Kleine springende Insekten: um diesen Käfer handelt es sich

Oh Schreck! Gerade noch entspannen Sie sich nach einem langen Arbeitstag und plötzlich bemerken Sie kleine, springende Insekten, die Ihnen keine Ruhe lassen. Zahlreiche Kerbtiere verirren sich täglich in Behausungen und können je nach Lebensweise dem Menschen oder der Gebäudestruktur schaden. Da sich zahlreiche Käfer springend oder fliegend fortbewegen, ist es häufig sehr schwer zu definieren, um welche Art es sich bei dem Tier in den eigenen vier Wänden handelt.

Welches Insekt steckt dahinter?

Insekten gelten als die artenreichste Tierklasse auf der Welt und kommen daher in den unterschiedlichsten Größen, Formen, mit oder ohne Flügel vor. Aus diesem Grund ist es so schwer, die zahlreichen Arten und Gattungen auseinander zu halten, die sich in den Lebensräumen der Menschen ausbreiten. Jedoch ist das Verhalten dieser kleinen „Käfer“ ganz klar auf eine Insektenordnung zurückzuführen: Siphonaptera. Siphonaptera sind besser bekannt als Flöhe, springende Blutsauger, die der Auslöser für den Schwarzen Tod im 14. Jahrhundert waren.

Flöhe

Auch wenn der Menschenfloh (Pulex irritans) in Europa fast ausgestorben ist, finden sich weitere Floharten, die den Menschen befallen können:

Hundefloh

Ctenocephalides canis befällt hauptsächlich Tiere der Hundeartigen und aus diesem Grund den besten Freund des Menschen. Sie sind bräunlich gefärbte, springende Insekten, die nur selten den Menschen befallen. Sie kommen äußerst häufig in ländlichen Gebieten vor.

Katzenfloh

Rotbraun gefärbt befällt Ctenocephalides felis hauptsächlich Katzen und kommt im Vergleich zum Hundefloh auch sehr häufig in städtischen Gebieten vor. Er befällt Menschen sehr häufig und siedelt sich gerne in deren Umgebung an. Zudem ist das springende Insekt ein gefährlicher Krankheitsüberträger.

Hühnerfloh

Ceratophyllus gallinae ist einer der am häufigsten vorkommenden Floharten, da er Vögel aller Art befällt, vor allem Geflügel. Ein Grund, warum sich Hühnerflöhe bei Ihnen finden könnten, sind Vogelnester in Ihrem Garten. Sie sind dunkelbraun gefärbt und tauchen vor allem bei schlechter Hygiene auf.

Rattenfloh

Rattenflöhe (Xenopsylla cheopis) gelten neben dem Menschenfloh als einer der Hauptüberträger der Pest und befallen, wie der Name schon sagt, hauptsächlich Ratten und andere Nager. Die hellbraunen, fast transparenten Insekten machen aber vor anderen Säugetieren nicht Halt und siedeln äußerst gerne beim Menschen an.

Sandflöhe

Sandflöhe finden Sie nur in Amerika, Asien und Afrika, vor allem in den Tropengebieten. Sie sind häufig in großen Ansammlungen zu treffen und springen wie verrückt umher, wenn sie gestört werden. Sie sind besonders gefährlich für Sie im Urlaub, weil sich die Weibchen in die Haut der Füße fressen und dort auf Männchen warten. Die Weibchen bilden tausende Eier aus, die auf den Boden fallen und sterben danach noch in der Haut des Wirtstieres. Zwar kommen Tungidae nicht in Europa vor und allgemein weniger in den nördlichen Breitengraden, doch sollten Sie im Urlaub unbedingt darauf achten. Aufgrund ihrer hellen Farbe sind sie im Sand schwer zu erkennen.

Durch gute Hygiene kann Flöhen vorgebeugt werden

Flöhen kann vor allem durch eine gute Hygiene vorgebeugt werden, auch bei Ihren Haustieren. Zwar sind Vogelflöhe schwieriger zu bekämpfen, doch bevorzugen die Insekten ebenfalls Menschen, deren Hygiene zu wünschen übrig lässt.

Tipp: Menschenflöhe stellen in der heutigen Zeit in Mitteleuropa kein Problem mehr dar, da ihr Bestand extrem zurückgegangen ist. Sie kommen aber dennoch weltweit vor und sind vor allem in Asien, Afrika und Südamerika ein Problem, da sie ebenfalls Haus- und Landtiere als Wirt nutzen.

Blattkäfer

Doch nicht nur Flöhe bewegen sich springend vor und sind eine Plage für den Menschen. Es gibt eine Gruppe der Blattkäfer, die ebenfalls in das Bild eines springenden Insekts passen, mit welchem der Mensch häufiger zu tun hat. Die Rede ist hier von den Flohkäfern, genauer den Erdflöhen.

Erdflöhe/ Flohkäfer

Erdflöhe (Psylliodes) sind eine Gattung innerhalb der Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae) und gehören zur Gruppe der Flohkäfer (Alticini), die als Schädling im Bereich der Landwirtschaft angesehen sind. Sie stechen nicht den Menschen und beschädigen durch ihre Lebensweise keine Gebäude, sind jedoch schädlich für Landwirte und Gärtner, die Pflanzen der folgenden Familien halten oder anbauen:

  • Süßgräser (bot. Poaceae)
  • Hanfgewächse (bot. Cannabaceae)
  • Kreuzblütler (bot. Brassicaceae)
  • Nachtschattengewächse (bot. Solanaceae)
  • Fuchsschwanzgewächse (bot. Amaranthaceae)
  • Korbblütler (bot. Asteraceae)

Besonders drei Pflanzengattungen sind von Erdflöhen befallen und müssen behandelt werden, damit die Tiere keine großen Schäden anrichten:

  • Hanf (bot. Cannabis)
  • Nachtschatten (bot. Solanum)
  • Kohl (bot. Brassica)

Erdflöhe sind springende Insekten, genauer Käfer, die beim genaueren Hinsehen den klassischen Aufbau eines Käfers aufweisen. Ihre Hinterbeine sind zu effektiven Sprunggelenken umgebaut und sie verfügen aus diesem Grund über ein außerordentliches Sprungvermögen. Aufgrund ihrer Größe von zwei bis vier Millimetern, der Farbe und der Sprungkraft werden die Käfer häufig mit Flöhen verwechselt, obwohl die Lebensweise und Ernährung von Grund auf unterschiedlich ist.

Typische Merkmale der Erdflöhe

  • ernähren sich ausschließlich von ausgewählten Pflanzenarten von etwa 30 Familien
  • halten sich nur in der Nähe des Menschen auf, falls wachsende Pflanzen als Nahrung zur Verfügung stehen
  • haben nutzbare Flügel
  • überwintern nicht in menschlichen Behausungen
  • je nach Art sind sie sogar recht farbenfroh

Anhand der Lebensweise können Sie sofort erkennen, ob springende Insekten in Ihrer Nähe Flöhe oder Erdflöhe sind. Erdflöhe halten sich nur aus Versehen in Wohnräumen auf, aber nie mit Absicht. Die Käfer meiden Menschen und halten sich so gut wie möglich im Freien auf. Wenn Sie also springende Insekten in Ihrem Garten bemerken, zum Beispiel auf Ihrem Kohl, dann handelt es sich eindeutig um Erdflöhe, während normale Flöhe Sie oder Ihre Haustiere stechen und sich in Ihren Wohnräumen ansiedeln.

Über 200 Arten der Erdflöhe gibt es, von denen drei Arten näher zu betrachten sind, da diese Ihre Pflanzen schädigen können:

Großer Rapserdfloh

als Käfer ist der Große Rapserdfloh (Psylliodes chrysocephalus) besonders schädlich, wenn Sie Kreuzblütengewächse anbauen. Die dunklen, blauschwarzen Käfer haben es vor allem auf Ackersenf (bot. Sinapis arvensis), Weiße Rüben (bot. Brassica rapa), Raps (bot. Brassica napus), Acker-Rettich (bot. Raphanus raphanistrum) und Gemüsekohl (bot. Brassica oleracea) abgesehen. Als springende Insekten sind diese Käfer dort aufgrund ihrer dunklen Färbung gut zu erkennen.

Hanferdfloh

Psylliodes attenuatus hat sich hauptsächlich auf Hanf und Hopfen spezialisiert. Dort richten sie extreme Schäden an, wenn die grünlich bis Bronze gefärbten Insekten nicht bekämpft werden.

Kartoffelerdfloh

Psylliodes affinis ist spezialisiert auf zahlreiche Nachtschattengewächse, allen voran Kartoffelknollen. Jedoch sind die Käfer recht harmlos und richten nur selten gefährliche Schäden an, da sie äußerst klein sind. Dennoch ist es zu empfehlen, den kleinen gelb-braunen Insekten vorzubeugen, damit schwächere Pflanzen nicht unter dem Befall leiden.

Für die unterschiedlichen Erdfloharten gibt es verschiedene Vorgehensweisen, mit denen Sie Ihre Pflanzen schützen können. In den meisten Fällen reicht es aus, wenn die Erde locker und feucht ist und die Wurzeln somit atmen können. Jedoch können sich die Käfer recht schnell ausbreiten und sie haben kein Problem damit, den Winter zu überstehen. Sobald sich im Frühling die ersten Triebe und Blätter zahlreicher Gemüsepflanzen zeigen, fallen die Larven über diese her und können im eigenen Gemüsegarten große Schäden anrichten.

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