Was scharf, bitter oder anderweitig „extrem“ schmeckt, wird schnell als ungenießbar oder gar giftig eingestuft. Denn tatsächlich signalisieren Giftpflanzen meist durch den Geschmack die gefährlichen Inhaltstoffe. Aber ist auch die Kapuzinerkresse giftig? Oder ist das dekorative Gewächs nicht doch essbar?

Giftig oder nicht

Besonders beliebt ist die südamerikanische Blutblume wegen ihrer leuchtenden, großformatigen Blüten. Ob im Garten, auf dem Balkon oder auch der heimischen Fensterbank erfreut sie unzählige Hobbygärtner. Doch auch Hobbyköche profitieren von ihr. Denn vor allem die dekorativen Blüten werden in der Küche gerne genommen, um Salate mit intensiven Farbtupfern zu verzieren, Nachtische zu garnieren oder sonstige Gerichte aufzuwerten. Daher können Sie getrost davon ausgehen, dass Tropaeolum zumindest nicht so gefährlich sein dürfte, dass es Menschen schaden kann.

Diese Einschätzung liegt genau richtig, denn tatsächlich kann nicht nur der dekorative Blütenschmuck gefahrlos mitgegessen werden. Darüber hinaus sind sogar alle Bestandteile der Kapuzinerkresse nicht giftig und somit essbar:

  • Wurzeln
  • Stiele
  • Blätter
  • Blüten

HINWEIS: In Peru, dem Heimatland der Kapuzinerkresse, werden die knolligen Wurzelverdickungen der Knolligen Kapuzinerkresse Tropaeolum tuberosum sogar gezielt angebaut und geerntet. Kartoffelähnlich lassen sie sich kochen oder rösten und im Ganzen oder als Brei verzehren. So trug sie früher als Grundnahrungsmittel zur Versorgung der indigenen Stämme bei.

Der Geschmack

Genießbarkeit definiert sich dem Grundsatz nach natürlich erst einmal danach, ob eine Pflanze toxisch oder aus medizinischer Sicht unbedenklich ist. Darüber hinaus bestimmt auch der Geschmack, ob eine Pflanze sich tatsächlich einen Stand als Nahrungsmittel erarbeiten kann. Verschiedene Beschreibungen von Testern, Köchen und Gärtnern ergeben ein rundes Geschmacksbild mit folgenden Eigenschaften:

Die Schärfe rührt vor allem von den enthaltenen Senfölen her. Dieser eigentlich als Schutzmechanismus der Kapuzinerkresse enthaltene Stoff ist für Menschen völlig unbedenklich und rundet das Portfolio wertvoller Inhalte sogar ab. Über die Senföle hinaus sind diese weiteren Stoffe enthalten:

  • Vitamine, vor allem Vitamin C
  • Mineralstoffe
  • Spurenelemente

Kapuzinerkresse

HINWEIS: Ursprünglich ist Senföl in der intakten Pflanze als Senfölglycosid enthalten. Erst bei der Zerstörung der Zellen durch Zerreißen, Kauen etc. reagiert der Stoff mit dem ebenfalls enthaltenen Enzym Myosinase zu Senföl. Erst das Öl selbst verursacht den scharfen Geschmack. Obwohl dies für den Esser unerheblich ist, könnte man sagen, die Kapuzinerkresse wird also erst durch den Essvorgang selbst scharf.

Gesundheitsfördernde Eigenschaften

Mitunter wird die Kapuzinerkresse sogar als Heilpflanze beschrieben. Denn der Kombination der Inhaltsstoffe werden zahlreiche positive Auswirkungen auf den menschlichen Organismus nachgesagt, die heute auch wiederholt medizinisch belegt wurden:

  • Förderung der Durchblutung
  • Anregung von Appetit und Verdauung
  • Förderung der Blutreinigung
  • Anregung aller Organe
  • Antibiotische Wirkung gegen Bakterien, Viren und Pilze durch Senföl

Allerdings lassen sich die Wirkstoffe der Kapuzinerkresse heute auf anderem Wege weit einfacher gewinnen, so dass sie als verbreitetes Heilmittel immer mehr verschwindet und höchstens noch in der Naturheilkunde eine Rolle spielt.