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Kaminofen: Wärme effektiv in andere Zimmer leiten

Bei der Nutzung eines Kaminofens besteht nicht nur die Möglichkeit, einen Raum zu heizen, Sie können mit der richtigen Technik die Wärme auch in andere Zimmer leiten. Wie das funktioniert und was Sie dabei beachten müssen, lesen Sie hier.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • die Kaminposition ist essentiell
  • richtiges System wählen
  • Isolierungen gegen Wärmeverlust notwendig

Problematik Kaminofen

Kaminöfen, die durch das verbrennen von Holz Wärme erzeugen, sind aufgrund ihrer Funktion nicht ideal, um mehr als einen Raum zu heizen. Die entstehende Wärme wird lokal abgegeben und verteilt sich im jeweiligen Zimmer. Da die Wärme nach oben steigt, heizt sich der Raum nach und nach auf, zieht aber nicht in andere Zimmer weiter. Genau das ist das größte Problem an Kaminöfen. Glücklicherweise lässt es sich beheben. Es gibt unterschiedliche Methoden, wie Sie die Wärme Ihres Kaminofens leiten und somit andere Zimmer heizen können. Abhängig sind diese von den folgenden Faktoren:

  • Standort des Kamins
  • Neubau oder Modernisierung
  • Eigentum oder Mieträumlichkeiten
Kaminofen verbrennt Holzstücke

Kaminturbinen nutzen

Kaminturbinen sind ebenfalls unter den Bezeichnungen Kaminofengebläse oder Kaminofenventilatoren bekannt. Hierbei handelt es sich vor allem um eine Methode, die sich für einen Neubau oder als Modernisierungsmaßnahme eines Einfamilienhauses eignet. Da Rohrleitungen und verschiedene Geräte für die Umsetzung notwendig sind, bieten sich Kaminturbinen nicht für Mietwohnungen- oder Häuser an, falls der Vermieter etwas dagegen hat.

Der Aufbau wie folgt:

  • Kaminofen wird mit einer Turbine oder einem Ventilator ausgestattet
  • Rohrleitungen führen Wärme in andere Räume
  • Luftauslässe ermöglichen Abgabe der Warmluft aus den Rohrleitungen
  • Thermostate regeln den Betrieb
  • Filter schützen vor Verschmutzungen

Durch die Nutzung einer Kaminturbine können Sie effektiv die erzeugte Wärme Ihres Kaminofens nutzen, leiten und sparen Energie, da kein Teil verloren geht. Der Einbau ist aber in der Regel nicht ohne die Hilfe eines Fachmanns möglich, da Aspekte wie die Ventilatorleistung, Rohrtypen und genaue Verlegung essentiell sind. Falls Sie eine umfassende Kaminofenheizung wünschen, bietet sich diese Variante hervorragend an.

Hinweis: Falls Sie ein Haus mit klassischem Kamin erwerben oder mieten, erkundigen Sie sich über mögliche Heizsysteme. Oft wurden bereits bestehende Kamine bei Modernisierungen mit einer Kaminturbine ausgestattet.

Hausventilatoren nachrüsten

Deutlich weniger Aufwand wird benötigt, wenn Sie Ihre Wohnräume mit Hausventilatoren nachrüsten. Ebenfalls bekannt unter dem Namen Badventilatoren und dienen dazu, Feuchtigkeit aus dem Bad in andere Räume zu leiten. Dieses System lässt sich problemlos umdrehen. Wenn der Kaminofen günstig steht, können Sie den Hausventilatoren über ihm installieren und somit die aufsteigende Wärme ins andere Zimmer leiten. Der einzige Nachteil: Diese Methode lässt sich nur für ein einzelnes Zimmer nutzen, das der Wand zum Kaminofen angrenzen muss. Liegen zwei Zimmer nebeneinander hinter dem Kaminofen, lassen sich Hausventilatoren für beide installieren.

Dafür sind folgende Maßnahmen notwendig:

  • Loch in angrenzender Wand
  • so hoch wie möglich einbauen
  • optional: Schaltthermostat einbauen
Hausventilator an einer Decke anbringen

Da Sie ein Loch für den Hausventilator benötigen, sollten Sie vorher genau überprüfen, ob Leitungen an der jeweiligen Stelle verlaufen. Ansonsten müssen Sie nur ein passendes Modell auswählen, das die warme Luft ansaugt und in den anderen Raum leitet. In Kombination mit einem Schaltthermostat sparen Sie zudem Energie, da sich der Hausventilator nur einschaltet, wenn das Kaminzimmer eine bestimmte Temperatur erreicht hat.

Hinweis: Falls Sie in einem Mietshaus ohne Möglichkeit zur Nachrüstung wohnen, können Sie alternativ auf mobile Ofenventilatoren setzen. Diese werden oben auf dem Kaminofen installiert und verteilen die warme Luft in eine gewünschte Richtung.

Normale Ventilatoren einsetzen

Als eine weitere Möglichkeit bieten sich handelsübliche Stand- und Tischventilatoren zur Weiterleitung der Wärme in andere Zimmer an. Zwar sind diese deutlich ineffizienter als die bereits genannten Methoden, doch lässt sich ein kleiner Teil der erzeugten Kaminofenwärme bewegen. Wichtig für diese Methode sind vor allem die Position des Kaminofens und die Größe der Wohnräumlichkeiten:

  • offene Bauweise bevorzugt
  • kleine Raumgröße empfehlenswert
  • günstige Lage des Kaminofens in Nähe zu anderen Zimmern

Hinweis: Mehr als ein Ventilator bietet sich für diese Methode nicht an. Der Energieverbrauch wäre auf Dauer zu hoch und das Ergebnis im Gegensatz nicht ausreichend.

Standventilator
Standventilator zur Wärmeleitung in andere Zimmer

Angewandt wird er wie folgt:

  • Ventilator 2 bis 3 m vor Ofen platzieren
  • leicht schräg in Richtung eines Zimmerdurchgangs
  • zur Decke hin ausrichten
  • erst bei Hitzeentwicklung des Ofens einschalten
  • höhere Geschwindigkeitsstufe auswählen
  • max. 10 bis 15 min laufen lassen
  • Methode mehrmals über den Tag möglich

Alternative: Wasserführende Kaminöfen

Falls Ihnen die bereits genannten Varianten nicht zusagen, können Sie stattdessen auf ein wasserführenden Kaminofen setzen. Bei diesen Systemen verfügt der Kaminofen über einen Wärmeüberträger (Wassertasche). In diesem ist Wasser, das sich über den Kaminofen erhitzt und anschließend an einen Pufferspeicher weitergeleitet. Dort lässt sich die Wärme speichern oder weiter verwenden, primär für die folgenden Zwecke:

  • Heizung
  • Brauchwasser
Wasserführender Kaminofen
Erhitzung des Wassers im Kaminofen durch Verbrennung von Holzscheiten

Auf diese Weise lässt sich effektiv die Wärme des Kaminofens in andere Zimmer leiten. Da Sie auf diese Weise sogar den gesamten Heizkreislauf unterstützen können, bietet sich diese Methode vor allem für einen Neubau an. Die professionelle Planung ist bei diesen Systemen besonders wichtig, da ohne Fachkenntnisse keine sichere Umsetzung möglich ist. Dennoch hat das System einige Vorteile:

  • kaum Energieverlust (hocheffizient)
  • niedrigere Heizkosten
  • emissionsarm 
  • kombinierbar mit Solarthermie-Anlagen

Wie Sie sehen, können Sie auf Dauer von der Nutzung wasserführender Kaminöfen profitieren. Neben den Vorteilen gibt es bestimmte Punkte, die Sie trotzdem beachten sollten:

  • nicht als reine Zentralheizung nutzbar (nur Unterstützung)
  • ausreichend Platz zur Umsetzung notwendig
  • kostenintensive Installation

Kaminofenbau: Vorschriften

Damit Sie Ihren zukünftigen Kaminofen inklusive Wärmeübertragungssystem sicher nutzen können, gibt es einige Vorschriften zu beachten. Diese werden durch die Bundesimmissionsschutzverordnungen (BImSchV) vorgegeben. Es handelt sich dabei primär um die folgenden fünf Bereiche:

  • Untergrund
  • Luftzufuhr
  • Installation der Ofenrohre
  • Sicherheitsabstände
  • Schornstein
Schornsteinfeger säubert den Schornstein
Regelmäßige Säuberung des Schornsteines durch einen Experten

Weiterhin ist zu beachten, dass Sie eine Genehmigung für den Kaminofen benötigen und er vor der Nutzung abgenommen werden muss. Ansonsten ist es nicht legal, ihn zu nutzen.

Häufig gestellte Fragen

Bieten sich Deckenventilatoren zur Warmluftverteilung an?

Nur geringfügig. Da die Ventilatoren häufig einige Zentimeter unter der Decke hängen, staut sich immer ein Teil der warmen Luft über ihm. Weiterhin wird die Luft nur geringfügig in andere Zimmer bewegt, wenn keine weiteren Ventilatoren zum Einsatz kommen.

Was sind Luftströmungsventilatoren?

Luftströmungsventilatoren sind eine Form von Ofenventilator, die auf dem Kaminofen platziert wird. Sie kommen komplett ohne Strom aus, da sie durch die Ofenwärme angetrieben werden. Mit diesen Modellen können Sie Energie sparen und die Wärme zu Teilen in andere Zimmer leiten.

Wirken sich Türen auf die Warmluftverteilung aus?

Ja, häufig mehr als Sie denken. Türen ohne Spalt halten den größten Teil der warmen Luft im Raum. Theoretisch könnten Sie kürzere Türen einbauen, um in Kombination mit Ventilatoren die Wärmeverteilung zu verbessern. Das ist aber nur in kleinen Wohnungen oder Häusern möglich.

Wer kümmert sich um die Abnahme von Kaminöfen?

Die Abnahme von Kaminöfen und zugehörigen Wärmeübertragungssystemen ist ausschließlich über den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger Ihrer Gemeinde oder Stadt möglich. Sie müssen diesen kontaktieren, damit er die Installation überprüfen kann. Erst die Bestätigung durch den Bezirksschornsteinfeger gibt Ihnen die Möglichkeit, legal Ihren Kaminofen zu nutzen.


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