Klein halten Korkenzieherweide richtig schneiden - Titelbild

Die Korkenzieherweide (Salix matsudana ‚Tortuosa‘) mit ihrem ungewöhnlichen Wuchs und der bizarren Silhouette ist ein Hingucker in jedem Garten, egal ob im Freiland oder Kübel gepflanzt. Damit es so bleibt, ist es notwendig die Korkenzieherweide zu schneiden.

Auf den Punkt gebracht

  • wird bis zu 10 Meter hoch
  • jährlicher Zuwachs zwischen 50 und 100 Zentimeter
  • regelmäßiger Rückschnitt notwendig
  • so bleibt sie in Form und einer Vergreisung wird vorgebeugt
  • optimaler Zeitpunkt von November bis Anfang März

Sehr schnell wachsend

Die Salix matsudana „Tortuosa“ kann in nur wenigen Jahren eine stolze Höhe zwischen acht und zwölf Metern erreichen. Ihr jährlicher Zuwachs beträgt unter günstigen Bedingungen zwischen 50 und 100 Zentimetern. Daneben ist die Korkenzieherweide ein Flachwurzler. Die Wurzeln breiten sich tellerförmig in der obersten Erdschicht in alle Richtungen aus und machen vor keinen Rohren oder Fundamenten halt. Weitere Merkmale dieser imposanten Erscheinung sind

  • oft mit mehreren Stämmen wachsend
  • geschwungene, gedrehte und herabhängende Zweige
  • junge Triebe grünlich und behaart, später grau
  • in der Sonne rötlich schimmernd
  • 5 bis 10 cm lange und gedrehte Blätter
  • im März bis April grauweiße Kätzchen

Mit den Jahren werden Korkenzieherweiden zwar immer schöner, aber auch größer und größer. Die schöne bizarre Form des Strauches oder Baumes kann schnell aus der Form geraten. Weiterhin neigt die Weide zur Vergreisung, spätestens nach 15 Jahren ist das schöne Aussehen ohne Schnittmaßnahmen weg und die alten Äste werden brüchig. Daher ist es ratsam, eine Korkenzieherweide in Abständen zu schneiden. Auch schon aus dem Grund, diese in ihrem Wachstum etwas einzuschränken und die Größe selbst zu bestimmen.

Korkenzieherhasel (Corylus avellana 'Contorta')
Korkenzieherhasel (Corylus avellana ‚Contorta‘)

Hinweis: Korkenzieherweiden sind für kleine Gärten nicht wirklich geeignet. Hier sollte lieber auf einen langsam wachsenden Korkenzieherhasel (Corylus avellana ‚Contorta‘) zurückgegriffen werden.

Optimaler Zeitpunkt

Der perfekte Zeitpunkt, um eine Korkenzieherweide zu schneiden, sind die Monate zwischen November und Anfang März. Die Weide sollte zu diesem Zeitpunkt bereits alle Blätter verloren haben, denn nur so kann sie richtig in Form geschnitten werden. Bei noch belaubten Exemplaren ist keine Schnittführung möglich, da durch das Laub die Äste nicht offen sichtbar sind. Weiterhin ist Folgendes zu beachten:

  • trockenen und frostfreien Tag wählen
  • feuchtes Wetter fördert Pilzkrankheiten und
  • die Wundheilung erfolgt nur langsam
  • starke Sonneneinstrahlung meiden
  • frische Wunden können verbrennen
  • Schnittmaßnahmen an bedeckten, aber regenfreien Tagen durchführen
Korkenzieherweide (Salix matsudana 'Tortuosa')
Korkenzieherweide (Salix matsudana ‚Tortuosa‘) im Winter

Hinweis: Zu beachten ist, dass laut Bundesnaturschutzgesetz ein Rückschnitt vom 1. März bis zum 31. September zum Schutz der brütenden Vögel nicht erlaubt ist.

Richtig schneiden

Normalerweise ist ein jährlicher Rückschnitt nicht zwingend notwendig. Im Garten selbst würde es ausreichen, die Korkenzieherweide alle 3 bis 5 Jahre zu schneiden. Allerdings ist es ratsam, um die Weide entsprechend klein zu halten, die Krone jährlich auszulichten und gegebenenfalls einen leichten Rückschnitt durchzuführen. Dadurch wird nicht nur der Wuchs, sondern auch der Austrieb und die Gesundheit gefördert. Dabei wird wie folgt vorgegangen

  • alle kranken und abgestorbenen Triebe entfernen
  • Gleiches gilt für sich kreuzende Zweige und
  • steil nach oben wachsende Äste
  • alle Zweige neben dem Hauptstamm dicht über Boden entfernen

Nachdem die Krone ausgelichtet wurde, können die gesunden Triebe dann auf die gewünschte Wuchshöhe eingekürzt werden:

  • alte Triebe um ein Drittel einkürzen
  • maximal bis zur Hälfte
  • alte Triebe an dunkler Rinde erkennbar
  • gesunde Triebe nicht komplett entfernen
Korkenzieherweide (Salix matsudana 'Tortuosa') im Garten
Korkenzieherweide (Salix matsudana ‚Tortuosa‘) links im Bild; Quelle: GT1976, 2018-05-13 (236) Salix matsudana tortuosa (chinese willow) and Syringa (lilac) at garden at Bichlhäusl in Frankenfels, Austria, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Zwischen den Schnitten ist es ratsam, immer einige Schritte zurückzutreten, um die Form der Weide von allen Seiten zu betrachten. Dadurch ist es möglich, die Form richtig zu kontrollieren. 

Hinweis: Nach dem fünften Standjahr sollten von den ältesten Ästen drei oder vier Stück zur Verjüngung komplett entfernt werden.

Rückschnitt im Kübel

Damit die Weide hier entsprechend klein gehalten wird, ist es notwendig, aller zwei Jahre die Korkenzieherweide zu schneiden – besser noch jedes Jahr. Der Rückschnitt kann hier radikal erfolgen, lediglich ein schlafendes Auge muss stehen bleiben, um wieder austreiben zu können. Geschnitten werden sollte im zeitigen Frühjahr, dann kann gleich bei Bedarf ein Umtopfen in frische Erde und gegebenenfalls in ein größeres Gefäß erfolgen.

Schnittführung beachten

Zum Schneiden ist geeignetes Werkzeug notwendig, wie

  • Gartenschere für dünne Zweige
  • Astsäge für dicke Äste

Diese müssen sauber und scharf sein. Desinfizieren Sie die Geräte vor und nach jedem Einsatz mit heißem Wasser oder Alkohol. Weiterhin ist zu beachten:

  • Äste zum Schneiden etwas schräg halten
  • gerade, glatte Schnitte durchführen
  • Schere kurz über Blattknoten oder Verzweigungen ansetzen
  • Blattknoten sind Verdickungen an Trieben
  • Triebe nicht quetschen
Salix matsudana 'Tortuosa' im Kübel
Quelle: Photo by David J. Stang, Salix matsudana Tortuosa 10zz, bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Hinweis: Die abgeschnittenen Triebe können Sie zur Vermehrung nutzen. In einer Vase mit Wasser bewurzeln sie nach einigen Wochen.

Radikalschnitt im Alter

Zur Verjüngung der Weide kann im zunehmenden Alter bei auftretender Vergreisung durchaus ein Radikalschnitt erfolgen. Dies ist meist nach 15 Jahren der Fall. Dazu werden alle Triebe auf ungefähr zehn Zentimeter über dem Boden oder am Stammende eingekürzt. Ein Austrieb erfolgt dann wieder problemlos.

Erziehung zum Hochstamm

In der Regel wachsen Weidenarten eher buschig und mit mehreren Stämmen. Die Korkenzieherweide kann auch sehr leicht zu einem Hochstamm gezogen werden. Dazu ist eine Aufastung der Zweige notwendig. Beginnen Sie mit der Maßnahme bereits im ersten Standjahr. Allerdings empfehlen Experten diese Aufastung über mehrere Jahre durchzuführen. Maßnahmen sind dabei:

  • am Hauptstamm alle unteren Triebe entfernen
  • keine Stummel hinterlassen 
  • leicht schrägen Schnitt ausführen
  • niemals parallel
  • jährlich immer mehr Äste entfernen
Salix matsudana 'Tortuosa'
Quelle: AnRo0002, 20131201Korkenzieherweide, bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0

Die Aufastung ist abgeschlossen, wenn die vorher festgelegte Lichtraumhöhe erreicht wurde.

Hinweis: Bringen Sie nach dem Rückschnitt eine Mulchschicht aus Kompost oder Hornspänen auf der Wurzelscheibe aus und wässern Sie bei längerer Trockenheit regelmäßig.

Häufig gestellte Fragen

Ist es unbedingt notwendig, die Korkenzieherweide zu schneiden?

Nein, nicht unbedingt: Allerdings ist es empfehlenswert, damit die Korkenzieherweide ihr bizarres Aussehen behält. Ohne Schnittmaßnahmen gerät die schön geschlossene Krone nach spätestens 15 Jahren aus der Form, beginnt langsam zu vergreisen und die Äste werden brüchig. Weiterhin kann durch einen regelmäßigen Rückschnitt die Größe nach den eigenen Wünschen reguliert werden.

Welche Pflege braucht die Weide im Garten oder Kübel?

Wenn die Korkenzieherweide sich im Garten erst einmal richtig eingewurzelt hat, ist kaum eine Pflege notwendig. Lediglich bei länger anhaltenden Trockenperioden muss regelmäßig gegossen werden. Eine Düngergabe sollte nur auf sehr mageren Böden erfolgen, da die Weide von selbst schon rasant wächst und sich alle erforderlichen Nährstoffe aus dem Boden holt. Allerdings bei Kübelhaltung sind regelmäßige Wassergaben notwendig und alle 14 Tage eine Düngergabe.

Wie sollte der Standort für eine Korkenzieherweide aussehen?

Wie alle Weiden stellt auch diese keine besonderen Ansprüche an den Standort. Sie wächst nahezu auf allen Bodenarten. Diese müssen lediglich während der Sommermonate ausreichend Wasser speichern können. Allerdings darf keine Staunässe entstehen. Bevorzugt sollte ein sonniger bis halbschattiger Standort gewählt werden. Sie wächst zwar auch im Schatten, aber dort deutlich langsamer. Weiterhin muss aufgrund der Größe ausreichend Abstand zum Nachbarn und Gebäuden eingehalten werden.