Klee im Rasen entfernen

Klee gilt als nahrhafte und einfach zu kultivierende Futterpflanze. Im heimischen Rasen wollen wir ihn dagegen nicht haben. Denn er ist in der Lage, den Rasen Stück für Stück vollständig zu verdrängen. Mit unserer Hilfe entfernen Sie ihn dagegen effektiv.

Wirkungsvolle Wege, um Klee zu entfernen

Um den lästigen Klee aus dem eigenen Rasen zu verdrängen, gibt es zahlreiche unterschiedliche Möglichkeiten. Welche davon am besten geeignet ist, hängt davon ab, wie weit sich die Pflanze bereits ausgebreitet hat und welche Art dieser Artenfamilie tatsächlich vorhanden ist. Denn auch bei Klee können von Art zu Art eklatante Unterscheide auftreten.

Sauerklee im Rasen

Richtig mähen

Vor eigentlichen Maßnahmen, um Klee zu entfernen, sollten Sie die Grundlage der Rasenpflege kennen, damit sich der lästige Besucher erst gar nicht ausbreiten und den Rasen verdrängen kann: das richtige Mähen. Essentiell ist hierbei die richtige Schnitthöhe. Diese liegt bei rund fünf bis sechs Zentimetern. Kürzen Sie den Rasen weiter, kann sich der Klee schneller entwickeln, als es Ihr Rasen tut. Sind Rasenpflanzen erst einmal vom Klee überdeckt, haben sie ihm nicht mehr viel entgegenzusetzen. Je länger der Rasen verbleibt, umso eher ragen die Grashalme über den Klee hinaus und erlangen so immer noch ausreichend Licht und Wasser. Ihr Rasen ist insgesamt widerstandsfähiger gegen die verschiedenen Kleearten.

Mangelerscheinungen beseitigen

Ein Grund, warum sich Klee rasend verbreiten und Rasen sogar vollständig verdrängen kann, ist die Tatsache, dass er mit mangelhaft versorgten Böden besser klar kommt, als der eigentliche Rasen. So ist er in der Lage, von einer besseren Ausgangsposition aus zu agieren und den Kampf um die Wuchsfläche aufzunehmen. Je nach Kleesorte deutet ein vermehrtes Auftreten oder gar eine klar erfassbare Ausbreitung auf unterschiedliche Mangelerscheinungen hin. Bekämpfen Sie den Mangel, stellen Sie damit die Weichen, um den Klee wirkungsvoll zu verdrängen:

Hornklee

Hornklee, Lotus corniculatus
Quelle: AnRo0002, 20180515Lotus corniculatus1, Bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0

Ausbreitung bei:

  • stickstoffarmen Böden wegen Symbiose mit stickstoffbindenden Bakterien (eigene „Düngerproduktion“)

Tipp: Verwenden Sie an Stelle sonstiger Stickstoffdünger insbesondere Hornmehl. Es enthält viel Stickstoff, ohne das meist damit einhergehende Phosphat. So stärken Sie den Rasen, ohne gleichzeitig dem Klee etwas Gutes zu tun.

Abhilfe:

  • Einsatz stickstoffhaltiger Dünger
  • Zuführung organischer, stickstoffhaltiger Bodenmasse, z.B: Mulch, Kompost, Mist

Sauerklee

Glückskleeblatt, Oxalis tetraphylla
Sauerklee, Glücksklee, Oxalis tetraphylla

Ausbreitung bei:

  • kalkarmem, saurem Boden

Abhilfe:

  • pH-Wert des Bodens über Kalk, Basaltmehl o.ä. anheben

Weißklee

Weißklee, Trifolium repens
Quelle: Leo Michels, Trifolium repens IP, Bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0

Ausbreitung bei:

  • kalkhaltigem Boden
  • nährstoffarmem Untergrund

Abhilfe:

  • Bodenkalk zuführen
  • Nährstoffe über organische oder mineralische Dünger zuführen
  • bodenverbessernde Maßnahmen vornehmen (Kompost, Mist oder Humus einarbeiten, dabei pH-Wert prüfen und ggf. regulieren)

Achtung: Die Beseitigung einer mangelhaften Bodenbeschaffenheit kann eine Basis bilden, auf der die Kleepflanzen nicht mehr in der Lage sind, den Rasen zu verdrängen. Eine bereits vorhandene Ausbreitung lässt sich damit aber kaum entfernen. Denn auch bei „gleichwertigen“ Wuchsvoraussetzungen ist der Klee dem Rasen oft überlegen. Mit seinen großen Blättern kann er Licht und Regen abgreifen und sich so trotzdem weitere Vorteile verschaffen. Die Bodenverbesserung kann daher nur begleitend oder sogar vorbeugend erfolgen, während das Entfernen durch andere, im Folgenden beschriebene Maßnahmen vorgenommen werden muss.

Vertikutieren

Der weiße Klee gilt als besonders einfach zu bekämpfen. Ihm kommen Sie in aller Regel mit Vertikutieren bei, was ohnehin bei der frühjährlichen Rasenvorbereitung eine wichtige Maßnahme darstellt. So können Sie dem Rasen einen optimalen Start verschaffen und den Weißen Klee bereits von vorn herein klein halten. Mit diesen Voraussetzungen ist er kaum mehr in der Lage, die Rasenpflanzen flächig zu verdrängen.

Rasen vertikutieren
Rasen vertikutieren

Wirkweise:

  • bessere Belüftung der Rasenwurzeln durch Bodeneinschnitte
  • Entfernen von toter Rasensubstanz für bessere Luft- und Wasserzufuhr
  • Reduktion zusätzlicher Belastungen durch Zersetzungsbakterien in toter Rasenmasse
  • Schwächung des Klees durch Zerschneiden der flächig ausgebreiteten Wurzeln

Ergänzende Maßnahmen:

  • ergänzende Düngung für optimale Erholung des Rasens
  • intensive Wassergabe für rasche Erholung der Rasenpflanzen

Ausstechen

Gerade Hornklee ist durch Vertikutieren, Mähen etc. kaum in den Griff zu kriegen. Die wild wuchernden und zugleich sehr robusten Pflanzen verdrängen Rasen Zug und Zug, bis letztlich große Kleeflächen ohne jeglichen Rasenwuchs verbleiben. Die einzig wirksame rasenschonende Variante ist daher das Ausstechen jeder einzelnen Kleepflanze.

Vorgehen:

Unkraut entfernen mittels Unkrautstecher
Unkrautstecher
  • Kleepflanze identifizieren
  • Seitentrieben bis zur Wurzel folgen
  • Wurzel mit Unkrautstecher, Spachtel oder anderem Werkzeug vollständig senkrecht ausstechen
  • Kleepflanze im Restmüll entsorgen (wg. weitere Verbreitung bei Kompostierung)

Hinweis: Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu dicht am Klee abstechen, so dass Sie die ganze Wurzel erfassen. Stechen Sie dagegen zu großzügig ab, verbleibt im Rasen eine deutlich sichtbare Lücke, die Sie anschließend durch Nachsaat füllen müssen.

Abdecken

Trotz seiner Widerstandsfähigkeit ist auch Klee auch Wasser und Sonnenlicht angewiesen. Stark befallene Flächen können Sie daher durch das Abdecken mit einer wasser- und lichtdichten Folie behandeln. Die Kleepflanzen sterben durch den Mangel lebenswichtiger Medien ab, während sich der Rasen trotz Schwächung deutlich schneller erholt. Richtig eingesetzt, versetzen Sie Ihren Rasen durch diese Maßnahme sogar in die Lage, den Klee seinerseits zu überflügeln.

Vorgehen:

Klee im Rasen
  • stark befallenen Rasen kurz mähen, um Klee Reserven in den Blättern zu nehmen
  • Fläche mit licht- und wasserdichter Folie abdecken, z.B. eingefärbte Gartenplane
  • Verbleib für rund 2 bis 3 Wochen, regelmäßig auf Zustand des Klees prüfen
  • bei braunen, vertrocknete Klee Abdeckung entfernen
  • geschwächten Rasen durch Wasser- und Düngergaben optimale Regeneration ermöglichen

Heißes Wasser

Immer wieder liest man davon, Klee durch heißes Wasser in Schach zu halten. In der Tat degenerieren die Proteine der Pflanzenzellen ab rund 60 Grad Celsius. Wird Wasser oberhalb dieser Temperatur auf den Klee geschüttet, verenden die Pflanzen und trocknen ein. Anschließend lassen sie sich gut von Hand entfernen. Wichtig ist, dass nur Klee begossen wird, da auch der Rasen durch diese Maßnahme abstirbt.

Achtung: Heißes Wasser ist umso effektiver, je heißer es ist. Achten Sie unbedingt darauf, sich nicht selbst zu begießen. Andernfalls drohen Verbrühungen bis hin zu schweren Verletzungen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen!

Die chemische Keule

Zuletzt verbleibt natürlich immer noch die Möglichkeit, Chemie einzusetzen, um den Klee zu vernichten. Wegen der allgemeinen Belastung für Pflanzen und Tiere sollten chemische Unkrautvernichter aber nur dann eingesetzt werden, wenn andere Maßnahmen nicht greifen oder nicht umsetzbar sind. Besonders gut geeignet sind Unkrautvernichter, die „Zweikeimblättrige“ ausgerichtet sind. Hierzu zählen die verschiedenen Kleearten, aber auch andere unerwünschte Gewächse, wie beispielsweise der Löwenzahn. Auch ihn vertreiben Sie so dauerhaft und sicher.

Salz oder Essig – Hausmittel oder Problem?

Verschiedene Ratgeber weisen Salz und Essig als wirkungsvolle Hausmittel gegen den Klee aus. In der Tat wirken beide Stoffe gegen den Bewuchs. Allerdings beseitigen Sie damit nicht nur Klee, sondern bekämpfen auch alle anderen Pflanzen und Tiere in der so bearbeiteten Fläche. Zudem verändern Sie die Bodencharakteristik nachhaltig, so dass auch in der Folge kaum nachhaltiges Wachstum mehr möglich sein wird. Daher sind beide Mittel über das Pflanzenschutzgesetz mittlerweile verboten und dürfen nicht mehr eingesetzt werden.