Kartoffeln im Sack pflanzen

Sie würden gern eigene Kartoffeln ernten, haben aber keinen Garten? Das ist kein Hindernis! Wir stellen Ihnen eine platzsparende Anbaumethode vor, die sogar auf dem Balkon gelingt: Kartoffeln im Sack pflanzen.

Auf den Punkt gebracht

  • Pflanzsäcke sind eine platzsparende Anbaumöglichkeit für Kartoffeln und andere Gemüsesorten
  • verwendet werden Reis- oder Jutesäcke
  • ein sonniger Standort ist erforderlich

Kartoffelanbau im Sack

Warum sollte man Kartoffeln im Sack pflanzen und anbauen? Die Vorteile liegen auf der Hand:

  1. Die Anbaumethode ist unkompliziert und erfordert wenig Platz.
  2. Der Kartoffelanbau ist auf Flächen mit geringer Bodenqualität möglich. Nur zur Füllung des Sacks wird nährstoffreiches Substrat gebraucht. Der Pflanzsack ermöglicht, die Zusammensetzung des Substrats optimal auf den Anspruch der Kartoffeln abzustimmen.
  3. Die Ansiedlung von Unkraut ist bei dieser Methode begrenzt. Das Jäten entfällt fast vollständig.
  4. Die Verdunstung des Wassers wird durch den Sack reduziert.
  5. Schädlinge, die Knollen oder Wurzeln befallen, werden durch den Sack zum größten Teil verhindert.
  6. Pflanzsäcke gewährleisten ein gutes Wurzelwachstum. Wurzelfäule tritt bei dieser Anbaumethode sehr selten auf.
  7. Die Ernte der Kartoffeln ist einfach. Verletzungen der Kartoffelknollen werden verhindert, da das Ausgraben mit einem Spaten entfällt.
  8. Pflanzsäcke überzeugen durch ihre Mobilität. Kleinere Säcke können Sie ohne Weiteres an einen anderen Ort stellen oder sogar mitnehmen, wenn Sie umziehen.
Kartoffeln im Sack pflanzen

Erforderliche Materialien

Um das spannende Abenteuer Kartoffeln im Sack pflanzen zu beginnen, benötigen Sie:

  • einen Sack mit etwa 50 Liter Inhalt
  • 5 Kartoffeln
  • 40 Liter Substrat
  • Blähton oder groben Kies als Drainage

Der Pflanzsack

Zum Anbau von Speisekartoffeln und Gemüse im Sack eignen sich:

  • Jutesäcke
  • Reissäcke
  • Säcke aus grobem Stoff
  • Pflanztaschen aus Kunststoff

Hinweis: Im Fachhandel erhalten Sie fertige Pflanztaschen, sogenannte Grow Bags, fertig zusammengestellt mit Saatgut, Drainagematerial und vorbereitetem Substrat.

Jute-Material
Jute-Material

Das Substrat

Die Kartoffel (Solanum tuberosum) zählt zu den Starkzehrern. Sie benötigt nährstoffreiches, durchlässiges, humoses und sandiges Substrat. Sie können Sie im Handel erhältliche Gemüseerde verwenden, die Sie mit Sand mischen. Der optimale pH-Wert des Bodens für den Kartoffelanbau liegt zwischen 5 und 6.

Anleitung

Kartoffeln im Sack pflanzen ist ganz einfach. Sehen Sie hier:

  • Vorkeimen
    Lassen Sie Saatkartoffeln an einem hellen Ort, zum Beispiel auf der Fensterbank, bei etwa 10 Grad Celsius vorkeimen. Legen Sie die Saatkartoffeln mit etwas Abstand in Obstkisten. Es ist wichtig, dass sie möglichst von allen Seiten viel Licht bekommen.

Tipp: Achten Sie darauf, dass die Krone der Kartoffelknollen, an der die schlafenden Augen sitzen, nach oben zeigt.

  • Pflanzsack vorbereiten
    Entscheidend für eine gute Ernte ist die Vermeidung von Staunässe. Schneiden Sie in den Boden des Jute-, Stoff- oder Reissacks einige ein bis zwei Zentimeter große Abzugslöcher. Wenn Sie den Pflanzsack auf dem Balkon oder auf der Terrasse platzieren, legen Sie eine Folie unter. Ansonsten entstehen unschöne Flecken. Rollen Sie den Sack bis auf 30 Zentimeter auf.
  • Drainage einfüllen
    Füllen Sie eine fünf Zentimeter dicke Schicht Blähton oder Kies in den Sack.
  • Substrat einfüllen
    Füllen Sie bis zur Höhe von 20 Zentimetern Substrat auf.
Kartoffeln pflanzen
  • Kartoffeln in den Sack pflanzen
    Ab Ende April können die Saatkartoffeln eingesetzt werden. Legen Sie die Knollen mit den Keimspitzen nach oben. Füllen Sie etwa fünf Zentimeter Substrat auf, sodass sie leicht bedeckt sind. Nun müssen Sie die Pflanzung angießen und abwarten.

Pflege

  • Substrat nachfüllen
    Nach etwa 14 Tagen zeigen sich die ersten grünen Blätter. Rollen Sie den Stoffsack auf und geben Sie so viel Substrat hinein, bis die Blätter nicht mehr zu sehen sind. Wiederholen Sie diesen Vorgang in den folgenden Wochen immer wieder, wenn sich grüne Blätter zeigen. Nach fünf bis sechs Wochen ist der Sack dann voller Erde. Die Blätter, die es dann durch die Erde schaffen, dürfen sich entfalten.
    
  • Gießen
    Gießen Sie die Pflanzen regelmäßig. Achten Sie darauf, dass der Boden feucht bleibt.

Tipp: Wer möchte, kann den Reis- oder Jutesack in eine bunt bemalte, alte Kartoffelkiste stellen. Achten Sie darauf, dass der Wasserabzug ungehindert möglich ist.

Ernte und Lagerung

Im Spätsommer wird das Laub welk und trocken. Warten Sie noch zwei bis drei Wochen, dann sind die Knollen reif. Sie können Sie den Sack auskippen und die Kartoffeln ganz einfach heraussuchen. Lagern Sie die Kartoffelernte an einem dunklen, trockenen und kühlen Ort.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß muss der Pflanzsack sein?

Wir empfehlen, für den Kartoffelanbau Pflanzsäcke mit etwa 50 Liter Fassungsvermögen zu verwenden. Diese bieten ausreichend Platz für fünf Kartoffelpflanzen und können bei Bedarf noch bewegt werden.

Können Pflanzsäcke mehrfach verwendet werden?

Jutesäcke, Reissäcke und handelsübliche Kunststoffpflanztaschen sind stabil und können mehrfach verwendet werden. Waschen Sie die Säcke nach der Benutzung aus. Lassen Sie sie gut trocknen, um Schimmel zu verhindern.

Wie oft müssen Kartoffelpflanzen im Sack gegossen werden?

Die Pflanzung im Sack erfordert mehr Feuchtigkeit als die gewöhnliche Bodenkultur. Das Wasser fließt durch das grobe Gewebe nach außen, sodass Staunässe weitestgehend vermieden werden kann. Das Substrat darf nicht austrocknen. Gießen Sie regelmäßig.

Gelingt der Kartoffelanbau auch in festen Gefäßen auf dem Balkon?

Sie können die leckeren Knollen ebenso in hohen Töpfen und Kübeln anbauen. Alte Regentonnen oder Maurerkübel sind geeignete Alternativen. Die Sonnenstrahlen heizen die dunklen Wände langsam auf, sodass sich die Pflanzen gut entwickeln können. Wichtig ist, die Gefäße mit Abzugslöchern zu versehen. Ansonsten ist die Vorgehensweise die gleiche wie beim Anbau im Sack.