Moos und Klee im Rasen - Titel

Ob Kalk gegen Moos und Klee im Rasen hilft, ist abhängig von der jeweiligen Ursache. Die Vorteile und Nachteile der Pflegemaßnahme verraten wir hier.

Auf den Punkt gebracht

  • saurer Boden begünstigt Moos
  • Kalk kann gegen die Gewächse helfen
  • Feststellung der Ursache ist als erster Schritt erforderlich
  • Ausbringung sollte zur richtigen Zeit erfolgen
  • gleichmäßige Verteilung und gute Bewässerung sind entscheidend

pH-Wert

Bevor Kalk auf der Rasenfläche zum Einsatz kommt, sollte der pH-Wert der Erde bestimmt werden. Der dafür notwendige Test ist selbstständig durchführbar. Ebenso ist es jedoch möglich, eine Probe des Bodens zu entnehmen und diese beispielsweise in einem Baumarkt mit Gartencenter oder einer Gärtnerei untersuchen zu lassen.
Zuvor sollte selbstverständlich nachgefragt werden, ob dieser Service angeboten wird. Wenn der Test selbst durchgeführt werden soll, können Teststreifen ebenfalls in Baumärkten oder aber online erworben werden. Als Alternative bietet sich ein Testgerät an. Diese werden bereits sehr günstig angeboten und sind beispielsweise auch bei Zimmerpflanzen verwendbar.

Der falsche pH-Wert im Rasen begünstigt Moos und Klee

Tipp: Der pH-Wert des Rasenbodens sollte zwischen 5,5 und 7,5 liegen. Dadurch ist das Substrat leicht sauer bis neutral. Sinkt der Wert darunter oder steigt er darüber, sind entsprechende Maßnahmen erforderlich.

Moose

Moos gedeiht am besten, wenn die folgenden Kriterien erfüllt sind:

  • Boden leicht sauer bis sauer
  • wenig Licht
  • fehlende Nährstoffe im Substrat

Der Vorteil hiervon ist, dass die Gründe in der Anzahl überschaubar sind und sich die Ursache für die Ausbreitung somit einfach finden lässt. Ein Test sowie die Kontrolle des Standorts reichen bereits aus, um den Auslöser zu finden.
Liegt der pH-Wert unter 5,5, kann das Ausbringen von Kalk schnell Abhilfe schaffen. Düngen oder aber das Erzeugen einer besseren Beleuchtung sind in den anderen Fällen angeraten.

Moos im Rasen

Kalken

Wenn sich Moose auf dem Rasen ausgebreitet haben und ein zu geringer pH-Wert dafür verantwortlich ist, kann Kalk zur Neutralisierung verwendet werden. Dabei sind jedoch einige Faktoren entscheidend. Bei diesen handelt es sich um:

  • gleichmäßige Verteilung
  • richtige Dosierung
  • ausreichendes Wässern nach dem Ausbringen
  • auf die eigene Sicherheit achten

Um dies zu erreichen sind die folgenden Schritte erforderlich:

  1. Um die eigene Sicherheit zu gewährleisten, sollte eine Schutzbrille und ein Mundschutz getragen werden. Hierdurch wird verhindert, dass der Kalk in die Augen oder Atemwege gelangen kann.
  2. Das Kalken sollte dann erfolgen, wenn die Rasenfläche nicht gerade gedüngt wurde oder bald gedüngt wird.
  3. Im Idealfall wird der Rasen vor dem Aufbringen des Kalks vertikutiert, sodass ein besseres Eindringen möglich ist.
  4. Durch einen Streuwagen kann die Verteilung gleichmäßig erfolgen. Zudem ist der Aufwand, vor allem in Hinblick auf die Zeit, sehr gering. Die Ausgabe sollte so eingestellt werden, dass 150 bis 200 Gramm pro Quadratmeter ausgegeben werden.
  5. Im Anschluss an die Verteilung muss die Fläche gut gewässert werden. Hierdurch wird vermieden, dass es zu chemischen Verbrennungen an den Wurzeln kommt.

Tipp: Nach dem Durchführen der Maßnahme ist ein weiterer Test des pH-Werts angeraten, um gegebenenfalls weiteren Kalk aufzubringen und das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Kalk gegen schwarze Flecken im Rasen

Klee

Im Gegensatz zu Moos gedeihen Kleesorten vor allem auf basischen Böden. Das Kalken der Fläche ist daher nicht empfehlenswert. Allerdings ist ebenfalls ein Test des pH-Werts durchzuführen, damit entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden können.
Liegt der Wert zu hoch, ist es notwendig den Boden anzusäuern. Hierfür empfehlen sich die folgenden Mittel:

  • Eichenlaubkompost
  • Eisensulfat
  • Kaffeesatz
  • Regenwasser
  • Schwefel
  • Traubentrester
  • Torf

Tipp: Durch entsprechende Dünger und den Verzicht auf hartes Leitungswasser lässt sich einem zu hohen pH-Wert und damit auch Klee vorbeugen.

Klee im Rasen

Vorbeugen und Entfernen

Ob der Rasen durch Moos oder Klee unansehnlich erscheint, in jedem Fall lassen sich die unerwünschten Pflanzen durch das Kalken oder Düngen nicht entfernen. Lediglich die weitere Ausbreitung kann verhindert werden. Es gibt allerdings entsprechende Maßnahmen, die ihnen vorbeugen können.

  1. Testen: Regelmäßige Analysen ermöglichen es, Problemen schnell entgegenwirken zu können.
  2. Mähen: Häufiges Mähen sorgt dafür, dass sich die Graspflanzen verzweigen und dichter wachsen. Hierdurch haben Moose und Unkraut eine geringere Chance sich auszubreiten.
  3. Vertikutieren: Das Entfernen von Rasenfilz belüftet den Boden, verbessert das Eindringen von Nährstoffen und Wasser und kann Staunässe vorbeugen.
  4. Düngen: Je stärker die Graspflanzen sind, umso besser können sie sich gegen andere Gewächse durchsetzen. Eine angepasste Düngung wirkt daher vorbeugend gegen eine Ausbreitung.

Tipp: Auch die Wahl einer widerstandsfähigen Rasensorte und die vorherige Abstimmung des Substrats hilft dabei, Moose, Klee und Unkraut fernzuhalten.

moos im rasen
Rasen düngen

Häufig gestellte Fragen

Welcher Kalk sollte auf Rasenflächen verwendet werden?

Spezieller Rasenkalk oder Gartenkalk sind geeignet für die Erhöhung des pH-Werts. Wichtig ist in jedem Fall, auf die Angaben des Herstellers zu achten.

Kann der Rasen nach dem Kalken betreten werden?

Das Betreten sollte vermieden werden, damit keine Reizungen oder gar Verätzungen entstehen. Auch Haustiere sind davon abzuhalten, auf der Rasenfläche zu spielen oder sich gar zu wälzen. Nach mehrfachem Wässern und etwa einer Woche ist eine normale Nutzung wieder möglich.

Ist es sinnvoll, den Rasen vor dem Kalken zu mähen?

Ja, ein vorheriges Mähen des Rasens ist empfehlenswert. Das gilt auch für das Düngen oder das Ansäuern des Bodens. Die jeweiligen Mittel können dadurch einfacher in den Boden eindringen.