Obwohl eine Terrasse oder ein Balkon keinen natürlichen Ursprung besitzen, stellen auch diese Plätze einen Lebensraum für zahlreiche Kleintiere dar. Manchmal ist die Artenvielfalt der Tiere faszinierend, manchmal wird sie aber auch zur Plage. Chemische Mittel sollten allerdings niemals zur Bekämpfung dienen. Zum Glück existieren zahlreiche biologische Alternativen, die in Form von einfachen Hausmitteln ganz einfach und kostengünstig selbst herzustellen sind. Damit sie Wirkung zeigen, sollte sich der Gärtner aber im Klaren sein, um welchen Schädling es sich handelt. Wer steckt also dahinter, wenn sich kleine, rote Tierchen auf Terrasse und Balkon tummeln?

Kleine rote Tiere

Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei den kleinen, roten Tierchen im Außenbereich um eine der folgenden Milbenarten:

  • Spinnmilben
  • Samtmilben
  • Raubmilben

Hinweis: Der Volksmund bezeichnet jene Tiere auch als „Blutläuse“. Aber woher stammt dieser Name eigentlich? Hierbei handelt es sich nicht etwa um ein wissenschaftliches Synonym. Der Ausdruck entstand, weil die Schädlinge sofort zerplatzen, wenn der Gärtner sie zerdrückt. Daraufhin tritt ein rotes Sekret aus dem Körper aus, das an Blut erinnert und rote Flecken auf dem Untergrund hinterlässt.

Spinnmilben

  • kommt in verschiedenen Arten vor
  • weltweites Vorkommen
  • gehört zur Gattung der Spinnentiere (acht Beine)
  • zählt zu den Schädlingen
  • 0,25 bis 0,8 mm groß
  • grüner, gelber, orangener oder brauner Körper
  • lichtdurchlässiger Körper
Spinnmilben-Befall
Spinnmilben-Befall

Bevorzugte Bedingungen

Die Spinnmilbe liebt warme Temperaturen und trockene Luft. Vor allem im Herbst und im Winter findet sie diese Voraussetzungen in der Wohnung vor. Zu dieser Zeit befällt die Spinnmilbe meistens Zimmerpflanzen wie

  • Zimmer-Efeu
  • Fuchsien
  • Gummibäume
  • Zyperngras

Auch im Gewächshaus tritt der Schädling häufig in Erscheinung. Kultiviert der Gärtner anfällige Pflanzen auf der Terrasse oder dem Balkon ist eine Ausbreitung auch hier sehr wahrscheinlich.

Sind Spinnmilben gefährlich?

Spinnmilben können an Pflanzen großen Schaden anrichten. Die Schädlinge saugen den Pflanzensaft aus den Blättern und rauben dem Gewächs somit den Zucker, den es für ein gesundes Wachstum benötigt. Ergreift der Gärtner nicht rechtzeitig eine effektive Bekämpfungsmaßnahme, geht die Pflanze höchst wahrscheinlich ein.
Ein Spinnmilben Befall an Pflanzen äußert sich an folgenden Symptomen:

  • helle Sprenkel auf den Blättern
  • spinnwebenartige Fäden
  • vertrocknete Blätter im Endstadium

Tipp: Die spinnwebenartigen Fäden sind nicht immer mit bloßem Auge zu erkennen. Um sicher zu gehen, dass es sich wirklich um einen Befall der Spinnmilbe handelt, ist es hilfreich, die Pflanze mit etwas Wasser zu bestäuben. Die kleinen Tröpfchen bleiben dann gut sichtbar an den Fäden haften.

Bekämpfung

  • Luftfeuchtigkeit erhöhen
  • Pflanze für zwei Wochen mit einem Kunststoffbeutel abdecken
  • Sprühlösungen aus Neem- oder Rapsöl herstellen

Obstbaumspinnmilbe

Eine Unterart der Spinnmilbe ist die Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi), auch Rote Spinne genannt. Wie der Name vermuten lässt befällt sie vordergründig Obstgehölze wie

  • Apfelbäume
  • Birnbäume
  • Pflaumenbäume
  • oder Weinreben

Ihre Körpergröße beträgt rund 0,5 mm. Die Weibchen sind leicht an ihrer ziegelroten Körperfarbe zu erkennen. Weiterhin besitzen die roten Spinnen feine, weiße Borsten. Tummeln sich kleine, rote Tiere auf der Terrasse oder dem Balkon, handelt es sich im Fall der Spinnmilbe vermutlich um diese Art.

Samtmilben

  • wird bis zu 4 mm groß
  • scharlachroter Körper, ebenfalls behaart
  • leben parasitisch auf Insekten
  • halten sich am Boden auf
  • ernähren sich von Kleintieren und Insektenbrut

Samtmilben auf einem Blatt

Bevorzugte Bedingungen

Die Samtmilbe bevorzugt warme Orte. Am häufigsten tritt sie daher auf Mauern und Steinen in der prallen Sonne auf.

Sind Samtmilben gefährlich?

Im Gegensatz zu der Spinnmilbe stellt die Samtmilbe keine Gefahr für Garten- oder Zimmerpflanzen dar. Ganz im Gegenteil, sie ernährt sich sogar von Blattläusen und zählt aufgrund dessen eigentlich sogar zu den Nützlingen. Allerdings vermuten Biologen, dass infizierte Samtmilben für den Menschen gefährlich werden können. Die kleinen, roten Tiere gelten als Borreliose Überträger.

Bekämpfung

Bei einem leichten Befall genügt es, Terrasse und Balkon mit einem Gartenschlauch abzuspritzen. Darüber hinaus, scheuen die kleinen, roten Tierchen Untergründe und Barrieren aus Glas. Daher ist es hilfreich, die Terrassen Einfassung aus genanntem Material zu wählen. Fenster in Balkonnähe sollten nicht zu lange offen stehen. Besteht im Sommer ein erhöhter Lüftungsbedarf, hindern Insektenschutzgitter die Tierchen daran, ins Haus zu gelangen.

Raubmilben

  • gehören zu den Spinnentieren
  • wirtschaftliche Nutzung gegen Schädlingsbefall

Raubmilbe, Mesostigmata

Bevorzugte Bedingungen

Die meisten Raubmilben leben epigäisch, das heißt oberirdisch. Nur wenige Tierchen lauern auf Blättern auf ihre Beute. Noch seltener bewegen sich die Nützlinge in der obersten Bodenschicht.

Sind Raubmilben gefährlich?

Raubmilben sind auf Terrassen und Balkonen zwar unerwünscht, im Garten aber sehr nützlich. Landwirte und Gärtner setzen die Milben sogar gezielt gegen Schädlinge ein. Daher sind die Tiere auch im Handel erhältlich. Sie ernähren sich von den oben beschriebenen Spinnmilben und roten Spinnen. Jedoch ist die Verwendung zeitlich begrenzt.

Bekämpfung

Da Raubmilben zu den Nützlingen zählen und weder für Menschen, noch für Pflanzen eine Gefahr darstellen, sollte der Gärtner sie auch auf dem Balkon dulden.

Tipp: Seit langem beobachten Sie kleine, rote Tierchen im Außenbereich, können aber nicht deuten, um welche Art es sich handelt? In diesem Fall vernichtet Haarspray sämtliche Arten von unerwünschten Schädlingen.

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