Zum Inhalt springen
Startseite » Gartenpflanzen » Gehölze » Rosen » Rosenarten » Kletterrosen » Kletterrosen schneiden: Grundlagen-Anleitung

Kletterrosen schneiden: Grundlagen-Anleitung

Kletterrosen schneiden

Üppig blühende Kletterrosen am Spalier oder ein zarter Rosenbogen als Garteneingang können ein wahrer Hingucker sein. Dafür sollten die Rosen jedoch gut gewachsen sein, mit kräftigen blühenden Trieben. Ohne Pflege und Geduld, vor allem aber ohne regelmäßigen wohlbedachten Rückschnitt werden Sie dieses Ziel kaum erreichen. So schneiden Sie Kletterrosen richtig.

Video-Tipp

Warum Kletterrosen schneiden?

Indem Sie Ihre Kletterrose überlegt und sorgfältig beschneiden verhindern Sie eine Verkahlung der Pflanze von unten her. Ihre Rose bekommt so immer wieder neue blühfähige Triebe, während das alte Holz nach einigen Jahren weder Blätter noch Knospen bekommt. Gleichzeitig wird die Rose gekräftigt, denn schwache Triebe setzen nur wenige Blüten an und schwächliche Rosen sind anfällig für diverse Krankheiten und Schädlinge, wie zum Beispiel Rosenrost.

Rosenrost
Rückschnitte stärken die Pflanzen und machen sie wenig anfällig für Rosenrost & Co.

Kletterrosen verjüngen

Sie verjüngen also Ihre Rose durch den Rückschnitt und regen sie zu reichlicher Blüte an. Zwar werden sowohl einmal blühende als auch mehrfach blühende Rosen beschnitten, aber nicht ganz auf die gleiche Weise beziehungsweise zu unterschiedlichen Zeiten.

Schnitt-Zeitpunkt

Der beste Zeitpunkt zum Schneiden hängt von der Art der Kletterrose ab. Blüht sie nur einmal oder öfter im Jahr? Das ist manchmal nicht einfach zu erkennen. Auch einmal blühende Rosen können viele Wochen lang blühen und wieder neue Knospen ansetzen. Allerdings kommen die neuen Knospen nicht an den schon verblühten Trieben. Ein weiteres Kriterium zur Unterscheidung ist das Triebwachstum. Einmal blühende Rosen stecken viel Energie in dieses Wachstum, sie wachsen recht schnell und bilden lange neue Triebe. Eine mehrfach blühende Kletterrose verbraucht dagegen viel Energie für die Bildung von Knospen und Blüten. Daher ist sie eher schwachwüchsig und bleibt oft kleiner.

Einmal blühende Kletterrose

Eine einmal blühende Kletterrose beschneiden Sie am besten direkt nach der Blüte oder im frühen Herbst. Hierzu gehören zum Beispiel Ramblerrosen, die sich vor allem an englischen Cottages großer Beliebtheit erfreuen. Sie haben eher kleine luftig zarte Blüten und ranken besonders stark.

Rosen mit scharfem Werkzeug schneiden
Rosen mit scharfem Werkzeug schneiden

Mehrmals blühende Kletterrose

Bei mehrmals blühenden Kletterrosen ist ein Rückschnitt im Frühling zu empfehlen, etwa zu der Zeit, wenn die Forsythien blühen. Jetzt erkennen Sie leicht eventuelle Winterschäden, wie erfrorene oder kümmerliche Triebe. Diese sollten unbedingt entfernt werden. Zum einen sind sie kein schöner Anblick, zum anderen bieten sie Krankheitskeimen und Pilzen eine ideale Eintrittspforte. Im Frühjahr sind auch die Rosenaugen, an denen sich junge Triebe bilden, schon gut zu sehen. So wissen Sie genau, wo Sie am besten schneiden sollten.

Kletterrosen schneiden: Anleitung

Haben Sie eine mehrfach blühende Rose, dann ist das Abschneiden der welken Blüte erforderlich, damit sich neue Knospen bilden können. Dabei beschneiden Sie aber nicht die Triebe. Schneiden Sie nur die verwelkten Teile direkt unter der Blüte beziehungsweise über den ersten Blättern ab.

Bei einer einmal blühenden Kletterrose dürfen Sie nun die alten Triebe beschneiden, an denen die Rose schon geblüht hat. Sie setzt an den jungen Trieben jetzt schon die Knospen für das nächste Jahr an.

Tipp: Bei einem Rückschnitt im Frühling erkennen sie vielleicht alte Triebe nicht so gut, darum empfiehlt sich hier der Rückschnitt im Spätsommer oder frühen Herbst.

Das richtige Werkzeug zum Rosenschnitt

Es gibt verschiedene Arten von Gartenscheren, so genannte Amboss-Scheren und Bypass-Scheren. Eine Bypass-Schere hat zwei Klingen, die beim Schneiden aneinander vorbei  gleiten. So wird das zu schneidende Holz nur wenig gequetscht. Dafür ist ein etwas höherer Krafteinsatz nötig als für die Amboss-Schere. Bei dieser Art von Gartenschere gibt es nur eine Schneideklinge, die das Schnittgut auf eine Fläche presst, den so genannten Amboss, und dabei das Schnittgut durchtrennt. Bypass-Scheren eignen sich am besten für relativ frisches Grün, während älteres und hartes Holz gut mit einer Amboss-Schere zu schneiden ist.

Gartenschere
Gartenschere

Rosenschere

Als Rosenschere ist eine Bypass-Schere zu empfehlen, denn Rosen haben recht empfindliche Triebe. Aus diesem Grund sollte Ihre Rosenschere auch immer scharf sein. Bei Bedarf schärfen Sie die Schere vor der Benutzung noch einmal nach. So verhindern Sie eine Verletzung der Pflanze. Durch kleine Schnittverletzungen können Krankheitskeime eindringen. Außerdem werden solche Keime häufig durch unsaubere Scheren oder ähnliches übertragen. Auch Rost am Werkzeug kann Ihrer Rose schaden. Reinigen und trocknen Sie Ihre Rosenschere deshalb nach jedem Gebrauch. Ab und zu ölen Sie die Schere, das verlängert ihre Lebensdauer.

Lange Triebe

Hat Ihre Kletterrose den Sommer über sehr lange Triebe gebildet, dann liegt es nahe, dass Sie diese einfach zurückschneiden. Besser ist es jedoch, wenn Sie bei mehrfach blühenden Kletterrosen bis zum Frühjahr warten. Binden Sie die langen Triebe einfach am Gerüst oder Spalier an. So werden sie im nächsten Herbststurm nicht abgerissen. Auf diese Weise halten Sie eventuelle Winterschäden gering. Im Frühling schneiden Sie Ihre Kletterrosen dann wie gewohnt.

Rosenbogen

Natürlich möchten Sie gern, dass Ihre Kletterrose schon recht bald den ganzen Bogen umwächst und Ihr Rose daher so wenig beziehungsweise so spät wie möglich zurückschneiden. Damit sollten Sie jedoch nicht zu lange warten, sonst blüht ihre Rose zwar oben am Rosenbogen, aber nicht mehr unten oder an den Seiten.

Rosenbogen
Rosenbogen

Binden Sie die jungen Triebe zunächst am Bogen fest. Zeigen sich trockene oder kranke Triebe, dann ist ein Rückschnitt unumgänglich, um zum Beispiel die Ausbreitung eines Pilzbefalls zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren. Haben Ihre Kletterrosen eine Höhe von etwa zwei Metern erreicht, dann sollten Sie mit dem Zurückschneiden beginnen, wie es der Art Ihrer Rosen entspricht.

Der richtige Schnitt – Schritt für Schritt:

  • Werkzeug säubern und eventuell schärfen
  • alte, vielleicht schon kahle Triebe abschneiden
  • dünne und schwache Triebe so dicht an der Basis wie möglich schneiden
  • sehr dicht wachsende Seitentriebe bis auf 3 oder 4 Augen kürzen
  • bei einmal blühenden Rosen niemals junge Triebe abschneiden

Was tun bei Verkahlung?

Wenn Sie Ihre Kletterrose lange nicht zurückschneiden, dann hat sie bald harte holzige Äste ohne Blätter und Blüten, sie verkahlt. Dagegen hilft nur ein radikaler Rückschnitt als Verjüngungskur. Schneiden Sie alte trockene Triebe dicht über dem Boden ab. Da nicht jede Rose diese Kur gut übersteht, beschneiden Sie zunächst nur etwa ein Drittel der entsprechenden Äste ab. Wenn Ihre Kletterrose danach gut austreibt, beschneiden Sie im Folgejahr die übrigen Triebe.

Tipp: Bleibt der Austrieb aus, kaschieren Sie die verkahlten Stellen mit anderen Pflanzen, zum Beispiel farblich passenden oder kontrastierenden Strauchrosen.

Häufige Fehler beim Schneiden

Wenn Sie Ihre einmal blühenden Kletterrosen im Frühjahr zu stark zurückschneiden, dann blühen diese Kletterrosen im kommenden Sommer nur wenig oder eventuell gar nicht. Diese Sorten legen nämlich ihre Knospen schon im Vorjahr an und blühen nicht an den neuen Austrieben vom Frühling. Wenn Sie nicht wissen, zu welcher Art Ihre Kletterrose gehört, dann verzichten Sie im ersten Frühjahr auf den Rückschnitt. Sehen Sie sich stattdessen erst einmal an, an welchen Trieben Ihre Rose blüht. Schneiden Sie die welken Blüten ab und warten Sie, ob die Rose danach erneut Knospen ansetzt. So wissen sie, welche Art Kletterrose Sie haben und können sich informieren, wie Sie diese im nächsten Jahr zurückschneiden müssen.

Rosen wegen spitzer Dornen nur mit Schutzkleidung schneiden
Rosen wegen spitzer Dornen nur mit Schutzkleidung schneiden

Wenn Sie einen Trieb zu dicht über einem Seitentrieb oder einem Auge zurückschneiden, dann kann es passieren, dass der entsprechende Trieb eintrocknet. Zurück bleibt ein unschöner trockener Stumpf. Hier können Sie nur nachbessern, indem Sie über dem nächsten Auge oder Trieb erneut zurückschneiden, diesmal allerdings etwa fünf Millimeter oberhalb.

Weitere Tipps zur Rosenpflege

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.
Scroll Up