Kartoffelsorten, die besten Sorten im Überblick

Es gibt unzählige Kartoffelsorten, die sich aufgrund ihrer Eigenschaften für unterschiedliche Zubereitungen eignen. Doch um bereits beim Anbau richtig zu entscheiden, sollte der Gärtner die besten Arten kennen. Die Auswahl von mehlig bis festkochend, frühen oder späten Kartoffelsorten und alten oder neuen Züchtungen vereinfacht sich durch diesen Artikel. Hier werden die besten Sorten vorgestellt und mit ihren Eigenschaften und Besonderheiten beschrieben.

Kartoffeln

Die Kartoffel – In Deutschland ein Grundnahrungsmittel

In keinem anderen Land der Welt werden so viele Kartoffeln verzehrt wie in Deutschland. Die Kartoffel ist ein Grundnahrungsmittel, das in Suppen, in gekochter oder gebratener, in gegrillter, in ganzer oder geschnittener Form, als Pellkartoffel mit Schale oder als Salzkartoffel verzehrt wird.

In einem Kartoffelland wie Deutschland ist die handelsübliche Vielfalt der Sorten dennoch begrenzt. Nur in BIO-Gärten oder im ausgewählten Handel sind seltene, ältere und außergewöhnlich geformte Kartoffelsorten zu finden.

Kartoffelsorten gibt es viele verschiedene

Sorten

Sortenvielfalt: Wie sich die 4000 Arten unterscheiden

In Deutschland werden rund 210 Kartoffelarten kultviert. Die Wenigsten gelangen in größerer Menge in den Handel, da viele exotische Kartoffelsorten beispielsweise vor allem in heimischen Gärten angebaut werden. Der im großen Stil landwirtschaftlich angebaute Genpol ist erstaunlich klein, wird er im Hinblick auf die enorme Sortenvielfalt betrachtet. In 2008 war das Jahr der Kartoffel und der Erdapfel wird seither mit ein wenig mehr Aufmerksamkeit bedacht. Beim Anbau oder beim Kauf wird grundsätzlich in vier verschiedene Rubriken eingeteilt.

  • mehlig
  • vorwiegend mehlig
  • festkochend
  • vorwiegend festkochend

Doch auch die Erntezeit spielt für den Gärtner eine nicht zu unterschätzende Rolle. Hier erfolgt die Unterteilung in frühe und späte Kartoffelsorten. Zusätzlich können Kartoffeln in rote und gelbe Knollen, in alte, in seltene oder in klassische Arten unterteilt werden. Jede einzelne Kartoffel hat ihre Besonderheiten, die weit über die Kocheigenschaften hinausgehen und nicht allen auf der Einstufung in mehlig oder festkochend basieren.

Stärkegehalt

Die Kocheigenschaften im Zusammenhang mit dem Stärkegehalt

Dass Kartoffeln eine größere Menge Stärke enthalten, ist bekannt und eines der wichtigsten Merkmale aller Arten. Je mehr Stärke eine Kartoffelsorte enthält, umso weicher wird sie beim Garen und umso kürzer ist die Garzeit. Mehlige Kartoffeln sind lockerer und trockener als Sorten, die als festkochende Erdäpfel beschrieben werden. Wird der Stärkegehalt mit teilweise fest- oder mehlig kochend angegeben, handelt es sich in der Regel um Kreuzungen aus zwei Arten mit verschiedenem Stärkegehalt. Im Rahmen der Kultivierung von Kartoffeln sind zahlreiche neue Arten entstanden, die die besten Eigenschaften der ursprünglichen Kartoffel in sich vereinen.

Kartoffeln sind in Deutschland ein Grundnahrungsmittel

Mehlige Kartoffeln

Für alle Pürees, Knödel oder Kartoffelsuppen und Eintöpfe sind mehlige Kartoffelsorten bestens geeignet. In Deutschland haben sich vor allem drei Arten etabliert, die aufgrund ihres würzigen Geschmacks beliebt und unter den Namen folgenden Namen bekannt sind.

  • Augusta
  • Adretta
  • Ackersegen

Alle drei Kartoffelsorten haben einen sehr hohen Stärkegehalt und sind daher weichkochend. Die Sorte Augusta ist eine frühe Kartoffel, die rund-oval geformt und gelbfleischig ist. Sie ist mild und gleichzeitig aromatisch, in Deutschland weit verbreitet und eine beliebte Kartoffelsorte für Suppen, Eintöpfe und Knödel. Adretta gehört zu den mittelfrühen Kartoffelsorten und fällt durch ihren kräftigen, aromatischen Geschmack auf. Auch die Sorte Ackersegen wächst mittelfrüh und bildet runde, gelb gefärbte Knollen. Bei allen drei Arten handelt es sich um mehlige Kartoffeln, die am besten in einem lockeren Boden gedeihen und mittelgroß bis groß sind.

Teils mehlig kochende Kartoffeln

Teilweise mehlige Kartoffeln verfügen über einen mittleren Stärkegehalt und werden von erfahrenen Köchen sehr gerne verwendet. Sie verbinden die weichen Kocheigenschaften der mehligen Sorten mit dem Vorteil fester, damit verbunden, schnittfester, Kartoffeln. Die beliebtesten teilweise mehligen Kartoffelarten sind die Folgenden.

  • Hela
  • Bintje
  • Mandelkartoffel

Kartoffelpflanze im Gartenbeet

Die Sorte Hela ist eine frühe, oval geformte und typisch gelbe Knolle. Durch ihr sehr mildes Aroma gibt es für diese Kartoffelsorte viele Verwendungsmöglichkeiten in der Küche. Bintje zählt zu den mittelfrühen Arten, hat eine länglich ovale Form und neben dem gelben Fleisch, eine ebenfalls gelbe Schale. Mittelspät ist die Mandelkartoffel, deren Name auf die Form des Erdapfels schließen lässt. Mandelkartoffeln sind klein, schmecken leicht cremig und werden am liebsten als Pellkartoffeln verarbeitet. Im Gegensatz zu rein mehligen Kartoffelsorten eignen sich diese Arten für weitaus mehr Rezepte, bei denen eine gewisse Schnittfestigkeit notwendig ist.

Festkochende Kartoffeln

Zu den am häufigsten in hiesigen Gärten und in der Landwirtschaft angebauten Kartoffeln gehören festkochende Arten. Hier haben vor allem die folgenden Sorten eine höhere Bekanntheit erreicht.

  • Linda
  • Annabelle
  • Nicola
  • Glorietta

Linda wächst mittelfrüh, hat länglich ovale Knollen und eine sehr glatte Schale mit intensiver Gelbfärbung. Sie schmeckt cremig und ist äußerst lange lagerfähig. Annabelle reift früh, hat ebenfalls längliche Knollen und gelbes Fleisch, sowie eine gelbe Schale. Sie ist aromatischer als Linda und gehört nicht ohne Grund zu den beliebtesten Kartoffelsorten. Nicola wurde im Jahr 2016 zur Kartoffel des Jahres gekürt und ist eine mittelfrühe, aromatische Sorte mit hellgelbem Fleisch. Glorietta reift sehr früh, hat längliche Knollen und tiefgelbes Fruchtfleisch. Alle festkochenden Kartoffelsorten haben eine längere Garzeit als mehlige Kartoffeln und eignen sich für Kartoffelsalate, als Beilage zu Fleisch und zu Gemüse. Sie sind stärkearm, wodurch sie beim Garen nicht zerfallen und auch bei längerer Kochzeit schnittfest bleiben.

Teils festkochende Kartoffeln

Seltener werden vorwiegend festkochende Kartoffelarten verwendet. Hier sind vor allem diese Sorten beliebt.

  • La Bonnotte
  • Finka
  • Marabel

La Bonnotte ist eine mittelfrühe Sorte mit markanten Zeichnungen auf der Schale. Das Fruchtfleisch ist gelb, die Knollen sind vorwiegend rund und der Geschmack ist cremig bis fein aromatisch. Finka ist eine Frühkartoffel mit gelbem Fleisch und rundovaler Form. Marabel wächst reift früh und bildet ovale, gelbe Knollen, die durch ihr intensives Aroma vor allem für Pellkartoffeln geschätzt werden.

Kartoffelsorten gibt es rund 210 in Deutschland

Exotische Kartoffelsorten

Exotische Kartoffelsorten werden immer beliebter

Viele Jahre wurden vor allem alte, bekannte und hauptsächlich gelbe Kartoffeln angebaut. Seltene Exoten fanden nur wenig Beachtung und wurden als schwierig im Anbau eingestuft. Ein beliebtes Beispiel für exotische Kartoffelsorten ist die Blue Annelise, deren Fruchtfleisch dunkelblau bis tief violett gefärbt ist. Auch die Rote Emmalie, eine frühe Sorte mit roter Schale, wird als dekorative und nussig aromatische Kartoffel sehr gerne für Salate verwendet. Eine rote Schale und gelbes Fruchtfleisch zeichnet die Kartoffelsorte Laura aus. Sie gehört zu den häufigsten im Handel erhältlichen Sorten, deren Schale nicht gelb oder bräunlich ist. Es gibt eine ganze Bandbreite exotischer Kartoffelsorten, deren Schalen- und Fleischfärbung von einem hellen rot, violett oder blau bis zu beinahe tiefschwarzer Nuancierung reicht. Da diese Kartoffeln nicht im großen Stil angebaut werden, stehen sie vorwiegend bei passionierten Gärtnern auf dem Speiseplan.

Kartoffelsorten – Einteilung

Die Einteilung der Kartoffelsorten nach ihrer Reifung

Für jeden Gärtner spielt die Reifezeit bei der Auswahl seiner bevorzugten Kartoffeln eine wichtige Rolle. Es gibt nicht nur frühreifende und späte Arten, sondern auch Erdäpfel mit kurzer, mittellanger oder langer Reifezeit. Mittel- und spätreifende Kartoffeln sind besonders häufig von der Krautfäule befallen, während frühe Arten weitgehend vom Pilzbefall verschont bleiben. Die Unterteilung in Reifezeiten erfolgt in folgend aufgeführte Arten.

  • sehr frühreife
  • frühreife
  • mittelfrühreife
  • mittelspäte bis späte

Sehr früh können die Arosa und die Bellaprima geerntet werden. Immer noch früh, wenn auch ein wenig nach den aufgeführten Arten, reifen die Marabel, die Princess und die Gala. Zu den mittelfrühreifen Kartoffeln gehören die Filea und die Agria, sowie die exotische Sorte Blauer Schwede. Später und daher hauptsächlich als Herbst- und Winterkartoffel bekannt, reifen Ackersegen, die Schwarzblaue aus dem Frankenwald und die Cascada. Wer das ganze Jahr über Kartoffeln ernten möchte, kann durch die unterschiedlichen Reife- und Erntezeiten verschiedene alte, rote, blaue, frühreifende oder späte Sorten anbauen.

Kartoffelsorten werden nach Reifezeit eingeteilt

Alte Kartoffelsorten

Alte Kartoffeln: Zeitüberdauernde Kartoffelsorten im Überblick

Heute sind es vor allem kleine Betriebe, Hobbygärtner und BIO-Bauern, die alte Kartoffelarten züchten und für den Sortenerhalt sorgen. Lediglich die Sorte Ackersegen wird aufgrund ihrer Beliebtheit und anspruchslosen Pflege als eine der wenigen alten Arten in der gewerblichen Landwirtschaft angebaut. Weniger bekannt sind La Ratte oder Shetland Black, das Bamberger Hörnchen und die Färberkartoffel.

Viele seltene Kartoffelarten sind heute kaum noch zu finden. Dabei gibt es länderspezifische Unterschiede. In Deutschland konzentrieren sich Bauern und Gärtner vorwiegend auf eine der 200 neuen Kartoffelsorten, während in Österreich, in Frankreich und in England viele ältere Arten beliebt sind. Mit der ersten Erwähnung vor über 130 Jahren ist die La Ratte eine Kartoffel, die wegen ihres Aromas geschätzt und vor allem in Frankreich verzehrt wird. In Deutschland spielt vor allem das Bamberger Hörnchen eine wichtige Rolle. Diese Kartoffel ist nicht nur aromatisch und würzig, sondern hat ihren Namen durch die Form bekommen. Hörnchenförmig wächst der Erdapfel, der in gut sortierten Supermärkten und in BIO-Geschäften durchaus noch zu finden ist.

Wer sich für die seltenen Arten interessiert, wird an diesen Sorten Freude haben:

  • La Ratte
  • Arran Victory
  • Asparages – der dänischen Spargelkartoffel
  • und Heideniere

alte Kartoffelsorten haben die Zeit überdauert

Jede seltene Art, egal ob sie mehlige Eigenschaften aufweist oder festkochend ist, fällt durch ihr besonderes Aroma und ihre meist ungewöhnliche Form und Farbe auf. Ein Blickfang ist die Sorte Blauer Schwede. Diese Kartoffel hat eine tiefviolette, fast schwarze Schale und ein Fruchtfleisch in gleicher Farbgebung. Sehr intensiv schmeckend und äußerst dekorativ, wird der Blaue Schwede vor allem für Salate oder zur dekorativen Verzierung auf dem Teller genutzt.

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