Kletterpflanzen für den Schatten

Mit dekorativem Laub und oft duftenden Blüten umranken Kletterpflanzen Zäune und Gerüste und verdecken triste Mauern. Die meisten rankenden und kletternden Arten stammen dabei ursprünglich aus Wäldern. Damit sie dennoch ausreichend Sonnenlicht erhalten, müssen die Pflanzen in die Höhe wachsen. Von Natur aus sind viele von ihnen deshalb gut für Plätze im Halbschatten und Schatten geeignet. Es gibt jedoch eine beachtliche Anzahl an Kletterpflanzen, die sich im Schatten und Halbschatten wohlfühlen.

Kletterpflanzen

Bevor Sie sich für eine Kletterpflanze entscheiden, um eine Mauer, einen Schuppen oder die Fassade Ihres Hauses zu begrünen, sollten Sie sich Gedanken über die Eignung der jeweiligen Art machen. Dabei ist nicht nur ausschlaggebend, ob die Pflanze mit den Standortbedingungen vor Ort zurechtkommt. Ein wichtiges Kriterium ist auch die Variante, mit der die Kletterpflanze nach oben wächst. Denn Kletternde Pflanzen haben ihre Blätter oder auch Triebe zu Haftorganen oder auch Ranken umgewandelt. Man unterscheidet:

1. Selbstklimmer

Selbstklimmende Arten wie beispielsweise der Efeu oder die Kletterhortensie können sich ohne Rankhilfe selbstständig an einer Oberfläche festhalten. Dazu bilden die Triebe Haftwurzeln aus, die sich in den Untergrund eingraben, um sich daran festzuhalten. Deshalb dürfen keine Risse in der Wand vorhanden sein, da sonst die Bausubstanz beschädigt wird. Andere Selbstklimmer wie der Wilde Wein bilden stattdessen ein Kontaktsekret, mit dem sich die Pflanze „anheftet“ und damit der Wand keinen Schaden zufügt.

2. Gerüstkletterpflanzen

Kaum Probleme mit der Bausubstanz gibt es jedoch bei allen Arten von Kletterpflanzen, die eine Rankhilfe benötigen. Diese Kletterhilfe muss jedoch auf die jeweilige Pflanze abgestimmt sein. Windende Kletterpflanzen schlingen ihre jungen Triebe spiralförmig um alles, das ihnen Halt bietet, wie beispielsweise Spaliere oder Drähte. An zu dicken Gittern oder Netzen können sich diese windenden Triebe jedoch nur sehr schwer festhalten.

Lichtbedarf von Pflanzen

Um den Lichtbedarf von Pflanzen anzugeben, werden in der Praxis drei Kategorien verwendet, die sich an den durchschnittlichen Sonnenstunden am jeweiligen Standort orientieren. Dabei sind die Übergänge fließend zu betrachten.

  • sonniger Standort: mehr als sechs Stunden volle Sonneneinstrahlung pro Tag
  • Halbschatten: zwischen drei und sechs Stunden Sonne täglich
  • schattiger Standort: weniger als drei Stunden volle Sonne täglich

Kletterpflanzen für den Schatten

Akebie 

Bei der Akebie / Schokoladenwein/ Fünfblättrige Klettergurke (Akebia quinata) handelt es sich um eine schlingende Pflanze, die ursprünglich aus Ostasien stammt. In unseren Gärten sind die Kletterpflanzen für den Schatten bislang noch nicht besonders weit verbreitet. Den Namen Klettergurke haben die markanten Schlingpflanzen mit den traubig herabhängenden Blüten von ihren Früchten, die im Spätsommer bis zu neun Zentimeter lang an den Trieben heranreifen. Diese Früchte sind essbar und haben einen leicht süßlichen Geschmack.

  • Wuchshöhe: bis zu 10 m
  • windender Kletterstrauch (Gerüst oder Seile als Kletterhilfe)
  • Zuwachs pro Jahr: 30 bis 100 cm
  • Standort: Schatten oder Halbschatten
  • weibliche Blüten: braunviolett, traubig angeordnet
  • männliche Blüten (am gleichen Strauch): rosafarben, duftend
  • Blätter: dunkelgrün, eiförmig mit langem Stiel
  • sommergrün
  • bis -20 °C winterhart
  • in den ersten Jahren noch etwas empfindlich gegen Fröste

Tipp: Im Schatten wächst die Pflanze problemlos, lediglich die Blütenfülle nimmt etwas ab.

Baumwürger/ Rundblättriger Baumwürger

Beliebt ist der Rundblättrige Baumwürger (Celastrus orbiculatus) vor allem wegen seiner Scheinblüten und hübschen orangefarbenen Beeren, die auch über den Winter am Kletterstrauch hängen bleiben. Diese Schlingpflanzen sind getrenntgeschlechtlich. Das bedeutet, Sie benötigen wenigstens ein männliches und ein weibliches Exemplar, damit der Baumwürger Früchte trägt. Ein Baumwürger sollte jedoch mit Bedacht gepflanzt werden. Denn ähnlich wie der Blauregen kann der Kletterstrauch mit seinen dicken Trieben einen enormen Druck auf die Kletterhilfe ausüben und kleinere Bäume oder Fallrohre zerdrücken.

  • Wuchshöhe: bis 8 m
  • Zuwachs pro Jahr: etwa 1 m
  • Halbschatten, bedingt schattenverträglich
  • Blätter: hellgrünes, eiförmiges Laub, sommergrün
  • Blüten: Scheindolden im Mai bis Juni
  • Früchte: orangefarbene Beeren
  • stabiles Rankgerüst notwendig
  • winterhart bis -25 °C

Baumwürger, Celastrus orbiculatus

Clematis

Im Halbschatten haben sich Kletterpflanzen wie die Clematis bewährt. Von der Waldrebe gibt es unzählige Sorten, deren Blütenfülle vom Frühjahr bis in den Spätsommer farbige Akzente im Garten setzt. Die Königin unter den blühenden Kletterpflanzen liebt zwar einen hellen Standort, direkte Sonneneinstrahlung mag sie jedoch nicht so gerne. Vor allem der Fuß der Pflanze sollte dabei im Schatten liegen.

  • Wuchshöhe: bis 3 m (Zierformen)
  • Gemeine Waldrebe und Bergwaldrebe bis 10 m
  • Zuwachs pro Jahr: großblumige Sorten bis 40 cm, wilde Arten über 1 m
  • Blätter: eiförmig zugespitzt
  • Blüten: gefüllte und ungefüllte Sorten in allen erdenklichen Farben
  • benötigt ein Gerüst zur Unterstützung
  • nicht alle Sorten sind winterhart

Clematis

Efeu

Die einzige immergrüne Kletterpflanze, die ursprünglich aus Europa stammt, ist der Efeu (Hedera helix). Er gehört dabei zu den völlig anspruchslosen Arten von Kletterpflanzen, die problemlos Fassaden und Wände bis zu 20 Meter Höhe erklimmen. Bevor Sie sich jedoch für den Einsatz von Efeu entscheiden, sollten Sie sich gut überlegen, ob er auch in vielen Jahren noch gewünscht ist. Denn die Pflanze klettert mithilfe von Haftwurzeln, die sie gnadenlos auch ins Mauerwerk oder eine Isolierung schlägt. Deshalb ist sie nur sehr schwer wieder zu entfernen.

  • Wuchshöhe: 4 bis über 10 m (artabhängig)
  • Wuchsgeschwindigkeit: 50 bis 70 cm pro Jahr
  • Wurzelkletterer, selbstklimmend
  • Blätter: dreilappig bis herzförmig, tiefgrün (auch Arten mit panaschierten Blättern)
  • Blüte: unscheinbar hellgrün
  • immergrün
  • gut frostverträglich

Efeu ist für sein schnelles Wachstum bekannt

Hopfen

Hopfen (Humulus) gehört zu den rasch wachsenden Schlingpflanzen, die schnell große Flächen begrünen können. Dabei ist nicht zu befürchten, dass die Pflanze Bauschäden an Fassaden verursacht. Ideal ist der Hopfen beispielsweise für Balkone, zur Verdeckung von Fallrohren oder auch als preiswerte Hochbegrünung. Eigentlich gehört der Hopfen nicht in die Rubrik Kletterpflanze, sondern zu den Stauden. Seine Triebe wachsen jedes Jahr wieder neu aus dem Erdboden empor und sterben dann im Herbst nach der Blüte ab. Als Rankhilfen eignen sich dabei alle Brüstungen, Fallrohre, Masten oder auch Zäune, an die verholzende Arten von Kletterpflanzen nicht gesetzt werden dürfen.

  • Wuchshöhe: bis 12 m
  • Zuwachs: bis 1 m pro Woche
  • Sonne bis Halbschatten, auch Schatten
  • Blüten: kätzchenartige Blüten bei weiblichen Exemplaren
  • Blätter: ähnlich wie Weinreben
  • stirbt im Herbst bis zum Bodenniveau ab
  • winterhart bis unter -35 °C

Hopfen, Humulus

Kletterhortensie

Die Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris) gehört zu den Arten von Kletterpflanzen, die in den Wäldern Japans und Koreas heimisch sind. Die feinen weißen Blüten bilden von Juni bis Juli einen schönen Kontrast zu dem dunkelgrünen Laub. Hortensien benötigen einen tiefgründigen, sauren Boden, um gut gedeihen zu können. Sie eignen sich jedoch auch zur Kultivierung als Kübelpflanze. Man sollte sie zudem an einen Standort im Halbschatten oder Schatten pflanzen, denn in der Sonne leidet die Pflanze und wächst nur sehr kümmerlich.

  • Wuchshöhe: bis 10 m
  • Wuchsgeschwindigkeit: 80 cm pro Jahr
  • selbstklimmend (Gerüst wird jedoch empfohlen)
  • Blüten: tellerförmige Blütenrispen mit kleinen weißen Blüten
  • Blätter: kräftig grünes, zugespitzt herzförmiges Laub
  • völlig winterhart bis -26 °C

Kletterhortensie, Hydrangea petiolaris

Tipp: Eine Hydrangea petiolaris ist zwar gut schnittverträglich, benötigt aber wegen ihres geringen Hangs zu wuchern kaum Rückschnitte.

Pfeifenwinde/ Gespensterpflanze

Elegant windet sich die Pfeifenwinde (Aristolochia macrophylla) an Zäunen und Rankhilfen in kürzester Zeit bis zehn Meter in die Höhe. Diese Kletterpflanze macht ihrem Namen alle Ehre, denn sie hat einen besonders starken Wuchs – und zwar nicht nur in die Höhe, sondern auch in die Breite. Lässt man sie jedoch ungestört wachsen, kann sie zwischen vier und sechs Meter breit werden. Sie ist daher perfekt, geeignet, auch größere Mauern und Zäune mit nur wenigen Pflanzen zu begrünen. Zudem kann die Aristolochina macrophylla bis zu 100 Jahre alt werden. Was die Lichtverhältnisse betrifft, ist die Pfeifenwinde ebenfalls sehr anspruchslos. Sie kommt sowohl mit Sonne als auch mit Schatten sehr gut zurecht.

  • Wuchshöhe: bis 10 m
  • Zuwachs pro Jahr: 50 bis 100 cm
  • Rankhilfe bis ins hohe Alter notwendig
  • windgeschützter Standort notwendig
  • Blüte: kleine, besonders markante Blüten, außen gelb, innen rotbraun
  • Blätter: herzförmig und sehr groß (10 bis 30 cm Länge)
  • Laub abwerfend
  • Frucht: gurkenähnlich, bis 9 cm Länge
  • bis -30 °C winterhart

Pfeifenwinde, Aristolochia macrophylla

Schlingknöterich

Ein Schlingknöterich (Fallopia aubertii, auch Polygonum aubertii) ist wegen seiner enormen Wuchskraft nur schwer zu bändigen. Deshalb sollten Sie sich gut überlegen, wo Sie die Kletterpflanze einsetzen. Perfekt ist er für alle großen Flächen, die nicht besonders schön anzusehen sind, wie beispielsweise die Fassade eines Stalles, einer Garage oder auch eine lange, hohe Mauer. Als Kübelpflanze und für kleine Häuser ist er nicht geeignet, da der Schnittaufwand zu hoch ist. Am liebsten wächst der Schlingknöterich in sonniger Lage oder im Halbschatten, er ist aber auch gut schattentolerant.

  • Wuchshöhe: bis 20 m
  • Zuwachs pro Jahr: mehrere Meter
  • Blüte: weiß, rispenförmig (Juli bis September)
  • Blätter: frischgrün, länglich oval
  • sommergrün
  • stabartige Rankhilfen
  • genügend Abstand zu Fallrohren, Blitzableiter etc. einhalten

Schlingknöterich, Fallopia aubertii

Selbstklimmender Mauerwein

Ursprünglich stammt der selbstklimmende Mauerwein (Parthenocissus quinquefolia ‚Engelmannii‘) aus Nordamerika. Als schnellwüchsiger Kletterexperte ist er sehr beliebt. Die drei- bis fünflappigen Blätter, die sich im Herbst dann in einen rot leuchtenden Blickfang verwandeln, werden bis zu 12 Zentimeter lang. Aus den unscheinbaren Blüten bilden sich im Spätsommer kugelige, blauschwarze Früchte, die zwar für Menschen nicht genießbar sind, für Vögel aber eine willkommene Nahrungsquelle darstellen. Der Mauerwein gedeiht sowohl in der Sonne als auch im Halbschatten und Schatten.

  • Wuchshöhe: bis 12 m
  • Breite: bis 4 m
  • Zuwachs pro Jahr: 50 bis 100 cm
  • rankt an nahezu allen Materialien selbst empor
  • Blüte: Juni bis August, unscheinbar grünlich
  • Blätter: lanzettlich, fünflappig, dunkelgrün
  • im Herbst wunderschöne orangerote bis purpurrote Färbung
  • sommergrün
  • bis -30 °C winterhart

Selbstklimmender Mauerwein, Parthenocissus quinquefolia

Zier-Kiwi/ Strahlengriffel

Ab dem Frühjahr färben sich die Blattspitzen der Zier-Kiwi (Actinidia kolomikta) weißrosa und bilden damit ein ganz besonderes Highlight im Garten und auf der Terrasse. Daher stammt auch ihr Name Buntblättrige Kiwi oder Flamingo-Kiwi. In der Regel behält die Pflanze das Laub besonders lange an den Trieben, oft bis November. Als schwach schlingende Kletterpflanze muss ein Strahlengriffel jedoch an ein Spalier gebunden werden. Zwar sind die Früchte viel kleiner als die der „echten“ Kiwi, trotzdem sind sie sehr schmackhaft und gesund.

  • Wuchshöhe: nur 2 bis 3 Meter (selten bis 5 m)
  • Zuwachs pro Jahr: etwa 50 cm
  • Sonne bis Schatten, möglichst geschützt
  • bessere Blattfärbung im Halbschatten
  • muss angebunden werden
  • Blätter: lanzettlich, hellgrün mit bunter Färbung
  • in den ersten Jahren vor Starkfrösten schützen

Zierkiwi, Strahlengriffel, Actinidia kolomikta

Bewertung: 5.0/5.. Aus 2 Stimmen.
Bitte warten...