Hilft Knoblauch gegen Blattläuse? Anwendung gegen Läuse

Knoblauch gegen Blattläuse

Blattläuse sind der größte Feind eines jeden Hobbygärtners. Sie befallen hauptsächlich von Mai bis in den Herbst hinein junge Triebe, Knospen und auch Blattunterseiten der unterschiedlichsten Pflanzen. Schon nach kurzer Zeit können sie einen großen Schaden anrichten. Besonders bei einer warmen und trockenen Witterung kann es schnell zu einer Epidemie kommen. Die Läuse müssen nicht gleich mit chemischen Mitteln bekämpft werden. Hilfreich gegen Blattläuse können hier auch verschiedene Hausmittel sein, wie zum Beispiel Knoblauch.

Blattläuse

Bereits im Winter legen die Läuse ihre Eier für die erste Population im Frühjahr ab. Der am häufigsten auftretende Pflanzenschädling saugt mit seinen stechenden Mundwerkzeugen den süßen Pflanzensaft aus jungen Blättern und Trieben vieler Pflanzen. Innerhalb kürzester Zeit kann er so riesige Kolonien bilden. Die gelben, grünen, rötlichen oder schwarzen Krabbeltiere sind nur wenige Millimeter groß und mit bloßem Auge mitunter kaum sichtbar. Ihre Lebenserwartung ist nicht gerade sehr hoch. Allerdings ist diese Zeit vollkommen ausreichend, um sich schnellstmöglich und viel zu vermehren.
Durch das Saugen werden die betroffenen Pflanzen nachhaltig geschädigt und es kann dabei zur Übertragung von gefährlichen Krankheitserregern wie Viren kommen. Um Blattläuse zu bekämpfen, müssen nicht immer gleich chemische Mittel zur Anwendung kommen. Gegen einen Befall durch Läuse ist der Einsatz von biologischen Hausmitteln, beispielsweise Knoblauch, in der Regel recht wirksam. Bei einem leichten Befall reicht aber mitunter schon

  • ein Wasserstrahl oder
  • das Abstreifen der Sauger mit den Fingern
Blattlaus-Befall
Blattlaus-Befall an einer Rose

Zimmerpflanzen können daneben rundherum in schräger Haltung mit dem Fön behandelt werden. Die flugunfähigen Läuse sind nicht gerade sehr mobil, um dann erneut einen Angriff vorzunehmen. Hingegen erweisen sich bei einem starken Befall Jauchen, Brühen und Tees als sehr vorteilhaft. Besonders bewährt hat sich beim Bekämpfen von Blattläusen der Einsatz von Knoblauch. Zur Anwendung kann dieser in unterschiedlicher Weise kommen. Ganz nebenbei können bei einer regelmäßigen Nutzung von Knoblauch gegen diese Blattläuse, die Pflanzen oft noch zusätzlich mit wichtigen Mineralstoffen versorgt werden.

Hinweis: Sollte dauerhaft nichts helfen, die Läuse zu vertreiben, könnte unter Umständen ein Standortwechsel der betroffenen Pflanze hilfreich sein.

Blattlausbefall zeitig erkennen

Bevor nun der Einsatz von bewährten Hausmitteln wie Knoblauch (Allium sativum) gegen die Läuse erfolgt, muss der Befall rechtzeitig erkannt werden. Es ist dazu wichtig, Pflanzen regelmäßig zu kontrollieren. Erste Anzeichen für das Auftreten von diesen Krabbeltieren sind

  • verkrüppelte, vergilbte oder eingerollte Blätter
  • vermehrt abgefallene Knospen
  • schlechtes Wachstum der Pflanze
  • Bildung eines schwarzfilzigen Schimmelrasens auf befallenen Pflanzenteilen und
  • ein klebriger Belag (Honigtau) auf den Blättern

Hinweis: Honigtau sind die zuckerhaltigen Ausscheidungen der Blattläuse. Er ist Nahrungsgrundlage für Ameisen. Diese und auch Wespen werden dadurch angezogen.

Ameisen können mit Blattläusen eine Symbiose bilden. Dabei transportieren diese die Sauger direkt zu den Pflanzen. Abhilfe kann hier leicht geschaffen werden, indem

  • untere Pflanzenteile (Äste, Blätter) zurückgeschnitten werden
  • diese dürfen Boden nicht mehr berühren
  • untere Teile von Stämmen und Stängeln mit klebrigen Substanzen, Klebeband, Harz oder Leimringe versehen werden

Ameise mit Blattläusen

Knoblauch gegen Blattläuse

Das doch etwas strenge Aroma der Gewürz- und Heilpflanze hat eine abstoßende Wirkung auf Blattläuse. In der Wurzelknolle selbst sind verschiedene Schwefelverbindungen enthalten. Diese entstehen dabei durch chemische Reaktionen, wie beispielsweise die Umwandlung von Alliin zu Allicin, und verursachen den typischen Geruch des Knoblauchs. Die Anwendung von Knoblauch gegen Blattläuse kann auf verschiedene Weise erfolgen

  • Verwendung von Knoblauchblättern
  • Knoblauchzehen in der Erde und
  • Anwendung von Sud oder Tee aus der Knolle

Tipp: Knoblauch hilft auch Maden, Milben, Schnecken und Raupen zu bekämpfen. Sogar gegen Mehltau ist er ein wirksames Hausmittel.

Knoblauchblätter bei geringem Befall

Selbst im Garten gepflanzte Gewürzknollen können vorbeugend zum Bekämpfen von Parasiten genutzt werden. Gerade wenn nicht der gesamte Gartenbereich davon befallen ist, können die Blätter Verwendung finden. Diese werden dann einfach um den Stamm oder Stängel der betreffenden Pflanzen gewickelt. Die kleinen Sauger werden dann von dem verströmenden Geruch vertrieben. Ganz nebenbei können zum Ende der Gartensaison dann auch noch frische Knoblauchknollen geerntet werden.

Knoblauchzehen in der Erde

Im Garten werden zur Bekämpfung von Blattläusen gern tierische Fressfeinde wie Marienkäfer oder Florfliegen eingesetzt. Bei Zimmerpflanzen ist dies etwas schwierig. Abhilfe können hier Knoblauchzehen in der Erde rund um der Pflanze schaffen. Allerdings sei gesagt, dass diese Methode nur hilfreich ist, wenn die Pflanzen noch nicht von Läusen befallen sind. Es ist eine reine vorbeugende Maßnahme. Vorgegangen wird dabei wie folgt:

  • Knoblauchzehen schälen
  • anschließend direkt neben den Wurzelbereich in die Erde stecken

Normalerweise sollten die Zehen noch zur Hälfte aus der Erde ragen. So können sich dann die ätherischen Öle des Knoblauchs durch die Luftbewegungen auch gut um den Pflanzen verteilen. Allerdings dürfte der Geruch dann bei Pflanzen im Zimmer nicht sehr angenehm sein. Daher ist es ratsam bei Zimmerpflanzen die Zehen leicht mit Erde zu bedecken. Die Wirkstoffe werden dann zuerst von den Wurzeln aufgenommen und gelangen so in alle anderen Pflanzenteile. Jedoch besteht dabei die Möglichkeit, dass die Zehen zu faulen beginnen. Als effektiver hat sich hier ein Knoblauchsud- oder Tee erwiesen, um diese Pflanzenschädlinge zu bekämpfen.

Knoblauchpflanze
Allium Sativum

Tipp: Knoblauchknollen zwischen Rosen, Erdbeeren und rund um das Gemüsebeet gepflanzt, bietet ebenfalls einen wirksamen Schutz vor Pilzerkrankungen.

Knoblauchsud bei starkem Blattlausbefall

Ein Sud aus Knoblauchzehen lässt sich sehr einfach selbst herstellen. Dazu werden benötigt

  • 50 g frische Knoblauchzehen
  • 5 Liter Wasser
  • ein entsprechend großer Topf
  • ein Sieb und
  • eine Sprühflasche

Wenn alles vorhanden ist, kann es an die Herstellung des Sudes gehen. Dies ist in der Regel recht einfach.

  • Zehen fein hacken
  • entweder mit kochendem Wasser übergießen oder darin kurz aufkochen
  • Sud mindestens drei Stunden ziehen lassen
  • anschließend abseihen
  • erkaltete Flüssigkeit in Spritzflasche füllen

Befallene Pflanzen können dann mit dieser Brühe alle fünf bis zehn Tage besprüht werden. Dieser Vorgang sollte solange wiederholt werden, bis keine Läuse mehr vorhanden sind. Im Freien verfliegt der Duft dieses Naturprodukts sehr schnell. Alternativ können auch drei große Knoblauchzehen geschält und halbiert und anschließend in eine Flasche gegeben werden. Diese wird mit einem Liter Wasser aufgefüllt und 14 Tage an einen trockenen Ort gestellt. Danach wird die Brühe abgeseiht. Sie ist dann gebrauchsfertig.

Anstelle von Knoblauch gegen Läuse können auch Zwiebeln verwendet werden. Sie erzielen den gleichen Effekt bei der Vertreibung von Blattläusen. Auch dieser Geruch und die Inhaltsstoffe werden von den Saugern gemieden.

Tipp: Die Zugabe von einem Teelöffel Chilipulver macht den Knoblauchsud noch wirksamer.

starker Blattlaus Befall

Bevor es nun an die Bekämpfung von Läusen und anderen Parasiten geht, sollten der Umwelt zuliebe also nicht immer gleich chemische Bekämpfungsmittel in Betracht gezogen werden. Viele biologische Hausmittel wie unter anderem Knoblauch oder Rapsöl können die gleiche Wirkung gegen Blattläuse erzielen. Ganz nebenbei schonen Sie die Umwelt und diese Mittel sind auch recht preisgünstig im Vergleich zu handelsüblichen chemischen Mitteln.