Knoblauch anpflanzen: Pflanzen aus Zehen ziehen – Zeitpunkt & Anleitung

Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Beinahe keine andere Zutat spaltet uns derart wie der Knoblauch, vor allem wegen seines Geruchs. Soll Knoblauch, botanisch Allium sativum, im Garten gezogen werden, laufen Sie jedoch nicht zwangsläufig Gefahr, dass die Pflanze den typischen Knoblauchgeruch verbreitet. Vielmehr verfügen Sie über hübsche Blüten und sind in verschiedenen Sorten erhältlich. Beim Ziehen der Pflanze wird jedoch kein Unterschied zwischen Speise- und Zierknoblauch gemacht.

Die Knoblauchpflanze

Die Knoblauchknolle ist das Überdauerungsorgan des Knoblauch und eigentlich eine Zwiebel, die aus einer Haupt- und vielen kleineren Nebenzwiebeln, die sog. Knoblauchzehen, besteht. Aus der Mitte der Knolle wächst die Knoblauchpflanze, die beim Gemeinen Knoblauch zwischen 60 und 90 Zentimeter hoch wird. Wie stark die Haupt- bzw. Nebenzehen des Knoblauchs ausgebildet werden, hängt vom Zeitpunkt des Einpflanzens ab.

Tipp: Für das Ziehen von Knoblauch sollten Sie rund ein Fünftel der Zehen einer Knolle behalten.

Knoblauch anpflanzen

Zeitpunkt

Knoblauch können Sie entweder im Herbst oder im Frühjahr aus der Zehe ziehen. Findet das Anpflanzen im Herbst statt, spricht man vom sogenannten Winterknoblauch. Bei diesem fällt die Ernte auch viel üppiger aus als bei Knoblauchzehen, die im Frühjahr gesteckt werden.

Tipp: Grundsätzlich können Sie Knoblauch aus den Zehen der Pflanze von Frühjahr bis Herbst ziehen. Wenn Sie jedoch Knoblauch ernten wollen, dann sollten Sie sich an den natürlichen Rhythmus der Pflanze halten, sonst fällt die Ernte nur gering aus.

Knoblauchpflanze
Allium Sativum

Der beste Zeitpunkt zum Anpflanzen von Winterknoblauch ist der Herbst, zwischen September und Anfang November. So kann er gut in die Erde hineinwachsen und bis zum Frühjahr viele Knoblauchzehen ausbilden. Geerntet wird dann ab dem Frühsommer.

Tipp: Manche meinen, dass sich auch die Winterkälte positiv auf das Wachstum des Knoblauchs auswirkt. Und die Ernte dann üppiger ausfällt.

Knoblauch, der im Frühjahr gesteckt wird, wird Frühlingsknoblauch genannt und Anfang Herbst geerntet. Am besten kommt die Zehe schon zeitig im Frühjahr, also ab Mitte Februar, in die Erde, wenn es die Temperaturen denn zulassen. Spielt das Wetter nicht mit, dann können Sie die nicht winterharten Knoblauchzehen noch bis Anfang April stecken.

Boden

Knoblauch braucht einen durchlässigen Boden, da er Nässe nur schlecht verträgt. Zudem sollte das Erdreich nährstoffreich sein, aber nicht frisch gedüngt. Am besten mischen Sie der Gartenerde etwas Sand unter. So wird die Knoblauchpflanze lockerer. Die Zugabe von Humus oder Kompost sollte bereits einige Wochen vor dem Anpflanzen des Knoblauchs erfolgen.

Die Erde sollte nährstoffreich sein

Wollen Sie den Knoblauch im Topf auf dem Balkon oder der Terrasse ziehen, dann mischen Sie Blumenerde mit Sand. Um Staunässe zu vermeiden, sollten Sie das Pflanzgefäß mit einer Drainageschicht versehen. Außerdem sollte das Pflanzgefäß mindestens ein Abzugsloch haben, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann.

Standort

Knoblauch liebt die Sonne und hasst den Regen. Deshalb braucht er im Topf auf dem Balkon einen regengeschützten Standort. Da er den Winter im Freien verbringt, sollten Sie darauf achten, dass gerade im Winter das Erdreich nicht vollkommen durchnässt wird. Am besten stellen Sie den Knoblauch an eine geschützte Hauswand. Im Gartenbeet sollten Sie ihn im Winter, wenn die Temperaturen stark fallen, mit einer Schicht aus Reisig oder Mulch bedecken.

Im Garten gedeiht Knoblauch prächtig, wenn er die richtigen Nachbarn hat. So fühlt er sich sehr wohl zwischen

  • Erdbeeren
  • Himbeeren
  • Gurken
  • Mohrrüben
  • Rüben
  • Tomaten
  • Obstbäumen
  • Lilien
  • Tulpen
  • Rosen

Nicht erfreut ist er über die Nachbarschaft von Bohnen, Erbsen oder Kohl.

Stecken

Das Stecken der Knoblauchzehen ist einfach. Gehen Sie für das Anpflanzen wie folgt vor:

  • Pflanzloch mit gut vier Zentimetern vorbereiten
  • 10 Zentimeter Pflanzabstand lassen
  • Zehe(n) mit der Spitze nach oben hineinstecken
  • Zehe(n) mit Erde bedecken
  • Zehe(n) vorsichtig angießen

Anpflanzen im Kübel

Beim Anpflanzen im Topf gehen Sie wie oben beschrieben vor. Allerdings sollten Sie die Zehe(n) in ein etwas größeres Pflanzgefäß stecken. Neben dem Pflanzabstand von 10 Zentimetern zwischen den Zehen, sollten noch gut fünf Zentimeter Abstand zum Topfrand sein, denn die Knoblauchwurzeln brauchen viel Platz.

Pflege

Solange der Knoblauch anwächst, sollten Sie ihn feucht halten. Achten Sie dabei darauf, dass er auch gleichmäßig feucht ist. Feuchtigkeitsschwankungen und zu viel Nässe mögen die Zehen nicht. Ist der Knoblauch angewachsen, dann braucht er nicht mehr so viel Feuchtigkeit, aber ganz austrocknen sollte die Erde nicht. Auf zusätzliche Düngergaben können Sie verzichten, wenn das Substrat bzw. der Boden humus- bzw. nährstoffreich ist.

Wenn der Winter ein sehr kaltes Gesicht zeigt, sollten Sie bei Knoblauch, der im Topf gezogen wird, auch den Topf mit einem festen Winterschutz umhüllen. Dazu eignet sich zum Beispiel Vlies oder Sackleinen. Wichtig ist, dass das einhüllende Material luftdurchlässig ist.

Tipp: Manche empfehlen auch, Topf- bzw. Kübelknoblauch während der kalten Jahreszeit in den Wintergarten zu stellen.

Bildet der Knoblauch Blütenstängel aus, können Sie diese abschneiden. Das bewirkt, dass der Knoblauch seine ganze Energie in die Knolle steckt, was zu einer besseren Ernte führt. Sie können die Stängel aber auch stehenlassen. Geerntet wird der Knoblauch, wenn ein Drittel des Knoblauchgrüns bereits verwelkt ist. Soll der Anbau fortgesetzt werden, dann legen Sie von der Ernte sogleich Zehen für den Herbst bzw. das Frühjahr zurück.

Blüte einer Knoblauchpflanze
Knoblauchblüte
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