Koniferen im Kübel halten

Koniferen gedeihen in der Gartenerde prächtig, doch es gibt viele gute Gründe, sie in Kübel zu setzen. Dadurch können uns Thuja und Co. auch auf kleinstem Raum Freude bereiten. Als zumeist immergrüne Geschöpfe bleiben sie ganzjährig dekorativ und sind gestalterisch flexibel einsetzbar. Die Kultivierung im Topf erfordert allerdings auch mehr Zuwendung. Wasser und Nährstoffe dürfen ihnen nie ausgehen und gelegentlich braucht jede Konifere eine neue Behausung oder zumindest frische Erde.

Koniferen

Jeder hat eine Vorstellung, was eine Konifere ist. Welche Gewächse alles zu den Koniferen zählen, wird wahrscheinlich nur ein Gartenfachmann wissen, denn es sind viele an der Zahl. Das Wort Konifere hat seinen Ursprung in der lateinischen Sprache und bedeutet „Zapfenträger“.

  • auch als Nadelhölzer bekannt
  • artenreich und weltweit vertreten
  • zumeist immergrün

Hinweis: Bei einigen Koniferenarten scheinen die Zapfen zu fehlen. Lebensbäume entwickeln zum Beispiel Früchte, die runden Beeren ähneln. Doch trotz dieser Optik, handelt es sich dabei tatsächlich um Zapfen.

Koniferenarten

Koniferen bevölkern diese Erde seit Ewigkeiten, einige haben schon die Dinosaurier begleitet. Es konnten mit der Zeit viele Arten entstehen, die passend zu ihrer Lebensumgebung Eigenarten entwickelt haben. Nachfolgend einige Nadelhölzer, denen wir hierzulande häufig begegnen:

  • Araukarie
  • Eibe
  • Fichte
  • Kiefer
  • Lebensbaum (Thuja)
  • Schirmtanne
  • Wacholder
  • Zypresse

Hinweis: Wussten Sie, dass die ebenfalls zu den Koniferen zählende Lärche im Herbst ihre Nadeln zuerst golden färbt und anschließend abwirft?

Mädchen-Kiefer, Pinus parviflora
Mädchen-Kiefer, Pinus parviflora

Koniferen im Kübel

Eine junge Konifere, egal welcher Art, kommt bestens klar, wenn sie nur einen Kübel bewurzeln darf. Doch wie schaut es aus, wenn das Gewächs mit den Jahren immer größer wird? Welche der zahlreichen Koniferenarten dauerhaft in einen Kübel einziehen darf, können Sie nach folgenden Kriterien entscheiden:

  • das Größenpotenzial einer Sorte
  • der verfügbare Platz für ihr Kübeldasein
  • Gefallen an Wuchsform, Krone, etc.

Kleinwüchsige Koniferen sind ideal, um lange in einem Topf zu verweilen. Kleine Fadenzypresse oder Kleine Muschelzypresse, Kugelkiefer, Zwergwacholder, Zuckerhutfichte und Zwerglebensbaum sind einige Beispiele.

Standortbedingungen

Ob links oder rechts vom Eingang, als Terrassenumrandung oder Balkonbegrünung, viele Plätze werden durch eine Thuja im Kübel aufgewertet. Doch damit sie den zugewiesenen Standort mit ihrem prächtigen Aussehen schmücken kann, muss sie dort ideale Bedingungen vorfinden, ebenso die anderen Nadelhölzer. Bis auf wenige Ausnahmen bevorzugen Koniferen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Zwerglebensbaum und Eibe haben es lieber schattig. Manche Arten vertragen keine Zugluft.

Tipp: Wenn Sie den Kübel auf einen fahrbaren Untersatz platzieren, können Sie selbst große und schwere Exemplare einfach an einen neuen Standort bewegen.

Der richtige Kübel

Hier geht es nicht allein um die Frage des Geschmacks, wenngleich dieser selbstverständlich auch eine Rolle spielen darf. Die Hersteller schöpfen bei der Materialauswahl aus dem Vollen und bieten uns unter anderem Töpfe aus Aluminium, Beton, Terrakotta, Holz, Keramik, Kunststoff und Edelstahl an. Jedes Material hat seine spezifischen Merkmale, die uns nutzen oder eher stören werden, je nachdem was wir mit der Konifere „planen“. Hier ein paar Hinweise:

  • Keramik und Steingut nicht frostsicher
  • Holz ist natürlich und isoliert
  • Beton ist sehr schwer und unhandlich
  • Kunststoff ist nicht immer UV-beständig
  • Edelstahl ist edel aber auch teuer
  • Topf doppelt so groß wie Wurzelballen

Muss Ihre Konifere draußen bei Minusgraden überwintern? Werden Sie den Kübel öfter verrücken? Welches Material lässt den Lebensbaum oder eine andere Konifere am besten zur Geltung kommen? Wenn Sie die Antworten auf diese Fragen beim Kauf parat haben, werden Sie mit Leichtigkeit zum idealen Topfexemplar greifen. Immer sollte er jedoch über ausreichend Abflusslöcher verfügen.

Substrat

Wenn eine Pflanze mit so wenig Erde auskommen muss, sollte diese wenigstens nach ihren Vorstellungen beschaffen sein. Der Markt meint, diese Ansprüche bestens zu kennen, und bietet spezielle Koniferenerde an. Das sind ihre Eigenschaften:

  • Feuchtigkeit wird gut gespeichert
  • durchlässig
  • liegt mit pH-Wert von 3,5 bis 4,5 im leicht sauren Bereich
  • humusreich
  • mit Nährstoffen angereichert

Tipp: Gern dürfen Sie bei der Pflanzung auch eigenen Kompost mit der Koniferenerde vermischen.

Kaufen oder selber ziehen?

Wenn Sie bereits eigene Koniferen halten, können Sie daraus neue Pflanzen für Ihre Kübel gewinnen. Der beliebte Lebensbaum lässt sich beispielsweise mühelos durch Stecklinge vermehren.
Ansonsten ist der Gartenmarkt, ob online oder vor Ort, reichlich mit Nadelhölzern bestückt. Vielleicht müssen Sie nach einem seltenen Exemplar länger suchen, doch fündig werden Sie bestimmt. Natürlich ist die Anschaffung auf dem Markt mit Kosten verbunden, die bei der eigenen Vermehrung entfallen.

Leyland-Zypressen
Leyland-Zypressen

Pflanzzeit

In den meisten Menschen entfacht die gärtnerische Leidenschaft mit den ersten Sonnenstrahlen des Jahres. Dann will man sein Zuhause und seinen Garten für die kommende Freiluftsaison verschönern. Thuja, Zypresse und andere Koniferengewächse sind als Strukturgeber und grüne Untermalung gefragt. Und tatsächlich ist der Frühling eine gute Pflanzzeit für Nadelgehölze. Alternativ bietet auch die Herbstpflanzung gute Ergebnisse.

Anleitung für das Einpflanzen

Ob Sie füllig wachsende Bäume wie Wacholder oder Thuja bevorzugen, oder sich für eine andere Koniferenart entscheiden, der Pflanzvorgang bleibt gleich.

  1. Wählen Sie einen Topf, dessen Volumen doppelt so groß ist wie der Wurzelballen der jungen Konifere. Er sollte genügend Freiraum bieten, um anstehenden Zuwachs nicht vorschnell zu begrenzen.
  2. Stellen Sie die Containerpflanze ins Wasser, damit sich der Wurzelballen mit Wasser vollsaugt. Erst wenn keine Blasen mehr aufsteigen, ist sie für das Einpflanzen bereit. Falls Sie eine wurzelnackte Konifere gekauft haben, genügt es, sie für eine Stunde ins Wasser zu stellen.
  3. Befüllen Sie den Kübel zuerst mit grobem Material wie Kies, Blähton oder Tonscherben. Diese ca. 2 cm hohe Drainageschicht ist wichtig, damit sich Wasser nicht stauen kann.
  4. Decken Sie die Drainageschicht mit Vlies ab.
  5. Geben Sie darüber einen Teil der Koniferenerde.
  6. Platzieren Sie die Konifere mittig im Topf.
  7. Halten Sie die Pflanze mit der einen Hand gerade, während sie alle Freiräume mit Koniferenerde ausfüllen. Lassen Sie bis zum Topfrand nach ca. 5 cm frei, damit beim späteren Gießen die Erde nicht aus dem Topf gespült wird.
  8. Drücken Sie das Substrat an und Gewässern Sie es gründlich.

Umtopfen

Nur in diesem Text folgt auf das Einpflanzen unmittelbar das Umtopfen, in der Praxis dürfen Sie sich damit etwas Zeit lassen.

  • alle 2 – 3 Jahre umtopfen
  • oder wenn Wachstum/Qualität nachlässt
  • größeren Topf und frische Erde verwenden
  • Faustregel: pro 120 cm Baumhöhe 30 cm Durchmesser
  • ideal ist das Frühjahr
  • Achtung: Wurzeln nicht verletzen

Tipp: Je größer der Topf ist, umso mehr freie Erdoberfläche ist sichtbar. Sie können zusätzlich Bodendecker pflanzen oder verschiedene Blumenzwiebeln setzen.

Gießen

Je begrenzter die Behausung eine Konifere ist, umso weniger duldet sie einen nachlässigen Umgang mit der Gießkanne. Wacholder, Lebensbaum und andere Nadelhölzer, die Sie in Töpfen halten, können schließlich nichts dafür, dass ihre Wurzeln aus einem beschränkten Vorrat schöpfen. Hinzu kommt, dass die Erde in einem Kübel bei hohen Temperaturen schneller austrocknet. Ein Schwung Wasser ist keine Lösung, denn zu viel Nässe ist vernichtend für die Gesundheit des Wurzelwerks. Hier die Gießregeln:

  • erst gießen, wenn die Erde angetrocknet ist
  • nur die Erde wässern, oberirdische Pflanzenteile verschonen
  • Wassertemperatur sollte der Umgebungstemperatur entsprechen
  • morgens oder abends gießen, niemals in der Mittagshitze
  • bei heißer Witterung meist täglich, sonst ca. zweimal die Woche
  • es darf kein Wasser im Untersetzer stehen bleiben
  • auch im Winter an frostfreien Tagen bescheiden gießen

Düngen

Jedes Exemplar, das Sie im Kübel halten, benötigt nicht nur Ihre Bewunderung, sondern auch regelmäßige Nährstoffgaben. Diese garantieren, dass sich das Gehölz seiner Bestimmung nach entwickelt und keine Mangelerscheinungen zeigt. Sollten Sie gemäß unserer Empfehlung bei der Einpflanzung zu Koniferenerde gegriffen haben, ist das junge Gewächs für die ersten 2-3 Monate bestens versorgt. Dann aber müssen Sie das Nährstoffdepot auffüllen.

  • alle vier Wochen mit Flüssigdünger versorgen
  • alternativ 1-2 Mal im Jahr einen Langzeitdünger verwenden
  • Düngezeitraum ist Frühjahr bis August

Tipp: Da Koniferen saure Böden bevorzugen, ist Kaffeesatz ein idealer natürlicher Dünger für sie. Er schenkt ihnen zahlreiche Nährstoffe und senkt zugleich den pH-Wert der Erde ab.

Schneiden

Keine Konifere benötigt die Schere, damit sie heranwächst. Doch wenn wir sie im Topf halten, begnügen wir uns nicht allein damit, dass sie wächst, sondern erwarten eine schöne, dichte Krone.

  • für die Formgebung zur Schere greifen
  • dabei die artspezifischen Empfehlungen einhalten
  • auf Gleichgewicht/ Standfestigkeit achten
  • nicht ins alte Holz schneiden
  • Herbst und Frühjahr sind ideal
  • lieber schrittweise kürzen, als Radikalschnitte ausführen
  • besonders Thuja und Wacholder sind für Schnitte empfänglich
  • dicht wachsende Exemplare lassen fantasievoll formen
Japanische Eibe ,Taxus cuspidata
Japanische Eibe ,Taxus cuspidata

Krankheiten & Schädlinge

Krankheiten

Koniferen sind zwar langlebig, aber einige Pilzkrankheiten können sie auch im Kübel schwächen oder ihr Leben vorzeitig beenden. Die Liste möglicher Krankheiten ist lang, da sind zum Beispiel die Wurzelfäule, Rostpilze oder Thujaschuppenbräune. Wichtig ist, die Kübelexemplare optimal zu pflegen, damit sie eine hohe Widerstandskraft entwickeln. Sollten Sie Auffälligkeiten beobachten, wie beispielsweise verkümmerten Wuchs oder Verfärbung der Nadeln, betreiben Sie unverzüglich Ursachenforschung und ergreifen Sie entsprechende Maßnahmen.

Schädlinge

Miniermotten, Spinnmilben, Läuse, sie alle und noch viel mehr, lassen sich gern an den Koniferen nieder. Hier gilt, was schon zuvor für die Krankheiten geschrieben wurde: Pflanze artgerecht pflegen und auf Auffälligkeiten kontrollieren. Nur wenn Sie zeitnah handeln, wird das Gewächs kaum Schaden davon tragen.

Überwintern

Koniferen dürfen auch im Kübel im Winter draußen bleiben. Darüber sind viele Besitzer froh, denn mit der Zeit werden die Gewächse richtig groß und schwer. Wer hat schon so viel Platz, um sie im Winter zu verstauen? Und wer hat schon Lust auf stressige Umzugsarbeiten? Doch ganz ohne Arbeit geht es nicht! Der Topf kann eisige Kälte nicht von den Wurzeln fernhalten, da kommt mehr durch, als die winterharten Nadelhölzer vertragen.

  • je geschützter der Standort ist, umso besser
  • Topf mit Vlies, Jute oder Luftpolsterfolie umwickeln
  • erhöht oder auf Styropor stellen
  • Erdreich mit Laub oder Stroh schützen
  • nur an frostfreien Tagen sparsam gießen
Steineibe, Podocarpus
Steineibe, Podocarpus

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