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Kohlweißling: Eier und Raupen erkennen | Fotos

Kohlweißling erkennen - Falter, Raupen und Eier

Der Kohlweißling (Pieris) ist einer der bekanntesten Schädlinge im Nutzgarten. Woran erkennt man den von Gemüsebauern gefürchteten Schmetterling, seine Raupen und Eier? Was unterscheidet den Kleinen (Pieris rapae) vom Großen Kohlweißling (Pieris brassicae)?

Auf den Punkt gebracht

  • Großer und Kleine Kohlweißling in Mitteleuropa weit verbreitet
  • gehören zur Familie der Weißlinge (Pieris)
  • Raupen verursachen erhebliche Fraßschäden an Nutzpflanzen
  • insbesondere an Kohlsorten
  • Schmetterlinge richten keine Schäden an

Kohlweißlinge erkennen

Sowohl der Große Kohlweißling (Piers brassicae) als auch der Kleine Kohlweißling (Pieris rapae) sind in Mitteleuropa weit verbreitet. Die tagaktiven Schmetterlinge gehören zur Familie der Weißlinge. Sie leben auf Wiesen, an Waldrändern und auf Kulturflächen. Die Familie der Weißlinge umfasst etwa eintausend verschiedene Arten. Kohlweißlinge lassen sich im Flug kaum von anderen Weißlingsarten unterscheiden.

Tipp: Machen Sie ein Foto, wenn Sie einen unbekannten Schmetterling entdecken. Anhand des Bildes können Sie die Details erkennen und seinen Namen herausfinden.

Wir haben die wichtigsten Erkennungsmerkmale des Großen und des Kleinen Kohlweißlings sowie der Raupen und Eier für Sie zusammengestellt.

Großer Kohlweißling (Pieris brassicae)

Schmetterling und Raupe des Großen Kohlweißlings (Pieris brassicae)
Weiblicher Falter und Raupe des Großen Kohlweißlings (Pieris brassicae)
FalterRaupe
– Flügelspannweite 50 bis 65 Millimeter
– cremeweiße Flügeloberseiten
– großer, kräftiger schwarzer Fleck an Flügelspitzen
– Weibchen mit zwei schwarzen Punkten auf Vorderflügel
– Unterseite der Flügel gelblich
– zwei bis drei Generationen pro Jahr
– junge Exemplare unbehaart
– gelbliche Körperfarbe, brauner Kopf
– werden mit zunehmendem Alter dunkler
– ältere Kohlweißlingsraupen mit dichter Behaarung
– Körper gelb-schwarz gefleckt
– schwarzer Kopf

Hinweis: Die schwarz-gelbe Körperfarbe der Raupe wird von Fressfeinden als deutliche Warnung verstanden.

Eier

Eier des Großen Kohlweißlings (Pieris brassicae)
Pieris brassicae legt seine gelblichen Eier in einem größeren Gelege ab.

Die Eier des Großen Kohlweißlings werden zwischen Mai und Juni in Gruppen von etwa 20 Stück an den Unterseiten der Blätter von Kreuzblütlern abgelegt. Bevorzugt werden Kohlpflanzen und Kapuzinerkresse. Sie sind schwarz gefleckt. Wenn die Schmetterlingsraupen schlüpfen, fressen sie drei bis vier Wochen an den Blättern, danach verpuppen sie sich.

Achtung: Kohlweißlinge lieben Brennnesseljauche! Verzichten Sie in Ihrem Garten auf das Ausbringen der pflanzenstärkenden Mixtur, wenn Sie Kohl angebaut haben.

Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae)

Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae)
Paarung der Falter und Raupe des Kleinen Kohlweißlings (Pieris rapae)
FalterRaupe
– 40 bis 50 Millimeter Flügelspannweite
– cremeweiße Vorderflügel
– leichte dunkelgraue Färbung der Flügelspitzen
– Männchen mit dunkelgrauem Fleck auf der Oberseite der Vorderflügel
– Weibchen mit zwei dunkelgrauen Flecken
– graugelbe bis grünlich-gelbe Flügelunterseiten
– dicht behaart
– matt hellgrün mit kleinen weißen Bereichen
– gelbe Seiten- und Rückenstreifen
– keine schwarzen Bereiche

Hinweis: Nicht der Schmetterling, sondern die Raupe des Kohlweißlings ist der gefürchtete Gemüseschädling. Wie der Name schon sagt, liebt sie alle Kohlarten. Sie frisst sich in die Köpfe der Kohlpflanzen hinein, sodass diese als Lebensmittel nicht mehr zu gebrauchen sind.

Eier

Eier des Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae)
Von einem wirklichen Gelege kann man bei den Eiern von Pieris rapae nicht sprechen.

Der kleine Kohlweißling legt seine hellgrünen Eier im April und im Juli einzeln ab. Neben Kohlpflanzen und Kapuzinerkresse gelten auch Kapern- und Fuchsschwanzgewächse als geeignete Wirtspflanzen. Wenn die Schmetterlingsraupen schlüpfen, verspeisen diese nicht nur die Blätter. Sie fressen sich bis in das Innere der Kohlpflanzen hinein und hinterlassen dort ihre Exkremente, wodurch hohe landwirtschaftliche Schäden entstehen.

Hinweis: Zu den wichtigsten Feinden des Kohlweißlings zählen Schlupfwespen. Siedeln Sie die Nützlinge zum Schutz vor dem Kohlschädling in Ihrem Garten an.

Häufig gestellte Fragen

Fressen heimische Vögel Kohlweißlingsraupen?

Die Raupe des Großen und des Kleinen Kohlweißlings sind für viele Vögel und Kleintiere ungenießbar. Beim Fressen des Kohls nimmt sie scharfe Senföle zu sich, die sie über längere Zeit speichern kann. Aus diesem Grund wird von Vögeln meist verschmäht.

Wann ist die beste Zeit, um Kohlweißlingen in der Natur zu begegnen?

Die Schmetterlinge lassen sich vom Frühjahr bis in den Herbst hinein beobachten. Sie lieben die Sonne und sind daher häufig auf sonnigen, blütenreichen Wiesen und in Gärten anzutreffen. Von Juni bis Oktober treten die Kohlweißlingsraupen gehäuft auf.

Warum treten die Kohlweißlingsraupen meist in Gruppen auf?

In der Gruppe fühlen sich die Raupen des Kohlweißlings geschützt. So kommt ihre gelb-schwarze Warnfarbe gut zur Geltung und Fressfeinde suchen schnell das Weite. Auch ihre Eigenschaft, aus den Futterpflanzen Schwefelverbindungen aufzunehmen und diese zur chemischen Abwehr ihrer Feinde zu nutzen, kommt in der Gruppe stärker zur Wirkung.

Sind die Schmetterlingsraupen des Großen und des Kleinen Kohlweißlings gleichermaßen schädlich im Nutzgarten?

Die Raupe des Großen Kohlweißlings ist nicht ganz so gefürchtet wie die des Kleinen. Allerdings frisst auch die große Variante mit Vorliebe Kohl. Besonders gefährlich ist die im Hochsommer geschlüpfte Generation.

Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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