Kleine rote Käfer im Garten – was hat es damit auf sich?

Feuerwanzen-Kolonie

Wenn ab Frühjahr die Temperaturen steigen, beginnt die Käfersaison. Meist fallen sie erst auf, wenn im Sommer auf dem Balkon oder der Terrasse gesessen wird. Nicht jeder Anblick eines roten Käfers erfreut, wie der eines Marienkäfers. Aber was hat es mit ihnen auf sich und müssen sie bekämpft werden?

Rote Käfer

Kleine Krabbeltiere wirken vor allem mit einem roten Körper für viele „bedrohlich“. Unter den Käferarten tummeln sich unzählige Exemplare in den unterschiedlichsten Rottönen, Formen und Größen. Meist treten sie in ganzen Kolonnen auf und sind in Blumenbeeten, auf einer Mauer oder an der Hauswand zu finden. Doch viele sind nützliche Helfer gegen Schädlinge im Garten.

Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus)

In den meisten Fällen wird die Feuerwanze mit einem Käfer verwechselt, weshalb sie hier bei der Nennung roter Käfer fehlen sollte. Bei der Feuerwanze handelt es sich um eine Wanzengattung, die sich zwischen Frühsommer und Spätherbst im Garten aufhält.

Erkennen:

  • rote bis dunkelrote Färbung
  • meist leichte schwarze Muster am Körper
  • Größe: circa ein Zentimeter
  • kurze Vorderflügel
  • können nicht fliegen
Feuerwanze, Pyrrhocoris apterus
Feuerwanze, Pyrrhocoris apterus

Bevorzugte Aufenthaltsgebiete:

  • trockene Standorte
  • europaweites Vorkommen
  • lieben vor allem Lindenbäume, Akazien und Malven
  • alte Samenbestände an Blumen

Nutzen:

Einen wirklichen Nutzen haben Feuerwanzen im Garten nicht. Sie ernähren sich überwiegend von Samenresten, die nach der Blütezeit stehen bleiben. Tote Insekten zählen ebenfalls zu ihren Lieblingsspeisen. Da sie zur Feindabwehr einen unangenehmen Geruch absondern können, halten sie in ihrer näheren Umgebung allerdings Mücken und Co. fern. Dies ist vorteilhaft, wenn sie sich an Terrassen und Balkonen angesiedelt haben. Sie sind nicht gefährlich und zählen nicht zu den Schädlingen, die bekämpft werden sollten. Da sie gern in riesigen Kolonnen auftauchen und auch durch Risse in der Hauswand, Türen und Fenstern ins Haus gelangen, werden sie oftmals als störend empfunden.

Bekämpfung:

Kleine rote „Käfer“, die eigentlich zu den Wanzen zählen, können im Haus mit einem herkömmlichen Insektizid für Fliegen und Spinnen bekämpft werden.

Im Garten sollten verwelkte Blütenstände abgeschnitten werden, um sie nicht anzuziehen. Haben sie sich im Garten, auf einer Mauer oder Hauswand bereits breit gemacht, ist auf ein Insektizid zu verzichten. Andere nützliche Insekten könnten ansonsten getötet werden. Ein Einsprühen mit einer Seifen-Wasser-Lauge lässt sie absterben, ohne andere kleine Lebewesen im Garten einzubeziehen.

Feuerkäfer (Pyrochroa)

Am häufigsten ist in deutschen Gärten der kleine tiefrote Feuerkäfer Pyrochroa coccinea zu finden. Es gibt weitere Arten dieser Käfer-Gattung, die in Deutschland allerdings seltener vertreten sind. Dazu zählen der rotköpfige Feuerkäfer (Pyrochroa serraticornis) und der orangefarbene Feuerkäfer (Schizotus pectinicornis).

Erkennen:

  • flacher, langgestreckter Körper
  • Größe: circa zwei Zentimeter
  • scharlachrote Farbe
  • schwarzer Kopf
  • bevorzugte Aufenthaltsorte
  • Wälder
  • Waldränder
  • auf Blüten auch im Garten
  • auf Totholz an Bäumen oder auf dem Kompost
Feuerkäfer, Pyrochroa
Feuerkäfer, Pyrochroa

Nutzen:

Hauptsächlich ernährt sich der Feuerkäfer von Samen, Pilzen und abgestorbenen Hölzern. Gern verspeist er die Larven anderer Insekten. Hier zählt zum Beispiel der Borkenkäfer zu. Er ist ein Pflanzenschädling und kann ganze Bäume sterben lassen. Mit Feuerkäfern halten Sie zahlreiche Pflanzenschädlinge im Schach.

Bekämpfung:

Aufgrund ihres Nutzens sollten Feuerkäfer nur bekämpft werden, wenn sie als störend empfunden werden. Sie sind für Menschen keine Bedrohung und damit weder gefährlich, noch giftig. Pflanzen schädigt er nicht.

Lilienhähnchen (Lilioceris lilii)

Als kleine rote Käfer fallen die Lilienhähnchen oft in Gärten zwischen Mai und September auf. Dabei handelt es sich um einen Blattkäfer, der „ernst“ zu nehmen ist.

Erkennen:

  • rotes Halsschild
  • Größe: zwischen sechs und acht Millimeter
  • schwarze Beine
  • länglicher Kopf, der sich hinter dem Augenbereich verengt
Lilienhähnchen, Lilioceris lilii
Lilienhähnchen, Lilioceris lilii

Bevorzugte Aufenthaltsorte:

  • Lilien
  • Maiglöckchen
  • Kaiserkronen
  • Blumenzwiebeln (Larven der Lilienhähnchen)
  • Laubbäumen wie Erlen und Birken
  • Hecken

Nutzen:

Lilienhähnchen haben keinen Nutzen, sondern schaden Ihren Pflanzen. Sie fressen jede Lilienart bis auf die Stängel ab, wenn sie nicht aufgehalten werden. Ihre Larven ernähren sich von Blumenzwiebeln, die sie vollständig zerstören können. Erblicken Sie kleine rote Käfer, sollten Sie unverzüglich ausmachen, ob es sich um Lilienhähnchen handelt, um sie zu bekämpfen.

Bekämpfung:

Am effektivsten und schnellsten wirkt ein Insektizid, das auch für Blattläuse und Milben eingesetzt wird. Ein zügiges Bekämpfen ist ratsam, damit so wenig wie möglich Pflanzen Schaden erleiden und schlimmstenfalls absterben.

Sie können als „Erste-Hilfe“ die Käfer auch absammeln, wenn kein Insektizid griffbereit zur Verfügung steht. Zeitungs- oder Küchenpapier unter die betroffenen Pflanzen legen, Käfer mit einem Stöckchen von der Pflanze schubsen und mit dem Papier zusammen luftdicht im Hausmüll entsorgen oder verbrennen.

Rote Zipfelkäfer (Anthocomus rufus)

Der kleine rote Zipfelkäfer ist auch unter dem Namen zweifleckige Zipfelwanze bekannt. Es handelt sich um eine Käferart aus der Familie der Melyridae und zeigt sich überwiegend ab Juli bis zum Oktober. Ihr prägnantes Aussehen lässt sie problemlos als Zipfelkäfer identifizieren.

Erkennen:

  • rote Flügeldecken und Halsschildränder
  • Größe: circa fünf Millimeter
  • schwarze Beine
  • unter den Flügeln schwarz-rot gefärbt
  • zwischen Kopf und Rumpf schwarzer Fleck
  • schwarzer Hinterleib
Rote Zipfelkäfer, Anthocomus rufus
Rote Zipfelkäfer, Anthocomus rufus

Bevorzugter Aufenthaltsort:

  • Totholz
  • Unterholz
  • Bäume
  • sumpfige und feuchte Wiesen
  • an Ufer- und Teichrändern
  • Schilfrohr

Nutzen:

In Gärten ist der Zipfelkäfer von großem Nutzen. Im Dickicht sowie im Unter- und auf Totholz begibt er sich auf die Suche nach Nahrung. Zu seinen Lieblingsspeisen zählen Larven, Pollen und tote Insekten. Vor allem durch den Larvenverzehr sorgen diese roten Käfer in Gärten für weniger Schädlinge, wie zum Beispiel von Dickmaulrüssler. Durch den Pollenfrass trägt er zur „Luftreinigung“ bei, was sich vor allem für Pollenallergiker vorteilhaft zeigt.

Bekämpfung:

Der Zipfelkäfer ist durch seinen hohen Nutzfaktor ein wertvolles Lebewesen in Gärten und sollte nicht bekämpft werden. In manchen Fällen wird er sogar extra angelockt, um schädliche Larven zu fressen.

Sollte er dennoch störend wirken, ist es ratsam ihn durch Zuckerwasser anzulocken. Hier kann er im Anschluss eingesammelt und an anderer Stelle außerhalb des eigenen Gartens ausgesetzt werden.

Rotdeckenkäfer (Lycidae)

Eine der größten Käferfamilien bildet der Rotdeckenkäfer, der über 3000 verschiedene Arten aufweist. In Mitteleuropa sind lediglich acht Arten bekannt.

Erkennen:

  • orangeroter bis bräunlich-roter Körper
  • Größe: je nach Art zwischen drei und 80 Millimeter
  • meist längs geriffelte Oberflächenstruktur
  • sechsbeinig
  • überwiegend abgeflachter Körper
  • Abgrenzung zwischen Kopf und Rumpf
  • Kopf je nach Art, schwarz oder mit markanten Augenpartien
Rotdeckenkäfer, Lycidae
Rotdeckenkäfer, Lycidae

Bevorzugter Aufenthaltsort:

  • Dickicht
  • morsches Holz
  • Blüten
  • Laub
  • Baumstümpfe
  • Ritzen einer Mauer (Versteck)

Nutzen:

Rotdeckenkäfer besitzen nach bisherigen Erkenntnissen keinen vorteilhaften Nutzen. Ihre Lebensweise ist noch nicht ausreichend bekannt, weil sie noch nicht lange in hiesigen Gefilden aufhalten.

Bekämpfung:

Diese rote Käferart taucht in der Regel nicht in Maßen auf, sondern es handelt sich meist um Einzeltiere oder kleine Gruppe von fünf bis zehn Käfern in der näheren Umgebung. Sie leben eigentlich nur im Freien, können sich aber auch ins Haus „verlaufen“. Schäden richten sie an Pflanzen nicht an. Eine Bekämpfung mit Ziel des Abtötens ist nicht erforderlich. Vielmehr sollten die Käfer aufgesammelt und im Idealfall im Wald ausgesetzt werden.

Rote Samtmilbe (Trombidium holosericeum)

Wenngleich die rote Samtmilbe nicht zu den Käfern zählt, so wird sie oft dafür gehalten, vor allem, wenn sie auf einer Hauswand oder Mauer gesichtet wird. Insbesondere im Sommer tummeln sie sich oft in Gruppen im Sonnenschein.

Erkennen:

  • vollständig roter Körper einschließlich Fühler
  • Größe: bis zu vier Millimeter
  • scharlachrote Behaarung
  • weiche Körperhülle
  • gestielte Augen
  • scherenförmige Kieferklauen
  • Achtbeinig
Kleine Rote Spinne, Rote Samtmilbe
Kleine Rote Spinne, Rote Samtmilbe

Bevorzugte Aufenthaltsorte:

  • Hauswände und Mauern
  • Pflanzenblätter
  • auf abgetrocknetem Laub in der Sonne
  • aufgewärmte Steinplatten
  • mitunter auf Gartensitzmöbeln in der Sonne zu finden
  • Wiesen

Nutzen:

Die käferähnlichen Samtmilben sind von großem Nutzen, denn sie ernähren sich von Insekteneiern und kleinen Gartenschädlingen, wie beispielsweise Blattläusen.

Bekämpfung:

Da sie für Pflanzen jeder Art sowie für Menschen ungefährlich sind und viele Schädlinge in Gärten fressen, ist eine Bekämpfung nicht angebracht. Sollten sie sich bei kühleren Abendtemperaturen auf den Weg in Richtung Haus machen, schützen simple Fliegengitter vor einem Eindringen.

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