Aubergine, Solanum melongena

Auberginen sind nicht nur in der mediterranen Küche ein äußerst beliebtes Gemüse. Auch hierzulande wird das Fruchtgemüse, das mit Kartoffeln und Tomaten verwandt ist, immer beliebter. Auberginen haben in der Regel eine dunkelviolette bis schwarze Schale. Immer öfter sind aber auch weiß-violett-marmorierte oder Sorten mit gelber Schale im Supermarkt zu finden. Aber Vorsicht, wenn Sie eine Aubergine roh essen wollen, kann es nach dem Verzehr zu unangenehmen Bauchschmerzen kommen, da Auberginen als leicht giftig eingestuft werden. Wir klären für Sie die Frage – kann man Auberginen roh essen?

Herkunft und Einordnung

Die ursprüngliche Heimatregion der Aubergine ist wahrscheinlich Asien. Dort baut man die Pflanze bereits seit über 4.000 Jahren an. In der italienischen Küche können Auberginen seit dem 15. Jahrhundert nachgewiesen werden. Aus botanischer Sicht, gehört die subtropische Pflanze zur Gattung der Nachtschatten (Solanum) in der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Daher enthält sie, wie alle Nachtschattengewächse, den Giftstoff Solanin, der sich auch in Kartoffeln oder Tomaten befindet. Und wie bei allen Nachtschattengewächsen stellt sich die Frage, ob und in welcher Menge sie giftig sind.

Solanin

Das Gift der Nachtschattengewächse ist Solanin, dass die Pflanzen vor Fressfeinden, dazu gehört auch der Mensch, schützen soll. Wie bei allen Giften kommt es auch bei Solanin auf die Dosis an. Als tödliche Dosis gelten 2 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Erste Vergiftungserscheinungen zeigen sich nach Expertenmeinung, wenn 200 Milligramm von Solanin verzehrt worden sind. Das entspricht etwa drei Kilogramm rohen Auberginen, eine Menge, die man kaum auf einmal verzehren wird.

Tipp: Kennzeichnend für Solanin ist der bittere Geschmack, welcher helfen soll, die Fressfeinde zu vergraulen. Menschen nehmen ihn ab 11 Milligramm pro 100 Gramm Lebensmittel überhaupt erst war.

Vergiftungssymptome

Je nach Dosis ruft Solanin beim Menschen unterschiedliche Vergiftungserscheinungen hervor. Achten Sie bei Verdacht auf:

  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Krämpfe
  • Kreislaufstörungen

Bei leichten Vergiftungen treten in der Regel Beschwerden im Magen- und Darmtrakt auf. Eine erste Abwehrreaktion auf Solanin des Körpers ist Erbrechen.

Aubergine, Solanum melongena

Tipp: Suchen Sie auf alle Fälle einen Arzt auf, wenn sich Vergiftungserscheinungen zeigen.

Reife und unreife Auberginen

Auch der Anteil von Solanin in Auberginen erklärt Sich über die Abwehrfunktion des Giftes, denn er ist nicht immer gleich hoch. So enthalten unreife Früchte einen deutlich höheren Solaningehalt als reife, denn schließlich ist es im Interesse der Pflanze, dass die Früchte auch reifen und nicht schon vorher gefressen werden.

Für den Menschen bedeutet das, dass Sie immer nur reife Früchte essen sollten. Eine reife Frucht erkennen Sie an folgenden Merkmalen:

  • glatte und pralle Haut
  • glänzende Oberfläche
  • dunkelviolette bis schwarze Farbe der Aubergine
  • frisch riechender Stil

Außerdem gibt eine reife Aubergine auf Druck leicht nach. Harte Auberginen sind unreif und  Sie sollten diese besser nicht verzehren. Als unreif gilt die Aubergine auch, wenn sie grüne Stellen aufweist.

Tipp: Auberginen reifen bei richtiger Lagerung nach.

Rohe Auberginen

Ob Sie Auberginen auch roh essen können, wird in der Fachwelt schon lange heftig diskutiert. Da der Solaningehalt in rohen Auberginen jedoch höher als in verarbeiteten Früchten ist, ist das Essen von rohen Auberginen nicht zu empfehlen. Zudem wird darauf aufmerksam gemacht, dass rohe Auberginen auch nicht besonders gut schmecken. Denn sie haben einen sehr bitteren Geschmack.

Weiter wird beim Essen von rohen Auberginen vor Bauchschmerzen gewarnt.
Wie gefährlich der Verzehr von rohen Auberginen ist, hängt auch von der Sorte ab. So enthalten neuere Züchtungen grundsätzlich weniger Solanin als ältere. Auch soll der Solaningehalt bei asiatischen Sorten deutlich geringer sein. Sie sollen sogar leicht süßlich schmecken, wenn sie roh verzehrt werden.

Aubergine, Solanum melongena

Auberginen im eigenen Garten

Auberginen können Sie durchaus im eigenen Garten ziehen. Aber auch bei den eigenen Auberginen gilt: Ernten Sie nur reife Auberginen. Zudem sollten Sie nur Saatgut von neueren Züchtungen verwenden.

Auch wenn der Solaningehalt in neueren Auberginenzüchtungen geringer ist, sollten Sie die Pflanze während der Wachstumsperiode dennoch im Auge behalten. Denn, wenn die Pflanze Stress ausgesetzt wird, kann dieser zu einer vermehrten Solanin-Produktion führen. Ein Stressfaktor ist zum Beispiel ein sehr heißer und trockener Sommer.

Solanin-Reduzierung

Früher wurde oft empfohlen, die Aubergine vor der weiteren Verarbeitung in Scheiben zu schneiden und mit Salz zu bestreuen. Dies sollte die Bitterstoffe herausziehen. Zwar kann auf diesen Vorgang heute größtenteils verzichtet werden, aber durch das Salz werden in der Tat Bitterstoffe ausgeschwitzt, also der Solaninanteil verringert.
Am sichersten ist es jedoch, wenn Sie die Aubergine vor dem Essen garen. Denn Solanin ist nicht sehr hitzebeständig und „verschwindet“ beim Zubereiten der Auberginen. So sind Sie auch bei der Weiterverarbeitung von Auberginen auf der sicheren Seite.

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