Johannisbeeren Krankheiten mit Schadbild | Erkennen und behandeln

Johannisbeeren Krankheiten

Johannisbeeren gehören aufgrund ihrer Beständigkeit und Einsatzzwecke im Garten zu den beliebtesten Sträuchern deutscher Gärtner. Nur selten werden Johannisbeeren krank, doch ist das Gewächs nicht vor jeder Krankheit gefeit. Es findet sich eine große Zahl an Krankheiten, die sich negativ auf die Vitalität der Pflanze auswirken und sogar zum Verenden derer führen können. Aus diesem Grund ist es wichtig zu wissen, wie Sie diese anhand von Schadbildern erkennen und behandeln.

Krankheiten von Johannisbeeren

Wenn Sie stolzer Besitzer einer Johannisbeere im Garten sind, wollen Sie diese auf jeden Fall nicht an eine Krankheit verlieren oder auf Ihre Ernte verzichten. Johannisbeeren gelten als äußerst robust und lassen sich aus diesem Grund sogar an ungeeigneten Standorten halten. Dennoch sind die Gewächse nicht vor allen Krankheiten sicher und es kann passieren, dass Sie plötzlich vor einem großen Problem stehen.

Die häufigsten Gründe für eine Krankheit bei Johannisbeeren sind Pflegefehler und ungünstige Standorte. Glücklicherweise lassen sich diese mit den richtigen Maßnahmen behandeln. Am anfälligsten auf die 8 Krankheiten, die Ihnen in den folgenden Abschnitten ausführlich beschrieben werden, sind Rote Johannisbeeren (bot. Ribes rubrum), während die schwarze Variante (bot. Ribes nigrum) deutlich resistenter ist.

Amerikanischer Stachelbeermehltau

Der Amerikanische Stachelbeermehltau ist ebenfalls unter dem Namen Johannisbeermehltau bekannt und eine der schwersten Krankheiten an Johannisbeeren. Gerade in Mitteleuropa ist Mehltau eine nicht zu unterschätzende Gefahr, da viele Regionen eine feuchte Witterung aufweisen und aus diesem Grund die Verbreitung der Pilze unterstützen. Podosphaera mors-uvae ist nicht nur für die Ribes im eigenen Garten gefährlich. Der Mehltau zählt als ein Problem für den wirtschaftlichen Anbau der Beeren. Die folgenden Symptome deuten auf den Mehltau hin:

  • weißer Belag bildet sich auf Blättern
  • kann ebenfalls Früchte befallen
  • dieser wirkt mehlig
  • färbt sich langsam braun
  • Blätter beginnen zu welken
  • Blätter vertrocknen und fallen ab
  • Triebspitzen welken
  • Triebspitzen sterben ab
  • Früchte sind ungenießbar

Sie können dem Befall vorbeugen, indem Sie die Pflanzen regelmäßig mit einem Sud besprühen, der entweder aus Brennnesseln (bot. Urtica) oder Acker-Schachtelhalm (bot. Equisetum arvense) gewonnen wird. Zur ersten Hilfe folgende Sie diesen Schritten:

  • befallene Blätter entfernen
  • befallene Triebe entfernen
  • alternativ Brennnesselsud sprühen

Auf diese Weise bringen Sie den Mehltau schnell unter Kontrolle. Verzichten Sie auf die Verwendung von Milch zum Abwischen des Mehltaus, denn das Entfernen der befallenen Stellen ist gesünder für das Gewächs.

Mehltau an Johannisbeeren

Tipp: Wenn Sie sich nicht mit dem Stachelbeermehltau herumschlagen wollen, sollten Sie auf den Anbau resistenter Sorten setzen, die kein Problem mit den Pilzen haben. Zu diesen gehören die süß-saure ‚Neva‘, die saftige ‚Black Marble‘, die süßen ‚Blackbells‘ und die herbe ‚Late Night‘, die sich hervorragend im eigenen Garten etablieren.

Flechten

Bei Flechten handelt es sich um eine Kombination aus Algen und Pilzen, die aufgrund von Vernachlässigung Ihre Johannisbeeren anfallen. An sich erholen sich die Gewächse von Flechten, wenn sie durch diese krank werden. Das Schadbild kann dennoch alarmierend sein:

  • Blütenbildung schlägt fehl
  • Ernteausfall folgt

Flechten sind recht gut zu erkennen und lassen sich durch einen regelmäßigen Schnitt in Schach halten. Sorgen Sie unbedingt dafür, denn viele Schädlinge nutzen Flechten als Schutz.

Flechten an einer Stachelbeere

Säulenrost

Der Säulenrost ist eine Krankheit an Johannisbeeren, die Sie kaum bekämpfen können. Ursache für diesen ist der Pilz Cronartium ribicola, der über den Sommer in Obstgehölzen überdauert und den Winter über zu fünfnadeligen Kiefern wechselt:

  • Zirbelkiefer (bot. Pinus cembra)
  • Grannen-Kiefer (bot. Pinus aristata)
  • Biegsame Kiefer (bot. Pinus flexilis)
  • Mädchen-Kiefer (bot. Pinus parviflora)
  • Tränen-Kiefer (bot. Pinus wallichiana)
  • Rumelische Kiefer (bot. Pinus peuce)

Falls Sie eine der oben genannten Arten in der Nähe stehen haben, wird der Säulenrost jedes Jahr aufs Neue zuschlagen. Nur das Fällen der Kiefern kann hier helfen, damit Ihre Exemplare nicht erneut krank werden. Sie können nur die befallenen Blätter entfernen, um die Ausbreitung von Sporen zu verhindern. Die Symptome wie folgt:

  • Pusteln auf den Blättern
  • diese sind rot-orange
  • Blätter können vertrocknen

Säulenrost an einer schwarzen Johannisbeere

Rotpustelkrankheit

Die Rotpustelkrankheit lässt sich gut durch das Entfernen der befallenen Triebe eindämmen. Zudem können Sie regelmäßig über Frühling und Herbst einen Brennnesselsud auf der Erde und den Pflanzen verteilen. Zu erkennen ist die durch den Pilz Nectria cinnabarina verursachte Johannisbeeren Krankheit an den folgenden Symptomen:

  • absterbende Triebe
  • an Trieben bilden sich Sporenlager
  • Sporenpusteln sind gelb bis blässlich rot
  • Fruchtkörper an der Basis des Strauchs werden gebildet
  • diese sind violett in der Färbung

Rotpustelkrankheit, Nectria cinnabarina

Brennnesselblättrigkeit

Auslöser für diese Krankheit ist die Johannisbeerblattgallmücke (Dasineura tetensi), die durch ihr Saugverhalten einen Virus auf die Johannisbeeren übertragen. Dieser sorgt für das folgende Schadbild, was auf den Befall durch die Mücken aufmerksam macht:

  • Triebe und Blätter verfärben sich
  • schwache Ausbildung von Blüten
  • Blütenbildung schwächelt mit jedem Jahr

Ist das der Fall, müssen Sie die Johannisbeeren gründlich kürzen und nur noch wenig Material stehen lassen. Nach dem Rückschnitt wird der Strauch mit einem Sud aus Rainfarn (bot. Tanacetum vulgare) besprüht, was Sie häufiger wiederholen. Das vertreibt die Mücken. Ebenfalls sollten Sie den Strauch stark vor dem Herbst zurückschneiden.

Colletotrichum-Fruchtfäule

Die Colletotrichum-Fruchtfäule wird durch die Pilze Glomerella cingulata bei Witterungsbedingungen von über 15°C verursacht, wenn dauerhaft Nässe herrscht. Die Symptome der Fruchtfäule sind bei den Beeren zu bemerken, die durch die Krankheit anfangen ihre Farbe verlieren und in ein milchiges Rot umschlagen, bevor sie vertrocknen und an der Pflanze verbleiben. Ebenso verfärben sich die Stiele braun und trocknen aus. Sobald Sie die Fruchtfäule bemerken, sollten Sie folgendermaßen vorgehen:

  • Beeren entfernen
  • befallene Triebe zurückschneiden
  • optional einen Brennnesselsud anwenden

Die einzige Vorbeugung vor der Fruchtfäule neben einem nicht zu feuchten Standort ist das regelmäßige Auslichten, da viel Laub den Befall verstärkt.

Blattfallkrankheit

Die Blattfallkrankheit ist eine der häufigsten Erkrankungen an Johannisbeeren, da viele Gärtner die Ursache für die Erkrankung nicht kennen und aus diesem Grund nichts gegen diese unternehmen. Bei dieser Johannisbeeren Krankheit handelt es sich um das Schadbild des Pilzes Drepanopeziza ribis, der sich hauptsächlich auf Gewächse innerhalb der Gattung fokussiert hat und nur an diesen zu bemerken ist. Sie erkennen Drepanopeziza ribis an den folgenden Symptomen:

  • braune Punkte auf den Blättern
  • Punkte verbinden sich
  • verfärben sich gelblich
  • Blattränder vertrocknen
  • Blätter rollen sich ein
  • Blätter fallen ab
  • Triebe färben sich braun

Das Schadbild kann so stark voranschreiten, dass der gesamte Strauch zu großen Teilen entlaubt ist. Da sich die Krankheit schon im Sommer zeigt, kann das Laub bis zur Ernte fehlen, was sich negativ auf die Johannisbeeren auswirken kann. Aus diesem Grund sollten Sie unbedingt verhindern, dass sich der Pilz überhaupt ausbreitet. Die Pilze überwintern im feuchten Herbstlaub, das vor dem Winter nicht eingesammelt wurde und im folgenden Frühling die Sporen verteilt. Diese setzen sich anschließend auf den noch jungen Blättern der Johannisbeere im Frühjahr fest und befallen diese. Aus diesem Grund müssen Sie vor dem Winter Herbstlaub unter den Sträuchern so gut es geht zusammensammeln, vor allem wenn Sie in einer feuchten Region wohnen, da die dortige Witterung die Ausbreitung der Pilze ungemein begünstigt. Bei einem Befall wie folgt vorgehen:

  • befallene Triebe entfernen
  • dafür saubere, scharfe Schere benutzen
  • danach Schere säubern

Sie können eine Ausbreitung des Pilzes im Frühjahr noch effektiver verhindern, wenn Sie die Johannisbeersträucher in Ihrem Garten einem Frühjahrsschnitt unterziehen. Auf diese Weise entfernen Sie einen Großteil der Pilze.

Blattfallkrankheit an der Johannisbeere

Tipp: Entsorgen Sie das Laub nicht auf dem Kompost, sondern im Restmüll oder verbrennen Sie dieses. Auf diese Weise verhindern Sie die Ausbreitung der Pilze und eine weitere Saison kahler Sträucher.

Triebsterben

Das Triebsterben ist eine weitere der zahlreichen Johannisbeeren Krankheiten, die durch Pilze verursacht wird. Beim Triebsterben handelt es sich hierbei um den Pilz Botrytis cinerea, der nicht allein über das Herbstlaub wie die Blattfallkrankheit übertragen wird. Er schlägt sein Winterquartier zudem in kranken Beeren und auf Trieben auf, was die gesamte Johannisbeere zu einem wahren Brandherd an Infektionsmöglichkeiten macht. Das Schadbild des Triebsterbens gestaltet sich wie folgt:

  • Blätter werden nicht ausgebildet
  • ausgebildete Blätter färben sich gelb
  • Triebe treiben schlecht aus
  • junge Triebe verkümmern
  • absterben der Triebe
  • Verlust an Früchten

Wie Sie erkennen, ist das Triebsterben Garantie für eine Missernte. Aus diesem Grund müssen Sie unbedingt etwas gegen den Botrytis-Rindenbrand unternehmen. Botrytis-Rindenbrand ist nur eine weitere Bezeichnung für die Krankheit. Um diesen vorzubeugen, befolgen Sie die folgenden Schritte:

  • Johannisbeeren zurückschneiden
  • dafür den Herbst wählen
  • alle Früchte ernten
  • selbst ungenießbare oder verfaulte
  • Herbstlaub entfernen
  • heruntergefallene Beeren aufsammeln

Auf diese Weise dämmen Sie wie bei der Blattfallkrankheit einem Befall vor. Ist die Pflanze krank und Sie müssen diese direkt behandeln, sollten Sie so schnell wie möglich alle Blätter, Triebe und Früchte entfernen, die befallen sind. Gehen Sie hier ruhig großzügiger vor und schneiden Sie schräg, um einen weiteren Befall durch die Pilze zu verhindern. Entsorgen Sie die befallenen Pflanzenteile hier ebenfalls nicht auf dem Kompost. Nur so schützen Sie Ihre Ribes vor dem Pilz, damit diese nicht mehr krank werden. So lange Sie den Pilz unter Kontrolle halten, wird sich dieser nicht mehr an ihren Sträuchern zeigen.