Das sind die sichtbaren Merkmale, an denen Sie die Blattfallkrankheit erkennen:

  • kleine, runde Flecken (Punkte) auf Blattoberseiten
  • zunächst gelb, später braun-schwarz gefärbt
  • gesprenkelte Blätter
  • Flecken werden größer, fließen zusammen
  • bis sie fast das komplette Blatt erfassen
  • Blätter wellen oder rollen sich nach oben ein
  • manchmal wird das als Kräuseln der Blätter bezeichnet
  • Blattränder vergilben und vertrocknen zunehmend
  • Resultat: vorzeitiger Blattfall

Unterlässt der Besitzer aus irgendeinem Grund die Bekämpfung der Krankheit, wird die betroffene Johannisbeere etwa kurz nach der Erntezeit mit nackten Zweigen dastehen. Doch sie treibt zu gegebener Zeit wieder aus.

Andere Krankheiten erkennen

Blattflecken gehören zu den häufigen Symptomen von Pflanzenkrankheiten. Doch wenn Sie genauer hinsehen, werden Sie die verräterischen Merkmale schnell erkennen. Auch der Zeitpunkt der Erkrankung ist entscheidend:

  • Brennnesselblättrigkeit: Blätter verfärben sich langsam braun bis schwarz
  • wird begleitet von schwachen Trieben und schwacher Blütenbildung
  • befällt nur schwarze Johannisbeeren
  • Säulenrost tritt nur im Herbst auf
  • zeigt sich mit roten Pusteln an den Blättern
  • Rotpustelkrankheit tritt im Hochsommer auf
  • auch sie zeigt sich mit roten Pusteln
Blattfallkrankheit - Johannisbeeren überprüfen
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum)

Tipp: Bei der Johannisbeere ist auch zu prüfen, ob Blattveränderungen durch Trockenheit verursacht wurden. Dabei wird allerdings meist das komplette Blatt gelb, ohne wirklich fleckig zu wirken.

Rechtzeitig bekämpfen

Auch wenn diese Pilzkrankheit die Sträucher am Leben lässt, sollte Sie sie dennoch alsbald nach der Entdeckung bekämpfen. Es tut nicht Not, dass die Vitalität der Pflanze leidet und der Ertrag zurück geht. Auch sind die fleckigen Blätter kein Anblick, den ein fleißiger Gärtner dulden möchte. Durch die Bekämpfung senken Sie zudem das Risiko für eine erneute Ansteckung im Folgejahr bzw. das Übergreifen auf noch gesunde Sträucher.

Im Frühstadium zur Schere greifen

Befindet sich der Pilz noch im Anfangsstadium seiner Eroberung, können Sie ihn mit der Schere am einfachsten eindämmen. Schneiden Sie stark befallene Äste komplett ab. Nehmen Sie alle Blätter der übrigen Äste genau unter die Lupe und entfernen Sie alle fleckigen Exemplare. Ist eine Johannisbeere noch jung und hat nur wenige Triebe, verzichten Sie auf das Abschneiden. Entfernen Sie stattdessen jedes befallene Blatt per Hand.

Tipp: Desinfizieren Sie das Schnittwerkzeug vor und nach dem Einsatz, um keine Pilzerreger zu verbreiten. Ob mit diesem Erreger infiziertes Pflanzenmaterial kompostiert werden darf, darüber streiten sich die Experten. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie es als Restmüll entsorgen.

Pflanze stärken

Brennnesseljauche ansetzen
Frisch angesetzte Brennnesseljauche

Mit Pflanzenbrühen können Sie gezielt die Widerstandskraft von Johannisbeeren stärken, sodass sich diese besser gegen den Pilz zu Wehr setzen können. Je nachdem, welche Brühe sich für Sie am einfachsten herstellen lässt, können Sie Brennnesseljauche, Schachtelhalmbrühen, Knoblauchbrühe oder Zwiebelschalenbrühe einsetzen.

  • an warmen, sonnigen Tagen spritzen
  • jedoch nicht in der prallen Mittagssonne
  • Vorgang kann mehrmals die Woche wiederholt werden

Auf Kunstdünger verzichten

Verzichten Sie sofort nach der Entdeckung der Krankheit auf Stickstoff lastige Kunstdünger, falls Sie das nicht ohnehin tun. So senken Sie den Befallsdruck.

Bei starkem Befall Laub einsammeln

Sind die Krankheitssymptome spät und nur mäßig aufgetreten, darf das Laub an Ort und Stelle verrotten. Bei schwerem Krankheitsverlauf, sollten Sie das herabgefallene Laub zeitnah einsammeln und entsorgen.

Frühzeitig vorbeugen

Das Auftreten bzw. das starke Ausbreiten dieser Krankheit können Sie im Vorwege vorbeugen, wenn Sie die Johannisbeere an einen geeigneten Standort pflanzen, richtig pflegen und nach Möglichkeit mit geeigneten Maßnahmen ihre Vitalität stärken.

Rote Johannisbeere - Ribes rubrum
Rote Johannisbeere (Ribes rubrum)

Zusammengefasst gesagt, sollten Sie folgende Punkte umsetzen:

  • sonnigen, luftigen Standort wählen
  • Beet nicht zu eng bepflanzen, auf genügend Pflanzabstand achten
  • ggf. nachträglich ein paar Sträucher entfernen bzw. umpflanzen
  • bei Bedarf beim Schneiden kräftig auslichten
  • beschattende Bäume ebenfalls auslichten

Tipp: Mit Verzicht auf Stickstoff lastigen Kunstdünger sollten Sie nicht nur im Krankheitsfall regieren, sondern damit einen Befall generell vorbeugen. Organischer Dünger und die zuvor genannten Jauchen eignen sich ideal als Düngemittel für Ribes.

Auf widerstandsfähige Sorten setzen

Wenn Sie sich ein paar neue Johannisbeerensträucher in den Garten holen wollen, lassen Sie sich im Fachhandel über widerstandsfähige Sorten beraten. Diese Sorten sind zwar nicht komplett resistent, erkranken jedoch seltener oder überstehen die Erkrankung besser.

Tipp: Die Schwarze Johannisbeere leidet seltener an dieser Krankheit als die Rote Johannisbeere oder die Weiße Johannisbeere. Gerade in regenreichen Regionen des Landes ist sie die bessere Wahl.

Ein paar Worte zu Fungiziden

Für den Hausgarten sind aktuell keine Fungizide gegen diesen Pilzerreger zugelassen. Angesichts dessen, dass er nicht gefährlich ist, besteht auch keine Notwendigkeit zu giftigen und umweltschädlichen Mitten zu greifen. Begegnen Sie den sich kräuselnden Blättern besser auf den oben beschriebenen Wegen.

Häufig gestellte Fragen

Erkranken Stachelbeeren zur gleichen Zeit an dieser Pilzkrankheit?

Die Stachelbeeren erkranken später im Jahr. Die sichtbaren Symptome zeigen sich in der Regel nach der Ernte.

Darf ich die Früchte von erkrankten Johannisbeeren ernten und essen?

Selbst wenn Sie die Krankheit nicht erkennen und/oder nicht bekämpfen, bleibend die Früchte davon unberührt. Sie sind ohne Einschränkungen essbar, auch ihr Geschmack leidet nicht. Es kann jedoch sein, dass die Erntemenge etwas reduzierter ausfällt.

Welche Rote Johannisbeerenart ist weniger anfällig?

Da gibt es einige Sorten, zum Beispiel ‚Rondom‘, ‚Stanza‘, ‚Tatran‘ oder ‚Rote Vierländer‘.

Wird diese Krankheit auch Kräuselkrankheit bezeichnet, weil sich die Blätter kräuseln?

Eine Pilzkrankheit mit der Bezeichnung Kräuselkrankheit gibt es zwar. Doch damit ist eine andere Krankheit gemeint, die Mandel-, Pfirsich- und Nektarinenbäume befällt.