Kaffeepflanze bekommt braune Blätter: was tun? | Coffea arabica

Kaffeepflanze braune Blätter

Kaffee erfreut sich nicht nur unter Gourmets, sondern auch bei den Hobbygärtnern großer Beliebtheit. Denn die Kaffeepflanze besticht durch ihre eindrückliche Erscheinung und verleiht jedem Raum einen Hauch von Exotik. Immer wieder kommt es allerdings vor, dass die Pflanzen braune Blätter bekommen. Wie die rasche Abhilfe gelingt und die Kaffeepflanze gerettet werden kann, erfahren Sie hier.

Braune Blätter am Kaffee

Ursachen für eine braune Blattfärbung an der Kaffeepflanze gibt es viele. Alle lassen sich jedoch entweder auf den Standort, die Pflege, oder Parasiten zurückführen, so dass die Ursachenforschung vor der detaillierten Suche bereits schnell eingegrenzt werden kann. Diese Ursachen treten immer wieder auf, lassen sich aber mit den beschriebenen Maßnahmen meist einfach beseitigen:

Hinweis: Nicht immer werden sich die Ursachen für braunes Blattwerk an Coffea Arabica eindeutig einer bestimmten Ursache zuordnen lassen. Das rührt daher, dass häufig verschiedene Ursachen einander bedingen oder zumindest befördern, so dass letztlich ein ganzes Sammelsurium an Ursachen zu den braunen Blättern führt. Oft reicht es aber bereits, nur eine der Ursachen zu beseitigen, um die Auswirkungen insgesamt in den Griff zu kriegen. So muss beispielsweise ein Trockenheit liebender Parasit nicht separat bekämpft werden, da er sich bei Erhöhung der Luftfeuchte ohnehin über kurz oder lang aus dem Staub macht.

Coffea arabica, Kaffepflanze

Standortbedingte Faktoren

1. Zu dunkler Standort

Kaffee gilt als eine Pflanze mit einem hohen Lichtbedarf. Gerade im Winter wird ein unveränderter Standort dann häufig schwierig, da die verfügbare Helligkeit bei unvermindertem Bedarf abnimmt.

Mögliche Abhilfe:

  • Standort verändern, z.B. hellere Standort im Winter wählen
  • Einsatz von Pflanzenbeleuchtung während dunkler Jahreszeit

2. Sonnenbrand

Die Kaffeepflanzen benötigen zwar viel Licht, reagieren aber auf eine zu hohe Strahlungsintensität mit Verbrennungen und sich braun verfärbenden Blättern.

Mögliche Abhilfe:

  • im Sommer geschützten Standort wählen, beispielsweise keine reine Südlage
  • alternativ Sonnenschutz vorsehen, der Helligkeit durchlässt, direkte Einstrahlung aber teilweise abweist

3. Zu geringe Luftfeuchtigkeit

Bei zu trockener Luft können Kaffeeblätter ebenfalls braun werden. Häufig geht dieses Phänomen mit Zugluft einher, da bewegte Luft Feuchtigkeit sehr effektiv abführt und die Trockenheit verstärkt. In Folge werden die Blätter der Pflanze angegriffen und reagieren mit Austrocknung und Verfärbung.

Mögliche Abhilfe:

  • wind- bzw. zugluftgeschützteren Standort wählen
  • Luftfeuchtigkeit des Standorts durch zusätzliche Verdunster erhöhen, bei Bedarf Pflegemaßnahmen anpassen

Pflegebedingte Faktoren

1. Zu feuchte Erde bzw. Staunässe

Ist das Erdreich um die Wurzeln von Coffea Arabica zu nass, führen Schimmel und andere Beeinträchtigungen zu einer Schädigung und Verschlechterung der Versorgung. Erste Anzeichen dafür sind unterversorgte Blätter, die im Laufe der Zeit absterben und sich von grün zu braun hin verfärben.

Mögliche Abhilfe:

  • Verändertes Gießverhalten, Wassergaben reduzieren, dafür ggf. häufiger
  • Drainageleistung des Substrats durch Sandbeimengung verbessern
  • Blumentopf mit Ablauföffnungen versehen, um Staunässe abzuleiten

2. Mangelversorgung bei Nährstoffen

Fehlt es der Kaffeepflanze an Nährstoffen, wie Stickstoff und Mineralien, reagiert sie darauf meist mit einer „Abschaltung“ der am wenigsten benötigten Bestandteile – den Blättern. Diese werden zunächst braun und fallen in Folge ab.

Mögliche Abhilfe:

  • Anpassung der Düngergaben, idealerweise regelmäßig mit dem Gießwasser
  • Alternativ, z.B. im Rahmen des Umtopfens: Austausch des ausgelaugten Substrats gegen neues, vorgedüngtes Substrat mit hohem Nähstoffgehalt

Coffea arabica, Kaffeepflanze

Parasitäre Ursachen

1. Blattlausbefall

Blattläuse sind zwar hinsichtlich ihrer Wirtspflanzen kaum wählerisch, dennoch oder auch gerade deshalb sind sie immer wieder an Kaffee zu finden. Durch ihre Ernährungsweise durch Pflanzensäfte schädigen sie die befallenen Blattteile mehrfach. Die Bissstellen ermöglichen sonstigen Pilzen und Erregern ein einfaches Eindringen in die Pflanze. Der Verlust des Pflanzensaftes bedeutet eine allgemeine Schwächung. Und zuletzt beeinträchtigt das durch Blattläuse ausgeschiedene Sekret den Stoffwechsel an der Blattoberfläche. So vielfach gestörte Blätter weisen im Laufe der Zeit eine zunehmende Braunfärbung mit anschließendem Blattabfall auf.

Mögliche Abhilfe:

  • Einsatz von chemischen Insektiziden
  • Anwendung von Hausmitteln, wie Aufsprühen von Schmierseifelösung oder Brennesseljauche
  • Begünstigung von Fressfeinden der Blattläuse, wie Marienkäfer oder Schlupfwespen

Tipp: Sowohl Brennesseljauche als auch Marienkäfer und Schlupfwespen erscheinen für eine Zimmerpflanze zunächst kaum umsetzbar. Allerdings lassen sich diese Alternativen zu chemischen, meist auch für den Menschen kritischen Mitteln, gut auf dem Balkon oder der Terrasse umsetzen. In der Nähe des Gartens positioniert, finden sich die erhofften Nützlinge in den warmen Monaten häufig ganz von selbst ein, um das Nahrungsangebot wahr zu nehmen.

2. Spinnmilben

Ebenfalls wenig wählerisch sind Spinnmilben. Auch sie sind häufig an Kaffeepflanzen zu finden und darüber hinaus anhand ihrer Gespinste leicht zu identifizieren. Für die Pflanze selbst rufen Sie vergleichbare Auswirkungen hervor, wie es die Blattläuse tun. Denn auch die Spinnmilben ernähren sich vom Saft der Blätter und jungen Triebe. Somit reagieren die betroffenen Pflanzen auch in gleicher Weise durch Braunfärbung und Abwurf befallener Bestandteile.

Mögliche Abhilfe:

  • Erhöhung der Luftfeuchtigkeit (siehe Pflegemaßnahmen), da Spinnmilben Trockenheit bevorzugen
  • Intensives Abbrausen der Pflanze mit Wasser, bei Bedarf mehrfach

Vorbeugen statt Bekämpfen

Der Knackpunkt beim Schaffen von Abhilfe gegen braune Blätter an der Kaffeepflanze liegt darin, dass die Maßnahmen erst ergriffen werden können, nachdem die Symptome in Form der unerwünschten Verfärbung bereits aufgetreten sind. Betroffene Blätter lassen sich dabei allerdings kaum retten. Daher lohnt es, bereits von vorn herein vorbeugend tätig zu werden und mögliche Schwierigkeiten durch gezielte Gegenmaßnahmen zu verhindern:

  • Prüfung des Standorts in Sachen Belichtung, Belüftung und Luftfeuchte
  • Bei Bedarf Standortveränderung, beispielsweise im Winter an einen helleren Standort oder im Sommer an einen weniger intensiv beschienenen Platz
  • Zur Verbesserung der Luftfeuchte zum Beispiel Untersetzer mit Tongranulat als Wasserspeicher unterstellen, oder Wassergaben geringer aber häufiger ausführen
  • Nährstoffgaben regelmäßig mit Gießwasser vornehmen
  • Insektenschutzgitter gegen Läuse und andere Parasiten einsetzen

Kaffeepflanze