Eine Kokospalme wird in Mitteleuropa überwiegend in Kübeln kultiviert, weil sie kalte Winter im Freien nicht überlebt. Sie zählt zu den beliebtesten exotischen Pflanzen, da sie kaum wie eine andere Palme, Südsee-Feeling in Gärten, Wohnräume und auf Balkone zaubert. Doch vielfach bilden sich braune Blätter, welche für einen unschönen Anblick sorgen. Die Gründe dafür können auf unterschiedlichen Faktoren basieren. Diese gilt es herauszufinden, um im Idealfall ein Absterben zu verhindern.

Ursachen

Nährstoffmangel

Eine Cocos nucifera wird aus einer Kokosnuss gezogen. Vermehren sich die Wurzeln rasant, wird ein Topf/ Kübel schnell zu klein. Der Nährstoffbedarf von Kokospalmen kann nicht mehr ausreichend gedeckt werden und die Blätter reagieren mit einer Braun-Färbung. Spätestens, wenn Wurzeln aus dem Abflussloch am Topfboden herauswachsen, heißt es, in einen größeren Kübel/ Topf mit frischem, nährstoffreichem Substrat umzupflanzen.

Beschädigte Wurzeln

Beim Umpflanzen/ Umtopfen können schnell Wurzeln beschädigt werden. Diese sind auch oftmals der Grund, wenn sich eine Cocos nucifera kurz nach dem Kauf braun färbt. Vor allem bei Massenproduktionen werden sie gelegentlich unvorsichtig in Verkaufstöpfe umgetopft, wobei Wurzeln abbrechen oder anreißen. Dadurch kommt es zu Versorgungsstörungen und die Blätter reagieren mit einer braunen Blattfärbung. Hilfreich ist es, die Wurzel vorsichtig aus der Erde zu heben und sie insgesamt zu kürzen. Dadurch wird zwar das Wachstum verlangsamt und sie schwächt anfangs weiter ab, aber die Chancen stehen gut, dass sie sich wieder erholt.

Luftfeuchtigkeit

Kokospalmen benötigen für ein gesundes, kräftiges Wachstum eine verhältnismäßig hohe Luftfeuchtigkeit. Diese liegt im Idealfall über 70 Prozent. Erreicht die Luftfeuchtigkeit diesen Wert nicht, steigt das Risiko einer braunen Blattfärbung mit abnehmendem Luftfeuchtigkeitsgrad. Folgende Maßnahmen lösen das Problem:

  • Braunes Blatt abschneiden
  • Palme täglich, vor allem bei hohen Temperaturen und niedriger Luftfeuchte, mit kalkfreiem Wasser besprühen
  • Erde/ Substrat kontinuierlich leicht feucht halten
  • Boden nie austrocknen lassen
  • Gegebenenfalls an einen feuchten Standort umstellen, wie beispielsweise ins Badezimmer

Kokospalmen, Cocos nucifera

Wassermangel

Neben einer hohen Luftfeuchtigkeit kann auch ein falsches Gießen zu braunen Blättern führen, was durch zu wenig gießen hervorgerufen wird, während zu viel Gießwasser das Blattwerk gelb werden lässt. Es ist beim Gießen grundsätzlich darauf zu achten, dass die Erde gleichmäßig feucht gehalten wird, ohne die Palme zu übernässen oder Staunässe zu provozieren. Der optimale Gießzeitpunkt ist simpel mit dem Daumentest zu ermitteln:

  • Erdoberfläche lässt sich mehr als zwei Zentimeter mit Daumen eindrücken: nicht gießen
  • Erdoberfläche lässt sich weniger als zwei Zentimeter mit Daumen eindrücken: Zeit zum Gießen

Tipp: Kokospalmen sind kräftige Regengüsse aus ihren Ursprungsländern ebenso gewohnt, wie lange Trockenperioden. Aus diesem Grund sollten sie lieber weniger, aber kräftig, als öfter mit geringen Mengen gegossen werden.

Lichtverhältnisse

Die Cocos nucifera benötigt viel Licht zum Gedeihen. Fehlt es ihr daran, reagiert sie mit einer braunen Blattfärbung und Abtrocknung. In dem Fall ist die Kokospalme unverzüglich an einen Standort umzusetzen, an dem sie für einige Stunden viel Sonne erhalten kann. Zwölf Stunden Volllicht sind sogar im Winter angebracht. Halten graue Regentage länger an, sorgt eine Pflanzenlampe für den Ausgleich.

Temperaturen

Eine Kokospalme sollte nie kälter als 20 °C stehen. Am liebsten mag sie Vollsonne und die damit verbundene Wärme. Kalte Zugluft und kühler Wind können schnell das Blattwerk braun werden lassen. Deshalb ist darauf zu achten, dass sie einen warmen Standort erhält und den Winter in einem beheizten Raum verbringt. Ein Wintergarten bietet einer Cocos nucifera optimale Standortbedingungen, sofern er mindestens 20 °C aufweist.

Düngen

Vor allem, wenn Temperaturen 27 °C und mehr betragen, läuft die Versorgung durch die Wurzeln auf Hochtouren. Insbesondere bei Kübelpflanzen sind die Nährstoffe in der Erde schnell verbraucht. Ein Düngen ist deshalb unabdingbar. Bleibt dieses aus, bilden sich meist braune Stellen an den Blättern der Kokospalme. Sind diese bereits entstanden, sind sie abzuschneiden. Die Verabreichung eines vital- und nährstoffreichen Düngers gleicht die fehlenden Nährstoffe in der Erde aus und die Palme wächst wieder gesund in einem kräftigen Grünton weiter. Zur Vorbeugung sollte sich an folgenden Düngeplan gehalten werden:

  • Von Frühjahr bis Herbst alle zwei Wochen Nährstoffdünger verabreichen (April bis September)
  • Strikt an die empfohlene Dosis des Herstellers halten, um Überdüngung zu vermeiden (gelbe Blätter entstehen dadurch)
  • Ideal ist die Verwendung von Grünpflanzen- oder speziellem Palmendünger
  • Dünger mit Gießwasser verabreichen, damit er bis zu den Wurzelenden gelangt
  • Im Winter nicht düngen
  • Jungpflanzen in den ersten zwei Jahren nicht düngen

Kokospalme, Cocos nucifera

Verdichtetes Substrat

Mit der Zeit nimmt die Qualität der Erde und des Substrats ab. Das heißt, das Risiko einer Bodenverdichtung steigt mit zunehmendem Alter. Zu erkennen ist dies, wenn sich Regen- oder Gießwasser länger auf der Erdoberfläche ansammelt, anstatt zügig in die Erde/ das Substrat einzuziehen. Eine ausreichende Wasserdurchlässigkeit ist damit nicht mehr gegeben. Das Wasser erreicht im schlimmsten Fall die Wurzelenden nicht mehr, die in der Folge vertrocknen oder sich eine Wurzelfäule bildet. Beides führt dazu, dass die Wurzeln keine Nährstoffe mehr aufnehmen. Meist zeigt sich ein erstes Schadbild mit der Bildung von braunen Blattspitzen.

Behandlung und Vorbeugung

Die Erde/ das Substrat ist unverzüglich gegen frische, durchlässige, lockere Erde auszutauschen. Ein regelmäßiges Umtopfen alle drei Jahre beugt einer Bodenverdichtung und Braunfärbung der Blätter beziehungsweise Blattspitzen vor.

Tipp: Es sollte nur hochwertiges Substrat Verwendung finden, da minderwertige und meist billige Produkte deutlich schneller verdichten und sich daraus schnell Schimmel bilden kann. Zusätzliche Beimischungen von Perlite und/ oder feinem Kies fördert die längere Wasserdurchlässigkeit der Erde/ des Substrats.

Wachstumsstörungen

Wird eine Kokospalme beispielsweise durch einen zu kleinen Kübel am Wachstum gehindert, reagiert sie vielfach mit einer Färbung der Blätter in Braun. Wird der Cocos nucifera nicht zeitnah mehr Platz im Kübel geboten, kann dies bis zum Absterben der Pflanze führen. Ein Umtopfen in einen größeren Topf/ Kübel lässt sie wieder ungestört wachsen und sie bildet neue, grüne Blätter. Alternativ können die Wurzeln eingekürzt werden. Das kann sinnvoll sein, wenn die Wuchshöhe unter Kontrolle gehalten werden soll. Hierbei ist enorm vorsichtig vorzugehen und nur wenig von den Wurzeln abzuschneiden, da sie sehr empfindlich auf einen Wurzelschnitt reagieren. Ist dieser zu vermeiden, sollte darauf verzichtet werden.

Kokospalme, Cocos nucifera

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