Kleine braune Käfer im Zimmer/Haus – was tun?

kleine braune Käfer in der Wohnung

Plötzlich und ohne ersichtlichen Grund sind sie da. Kleine braune Käfer, die sich in Haus und Wohnung breit machen. Küche, Vorratsraum, Zimmerpflanzen und Bodenritzen gehören zu ihren liebsten Verstecken. Eine Zuordnung der Schädlinge ist oft gar nicht so einfach, denn die Plagegeister sind nur wenige Millimeter groß. Sie ist aber für eine effektive Bekämpfung notwendig, denn „Das große Krabbeln“ finden wir nur im gleichnamigen Animationsfilm toll. Wie Sie die Schädlinge identifizieren und bekämpfen können, haben wir hier zusammengestellt.

Braune Käfer

Im Reich der Insekten gibt es unzählige braune Käfer. Ins Haus oder die Wohnung ziehen folgende Käfer gerne ein.

  • Brauner Pelzkäfer
  • Parkettkäfer
  • Rüsselkäfer
  • Brotkäfer
  • Kornkäfer

Die Käfer bevorzugen, je nach Art, Lebensmittel, Pflanzen oder Textilien. Auch wenn Sie nur einen einzelnen dieser Käfer finden, sollten Sie sofort entsprechende Bekämpfungsmaßnahmen einleiten.

Brauner Pelzkäfer

Der Braune Pelzkäfer, Attagenus smirnovi, stammt ursprünglich aus Afrika, wurde aber bereits Mitte der 1980er Jahre auch in Deutschland entdeckt. Er ist ein typischer Textilschädling.

Aussehen

  • länglich bis oval
  • Länge: 3 bis 5 Millimeter
  • Breite: 2 bis 2,5 Millimeter
  • Dunkelroter bis schwarzer Kopf, restlicher Körper etwas heller
  • gelbe bis hellbraune, behaarte Flügel
  • rotgelbe Fühler und Beine
Brauner Pelzkäfer
Brauner Pelzkäfer

Fressverhalten

Der Braune Pelzkäfer bevorzugt Pelze, Felle und Wolle. Vor allem Wolle liebt er in jeder Art, so stehen Wollpullover und Schals genauso auf seiner Speisekarte wie der Teppich im Wohnzimmer. Einen Befall erkennen Sie an kleinen Löchern in den Textilien.

Beliebte Plätze

Neben dem Kleiderschrank und anderen Wollartikeln findet man den Schädling häufig auf Fensterbänken. Im Gegensatz zu seinen Larven, zieht es den erwachsenen Käfer nämlich zum Licht. Da er seine Eier gerne in Ritzen von Parkett und anderen Holzböden ablegt, haben Wohnungen mit solchen Böden eine besondere Anziehungskraft für den Pelzkäfer. Über einen Befall zu einer bestimmten Jahreszeit ist nichts bekannt. Er kann praktisch zu jeder Zeit in Wohnung oder Haus eindringen.

Fensterbank
Fensterbank

Vermehrung und Larven

Die Pelzkäferweibchen legen zwischen 50 und 60 Eier bevorzugt in die Ritzen von Holzböden. Dort finden die Larven des Käfers genügend Nahrung, etwa heruntergefallene Haare. Aber auch Wollartikel stehen auf dem Speiseplan der Larven. Besonders gefährdet sind Textilien, die über längere Zeit in einer Truhe aufbewahrt werden: Für die Larven ein idealer Ort, denn es ist dunkel und genügend Nahrung finden sie hier ebenso. Die Larven meiden das Licht und bleiben bis zur Umwandlung in einen Käfer auch dort, versteckt im Dunkeln. Nach sechs bis achtzehn Monaten ist aus dem Ei ein fortpflanzungsfähiger Pelzkäfer geworden.

Die Larven haben folgendes Aussehen:

  • bis 8 Millimeter lang
  • Borstenschwanz am Ende
  • Bronzebraune bis goldene Farbe
  • Körpersegmente mit gerippten, lanzettförmigen Schuppenborsten

Bekämpfung

Für eine effektive Bekämpfung muss zuerst der Ausgangspunkt des Befalls eruiert werden. Den Befall erkennen Sie an kleinen Löchern im Material.

Suchen Sie Larven:

  • in allen Artikeln aus Wolle, auch im Kleiderschrank
  • in Pelzen und Fellen
  • in Ritzen und Spalten von Holzböden
  • in Zwischenräume wie zum Beispiel zwischen Teppichleiste und Boden
  • in Stauräumen, wie Kisten oder Truhen

Tipp: Der Schädling kann sich auch im Schaffell des Kinderwagens einnisten. Daher ist eine gründliche Suche unabdinglich.

Befallene Textilien

Stark befallene Textilien sind nicht mehr zu retten. Diese müssen sofort entsorgt werden. Bei anderen, befallenen Stücken gehen Sie für die Rettung wie folgt vor.

  • befallene Textilien auf 60 Grad Celsius aufheizen
  • mindestens eine Stunde lang im Backofen oder Trocknen „behandeln“
  • Hitze tötet Eier, Larven, Puppen und adulte Pelzkäfer ab
Wäschetrockner
Wäschetrockner

Tipp: Trockner bzw. Backofen nach dem Vorgang gründlich reinigen. Mottenkugeln und-papier helfen auch gegen den Schädling.

Böden und Dielen

Die gute Nachricht zuerst: Sie müssen den Boden nicht erneuern. Er muss aber gründlich gereinigt werden.

  • saugen Sie Ritzen und Spalten gezielt aus
  • verschließen Sie anschließend Ritzen und Spalten mit Silikon
Ritzen und Fugen abdichten
Ritzen und Fugen abdichten

So finden die Larven im Holzboden keine Nahrung mehr. Und in den verschlossenen Ritzen können sich keine Haare oder Wollfusseln mehr ansammeln.

Tipp: Auch Tierhaare stehen auf dem Speisezettel des Schädlings. Haustierbesitzer sollten daher besonders auf heruntergefallene Haare achten.

Vorbeugende Maßnahmen

Der Braune Pelzkäfer mag den Geruch von ätherischen Ölen nicht. So können Sie ihre Textilien mit Lavendelblüten oder mit unbehandeltem, rotem Zedernholz schützen.

Lavendelöl
Lavendelöl

Parkettkäfer

Der Parkettkäfer, Lyctus linearis, hat es auf Holzmöbel und Parkettböden abgesehen. Frisches Holz hingegen interessiert ihn überhaupt nicht.

Aussehen

  • Länge: 2,5 bis 5 Millimeter
  • rotbrauner bis schwarzbrauner Körper
  • Kopf gut sichtbar
  • Halsschild mit längsovaler Furche
  • gepunktete und behaarte Flügel
  • besonderes Merkmal: kleiner Zahn vor der Fühlerwurzel am Kopf
Parkettkäfer
Parkettkäfer

Fressverhalten

Die eigentlichen Schädlinge sind hier die Larven, denn sie fressen das Holz.

Vermehrung und Larven

Zwischen April und August legen die Weibchen ihre Eier ab. Die engerlingsartigen Larven fressen sich dann durch das Holz. Als Spur hinterlassen sie helles und sehr feines Bohrmehl. Weiter ist ein Befall an winzigen Löchern zu erkennen. Sie entstehen, wenn die fertigen Käfer das Holz verlassen.

Bekämpfung

Um den Parkettkäfer wirksam zu bekämpfen, muss das Holz thermisch behandelt werden. Dies ist im privaten Haushalt nicht möglich. Hier sollten die befallenen Parkettteile ausgetauscht werden.

Parkettboden
Parkettboden

Tipp: Überprüfen Sie mit speziellen Fallen, ob es sich tatsächlich um einen Befall mit Parkettkäfern handelt, bevor Sie den Boden austauschen.

Rüsselkäfer

Der Rüsselkäfer, Curculionidae, ist ein Pflanzenschädling. Zwar sind die rund 1.000 Arten auf verschiedene Pflanzen spezialisiert, aber mittlerweile macht der gefräßige Schädling vor keiner Pflanze mehr Halt. Als sicher von den Käfern gelten heute noch Orchideen und Kardengewächse.

Aussehen

  • Länge: bis zu 20 Millimeter
  • leicht graue bis braune Färbung
  • Rüssel ist besonderes Merkmal
Rüsselkäfer
Rüsselkäfer

Fressverhalten

Die adulten Käfer ernähren sich von den Blättern der Pflanze und hinterlassen dort rundliche Fressspuren. Die eigentliche und weitaus größere Gefahr sind jedoch die Larven des Rüsselkäfers. Sie ernähren sich von den Wurzeln der Pflanzen. Lässt die Pflanze, auch bei richtiger Pflege, die Blätter hängen, können sich Rüsselkäfer-Larven im Erdreich befinden. Werden keine Gegenmaßnahmen eingeleitet, vertrocknen die Blätter und letztendlich geht die Pflanze ein.

Beliebte Plätze

Adulte Rüsselkäfer siedeln sich gerne um die Pflanze herum an. Tagsüber ist von den Käfern oft nicht viel zu bemerken, da sie nachtaktiv sind, und sich am Tag verstecken. Beliebte Verstecke der lichtscheuen Insekten sind Verzweigungen der Pflanzen, wie das Wurzelhaus. Gerne suchen sie aber auch zwischen Blumentopf und Übersetzer nach Unterschlupf, also praktisch alle Plätze um die Pflanze, die dunkel sind.

Rüsselkäfer kommen von Draußen ins Haus oder die Wohnung. Oft ziehen sie von Bäumen im Garten, aber auch von Alleebäumen in Straßenzügen, in unsere Wohnräume um. Sie, besser die Eier und Larven, können jedoch auch mit neuen Pflanzen in die eigenen vier Wände eingeschleppt werden.

heimischer Garten
heimischer Garten

Vermehrung und Larven

Während der Fortpflanzungszeit im Frühjahr und am Ende des Sommers legt ein Weibchen des Rüsselkäfers bis zu 1.000 Eier ins Erdreich. Nach etwa drei Wochen schlüpfen die kleinen, weißen Larven aus. Da sich die Larven im Erdreich befinden, sind sie nur sehr schwer zu entdecken. Pro Jahr wird eine ganze Generation durchlaufen, d.h., die ersten jungen Käfer befreien sich im April aus der Puppenhülle.

Bekämpfung

Um den Rüsselkäfer effektiv zu bekämpfen, muss seine Fortpflanzung unterbrochen werden. Am besten fangen Sie die nachtaktiven Insekten, wenn es dunkel geworden ist. Gehen Sie dann mit einer Taschenlampe auf die Suche.

  • aufgespürte Käfer stellen sich tot
  • leichtes Einsammeln möglich

Zusätzlich zu nächtlichen Suchaktion sollten Sie spezielle Rüsselkäfer-Fallen aufstellen. Mit einer Holzwolle-Falle tricksen Sie den Schädling aus.

  • Blumen- oder Anzuchttopf mit Holzwolle oder Stroh auffüllen
  • in der Nähe der befallenen Pflanze aufstellen
  • Falle bei Helligkeit entleeren und Käfer vernichten
Fallenbau mit Heu
Fallenbau mit Heu

Tipp: Sie können als Käfer-Falle auch ein einfaches Holzbrett verwenden. Ziel ist es, dem Käfer ein dunkles Versteck zu bieten.

Larven-Bekämpfung

Um den Schädlingsbefall zu stoppen, sollten Sie auch die Larven des Rüsselkäfers bekämpfen. Sehr effektiv ist der Einsatz von HM-Nematoden, da sie weder Pflanzen, noch Haustieren oder Menschen schaden. Die Fadenwürmer, die die Larven des Käfers fressen, werden mit einer speziellen Nematoden-Spritze ausgebracht.

Brotkäfer

Auf Vorräte im Haus oder Wohnung hat es der Brotkäfer (Stegobium paniceum) abgesehen. Er ist auf stärkehaltige Nahrung spezialisiert, frisst aber auch pflanzliche Baustoffe, wie zum Beispiel Holz, was auch zu baulichen Schäden führen kann.

Aussehen

  • ovaler Körper
  • Länge: rund 3 Millimeter
  • rotbraune Färbung
  • Härchen an der Oberseite
  • Brustpanzer umschließt Kopf wie eine Kapuze
  • die letzten drei Glieder der Fühler sind dicker
Brotkäfer
Brotkäfer

Fressverhalten

Brotkäfer ernähren sich von trockenen Lebensmitteln. Auf ihrer Speisekarte stehen beispielsweise Nudeln, Reis und wie der Name schon sagt hartes Brot, wie zum Beispiel Knäckebrot. Aber auch Schokolade, Suppenwürfel oder sogar Chilipulver schmecken dem Allesfresser. Und wenn ihm die Lebensmittel ausgehen, dann frisst er sogar Bücher und Dokumente an.

Brotlaib
Brotlaib

Beliebte Plätze

Der Brotkäfer hält sich gerne im Dunklen und Verborgenen auf. Das hat zur Folge, dass er nur selten gesehen wird. Allerdings zeigt er sich auch an Fenstern und Fensterbänken. So erhöht sich die Chance, einen Befall zu erkennen. Die flugfähigen Brotkäfer können durch das offene Fenster in die Wohnung eindringen. Sie können aber mit trockenen Lebensmitteln, Gewürzmischungen oder losem Tee eingeschleppt werden.

Vermehrung und Larven

Die Weibchen des Brotkäfers legen bis zu 100 kleine, weiße Eier. Für die Eiablage nutzen sie jede noch so kleine Spalte. Selbst zwischen Deckel und Schraubglas können sich die kleinen Häufchen befinden. Der Generationszyklus der Brotkäfer dauert in der Regel sieben Monate. Finden die Käfer jedoch günstige Bedingungen vor, kann sich dieser Zyklus auch auf zwei Monate verkürzen.

Zwar leben auch die Larven des Brotkäfers im Dunklen, aber sie verraten sich leichter als adulte Käfer. Denn sie spinnen Netze, die in den Vorratsbehältern, etwa von Mehl oder Gewürzen, gut zu erkennen sind. Auch können sie sich in Trockensträußen befinden. Die Larven selbst sind 3 Millimeter lang und haben 6 Beine. Sie verpuppen sich in einem Kokon aus Nahrungsteilen und eigenem Kot.

Bekämpfung

Befallene Lebensmittel müssen sofort entsorgt werden. Damit sich der Brotkäfer nicht über den Hausmüll weiter ausbreitet kann, sollten Sie vor der Entsorgung die Schädlinge abtöten.

  • befallene Lebensmittel mit Wärme oder Kälte behandeln
  • bei 60 Grad Celsius für mindestens eine Stunde ins Warme geben (z.B. Backofen)
  • für mindestens eine Stunde in die Tiefkühltruhe (- 18 Grad Celsius) geben

Weitere Maßnahmen sind:

  • gründliche Reinigung von Regalen und Schränken
  • besonders auf Ritzen und Fugen achten
  • Schrankpapier entfernen und austauschen
  • Schränke und Regale gut trockenen lassen
  • nicht befallene Vorratsbehälter von außen reinigen
Essig zum Reinigen verwenden
Essig zum Reinigen verwenden

Tipp: Zum Reinigen kann reiner Essig verwendet werden.

Kornkäfer

Trockenfrüchte oder Trockenteigwaren stehen auch auf dem Speiseplan des Kornkäfers, der sich neben diesen Lebensmitteln auch von verschiedenen Kornarten, wie zum Beispiel Hafer, Gerste oder Mais, ernährt. Deswegen zählt auch Müsli zu seinen bevorzugten Speisen.

Aussehen

  • ovaler Körper
  • Länge: 3 bis 5 Millimeter
  • dunkelbraune Färbung
  • besonderes Kennzeichen: Rüssel
Kornkäfer
Kornkäfer

Fressverhalten

Adulte Kornkäfer fressen trockene Lebensmittel von außen an. Ihre Larven hingegen fressen Nudeln und andere Lebensmittel von innen.

Tipp: Einen Befall auf Kornkäfer können Sie bei Getreidekörnen einfach überprüfen. Großzügige Menge an Körnern in eine Schüssel mit Wasser geben. Ein Kornbefall liegt sehr wahrscheinlich vor, wenn die Körner nach dem Umrühren noch an der Oberfläche schwimmen.

Getreide
Getreide

Beliebte Plätze

Kornkäfer halten sich gerne in der Nähe ihrer Futterquellen auf. Meisten werden sie entdeckt, wenn sie bereits von Lebensmitteln gefressen haben. Ihre Larven halten sich im Korn oder in der Nudel auf. Enge Verwandte des Kornkäfers sind der Reis- und Maiskäfer. Diese flugfähigen Käfer verhalten sich ähnlich dem Kornkäfer. Deshalb können sie mit den gleichen Mitteln bekämpft werden.

Vermehrung und Larven

Bis zu 200 Eier legt das Kornkäferweibchen. Bei der Eiablage wird für jedes Ei ein Korn angebohrt und das Ei hineingelegt. Nach der Eiablage wird das Korn mit einem Sekret wieder verschlossen.

Larven sind:

  • sind bis 2 Millimeter lang und
  • sind weich und weiß

Der Wachstumszyklus der Kornkäfer beträgt etwa einen Monat.

Bekämpfung

Wird ein Kornkäferbefall entdeckt, muss sofort gehandelt werden.

  • befallene Lebensmittel entsorgen
  • davor die Lebensmittel auf 60 Grad Celsius erhitzen (Backofen)
  • Regale und Schränke gründlich reinigen
  • Staubsaugen

Tipp: Nach dem gründlichen Staubsaugen, den Staubsaugerbeutel entfernen bzw. wechseln.

Achten Sie bei Regalen und Vorratsschränken besonders auf Ritze und Spalten. Sie sind ein beliebtes Versteck der Käfer. Deswegen sollten an diese Stellen noch weitere Maßnahmen ergriffen werden.

  • nach dem Saugen Ritze und Spalten mit Föhn erhitzen
  • Kieselerde oder -gur in Ritze und Spalten streuen

Tipp: Gesundheitsschädlich ist der Kornkäfer nicht. Sollten Sie aus Versehen befallene Lebensmittel verzehrt haben, schadet dies der Gesundheit nicht, da die Käfer keinerlei Krankheiten übertragen.