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Können Zecken springen und fallen sie vom Baum?

Können Zecken springen - Warnschild vor Zecken im Wald

Die Zecke gehört zu den unbeliebtesten Krabbeltieren überhaupt, kann sie doch schlimme Krankheiten auf Menschen und Tiere übertragen. Doch wie gelangt sie eigentlich auf unsere Haut? Springen die Zecken uns an oder fallen von Bäumen? Die Antworten gibt’s hier.

Auf den Punkt gebracht

  • Zecke gehört zur Klasse der Spinnentiere und dort zur Unterklasse der Milben
  • weltweit verbreiteter Parasit, der sich vom Blut zahlreicher Wirbeltiere ernährt
  • Gegenstand zahlreicher Mythen und Irrtümer
  • kann beispielsweise weder springen noch vom Baum fallen
  • beisst nicht, sondern sticht

Spinnentier und Blutsauger

Die Saison dieser Spinnentiere und Blutsauger beginnt je nach Witterung im Februar und endet im Oktober. Die Zecke, auch bekannt als Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus), wird nicht vom Baum fallen, kann aber Tage oder Wochen an einer geschützten Stelle ausharren und warten, bis ein Mensch oder Tier vorbeistreift. Dann kann sie blitzschnell auf den sogenannten Wirt überwechseln.

Zecke an Grashalm
Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus)

Auf der Kleidung wandert sie dann so lange, bis sie eine geeignete Einstichstelle gefunden hat. Meist hält sie sich in einer Körperhöhe von bis zu 60 cm auf selten höher. Es gibt zahlreiche verwirrende Zecken-Mythen und Irrtümer, aber auch handfeste Zecken-Fakten, die man kennen sollte, um gesundheitliche Gefahren, die von diesen Parasiten ausgehen, richtig einschätzen zu können.

Zecken-Mythen

Zecken springen oder fallen vom Baum

  • Zecken fallen nicht vom Baum
  • können auch nicht springen
  • sie klettern auf Grashalme oder in Büsche
  • sitzen meist in Knie- oder Hüfthöhe
  • nicht nur im Wald zu finden
  • leben in Gärten, Parks und anderen Grünanlagen

Zecken sterben im Winter

  • können mehrere Wochen bei bis zu minus 15 Grad überleben
  • verkriechen sich im Winter in Mäusebehausungen
  • Stiche auch im Herbst und milden Wintern möglich
  • in feuchten und milden Wintern erhöhte Aktivität
  • bereits ab einer Temperatur von fünf bis sieben Grad

Zecken beißen

  • beißen trotz scherenartiger Mundwerkzeuge nicht zu
  • Mundwerkzeuge dienen dazu, die Haut des Wirtes aufzuritzen
  • bohren dann ihren Stechrüssel in die Haut
  • beginnen Blut zu saugen

Hinweis: Weibliche Zecken können bis zu zehn Tage Blut saugen, Männchen nur einen.

Zecke saugt Blut beim Menschen
Obwohl „Zeckenbiss“ weit häufiger verwendet wird, ist doch „Zeckenstich“ der korrekte Ausdruck.

Zeckenstich schmerzt

  • einer der häufigsten Irrtümer
  • Zecke betäubt die Einstichstelle mit ihrem Speichel
  • der verhindert, das das Blut gerinnt und sich die Einstichstelle entzündet
  • Stich verursacht demzufolge keine Schmerzen
  • bleibt sehr häufig unbemerkt und unentdeckt

Tipp: Die gefährlichsten Zecken sind immer die, die man nicht entdeckt. Umso wachsamer sollte man nach jedem Aufenthalt im Freien sein.

Waschen tötet Zecken

  • Blutsauger sind extrem widerstandsfähig
  • normale Wäsche bei 40 Grad tötet sie nicht ab
  • Temperaturen von 60 Grad am sichersten
  • sterben auch im Wäschetrockner ab

Mit Öl entfernen

  • Finger weg von Öl, Alkohol und anderen Hausmitteln
  • erhöhen das Risiko, sich mit Borreliose zu infizieren, erheblich
  • Zecken bleiben dabei fest in der Haut verankert
  • ersticken unter dem Ölfilm
  • erbrechen dabei ihren Darminhalt in die Wunde
  • gefährliche Bakterien gelangen so in den Körper

Tipp: Zecken fallen nach einiger Zeit von allein ab, können bis dahin aber gefährliche Krankheitserreger übertragen. Deshalb sollte man sie frühestmöglich mittels einer speziellen Zange entfernen oder entfernen lassen.

Zecken-Fakten

Weltweit existieren mehr als 900 Zeckenarten. In Deutschland ist der bereits angesprochene Gemeine Holzbock, die Gefährlichste. Sie observieren ihre Opfer mit dem sogenannten Hallerschen Organ, mit dem sie Duftstoffe aus ihrer Umgebung aufnehmen können. Auch die im folgenden aufgelisteten Fakten über diese Parasiten sollte man kennen, um im Fall der Fälle schnell und richtig reagieren zu können.

Hund und Pinzette mit Zecke
Haustiere, und dabei in besonders vielen Fällen, die im Gras herumtollenden Hunde, sind für Zecken ein geschätzter Zwischenwirt.
  • neben Mücken, die größten Überträger und Verbreiter von Krankheiten
  • können bis zu drei Wochen unter Wasser überleben
  • im Gefrierfach bei minus zwölf Grad 24 Stunden lang
  • in der Wohnung bis zu zehn Tage
  • können über Haustiere (besonders Hunde) ins Haus gelangen
  • mit der Borrelia-Bakterie infizierte Holzböcke sind sehr aktiv
  • Bakterie verantwortlich für Borreliose-Erkrankungen
  • mehr als die Hälfte aller Zecken ist infiziert
  • können ihre Opfer mehrfach stechen
  • benötigen mehrmals in ihrem Leben eine Blutmahlzeit
  • erreichen ein Alter von bis zu neun Jahren
  • brauchen zum Überleben eine feuchte Umgebung
  • nach einem Regenschauer besonders aktiv
  • infizieren sich über das Blut von Mäusen mit Krankheitserregern
  • können fünf Jahre ohne Nahrung auskommen

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Zeckenarten gibt es in Deutschland?

In Deutschland leben etwa 15 Arten. Aufgrund der sich verändernden klimatischen Bedingungen breiten sich auch nicht heimische Arten bei uns aus. Darunter die aus Afrika stammende Hyalomma-Zecke und die im Mittelmeerraum beheimatete braune Hundezecke. Auch sie springen nicht auf ihren Wirt, sondern verhalten sich ähnlich wie die heimische Zecke.

Welche Tiere können von Zecken befallen werden?

Diese Tiere halten sich in Wäldern, Parks und Gärten sowie auf Wiesen und an Wegrändern auf. Aufgrund dessen können sowohl Haustiere wie Hunde und Katzen als auch Wildtiere wie Vögel, Pferde, Nagetiere und sogar Reptilien befallen werden und den Zecken so als Wirt dienen.

Haben diese Tiere natürliche Feinde?

Die Anzahl natürlicher Feinde hält sich in Grenzen, aber es gibt sie. Dazu gehören Vögel, Ameisen, Erzwespen, Fadenwürmer und Hühner, teilweise auch Reptilien. Zudem können sogenannte parasitäre Pilze diesen Schädlingen zum Verhängnis werden.

An welchen Körperstellen findet man sie am häufigsten?

Generell können Holzböcke an allen Körperstellen sitzen. Einige sind aber besonders beliebt. Alle dünnen, weichen und gut durchbluteten Körperpartien wie Brust, Bauch, Kniekehlen und der Lendenbereich. Bei Kindern können sie auch mal am Hals oder Ohr auftreten.

Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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