Knoblauch ernten und trocknen – Zeitpunkt? | Darauf sollten Sie achten

Knoblauch ernten und trocknen

Seit der Antike gehört Knoblauch zu den wichtigsten Gewürzen und Nahrungsmitteln des Menschen. Die zahlreichen Inhaltsstoffe sorgen nicht nur für den charakteristischen Geschmack und Geruch, sondern wirken positiv auf den Körper. Wenn Sie Allium sativum in Ihrem Garten anbauen, ist die Ernte innerhalb der ersten zwei Jahre möglich. Der genaue Zeitpunkt ist wichtig, um das gewünschte Aroma zu erhalten und zudem einen größeren Ertrag einzufahren, der anschließend getrocknet werden sollte.

Ernte

Erstes oder Zweites Jahr?

Einer der wichtigsten Aspekte beim Ernten der Gewürzpflanze ist der Erntezeitraum. Sie können den Knoblauch entweder im ersten oder zweiten Jahr nach dem Anbau ernten und dadurch unterschiedliche Ergebnisse in Aroma und Haltbarkeit erzielen. Der folgende Vergleich zeigt die Unterschiede der beiden Standzeiten auf:

Erstes Jahr

Diese Knoblauchknollen sind deutlich kleiner und milder im Aroma. Sie eignen sich nicht so gut fürs Trocknen und sollten daher frisch genutzt werden. Trotz des milden, nicht so scharfen Aromas sind sie deutlich intensiver im Geschmack bei einem nicht so penetranten Knoblauchgeruch. Wundern Sie sich nicht: einjähriger Knoblauch kann viele grüne Stellen aufweisen. Besonders gut eignet sich der Einjährige zum Anbraten oder für zahlreiche Saucen.

Zweites Jahr

Die Zweijährigen sind im Vergleich deutlich haltbarer, dafür nicht mehr so intensiv im Geschmack. Dafür sind sie deutlich größer und haben ein schärferes Aroma, das sich besonders gut zum Würzen eignet. Diese Knollen sind nur noch in seltenen Fällen grün. Dadurch, dass sie schon einen Winter durchgemacht haben, verfügen sie über eine sehr lange Haltbarkeit, die sich beim Trocknen bemerkbar macht.

Wie Sie sehen, sollten Sie erst im zweiten Jahr über die Knoblauchernte nachdenken, wenn Sie die Knollen trocknen wollen. Zwar könnten Sie Allium sativum schon im ersten Jahr aus der Erde ziehen, jedoch würden die Knoblauchknollen aufgrund ihrer Frische verfaulen. Länger als zwei Jahre sollten Sie die Knollen aber nicht stehen lassen, da sie sonst zu lange ausreifen und im Boden vergammeln. Einen zweiten Winter überleben sie meistens nicht.

Knoblauch in der Erde

Tipp: Neben der Standzeit ist ebenfalls die verwendete Zehe für den Ernteertrag wichtig. Je größer diese ist, desto höher fällt die endgültige Größe des Knoblauchs aus, den Sie ernten können.

Zeitpunkt

Der richtige Zeitpunkt der Ernte ist abhängig davon, wann Sie Ihren Knoblauch gepflanzt haben. Die Rede ist hier entweder von Winter- oder Frühjahrs-Knoblauch. Von diesen Beiden reift der Winter-Knoblauch früher aus und kann etwa ab Juli geerntet werden. Der Frühjahrs-Knoblauch dagegen ist einige Wochen später dran. Neben diesen bekannten Terminen für die Ernte gibt es noch weitere Anzeichen, die auf den richtigen Erntezeitpunkt hindeuten:

  • verwelktes Laub
  • Knoblauchzehen sind erkennbar

Anhand dieser Eigenschaften erkennen Sie sofort, ab wann die Knollen aus der Erde geholt werden sollten. Sobald Sie verwelktes Laub entdecken, sollten Sie aber nicht zu lange zögern, sonst kann es sein, dass die oberen Pflanzenteile absterben und die Knollen innerhalb kurzer Zeit folgen.

Tipp: Hoffen Sie im Juli unbedingt auf wenig Regen. Je trockener der Monat ist, desto größer fällt die Ernte aus, da die Gewächse Wärme und äußerst viel Sonne bevorzugen.

Knoblauchknollen zum Trocknen aufhängen

Anleitung

Die Ernte von Knoblauchzehen ist einfach und gelingt innerhalb weniger Augenblicke. Selbst wenn Sie ein äußerst großes Beet bepflanzt haben, benötigen Sie nicht lange, um die Knollen aus dem Boden zu holen. Allium sativum bedarf keiner Werkzeuge, aber falls Sie nicht mit Ihren Händen in der Erde graben wollen, sollten Sie eine kleine Grabschaufel nutzen. Gehen Sie beim Ernten wie folgt vor:

  • Erde um Knolle auflockern
  • alternativ Grabschaufel nutzen
  • umgreifen Sie das verwelkte Laub mit festem Griff
  • mit einem Ruck Knolle aus der Erde ziehen

Bei gesunden Pflanzen sollte der obere Teil nicht abbrechen, da selbst das welke Laub äußerst robust ist. Nach der Ernte suchen Sie einen trockenen, überdachten Platz und lagern dort die Knollen für einige Tage. Das Lagern ermöglicht den Knollen, nachzureifen, um so viele Aromastoffe wie möglich zu produzieren und um die Trocknung zu erleichtern.

Tipp: Wenn Sie das Aroma Ihrer Knoblauchzehen noch intensivieren wollen, sollten Sie die Blüten so schnell wie möglich entfernen. Der Grund: sie rauben der Knolle dauerhaft Nährstoffe, die für das Aroma und die Größe der Knolle wichtig sind.

Trocknen

Sobald Sie Ihre Ernte eingefahren haben, geht es an die Trocknung der Knollen. Durch diese können die Knoblauchknollen lange lagern und über einen großen Zeitraum nutzen, ohne, dass diese faulen. Es gibt drei Trocknungsmethoden, mit denen Sie effektiv Ihre Ernte für die Lagerung vorbereiten können. Danach lagern Sie den getrockneten Knoblauch bei kühlen Temperaturen.

Knoblauchzöpfe geflochten

Trocknungsmethoden

Eine traditionelle Methode ist das Aufhängen der Knollen, damit diese an der Luft austrocknen können. Nutzen Sie eine der folgenden Varianten dafür:

1. Flechten

Traditionell werden Knoblauchpflanzen über ihr Laub zu einem „Zopf“ geflochten. Falls Sie flechten können, nehmen Sie einfach drei Pflanzen und verbinden diese zu einem Zopf. Anschließend hängen Sie diese über den Zopf auf. Dort verbleiben die Knollen, bis sie getrocknet sind.

2. Auslegen

Schneiden Sie hierfür einfach das Laub auf eine Höhe von fünf bis zehn Zentimeter zurück. Anschließend legen Sie diese in einem trockenen Raum aus. Die Trocknungszeit ist stark abhängig von der Größe der Knollen.

3. Backofen

Der Backofen ist ein Klassiker, um Gewürze, Obst und selbst Nüsse lagerfähig zu machen. Aus diesem Grund bietet sich der Backofen gut für die Knollen an. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • waschen Sie die Knollen
  • anschließend schälen
  • Knollen halbieren
  • auf Backblechen auslegen
  • bei 70 °C für vier Stunden im Ofen lassen
  • dabei Tür spaltbreit offen halten
  • dadurch kann die Luft zirkulieren

Die halbierten Knollen sind fertig getrocknet, wenn Sie beim Anfassen brüchig wirken. Falls das nach einem Zeitraum von vier Stunden noch nicht der Fall ist, reduzieren Sie die Temperatur auf 65 °C und warten weiter ab.

Knoblauchknollen und -zehen

Tipp: Sie können anstelle eines Backofens ebenfalls das Dörrgerät nutzen. Hierfür waschen, schälen und schneiden Sie den Knoblauch in feine Scheiben, legen diesen auf den Gittern aus und dörren ihn für einige Stunden bei 70 °C.

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