Gehe zur Startseite » Tiere im Garten » Insekten » Kleine schwarze Fliegen am Fenster
Kleine schwarze Fliegen am Fenster Titel

Kleine schwarze Fliegen am Fenster

Bei kleinen schwarzen Fliegen am Fenster denken die meisten Menschen sofort an Trauermücken. Allerdings tummeln sich nicht nur diese Pflanzenschädlige am Fenster, sondern es gibt noch einige andere Arten.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • Arten schlecht zu unterscheiden
  • Trauermücken am häufigsten in Blumentöpfen vorkommend
  • dringen durch Fenster und Türen ein
  • Einschleppung von Larven und Eier auch über Lebensmittel

Schwarze Fliegen erkennen

Kleine schwarze Fliegen in der Wohnung und am Fenster sind für den Menschen nicht wirklich gefährlich. Sie können aber sehr lästig werden. Jedoch stellen einige der Fliegen für Zimmerpflanzen eine echte Gefährdung dar. Diese geht aber nicht von den adulten Tieren, sondern von ihren Larven aus. Die kleinen schwarzen Plagegeister sind nicht immer auf den ersten Blick gleich zu unterscheiden. Nachfolgend eine kleine Auflistung der vorkommenden kleinen schwarzen Fliegen im Haus, Wohnung und am Fenster.

Fliegen am Fenster

Gemeine Fenstermücke

In der Abenddämmerung sind die Männchen in tanzenden Bewegungen in größeren Schwärmen unterwegs. Die Fenstermücken (Sylvicola fenestralis) kommen auch ins Haus und sind dort am Fenster zu finden.

Fenstermücken (Sylvicola fenestralis)
Quelle: Martin Cooper from Ipswich, UK, Window Gnat (Sylvicola fenestralis-cinctus) female (13066528293), bearbeitet von Plantopedia, CC BY 2.0
  • Aussehen: rotgelb bis bräunlich-schwarz, Flügel mit brauner Fleckung, an Flügelspitzenaußenseite braunes Dreieck, Brustoberseite mit drei dunklen Streifen, lange Beine, grau-schwarzer Kopf
  • Größe: 6 mm
  • Larven:  weiß (weißer „Drahtwurm“), auffälliges Afterschild, 14 mm lang,
  • Lebensdauer: 10 bis 12 Wochen
  • Ernährung: Larven von faulenden Rüben und Kartoffeln
  • Vermehrung: mehrere Generationen im Jahr, Eiablage in verrotteten Pflanzenteilen, Puppen bedornt mit zwei Atemhörnchen und kräftigen Borsten

Haus-Fensterfliege 

Diese Fliegen (Scenopinus fenestralis) sind hauptsächlich an Waldrändern, Wiesen und Gärten anzutreffen. Häufig halten sie auch Einzug ins Haus und sitzen dort gern an den Fensterscheiben.

Haus-Fensterfliege (Scenopinis fenestralis)
Quelle: AfroBrazilian, Scenopinus fenestralis 01, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0
  • Aussehen: schwarzer glänzender Hinterleib, schwarze, kurze Fühler, rotbraune Beine, rote Augen, über Augenmitte schwarze Binde
  • Größe: 5 bis 6 mm
  • Larven: schlank, wurmförmig, gelblich-weiß
  • Lebensdauer:  zwei bis drei Wochen
  • Ernährung: Larven räuberisch wie von Raupen der Kleidermotte, adulte Tiere: Honigtau, Nektar
  • Vermehrung: mehrere Generationen pro Jahr

Obstfliege

In Schwärmen kann die Obstfliege (Drosophilidae) besonders während der Sommermonate im Haus beobachtet werden. Sie lieben überreifes Obst und ebenso andere zuckerhaltige Lebensmittel. Besonders Essig hat es ihnen angetan, daher auch der volkstümliche Name Essigfliege.

Obstfliege (Drosophilidae)
  • Aussehen: rötlich bis schwarz, auf Flügeln gebänderte Zeichnung, hellrote Augen, dunkle Querstreifen am Hinterleib
  • Größe: 1 bis 5 mm
  • Larven: keine Bein, weißlich, kleine Dornen am Körper, 3 mm lang
  • Lebensdauer: 40 bis 50 Tage, Entwicklungszyklus vom Ei bis adulten Fliege 14 Tage
  • Ernährung: überreifes Obst, gärende und faulende Substanzen wie Getränkereste
  • Vermehrung: Eiablage in gärenden Substanzen, pro Weibchen 400 Eier, drei Larvenstadien bis zur Verpuppung in braune „Tönnchen“, jährlich mehrere Generationen

Schmetterlingsmücke

Verstopfte Abflussrohre und offene Abwasseröffnungen locken die Schmetterlingsmücke (Psychodidae) in die Häuser. Sie können durch kleinste Öffnungen eindringen.

Schmetterlingsmücke (Clogmia alpipunctata)
Die, auch als „Abortfliege“ bezeichnete, Clogmia albipunctata, ist die wohl weitverbreitetste Schmetterlingsmückenart in Mitteleuropa.
  • Aussehen: braunschwarz, behaart, dunkel umrandete Flügel, Flügel mit zwei schwarzen Punkten, herzförmiges Aussehen
  • Größe: 1,5 bis 5 mm
  • Larven: deutliche Kopfkapsel, 4 bis 10 mm lang, hell, keine Augen und Beine
  • Lebensdauer: 14 Tage
  • Ernährung: Nektar und Pflanzensäfte, Larven: organische, faulige Substanzen
  • Vermehrung: mehrere Larvenstadien bis zur Verpuppung, Entwicklungszyklus bis zum adulten Tier 7 bis 28 Tage

Stubenfliege

Bei Stubenfliegen (Musca domestica) spricht man von einem „Herdentrieb“, da sie sich gegenseitig anlocken. Auch wenn sie für ihr ausgiebiges Putzverhalten bekannt sind, können sie Krankheiten wie Salmonellen, Cholera, Typhus, Ruhr und Maul- und Klauenseuche übertragen.

Stubenfliegen (Musca domestica)
  • Aussehen: grau-schwarzer Körper, stark behaart, auf Rücken vier dunkle Längsstreifen, rote, große Facettenaugen, dünne Flügel mit feiner Maserung, Saugrüssel als Mundwerkzeug
  • Größe: bis 8 mm
  • Larven: kopf- und beinlos, wurmförmig, vordere Teil zugespitzt, Hinterteil verbreitert, gelblich – weiß, zangenartige Mundhacken
  • Ernährung: zuckerhaltige Flüssigkeiten, Maden (Larven): organische, faulende Substanzen wie Haushaltsabfälle
  • Lebensdauer: zwei bis drei Wochen
  • Vermehrung: pro Weibchen sechsmal Eiablage pro Jahr, jeweils 150 weiße Eier, Larve schlüpft nach 8 bis 10 Tagen, nach zweimaliger Häutung nach sechs Tagen Verpuppung

Hinweis: Bei den Stubenfliegen befindet sich der Geschmackssinn an den Füßen.

Trauermücke

Trauermücken (Sciaridae) gehören zu den Pflanzenschädlingen. Im Haus sind sie in der Blumenerde von Zimmerpflanzen sehr häufig anzutreffen. Bei einem Befall bildet sich auf der Erdoberfläche Schimmel.

Trauermücken (Sciaridae) auf einer Gelbtafel
Trauermücken können Sie mit Gelbtafeln in der Nähe von Pflanzen bekämpfen
  • Aussehen: schmal, schwarzer Körper, schwarze Flügel, lange Fühler und Beine
  • Größe: 1 bis 7 mm
  • Larven: schlank, unbehaart, grau-weiß, schwarze Kopfkapsel, 6 bis 7 mm lang
  • Lebensdauer: gesamte Lebenszyklus 3 bis 4 Wochen, adulte Tiere ungefähr 5 Tage
  • Ernährung: erwachsene Tiere keine Nahrungsaufnahme, nur Wasser
  • Larven: organisches Material wie Laub, Holzrinde, Erde, Pilze, Wurzelballen von Zimmerpflanzen
  • Vermehrung: Eiablage in feuchter Erde, bis 200 durchsichtige Eier pro Weibchen, nach 7 bis 8 Tagen schlüpfen Larven, bis zur Verpuppung im Juli/August mehrmalige Häutung

Hinweis: Für Trauermücken ist ein taumelnder und tänzelnder Flug charakteristisch.

Vorbeugende Maßnahmen

Kleine schwarze Fliegen im Haus sind nicht sehr angenehm, sondern eher lästig. Es muss gar nicht dazu kommen, dass die Plagegeister sich im Haus breitmachen. Mit ganz einfachen Maßnahmen kann ein Befall vorgebeugt werden. Nachfolgend einige Tipps:

  • Einsatz von Fliegengittern an Fenstern und Türen
  • regelmäßige Reinigungsarbeiten
  • Hausmüll regelmäßig entsorgen
  • Essensreste sofort beseitigen
  • Tierfutter nicht offen stehen lassen
  • Obst abdecken
  • reifes Obst schnell verbrauchen
  • Zimmerpflanzen regelmäßig auf Schädlinge kontrollieren
  • gegebenenfalls Pflanzen umtopfen
Fliege an einem Fliegengitter

Häufig gestellte Fragen

Wie können die kleinen schwarzen Fliegen ins Haus kommen?

Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen können die Tiere durch offene Fenster und Türen ins Haus fliegen. Sehr oft gelangen bereits Eier, Larven und auch adulte Tiere mit gekauften Lebensmitteln wie Obst ins Haus. Auch mit neu erworbenen Topfpflanzen können Larven und erwachsene Fliegen eingeschleppt werden.

Wie können die kleinen Fliegen bekämpft werden?

Die Bekämpfung ist recht einfach, oft reicht schon ein Staubsauger aus. Damit können Larven und Eier aus Ritzen und Spalten entfernt werden. Auch so genannte Fliegenfänger können zum Einsatz kommen. Bei befallenen Topfpflanzen leisten Gelbtafeln gute Dienste. Es muss nicht immer gleich zu einem Insektenspray gegriffen werden, es gibt auch noch verschiedene andere Hausmittel.

Welchen Schaden können Trauermücken bei Zimmerpflanzen anrichten?

Die adulten Fliegen stellen für die Pflanzen keine Gefahr dar. Schaden richten lediglich die Larven an. Sie fressen die Wurzeln ab. Das Schadbild an den Pflanzen ist leicht erkennbar. Es treten vermehrt vertrocknete Blätter und angefressene Pflanzenstängel auf und der Wuchs ist verkrüppelt. Daneben wird die Pflanze von auffällig vielen Mücken umschwirrt.


Scroll Up