Kartoffelrose richtig schneiden | ‚Sylter Rosen‘ Rosa rugosa

Kartoffelrose, Rosa rugosa

Kartoffelrosen bringen mit ihrem wilden Ursprung ein Stück echte Natur in den Garten. Im Sommer locken ihre nahrhaften Blüten zahlreiche Insekten und Vögel herbei. Im Herbst folgen die roten Hagebutten, die wir ebenfalls kosten dürfen. Diese duftende Rosenart bewundern wir gern als einen großen und dichten Busch. Findet die Pflanze von ganz allein zu dieser Form? Oder muss eine Schere die Richtung vorgeben. Wenn ja, wie viel darf ungestraft weg?

Kartoffelrose schneiden

Wilde Schönheit ohne Schnitt

Eine Wildrose, was ja auch die gezielt gepflanzte Kartoffelrose immer noch ist, darf ihren Namen ausleben und wild wachsen, wohin es ihre Zweige treibt. In der freien Natur ist schließlich auch niemand da um ihre Zweige zu stutzen, und sie gedeiht trotzdem. Wer bewusst einen naturnahen Garten gestaltet, wird die Kartoffelrose, die im Volksmund auch den Namen Sylter Rose trägt, ohnehin fast gänzlich in Ruhe lassen. Der natürliche Wuchs der Kartoffelrose kann wie folgt charakterisiert werden:

  • treibt grüne und behaarte Zweige
  • sie bilden eine Strauchform
  • wächst aufrecht bis 1,5 m hoch
  • unter guten Voraussetzungen sogar bis 2 m
  • geht ebenfalls bis 1,5 m in die Breite
  • jährlicher Zuwachs liegt bei etwa 20 bis 40 cm
  • im Alter folgen überhängende Triebe

Kartoffelrose, Rosa rugosa

Gründe

Wann Rückschnitt sinnvoll ist

Die Kartoffelrose, mit dem schönen botanischen Namen Rosa rugosa, kann zunächst wild wachsen, bis ihr Aussehen ihrem Besitzer nicht mehr zusagt und die Schere Abhilfe verspricht. Ansonsten gibt es drei Kriterien, die über die Notwendigkeit von Schnittmaßnahmen entscheiden:

  • das Alter der Wildrose
  • der Standort
  • die gewählte Kultivierungsform

Ziel von Schnittmaßnahmen ist meist, der Rosa rugosa eine dichte bzw. gewünschte Form zu geben oder zu erhalten.

Alter

Mit dem Alter verändert sich die Form

Eine Apfelrose, Dünenrose oder welche Bezeichnung die Kartoffelrose in Ihrer Gegend auch hat, wird irgendwann auch mal ein altes Gewächs. Während des Alterns verliert sie die schöne Form aus ihren jungen Jahren:

  • Zweige wachsen spärlicher in der Anzahl
  • sie stehen zudem immer weiter auseinander
  • Neuaustriebe bleiben dünn

Wenn die Rosa rugosa bereits diese Alterserscheinungen zeigt, muss sie bis auf den Rosenstock zurückgeschnitten werden. Danach treibt sie neu und vor allem dichter aus. Bis sie sich ihr ursprünglich gutes Aussehen zurückerobert hat, vergeht einige Zeit. Dieser Zeitverlust nach dem Radikalschnitt und die unschöne Zeit davor können mit einem regelmäßigen Schnitt beizeiten verhindert werden.

Standort

Der Standort setzt Grenzen

Beim Einpflanzen sind die meisten Rosen klein und finden folglich leicht ein freies Plätzchen im heimischen Gartenboden. Nicht jeder Rosenbesitzer denkt viele Jahre voraus und plant ausreichend Platz für zukünftiges Wachstum ein. Gelegentlich lässt sich nachträglich durch Neugestaltung des Gartens mehr Freiraum gewinnen. Doch oft ist keine solche Möglichkeit vorhanden, beispielsweise weil die Rose nah an einem Gebäude wächst. Spätestens wenn mit den Jahren die Rosenzweige überall anecken, muss die Schere ihr einige davon nehmen.

Art der Kultivierung

Kultivierung entscheidet über die Form

Die Kartoffelrose ist in der Gartengestaltung flexibel einsetzbar. Beginnend mit einem Dasein als Solitärpflanze, hin zu einem Heckenleben in Reihe und Glied. Sogar eine Kultivierung in einem großen Kübel lässt sich dieses wilde Gewächs gefallen. Es liegt auf der Hand, dass jedes Mal eine andere Form notwendig ist. Da sich die Rose selbst nicht darum schert wie sie wächst, muss ihr ihr Besitzer mit der Schere die gewünschte Kontur geben.

  • Kübelrose muss im Wachstum begrenzt werden
  • Hecke muss in die Höhe wachsen
  • und eine geeignete Heckenform annehmen
  • frei wachsende Rosenstöcke sollen dicht und schön aussehen

Kartoffelrose, Rosa rugosa

Ideale Zeit für das Schneiden

Die beste Zeit für das Schneiden der Kartoffelrose ist das Frühjahr, wenn die Außentemperaturen milder werden. Die Regel, wonach Rosen zu Forsythienblüte geschnitten werden, kann auch bei dieser wilden Rose angewendet werden. Schauen Sie sich also im eigenen oder den benachbarten Gärten um, ob da nicht schon ein paar gelbe Zweige von weitem leuchten.

Eine bestimmte Form wird mit einem jährlichen Schnitt am besten erreicht und bewahrt. Wenn es darum geht, die Sylter Rose vor Altersverkahlung zu schützen, reicht auch ein Schnitt alle zwei Jahre.

Werkzeug und Schnittregeln

Für den Rückschnitt Ihrer Rosa rugosa benötigen Sie eine scharfe und saubere Gartenschere sowie schützende Gartenhandschuhe. Beim Schneiden sind noch folgende Regeln zu beachten:

  • Schnitt etwa 0,5 cm oberhalb einer gesunden Knospe ansetzten
  • stets in einem 45° Winkel schneiden

Sylter Rosen schneiden: Anleitung

So wird eine Rosa rugosa geschnitten

Entscheiden Sie sich zunächst, welche Form Sie Ihrer Kartoffelrose geben wollen und orientieren Sie sich beim Rückschnitt daran.

1. Schauen Sie sich zunächst die einzelnen Zweige der Rose an, um die Stärke der Triebe einzuschätzen. Die starken Triebe werden etwas anders geschnitten als dünne.
2. Lassen Sie an starken Zweigen etwa 5 Knospen dran und schneiden Sie den Rest des Zweiges ab.
3. Schneiden Sie dünne Triebe bis auf 2 bis 3 Knospen herunter.
4. Sollten Sie Zweige entdecken, die abgestorben, beschädigt oder einfach nur störend wachsen, können Sie sie bodennah entfernen. Tote Triebe erkennen Sie meist an einer braunen Färbung.

Tipp: Einige abgeschnittene Zweige können Sie bei Bedarf für die Stecklingsvermehrung dieser Rose nutzen.

So wird eine Rosenhecke geschnitten

Eine Hecke aus Sylter Rosen benötigt eine andere Scherenführung als Solitärpflanzen. Sie soll vor allem dicht und hoch wachsen, deswegen wird die Schere an alte Triebe angesetzt, um einen Neuaustrieb zu erreichen.

1. Wählen Sie von jeder Rosa rugosa Pflanze drei der ältesten Triebe aus.
2. Schneiden Sie diese Zweige jeweils bodennah ab. Alle anderen Zweige werden nicht geschnitten.

Hecken sollten jährlich geschnitten werden, damit sie einen dichten und hohen Wuchs entwickeln und so ihre Sichtschutzfunktion optimal erfüllen.

Tipp: Aus einer einzelnen Rosenpflanze können Sie kostenlos eine ganze Hecke gestalten, indem Sie die zahlreich gebildeten Ausläufer von der Mutterpflanze abtrennen und separat einpflanzen.

Dickicht vermeiden

In diesem Absatz geht es um Schnittmaßnahmen, die Sie lieber beizeiten vermeiden sollten. Die Rede ist von einem sogenannten Dickicht, den diese Wildrosenart bildet, wenn sie nicht daran gehindert wird.

  • Rose bildet von Natur aus viele Ausläufer
  • diese treiben im Frühjahr aus
  • Rose nimmt so eine immer größere Fläche ein
  • zwischen Wildrose und neuen Pflänzchen ist bald kein Durchkommen
  • immer wieder ist ein mühsamer Rückschnitt notwendig
  • oder noch mühsameres Ausgraben der Ausläufer

Bereits beim Pflanzen sollte eine Wurzelsperre integriert werden, damit das Wachstum der Wildrose nicht aus dem Ruder läuft und nur noch schwer zu bändigen ist.

Tipp: Wenn Sie für die Sylter Rose einen ausreichend großen Kübel auftreiben können, ist das Ausläuferproblem durch die Grenzen der Behausung zwangsläufig gelöst.

Blüten nicht schneiden

Wenn Sie verblühte Blüten der Kartoffelrose schneiden, schadet das der Pflanze nicht. Sie tun sich allerdings selbst keinen Gefallen damit, denn nach der Blüte folgen schon bald Hagebutten in einem dekorativen Orangeton. Diese sind jedoch mindestens genauso schön anzusehen wie die Blüten.

Tipp: Hagebutten der Sylter Rosen sind nicht nur essbar, sondern auch noch köstlich. Ein großer Strauch liefert genügend davon, um daraus leckere Marmeladen oder Tees zu zaubern.

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