Knospen an Orchideen vertrocknen und fallen ab – was tun?

Knospen an Orchideen vertrocknen

Mit ihren Blüten ist die Orchidee in all ihren Variationen ein Hit in den deutschen Wohnzimmern und begeistert vor allem durch ihre auffällige Form. Jedes Jahr bilden sich neue Knospen, damit die Orchidaceae ihre Blüte wieder präsentieren kann. Doch kann es passieren, dass durch Fehler in der Pflege die Knospen vertrocknen und anschließend abfallen. Ohne die Knospen werden sich keine Blüten bilden können, was unbedingt verhindert werden sollte.

Ursachen

Ursachen für den Verlust der Knospen

Wenn Orchideen ihre Knospen verlieren, lässt das meist auf einen Fehler im Standort oder den klimatischen Bedingungen am Standort schließen. Seltener sind hier Fehler in der Pflege die Ursache, doch ebenfalls nicht auszuschließen. Wenn Sie bemerken, dass die Knospen der Orchidaceae schon beginnen zu vertrocknen, sollten Sie unbedingt die Ursache ausfindig machen und dagegen handeln. Folgende Ursachen sind typisch für das Vertrocknen der Knospen.

  • Standortwechsel
  • kalte Zugluft
  • Heizungsluft
  • pralle Mittagssonne
  • zu wenig Licht
  • Wassermangel
  • geringe Luftfeuchtigkeit
  • falsches Substrat
  • Etyhlen
  • Schädlinge

Orchideen mögen keinen Standortwechsel

Standort

Standortwechsel kann schädlich sein

Orchideen gehören wie viele Tropenpflanzen zu den standorttreuen Pflanzen, die sich nicht gerne an eine neue Umgebung gewöhnen wollen. Falls der Standort aus Gründen der Pflege oder andersweitiger Probleme gewechselt werden musste, sollten Sie darauf achten, einen geeigneten Standort für das Gewächs zu ermöglichen. Dieser sollte am besten dem vorherigen Standort entsprechen oder die folgenden Eigenschaften aufweisen.

  • hell
  • keine pralle Sonneneinstrahlung
  • Temperaturschwankungen vermeiden
  • Zugluft vermeiden

Dies sollte der Orchidee dabei helfen, sich zu erholen und anschließend wieder Knospen bilden zu können. Da ein Verlust der Knospen jedoch häufig mit einem Ausfall der Blüte einhergeht, sollten Sie sich nicht wundern, wenn sich erst zur nächsten Saison Blüten zeigen.

Kälte

Kälteschock durch Zugluft vermeiden

Kälte ist niemals gut für eine Orchidee. Arten wie Phalaenopsis stammen aus den warmen Tropengebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit und können bei unsachgemäßer Haltung stark unter der winterlichen Kälte leiden. Platzieren Sie Ihre Orchidee in der kalten Jahreszeit nicht in der Nähe von Fenstern oder Türen, die häufig geöffnet werden und kalte Luft in den Raum lassen. Die Zugluft hat sofortigen Effekt auf die sensiblen Wurzeln, die beim Großteil der Arten offen liegen. Hier hilft nur ein Wechsel des Standorts, abseits von Zugluft.

Hinweis: Falls Sie im Winter eine Orchidee kaufen, achten Sie bitte auf die Art der Verpackung, in welcher Sie das Gewächs nach Hause transportieren. Ist sie nicht ausgiebig in Zeitungspapier oder einem Karton verpackt, kann sie allein aufgrund von wenigen Minuten in der winterlichen Kälte ihre gesamte Blütenpracht verlieren.

Heizungsluft

Warme Heizungsluft ebenfalls vermeiden

So wie kalte Zugluft nicht ideal für Orchideengewächse ist, so sollte auch auf warme Heizungsluft in direkter Nähe zur Orchidee verzichtet werden. Diese hat zwar nicht das Absterben der Triebe zur Folge, doch ist die Luft so trocken und zirkuliert so stark im Raum, dass die Knospen sich wie in einem Backofen fühlen. Sie trocknen aus und fallen anschließend von den Trieben ab. Sie können diese Probleme umgehen, wenn Sie die Pflanze abseits einer Heizung stellen oder falls möglich, diese über den Winter nicht anmachen.

Blütenrispe an einer Orchidee

Luftfeuchtigkeit

Luftfeuchtigkeit für ausreichende Wasserversorgung

Orchideen nehmen über die Luft Feuchtigkeit auf, selbst die Knospen. Daher ist es vor allem im Winter wichtig, ausreichend eine hohe Luftfeuchtigkeit zu garantieren, die zwischen 50 und 60 Prozent liegen sollte. Im Winter fällt diese gerne mal auf unter 40 Prozent, was auch für den Menschen unangenehm ist und sich in trockener, rissiger Haut zeigt. Die Luftfeuchtigkeit kann, wie folgt dargestellt, durch verschiedene Maßnahmen erhöht werden.

  • täglich die Pflanze mit weichem Wasser (kalkfrei) ansprühen
  • Schalen mit Wasser befüllen und auf die Heizung stellen
  • einen Luftbefeuchter nutzen
  • Untersetzer mit einer Mischung aus Wasser und Blähton füllen, was zu einer dauerhaften Verdunstung führt, die die Feuchtigkeit in direkter Umgebung zur Pflanze erhöht

Wässern

Wassermangel vermeiden

Der Wassermangel bei Orchideen zeigt sich durch silbrig glänzende Wurzeln und das Austrocknen der Blätter, Knospen und Triebe. Da der Wassermangel nur schwer am Substrat abzulesen ist, müssen Sie vor allem die Wurzeln betrachten. Ein Wassermangel kann sehr schnell ausgeglichen werden. Dazu nutzen Sie einfach ein Tauchbad und lassen die Blume dort für etwa 20 Minuten verweilen. Je nach Art unterscheidet sich die benötigte Wassermenge und für manche Sorten reicht schon das Besprühen der Blätter völlig aus.

Knospen und Blüten vertrocknen an einer Orchidee

Licht

Das richtige Licht ist entscheidend

Arten wie Phalaenopsis sind auf eine gute Versorgung mit Licht angewiesen und dabei sind zwei Dinge besonders zu beachten.

  • genügend Licht
  • keine pralle Sonne über die Mittagszeit

Die Tropenpflanze benötigt eine große Menge Licht und erhält dafür im Winter extra Pflege, damit Sie keinen Lichtmangel erleidet, der im Sommer an sich kein Problem sein müsste. Steht Ihre Orchidee zu dunkel, kann sie wichtige Stoffwechselprozesse nicht ausführen und geht ein. Die Knospen vertrocknen dabei zuerst, gefolgt von den Blättern und Trieben.

Gleichen Sie einen Lichtmangel wie folgt aus:

  • von März bis Oktober wird sie an ein Fenster mit viel Sonne gestellt
  • über die Winterzeit wird sie ans Südfenster gestellt
  • LED-Pflanzenlampe/Tageslichtlampe über der Orchidee anbringen
  • Leuchtstoffröhren können ebenfalls verwendet werden
  • erhöhen Sie die Lichtmenge über geeignete Reflektoren

So erhält die Pflanze auch über den Winter genügend Licht um die Photosynthese ausführen zu können. Dagegen ist die pralle Mittagssonne ein ganz anderes Problem. Dieses sorgt für eine Form von Sonnenbrand, die die Knospen nicht vertragen und anschließend durch die extreme Lichtmenge verenden. Hier wählen Sie am besten einen Beschattung, um die Orchidee auf dem Balkon, Fensterbrett oder der Terrasse vor zu viel Sonne zu schützen.

Substrat

Das falsche Substrat wurde gewählt

Für Orchideen-Neulinge ist die Frage des richtigen Substrats häufig verwirrend und anfänglich mit vielen Pleiten versehen. Es finden sich äußerst viele Orchideen-Arten im Handel, darunter ist die Nachtfalter-Orchidee am häufigsten anzutreffen. Sie bevorzugt ein loses Orchideensubstrat und wird fälschlicherweise häufig in Töpfen mit Erde angeboten. Erde wird ausschließlich für die Erdorchideen genutzt und kann tödlich sein für epiphytische Orchideen, die offene Wurzeln haben. Wenn Sie eine Orchidee kaufen, topfen Sie diese sofort um, wenn Sie sich in Erde oder einem ungeeigneten Substrat für die entsprechende Sorte befindet.

Orchideen-Substrat

Ethylen

Was ist Ethylen und warum schadet es Orchideen?

Ethylen ist ein Wachstumsregulator zahlreicher Pflanzen, darunter vieler Obstsorten wie Äpfel, Bananen, Zitrusfrüchte oder Kartoffeln und Zwiebeln. Dieses Gas wird von den entsprechenden Arten erzeugt und ist farb- und geruchlos. Aufgrund der Zusammensetzung von Ethylen reift die Orchidee schneller und die Knospen vertrocknen aufgrund des Alterungsprozesses. Hier wird schnell Abhilfe geschaffen, wenn Sie entsprechende Nahrungsmittel mindestens in einem Abstand von einem Meter zur Orchidee lagern, denn so weit reicht das Gas nicht. Von dieser Regel sind ebenfalls Obstbäume betroffen.

Schädlinge

Schädlinge bekämpfen

Bei einem Schädlingsbefall sind vor allem die Knospen, Triebe und Blätter betroffen, da diese über Pflanzensäfte mit Nährstoffen versorgt werden. Von diesen ernähren sich Schädlinge wie Spinn- und Schmiermilben oder Blattläuse. Wenn Sie feststellen, dass Ihre Orchidee von weißen Netzen durchzogen ist, ähnlich Spinnweben, sollten Sie die Pflanze isolieren, damit die Milben nicht auf andere Exemplare übergehen. Danach gehen Sie wie folgt beschrieben vor.

Schädlinge, hier Woll- und Schmierläuse, an Orchideen
Woll- und Schmierläuse an einer Orchideenblüte
  • wischen Sie gründlich mit einem feuchten Tuch über die Pflanze, so entfernen Sie Blattläuse
  • sprühen Sie die Blätter und Triebe mit Schmierseifenlösung ein
  • Wattestäbchen, die Sie vorher in Alkohol tränken, wirken gegen alle Milbenarten, mit den Stäbchen die Plagegeister abtupfen
  • behandeln Sie die Ober- und Unterseiten der Blätter, nur so können sich auch die Knospen erholen
  • spülen Sie danach die Pflanze gründlich mit Wasser ab und wiederholen Sie den Vorgang, bis kein Befall mehr zu erkennen ist

Tipp: Australische Marienkäfer (Cryptolaemus montrouzieri) sind ein perfekter Schutz gegen Milben und werden in Fachgeschäften angeboten. Diese werden in einem geschlossenen Raum inklusive der Orchidee freigelassen und kümmern sich um die Schädlinge.