Hilfe, meine Kamelie verliert Blätter | Ursachen und Lösungen

Kamelie, Camellia japonica

Die Kamelie ist eine asiatische Schönheit, die bei uns ein Gastspiel gibt. Als kleines Pflänzchen oder schon beeindruckender Strauch. Oft haust sie jedoch hierzulande nur in einem Kübel. Die großen, farbkräftigen Blüten sind ihre Zierde. Dafür lieben wir sie. Gesunde, grünglänzende Blätter sind als Dauerbegleiter mit von der Partie. Ab und zu, tauscht sie freiwillig ein paar davon aus. Doch was ist los, wenn mehr Exemplare fallen?

Kamelie verliert Blätter

Hohes Alter liegt der Kamelie, bot. Camellia, in den Genen. Mehrere Hundert Jahre kann sie unter optimalen Bedingungen erreichen. Als immergrüner Strauch trennt sie sich auch im Winter nicht von ihrem Blattkleid. Dennoch begleitet sie kein einziges Blatt von der Jugend bis ins hohe Alter. Den grünglänzenden Blättern ist ein vergleichsweise kurzes Leben vergönnt. Etwa drei Jahre verbleibt jedes Blatt an der Pflanze, bis es von ihr abgestoßen wird. Der neue Austrieb braucht schließlich Platz. Dieser Austausch geht Hand in Hand und schmälert das Aussehen der Camellia nicht. Wenn sie jedoch mehr Blätter verliert als neue Exemplare folgen, liegt etwas im Argen. Schnell kann sie verkahlen und wenn der Blattfall weiter geht, bald mit nackten Zweigen dastehen. Ohne Blätter kann aber kein Gewächs leben.

Ursachen

Wenn die Kamelie Blätter verliert, aber weiterhin eine dichte Krone beibehält, besteht kein Grund zur Sorge. Wird der Strauch jedoch immer lichter, muss eiligst nach den Ursachen geforscht werden. Nur wenn der Grund für den „außerplanmäßigen“ Blattverlust zweifelsfrei entdeckt ist, kann das Gewächs die richtige Hilfe bekommen. Warten Sie nicht zu lange, denn je früher sie handeln, umso mehr Blätter werden sie ihm erhalten können. Das sind die möglichen Ursachen für einen starken Blattverlust:

  • zu trockene Überwinterung
  • Fehler beim Gießen
  • Frostschäden an den Wurzeln
  • Veränderter pH-Wert des Bodens
  • Standortwechsel

Pflege der Kamelien

Zu trockene Überwinterung

Nur in milden Regionen können einige Sorten draußen den Winter überstehen. Deswegen werden Kamelien, vor allem die bei uns beliebte Camellia japonica, während der kalten Jahreszeit in ein Winterquartier gebracht. Die Kamelien mögen es gerne hell und kühl bis 12 °C. Solche Räumlichkeiten stehen jedoch nicht immer zur Verfügung oder werden weiteren Anforderungen nicht gerecht. So benötigt sie beispielsweise eine Luftfeuchtigkeit von mind. 60%. Ansonsten kann es sein, dass ein Exemplar bald einen größeren Teil seiner Blätter verliert. Gerade wenn sie aus Platzgründen in beheizten Räumen steht, kann darin die Luft schnell austrocknen.

Mögliche Lösungen

Stellen Sie zunächst fest, wie hoch die Luftfeuchtigkeit im Winterquartier tatsächlich ist. Während uns bei der Lufttemperatur das Schätzen leichter fällt, müssen wir hier die Hilfe eines Hygrometers in Anspruch nehmen. Sollte sich der Verdacht mangelnder Luftfeuchtigkeit bestätigen, können Sie wie folgt vorgehen:

  • in ein geeigneteres Winterquartier umziehen
  • alternativ regelmäßig mit Wasser besprühen
  • allerdings nicht tropfnass
  • ansonsten kann das Pilzkrankheiten begünstigen

Tipp: Falls Sie kein Hygrometer besitzen, können Sie ein Exemplar online bestellen. Meist wird es schon am nächsten Tag geliefert. Einfache Modelle kosten zudem weniger als 10 Euro.

Fehler beim Gießen

Das Gießen dieser asiatischen Schönheit ist eine Tätigkeit, bei der ihr Besitzer ein gutes Fingerspitzengefühl beweisen muss. Ihre Erde darf niemals ganz austrocknen. Sie darf allerdings auch zu keinem Zeitpunkt mit dem kostbaren Nass überversorgt werden. Ihre Wurzeln mögen es nicht, wenn sie Staunässe umgibt. Doch sowohl bei Staunässe als auch bei trockener Erde verliert die Kamelie nicht sofort ihre Blätter. Erst mit einer zeitlichen Verzögerung wird sie auf eine unausgeglichene und unangemessene Wasserversorgung mit Blattverlust reagieren. Der Zusammenhang mit dem Gießen kann daher leicht übersehen werden.

Mögliche Lösungen

Wie das Problem gelöst wird, hängt damit zusammen, ob die Camellia übergossen wurde oder zwischenzeitlich trocken stand. Es kann auch gut sein, dass sie regelmäßig beide Zustände abwechselnd erlebt. Hier sind die ersten Maßnahmen:

  • ausgetrockneten Wurzelballen sofort reichlich gießen
  • bzw. Topf in einen Eimer mit Wasser tauchen
  • danach gut abtropfen lassen
  • bzw. überschüssiges Wasser aus Untersetzer weggießen
  • übergossene Pflanze vorerst nicht weiter gießen
  • bei zu nasser Erde in neues Substrat umtopfen
  • auf eine Drainageschicht achten
  • dabei den Wurzelballen auf faule Stellen untersuchen
  • diese restlos wegschneiden

Ab sofort muss auch das Gießverhalten geändert werden. Das bedeutet, die Erde nie austrocknen zu lassen aber auch niemals Staunässe zu verursachen. Während der Blütezeit benötigt die Kamelie mehr Wasser als sonst. Im Winterquartier erst gießen, wenn die oberste Erdschicht antrocknet.

Kamelie für den winterlichen Balkon

Tipp: Es ist generell zu empfehlen, die Kamelie nicht mit der Gießkanne zu gießen, sondern in einen Eimer mit Wasser zu tauchen. Das anschließend wieder austretende Wasser wird zeitnah weggegossen.

Frostschäden an den Wurzeln

Auch Frostschäden an den Wurzeln können zu Blattfall führen, wenn dadurch die Versorgung der Pflanze nicht mehr reibungslos klappt. Die Ursachen für derartige Schäden können folgende sein:

  • ausgepflanzte Sträucher waren einem strengen Winter ausgesetzt
  • das gilt auch für Kübelexemplare, die draußen überwintert wurden
  • ggf. waren die Schutzmaßnahmen unzureichend
  • oder sie wurden zu früh entfernt
  • überwinterte Kamelie wurde zu früh aus dem Winterquartier geräumt
  • ggf. hat sie noch Spätfröste abbekommen

Mögliche Lösungen

Die erfrorenen Wurzeln werden zunächst nicht erkannt, da sie in der Erde verborgen sind. Die Folgen der Erfrierungen zeigen sich auch erst im Frühjahr, wenn die Pflanze zu neuem Leben erwacht. Da durch die reduzierte Wurzelmasse die Pflanze nicht mehr gut versorgt werden kann, sollte sie ein gutes Stück zurückgeschnitten werden. Danach wird der Topf an einem warmen Platz gestellt.

Veränderter pH-Wert des Bodens

Kamelien mögen einen sauren Boden. Das ist den meisten Besitzern auch bekannt. Deswegen wird ihnen diese Vorliebe beim Einpflanzen erfüllt. Doch der pH-Wert des Bodens kann sich im Laufe der Zeit verändern. Wenn ein nicht tolerabler Wert erreicht wird, verliert die Kamelie immer mehr Blätter. Die Veränderung des Bodens hin in den alkalischen Bereich wird oft unbeabsichtigt und unbemerkt durch folgende Pflegefehler herbeigeführt:

  • das Gießen mit kalkhaltigem Wasser
  • zu große Düngergaben
  • Verwendung eines ungeeigneten Düngers

Mögliche Lösungen

Bei einer Pflanze, die im Kübel gedeiht, lässt sich das Problem mit dem falschen pH-Wert zum Glück leicht beheben. Dafür muss die Pflanze sofort umgetopft werden.

  • Pflanze aus dem Kübel nehmen
  • Wurzelballen unter lauwarmem Wasser abwaschen
  • dabei sollte die komplette Erde entfernt werden
  • Erdreste aus dem Kübel entfernen
  • Kamelie wieder einpflanzen
  • neues, saures Substrat verwenden
  • vorerst auf das Düngen verzichten
  • regelmäßig den pH-Wert messen
  • mit entkalktem Wasser gießen
  • später einen Flüssigdünger für sauren Boden nutzen

Ein großer Kamelienstrauch im Garten kann schwerlich umgetopft werden. Vielleicht ist es Ihnen jedoch möglich, die oberste Erdschicht gegen saure Erde auszutauschen. Alle anderen Empfehlungen bezüglich Düngen und Gießen müssen ab sofort auch bei diesen Exemplaren beachtet werden.

Kamelien

Tipp: Eine große Kamelienpflanze ist für eine Person unhandlich. Zu leicht können beim Umtopfen oder Abwaschen der Erde einige Zweige abknicken. Holen Sie sich bei diesem Vorhaben unbedingt Hilfe.

Standortwechsel

Eine Kamelie im Topf zieht aufgrund mangelnder Winterhärte regelmäßig um. Meist ist es so, dass sie in der warmen Jahreszeit draußen im Garten oder auf dem Balkon steht. Während der kalten Jahreszeit dagegen kommt sie in ein frostfreies Quartier unter. Ein Standortwechsel ist jedoch mit Temperaturwechsel verbunden. Auch die Lichtintensität und die Dauer der Sonnenbestrahlung kann sich ändern. Bei hohen und abrupten Schwankungen kann es sein, dass die Pflanze viele Blätter verliert.

Mögliche Lösungen

Behalten Sie bei einem Standortwechsel die Pflanze stets im Auge, um frühzeitig zu entdecken, wenn ihr dieser nicht behagt. Sie bevorzugt helle Standorte ohne allzu viel direkte Sonne. Die größte Gefahr besteht, wenn die Pflanze aus ihrem Winterquartier wieder auszieht. Sie ist Sonnenschein nicht mehr gewohnt und kann es nicht sofort in voller Stärke vertragen. Sie braucht unsere Hilfe, um sich langsam daran zu gewöhnen. Stellen Sie die Pflanze wieder an einen Standort, wo sie nicht durchgehend von der prallen Sonne bestrahlt wird. Entfernen Sie zudem bereits geschädigte Blätter. Gewöhnen Sie sie danach schrittweise an mehr Sonne, indem Sie sie täglich länger sonnig stehen lassen.

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