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Kleine grüne Tiere/Käfer an Pflanzen: was tun?

Kleine grüne Tiere/Käfer an Pflanzen: was tun? Titelbild

Wenn Sie kleine oder große, grüne Käfer an Ihren Pflanzen finden, kann es sich um Schädlinge handeln. Um mögliche Schäden einzudämmen, müssen Sie die entsprechenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Käfer kennen.

Auf den Punkt gebracht

  • verschiedene Käfer vorhanden
  • unterschiedliche Schadwirkung
  • Absammeln empfehlenswert
  • Fressfeinde nutzen
  • biologische Schädlingsbekämpfungsmittel verwenden

Goldglänzender Rosenkäfer

Zu den bekanntesten Käfern in Grün gehört der Goldglänzende oder Gemeine Rosenkäfer (Cetonia aurata). Wie der Name bereits vermuten lässt, ist dieser große Käfer auf Rosen (Rosa) und andere Rosengewächse (Rosaceae) wie zahlreiche Obstbäume spezialisiert. Weitere Nahrungspflanzen sind:

  • Doldenblütler (Apiaceae)
  • Holunder (Sambucus)

Sie stellen keine Gefahr dar, da sie sich ausschließlich von Pollen und Pflanzensäften ernähren. In seltenen Fällen werden Blütenblätter angefressen. Zu erkennen ist er an den folgenden Merkmalen:

  • grün bis goldgrün
  • metallisch glänzend
  • rotgoldener Bauch
  • weiß gefleckte und gestreifte Deckflügel
  • kräftiger Körperbau
  • 15 bis 20 mm groß
Gemeine Rosenkäfer (Cetonia aurata)

Falls Sie die Ansiedlung der Käfer unterbinden wollen, können Sie sie einfach absammeln und weit genug wieder aussetzen. Da sie unter Naturschutz stehen, dürfen sie nicht getötet oder verletzt werden. Über die folgenden Flugzeiten sollten Sie nach den goldgrünen Käfern Ausschau halten:

  • April bis September
  • seltener bis Oktober

Hinweis: Selbst die Larven des Rosenkäfers stellen keine Gefahr für Ihre Pflanzen dar, da sie keine Wurzeln oder andere gesunde Pflanzenteile fressen. Die Engerlinge fressen ausschließlich verrottendes Holz, Kompost oder Holzreste wie Späne oder Mehl.

Grüner Schildkäfer

Der Grüne Schildkäfer (Cassida viridis) gehört zu den Blattkäfer (Chrysomelidae) ist mit seiner runden Körperform und der blattgrünen Färbung auf den ersten Blick nicht sofort erkennen. Das Schadbild des bis zu ein Zentimeter großen Käfers deutet sofort auf einen Befall hin:

  • zahlreiche Löcher in Blättern
  • können sich verbinden
  • Blattränder werden seltener angefressen
  • Pflanze schwächelt
grüne Käfer: Grüne Schildkäfer (Cassida viridis)

Der Befall ist an den folgenden Nahrungspflanzen von Mai bis Ende August erkennbar:

  • Korbblütler (Asteraceae) wie Sonnenblumen (Helianthus annuus)
  • Lippenblütler (Lamiaceae) wie Wald-Ziest (Stachys sylvatica)

Obwohl die Käfer nicht einfach zu sehen sind, müssen Sie diese so effektiv wie möglich absammeln. Vergessen Sie nicht, ebenfalls die mit Dornen bewehrten Larven einzusammeln, damit sie sich nicht verpuppen können. Weiterhin können Sie zu einem Pflanzenschutzmittel aus Neemöl greifen. Neemöl sorgt dafür, dass die Tiere aufhören zu fressen und abziehen. Das Spritzmittel wird wie folgt hergestellt und angewandt:

  • 10 ml Neemöl mit Rimulgan (Emulgator)
  • 1 l Wasser
  • gut mischen
  • in Sprühflasche füllen
  • an trockenen, bewölkten Tagen anwenden
  • idealerweise am Morgen
  • gesamte Pflanze einsprühen
  • nach Bedarf einige Tage später wiederholen
  • Befall meist nach wenigen Tagen eingestellt
fertiges Neemöl
fertiges Neemöl für die Bekämpfung

Deutlich effektiver als die direkte Bekämpfung der Schildkäfer ist daher die Vorbeugung, damit es nicht zu einem Befall kommt. Die folgenden Punkte helfen beim Vorbeugen der Schädlinge:

  • Boden um betroffene Pflanzen im Frühling gründlich umgraben
  • gilt ebenfalls für Neuaussaaten
  • überwinternde Käfer einsammeln und entsorgen
  • Fruchtfolge einhalten
  • Raupenfliegen ansiedeln
  • Pflanzen mit Brennnesseljauche düngen

Minzblattkäfer

Mit dem Minzblattkäfer (Chrysolina coerulans) findet sich ein Käfer, deren Nahrungspflanzen ausschließlich aus der Gattung der Minzen (Mentha) stammen. Zu erkennen ist der bis zu einem Zentimeter große Käfer an der kugeligen Gestalt mit gewölbten Flügeldecken. Die glänzend blau- bis kupfergrüne Farbe und die langen Fühler fallen daher sofort ins Auge. Aktiv sind sie von April bis August. Folgende Schäden an Ihren Minzen können auftauchen:

  • rundliche Löcher
  • mehrere pro Blatt
  • Durchmesser: bis 1 cm
  • Kahlfraß möglich
  • geschwächte Pflanze
grüne Käfer: Minzblattkäfer (Chrysolina coerulans)

Minzblattkäfer lassen sich auf viele Arten bekämpfen. Sobald Sie das Schadensbild entdecken, halten Sie unbedingt nach den Käfern Ausschau und sammeln sie ab. Das gilt ebenfalls für die Larven. Auf diese Weise können Sie den Befall schon spürbar eindämmen. Weitere Methoden zur Bekämpfung des Minzblattkäfers sind die folgenden:

  • Minze gründlich zurückschneiden
  • Schnittreste entsorgen
  • gründlich wässern
  • Spritzmittel anwenden

Das geeignete Spritzmittel wird daher aus den folgenden Zutaten hergestellt und mehrmals am Tag angewandt, bis der Befall eingedämmt ist:

  • 1 l Wasser
  • 20 ml biologisch abbaubares Spülmittel
  • gründlich vermischen
  • in Sprühflasche füllen und anwenden
Schmierseifenlösung
fertige Schmierseifenlösung

Hinweis: Gesunde Minzen sind nicht so anfällig auf einen Befall durch den Minzblattkäfer. Sie wachsen schnell nach und können den Verlust durch die Fraßspuren schnell wieder ausgleichen.

Rothalsiges Getreidehähnchen

Das Rothalsige Getreidehähnchen (Oulema melanopus) ist maximal fünf Millimeter lang und an der intensiven Färbung erkennbar:

  • grüne bis blaugrüne Deckflügel, punktiert
  • roter Halsschild
  • dunkle Grundfarbe
grüne Käfer: Rothalsige Getreidehähnchen (Oulema melanopus)

Es handelt sich um kleine Käfer mit einer langgezogenen Körperform und stark ausgeprägten Fühlern. Ein Befall ist an den rechteckigen Löchern in den Blättern der Nahrungspflanzen von Frühling bis Herbst zu erkennen, wie beispielsweise:

  • Gerste (Hordeum vulgare)
  • Hafer (Avena)
  • Roggen (Secale cereale)
  • Weizen (Triticum)
  • Wildgräser wie Ausdauernder Lolch (Lolium perenne)

Falls es zu einem Befall durch das Rothalsige Getreidehähnchen kommt, müssen Sie sich eigentlich keine Sorgen machen. Sie richten an Gräsern im Garten nur geringe Schäden an. Da es sich um recht kleine, grüne Käfer handelt, ist es zudem schwer, sie per Hand aufzulesen und zu entfernen. Das ideale Bekämpfungsmittel ist die Ansiedlung von Fressfeinden, die kurzen Prozess mit den Käfern und ihren Larven machen:

  • Florfliegenlarven (Chrysopidae)
  • Laufkäfer (Carabidae)
  • Marienkäfer (Coccinellidae)
  • Raubwanzen (Reduviidae)
  • Schlupfwespen (Ichneumonidae)

Silberner Grünrüssler

Beim Silbernen Grünrüssler (Phyllobius argentatus) handelt es sich um eine häufig vorkommende Rüsselkäferart (Curculionidae), die daher am typischen Körperbau erkennbar ist. Die grünen Käfer sind von Mitte April bis Ende September anzutreffen und deutlich an ihrer Färbung zu erkennen:

  • grüngoldene Schuppen
  • schwarze Grundfarbe
  • gelbe bis rotbraune Fühler und Beine
grüne Käfer: Silbernen Grünrüssler (Phyllobius argentatus)

Nach der Verpuppung fressen sie an den Blatträndern von Laubbäumen aus den folgenden Pflanzenordnungen:

  • Birkengewächse (Betulaceae)
  • Buchengewächse (Fagaceae)
  • Rosengewächse
  • Ulmengewächse (Ulmaceae)
  • Weidengewächse (Salicaceae)

Der Silberne Grünrüssler gehört glücklicherweise zu den Rüsselkäferarten, die Pflanzen nicht so stark zusetzen wie zum Beispiel der Dickmaulrüsselkäfer (Otiorhynchus sulcatus). Ein Befall ist nur gefährlich, wenn die Käfer in großer Zahl auftauchen, was bei den meisten Laubbäumen nur selten der Fall ist. Sammeln Sie in diesem Fall die adulten Exemplare nachts von den Pflanzen ab, da sie nur zu dieser Zeit aus ihren Verstecken kommen. Dafür benötigen Sie die folgenden Utensilien:

  • Taschenlampe
  • Eimer

Wenn Sie eine große Menge adulter Grünrüssler entdecken, sollten Sie ebenfalls etwas gegen die Brut unternehmen. Gegen die Larven helfen die folgenden Methoden:

  • Nematoden einsetzen
  • Erde gründlich umgraben und feucht halten
  • Fressfeinde ansiedeln: Vögel, Igel oder Spitzmäuse
Erdflöhe bekämpfen - Igel frisst Larven
Sorgen Sie dafür, dass Fressfeinde, so etwa der Igel, Ihren Garten bevölkern.

Häufig gestellte Fragen

Zählen Baumwanzen zu den Käfern?

Nein. Obwohl Baumwanzen (Pentatomidae) Käfern aufgrund ihres Körperbaus ähnlich sehen können, gehören Sie zur Ordnung der Schnabelkerfen (Hemiptera). An sich kommen Pflanzen gut mit den Wanzen zurecht. Handelt es sich jedoch um einen schweren Befall, sollten Sie etwas gegen sie unternehmen.

Welche weiteren grünen Insekten gelten als Pflanzenschädlinge?

Neben den genannten Käferarten sollten Sie vor allem auf Pflanzenläuse (Sternorrhyncha), Thripse (Thysanoptera) und andere Pflanzensauger wie die Zikaden (Auchenorrhyncha) achten. Eine Vielzahl anderer Läuse, die nur schwer mit bloßem Auge zu erkennen sind, können Ihren Gewächsen daher schwer zusetzen. Ein Beispiel ist die Halbkugelige Napfschildlaus (Saissetia coffeae).

Welche grünen Käfer sind harmlos?

Es existiert eine überschaubare Zahl große und kleine, grüner Käfer, die keine Gefahr für Ihre Gewächse darstellt und ohne Bedenken Ihre Gartenfauna verschönern. Zu diesen gehören beispielsweise der Grünblaue Fallkäfer (Cryptocephalus sericeus) in goldgrünblauem Metallschimmer, der Glänzende Blütenprachtkäfer (Anthaxia nitidula) oder Goldlaufkäfer (Carabus auratus). Nützlinge wie die Puppenräuber (Calosoma) gehören ebenfalls dazu.

Michelle ist mit vielen Haus- und Hoftieren auf dem Bauerngut ihrer Eltern aufgewachsen. Nebenbei kümmert sich die Vegetarierin hingebungsvoll um ihre Kräuter- und Gemüsebeete. Sie notiert ihr erworbenes Wissen und teilt es gerne mit den Plantopedia-Lesern und Leserinnen.

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