Kartoffelblüte - Titel

Die unterirdischen Wurzelknollen der Kartoffel (Solanum tuberosum) sind ein besonders wertvolles Grundnahrungsmittel, das fast täglich auf dem Speiseplan steht. Aber was ist mit den Knollen, wenn Kartoffelpflanzen keine Blüten entwickeln?

Auf den Punkt gebracht

  • Blütenbildung leitet Fruchtbildung und Knollenwachstum ein
  • Blühneigung ist je nach Sorte unterschiedlich ausgeprägt
  • Knollenwachstum wird von einem Blühhormon gesteuert
  • manche Sorten blühen länger, andere gar nicht, weniger oder kürzer
  • Kartoffelblüte kann aufgrund ungünstiger Bedingungen oder Pflegefehler ganz oder teilweise ausbleiben

Kartoffeln blühen

Kartoffelpflanzen bilden Blütenanlagen, aus denen sich die Früchte entwickeln. Das sind nicht die Knollen, sondern oberirdische, kleine, grüne, kirschgroße und giftige Beeren, die die Samen enthalten.

Ostbote
Quelle: Ordercrazy, Solanum tuberosum Ostbote (02), Bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0
  • pflanzeneigenes Hormon steuert Blütenbildung
  • wird von der Temperatur und Tageslänge beeinflusst
  • mit Blühbeginn, Entwicklung der oberirdischen Pflanzenteile weitestgehend abgeschlossen
  • Wachstum verschiebt sich von Blättern in die Knollen
  • Stolonen (Ausläufer) stellen das Längenwachstum ein
  • sie entwickeln Sprossknollen (Verdickungen)

Die Kartoffelblüte liegt sortenabhängig zwischen Juni und September. Bereits während der Kartoffelblüte haben sich viele kleine Knollen gebildet, die jedoch bis zur Vollreife noch kräftig an Volumen zunehmen müssen. Generell ist die Blütenbildung für das Knollenwachstum nicht notwendig.

Tipp: Frühkartoffel können aufgrund der verkürzten Vegetationszeit schon während der Blütezeit geerntet werden. Alle anderen erst, wenn das Laub komplett welk ist.

Kartoffelblüte bleibt aus?

Grundsätzlich ist die Neigung zur Blütenbildung bei den zahlreichen Kartoffelsorten unterschiedlich stark ausgeprägt und kann von Jahr zu Jahr variieren. So kann es vorkommen, dass nicht alle Pflanzen Blüten entwickeln oder diese nur schwach ausgebildet sind. Knollen bilden sich meist trotzdem, bleiben aber etwas kleiner.
Für die Ernte von Frühkartoffeln spielen Blüten keine Rolle. Anders sieht es bei Speisekartoffeln aus, die über den Winter eingelagert werden sollen. Bei ihnen sollte die Blütenbildung bis zur Ernte abgeschlossen und das Laub komplett verwelkt sein. Es gibt jedoch auch Sorten, die generell nicht blühen. Grund hierfür sind meist Überzüchtungen. Aber auch Krankheiten, Schädlingsbefall oder schlechte Kulturbedingungen können die Blütenbildung einschränken oder verhindern.

Faktoren, die die Blütenbildung beeinträchtigen

Jahreszeitlicher Temperaturverlauf

Durch ein ausgeklügeltes System ist die Kartoffelpflanze in der Lage zwischen kurzen und längeren Tagen zu unterscheiden. Sie zählt zu den sogenannten Langtagespflanzen. Die blühen, sobald die Nächte eine bestimmte Stundenzahl unterschreiten. Was die Temperaturen angeht, gedeihen Kartoffeln bei Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad am besten. Temperaturen über 30 Grad können das Pflanzenwachstum und damit auch die Kartoffelblüte beeinträchtigen. Folglich sollten sie bis spätestens Mai im Boden liegen.

Kartoffelpflanze im Garten

Trockenheit und Staunässe

Länger anhaltende Trockenheit und Staunässe bekommen der Kartoffel nicht. Beide hemmen die Pflanzen in ihrer Entwicklung und damit auch die Blütenbildung.

  • Trockenheit führt zu Unterversorgung
  • Blütenbildung kann ausbleiben oder deutlich schwächer ausfallen
  • Macht Pflanzen anfälliger für Krankheiten und Parasiten
  • Lässt sie schlimmstenfalls absterben
  • Kartoffeln vorbeugend, insbesondere bei anhaltender Trockenheit, wässern
  • Etwa alle zwei bis drei Tage

Beim Gießen sollten die Blätter trocken gehalten und nur auf den Wurzelbereich gegossen werden. Am höchsten ist der Wasserbedarf in der Zeit vom Auflaufen bis zur Blüte. Von Auflaufen spricht man, wenn die Saat gekeimt ist und die Pflänzchen sichtbar werden.

Bodenverhältnisse

Im Idealfall liegt der pH-Wert des Bodens zwischen 5,5 und 7,0 und hat einen niedrigen Salzgehalt. Bei niedrigeren Werten kann es passieren, dass Nährstoffe wie z. B. Phosphor nur eingeschränkt verfügbar sind. Auch wenn der pH-Wert höher als 7,5 ist, können Mikronährstoffe und Phosphor nur begrenzt verfügbar sein, obwohl der Gesamtanteil der Nährstoffe im Boden hoch ist. Zudem sind die Pflanzen dann anfälliger für Pulverschorf. Bei besonders hohen oder niedrigen Werten sollte der Boden nach Möglichkeit angepasst werden. Niedrige Werte lassen sich durch Kalken verbessern. Allerdings sollte man mindestens sechs Monate vor dem Pflanzen kalken.

Nährstoffmangel

Als Starkzehrer entziehen Kartoffeln dem Boden erhebliche Mengen an Nährstoffen.
Für einen Nährstoffmangel kann u.a. Trockenheit verantwortlich sein, die Pflanzen können kaum Phosphor, der für das Knollenwachstum verantwortlich ist, aus dem Boden aufnehmen. Neben Phosphor gehören jedoch auch Stickstoff und Magnesium zu den Hauptnährstoffen. Ein Mangel zeigt sich an der kompletten Pflanze oder den Knollen. Mangelerscheinungen treten allerdings eher selten auf.

Tipp: Kartoffeln sollten jedes Jahr an einem anderen Standort angebaut werden bzw. frühestens nach vier Jahren am selben Platz. Während dieser Zeit bietet sich dort die Pflanzung von Mittel- und Schwachzehrern an.

Kartoffelpflanze im Gartenbeet

Krankheiten und Schädlinge

Einige Krankheiten und Schädlinge können für stark eingeschränkte oder fehlende Blütenbildung verantwortlich sein und verkümmerte Knollen entwickeln. In Bezug auf die Blütenbildung sind vor allem die sogenannte Verticillium-Welke und die Schwarzbeinigkeit, insbesondere in einem frühen Stadium, erwähnenswert. Sind die Pflanzen befallen, altern sie frühzeitig und sterben ab, sodass es nicht zur Blütenbildung kommt. Kartoffelschädlinge befallen meist die jungen Triebe und Blätter aber auch die Blütenknospen, beispielsweise schwarze Läuse und Milben.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist Blütezeit für Kartoffeln?

Frühkartoffeln zeigen ihre Blüten etwa von Ende April bis Anfang Juni, mittelfrühe im Juni und späte Sorten ab August. Grundsätzlich reicht die Blütezeit von Juni bis September.

Müssen Kartoffeln unbedingt blühen?

Dass Kartoffeln kaum oder gar nicht blühen ist keine Seltenheit und hat in den meisten Fällen kaum Einfluss auf das Knollenwachstum. Bei Frühkartoffeln sind Blüten eher nebensächlich, sie werden geerntet, wenn die Blätter noch grün sind. Bei Speisekartoffeln, die eingelagert werden, sollte die Blüte möglichst abgeschlossen und alle oberirdischen Pflanzenteile verwelkt sein. Das gewährleistet, dass die Knollen reif und somit lagerfähig sind.

Warum fallen die Blüten ab?

Die Blüten welken relativ schnell und fallen ab. Das macht aber nichts, denn die Kartoffelblüte dient vor allem der Frucht- und Samenbildung. Und Früchte sind nicht die Knollen im Boden, sondern die oberirdisch wachsenden grünen Beeren.