Krankheiten Zimmerpflanzen

Wie alle Lebewesen werden auch Zimmerpflanzen krank. Diese 18 Krankheiten kommen häufig vor. Ihre Ursachen sind vielfältig und reichen von Fehlern beim Gießen und Düngen bis hin zu einer Infektion mit Krankheitserregern wie Pilze und Bakterien.

Durch Pflegefehler verursachte Krankheiten

Viele Krankheiten bei Zimmerpflanzen werden durch schlichte Pflegefehler verursacht. Falsches Gießen und Düngen oder ein ungeeigneter Standort macht sowohl Blatt- als auch Blütenpflanzen schwer zu schaffen – sie werden ebenso krank wie ein Mensch, der sich über einen längeren Zeitraum einseitig ernährt oder nicht in die Sonne geht. Diese Krankheiten an Zimmerpflanzen machen sich an äußeren Merkmalen bemerkbar, häufig sind sie an den Blättern abzulesen. Ein gesundes Blatt (und damit eine gesunde Pflanze) besitzt eine feste Struktur und makellose Blattränder und -spitzen. Veränderungen weisen immer auf einen Missstand hin, den es zu beheben gilt.

Hinweis: Treten Mangelkrankheiten erst einmal in Erscheinung, dann sind weitere Infektionen – beispielsweise mit pilzlichen, bakteriellen oder Viruserkrankungen nicht fern. Durch falsche Pflege geschwächte Zimmerpflanzen sind anfälliger für zusätzliche Ansteckung.

Blattwelke

Oleander mit gelben Blättern kann unterschiedliche Ursachen haben

Hängen die Blätter Ihrer Zimmerpflanzen nach unten und scheinen zu welken? Ist ihre Färbung unverändert? Dann leidet das Gewächs aufgrund von Wassermangel unter Blattwelke. Beheben Sie den trockenen Zustand, indem Sie die Pflanzen gießen. Die Blätter sollten sich anschließend innerhalb weniger Stunden wieder aufrichten. Ist das nicht der Fall, stecken andere Krankheiten hinter diesem Phänomen.

Braune Blattflecken

Braune Flecken an den Blättern haben unterschiedliche Ursachen. Was die Verfärbungen verursacht, erkennen Sie oft schon an ihrer Platzierung. Braune Blattränder etwa entstehen aufgrund von

  • zu wenig oder zu viel Wasser
  • Überdüngung
  • verbrauchte Erde
  • trockene Luft

Färben sich hingegen nur die Blattspitzen braun, so halten Sie entweder den Wurzelballen zu trocken oder die Luftfeuchtigkeit ist zu niedrig. Die genannten Probleme lassen sich durch korrekte, den Ansprüchen der jeweiligen Pflanze genügende Pflege beheben. Allerdings färben sich einmal braune Blätter nicht wieder grün, sodass Sie diese abschneiden sollten.

Rhododendron bekommt gelbe Blätter

Tipp: Achten Sie bei Topfpflanzen auf eine Drainage im Pflanzgefäß, sodass überschüssiges Gießwasser sofort ablaufen kann. Lassen Sie dieses nicht im Übertopf stehen, sondern entfernen Sie es innerhalb einer halben Stunde nach dem Gießen.

Chlorose

Die Chlorose ist eine typische Blattkrankheit an mangelversorgten Zimmerpflanzen. Sie ist durch die wie ausgebleicht wirkenden, hellen bis gelblichen Blätter gekennzeichnet, wobei die Blattadern typischerweise kräftig grün bleiben. Die Krankheit tritt schleichend in Erscheinung.

Ursachen sind:

  • Verwendung von hartem (kalkhaltigem) Gießwasser
  • daraus resultierend Eisenmangel
  • Kalk behindert die Eisenaufnahme durch die Wurzeln
  • Unterversorgung auch durch Staunässe möglich
  • verursacht faulende Wurzeln, die keine Nährstoffe mehr aufnehmen
Chlorose
Quelle: Dr. Avishai Teicher Pikiwiki Israel, PikiWiki Israel 32204 Saintpaulia Ionantha, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY 2.5

Bei Staunässe sollten Sie die betreffende Pflanze sofort austopfen, das nasse Substrat sowie die faulenden Wurzeln entfernen und das Gewächs in frische Erde umtopfen. Halten Sie sie anschließend trockener und lassen Sie vor allem überschüssiges Gießwasser nicht im Übertopf oder auf dem Untersetzer stehen.

Resultiert die Chlorose aus Eisenmangel, so topfen Sie die betreffende Pflanze ebenfalls in frisches Substrat um. Düngen Sie es zusätzlich mit Eisenchelat (aus dem Fachhandel), um den Mangel auszugleichen. Verwenden Sie zukünftig nur weiches Gießwasser, entweder gut gefiltertes Leitungswasser oder Regenwasser.

Gelbe Blätter

Bleichen die Blätter nicht aus, sondern färben sich stattdessen kräftig gelb, so sollten Sie schnell handeln. Die Gelbfärbung weist auf erhebliche Pflegefehler hin, die rasch behoben werden müssen – sonst wirft die Pflanze bald sämtliche Blätter von sich und droht einzugehen.

Als Ursachen für die Gelbfärbung kommen infrage:

Gelbe Blätter

  • Übergießen / Staunässe
  • Stickstoffmangel
  • zu dunkler Standort / Lichtmangel
  • zu kühler oder zu warmer Standort

Überprüfen Sie als erste Maßnahme den Feuchtigkeitsgehalt des Substrats: Fühlt sich dieses feucht oder sogar nass an? Trocknet es zwischendurch ab oder halten Sie es kontinuierlich feucht? Dann haben Sie Ihre Pflanze wahrscheinlich zu viel gegossen. Topfen Sie sie in frisches Substrat um und halten Sie sie trockener. Auch bei einem Stickstoffmangel hilft ein Umsetzen in nährstoffreiche Erde, bei Lichtmangel oder nicht passender Temperatur hingegen erfolgt ein Standortwechsel.

Knospen- und Blütenfall

Durch Pflegefehler verursachte Krankheiten an Zimmerpflanzen zeigen sich nicht nur an den Blättern. Viele Zimmerpflanzen – etwa manche Kakteenarten oder Azaleen – werfen bei Lichtmangel oder falscher Versorgung mit Wasser und Nährstoffen oft Knospen und Blüten ab. Informieren Sie sich bei diesen Anzeichen über die konkreten Bedürfnisse und Ansprüche der betreffenden Pflanze und pflegen Sie sie entsprechend. Besonders wichtig sind dabei:

  • Standort / Lichtverhältnisse
  • Temperatur
  • Luftfeuchtigkeit (viele Tropenpflanzen brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit)
  • Wassermenge
  • Düngung
  • Überwinterung

Manche Zimmerpflanze verträgt keine warme Überwinterung bei Lichtmangel und trockener Heizungsluft. Diese Exemplare müssen Sie kühl und hell stellen, dann bleiben die Knospen erhalten.

Korkwucherungen

Korkwucherungen zeigen sich an bräunlichen, korkigen und leicht erhobenen Blattflecken. Sie treten häufiger an Orchideen und Pelargonien auf, wenn diese

  • zu viel Wasser bei zu wenig Licht bekommen
  • starken Temperaturwechseln ausgesetzt sind
  • oder der Feuchtigkeitsgehalt im Substrat häufig stark schwankt.

Die betroffenen Blätter fallen nach einiger Zeit ab. Entfernen Sie die kranken Blätter, stellen Sie die Pflanze heller und sorgen Sie für eine gleichmäßige Wasserversorgung, bei der das Substrat zwischendurch abtrocknet.

Silbrige Blattflecken

Wenn Ihre Zimmerpflanzen silbrige Flecken auf den Blättern zeigen, ist der Standort zu sonnig – die Blätter haben einen Sonnenbrand. Bei manchen Pflanzen zeigt sich das Phänomen auch in Form von roten oder braunen Blattflecken. Entfernen Sie die fleckigen Blätter und stellen Sie die betreffende Pflanze zwar hell, aber nicht in die direkte Sonne. Insbesondere an einem Standort mit intensiver Mittagssonne ist eine Schattierung über die Mittagsstunden sinnvoll. Vermeiden Sie außerdem bei Pflanzen, die sonnig stehen müssen, ein Begießen der Blätter. Die Wassertropfen wirken wie ein Brennglas.

Wurzelfäule

Yucca Palme mit weichem Stamm
Yucca Palme mit weichem Stamm

Eine Wurzelfäule entsteht immer infolge übermäßigen Gießens bzw. sogar einer Staunässe. An den dauerfeuchten Wurzeln siedeln sich Pilze und Bakterien an, die die Pflanze von unten her faulen lassen. Ein Befall macht sich zunächst oberirdisch in Welkeerscheinungen bemerkbar: Blätter und Triebe scheinen zu verwelken, obwohl sie genug Wasser bekommen. Das Gegenteil ist der Fall: Die Pflanze welkt, weil sie zu viel Wasser erhält. Nun müssen Sie schnell handeln, um ein Eingehen des Gewächses zu verhindern:

  • Topfen Sie die Pflanze aus.
  • Entfernen Sie sämtliche an den Wurzeln haftende Erde.
  • Schneiden Sie die schwarzen, faulenden Wurzeln weg.
  • Verwenden Sie hierfür ein scharfes, sauberes Messer.
  • Bestäuben Sie die Schnittstellen zur Desinfektion mit Holzkohle.
  • Setzen Sie die Pflanze in frisches Substrat.

Des Weiteren müssen auch die oberirdischen Triebe zurückgeschnitten werden, weil die verbliebenen Wurzeln nicht mehr alle versorgen können.

Tipp: Geschädigte Wurzeln sind häufig auch der Grund für den berüchtigten Ziehharmonikawuchs bei Orchideen. Schneiden Sie das kranke Wurzelwerk weg und setzen Sie die Pflanze in frisches Substrat um.

Pilzkrankheiten

Durch Pilze verursachte Krankheiten an Zimmerpflanzen treten häufig infolge von Pflege- oder Standortfehlern auf, da die Erreger geschwächte Pflanzen leichter befallen. Sie müssen in einem solchen Fall also nicht nur die eigentliche Krankheit behandeln, sondern auch Versorgungsfehler und / oder einen ungeeigneten Standort beheben.

Tipp: Stärken Sie die Abwehr Ihrer Zimmerpflanzen gegen Pilze, indem Sie sie regelmäßig mit frisch angesetztem Schachtelhalmsud besprühen oder gießen. Lassen Sie hierzu 500 Gramm fein gehackten Ackerschachtelhalm zunächst 24 Stunden in fünf Litern Wasser ziehen, köcheln den Sud anschließend eine halbe Stunde und seihen ihn schließlich ab. Verwenden Sie ihn abgekühlt als Spritzkur.

Blattfleckenkrankheit

Marssonina Blattfleckenkrankheit
Marssonina Blattfleckenkrankheit

Durch verschiedene Pilze verursacht wird die so genannte Blattfleckenkrankheit, die typischerweise durch verstreute gelbe bis braune Blattflecken gekennzeichnet ist. Diese sind manchmal von dunklen Sporenlagern umrandet und laufen mit Fortschreiten der Infektion allmählich ineinander. Ist schließlich das ganze Blatt besiedelt, fällt es ab. Blattfleckenpilze treten nach

  • Staunässe
  • zu hoher Luftfeuchtigkeit
  • zu kaltem Gießwasser
  • kalter „Füße“ (z. B. Pflanzgefäß steht direkt auf kaltem Steinboden)
  • oder stehender Luft (fehlende Belüftung)

auf. Kranke Pflanzenteile müssen weggeschnitten werden.

Echter Mehltau

Echter Mehltau
Echter Mehltau auf Ahornblatt. Quelle: Jerzy Opioła, Powdery Mildew Acer DK43 (1), Zuschnitt von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Der Echte Mehltau zeigt sich durch einen weißen, pudrigen und abwischbaren Belag auf den Oberseiten der Blätter. Schreitet die Pilzinfektion voran, sind weitere Pflanzenteile – etwa die Blattunterseiten, Stängel, Triebe und sogar Blüten und Früchte – ebenfalls betroffen. Diese Pilzkrankheit tritt vor allem bei trockener und warmer Witterung auf (weshalb der Gärtner auch vom „Schönwetterpilz“ spricht) und kann grundsätzlich fast alle Zimmerpflanzen befallen. Ursache sind angewehte Pilzsporen, etwa bei auf dem Balkon übersommerten Gewächsen.

Gegen den Echten Mehltau hilft eine Spritzkur mit Milch (ein Teil frische Vollmilch, neun Teile weiches Wasser) oder Schachtelhalmsud. Erkrankte Blätter und andere Pflanzenteile möglichst wegschneiden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Besonders häufig betroffen sind übrigens Rosen, die ohnehin anfällig für durch Pilze verursachte Krankheiten sind.

Falscher Mehltau

Falscher Mehltau

Der Falsche Mehltau („Schlechtwetterpilz“) tritt hingegen bei feuchter und kühler Witterung / entsprechender Raumtemperatur auf. Ein Befall zeigt sich durch einen weißgrauen bis graublauen Belag auf den Blattunterseiten, während auf den Oberseiten der Blätter weißliche oder rote Flecken erscheinen. Befallene Pflanzenteile sterben mit der Zeit ab und müssen deshalb zurückgeschnitten werden. Spritzen Sie befallene Zimmerpflanzen mit frischer, unverdünnter Schachtelhalmbrühe.

Grauschimmel (Botrytis)

Wenn Ihre Zimmerpflanzen an verschiedenen Teilen regelrecht zu verschimmeln scheinen, dann ist die durch den Pilz Botrytis cinerea verursachte Grauschimmelfäule am Werk. Typisch ist ein weißer bis graubrauner, staubender Belag auf Blättern, Stängeln oder Blüten. Daneben können auch andere Pflanzenteile betroffen sein, denn der Grauschimmel breitet sich sehr schnell aus. Die Ursachen für eine Infektion sind zumeist

Grauschimmel, Krankheiten
Quelle: John Yesberg, SemillonBotrytisCinerea, Bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0
  • Spritzwasser
  • kühle und feuchte Raumluft
  • zu hohe Luftfeuchtigkeit

Entfernen Sie kranke Pflanzenteile und stellen Sie die betroffene Pflanze an einen warmen, hellen und luftigen Standort. Reduzieren Sie die Luftfeuchtigkeit.

Rostkrankheiten

Rostkrankheiten werden durch verschiedene Pilze der Gattung Pucciniales verursacht und sind an ihrem charakteristischen Schadbild leicht zu erkennen.

Malvenrost nah
Malvenrost, Quelle: Björn S…, Puccinia malvacearum on Marsh-Mallow – Althaea cf. officinalis (30709427647), Zuschnitt von Plantopedia, CC BY-SA 2.0
  • orangefarbene bis bräunliche Erhebungen auf Blattunterseiten
  • diese sind etwa stecknadelgroß
  • oft helle Flecken auf den Blattoberseiten
  • diese treten häufig erst im weiteren Verlauf der Infektion auf
  • Blattflecken und Sporenlager färben sich mit der Zeit schwarz

Rostpilze gelangen über den Luftweg – etwa durchs geöffnete Fenster – an die Zimmerpflanzen. Entfernen Sie befallene Blätter und spritzen Sie die betroffenen Pflanzen mit Schachtelhalmsud oder Farntee (aus Adler- oder Wurmfarn hergestellt, Zubereitung siehe Schachtelhalmbrühe).

RußtauSternrußtau

Ein schwärzlicher, schmutzig wirkender und abwischbarer Belag auf den Oberseiten der Blätter ist auf Rußtaupilze zurückzuführen. Diese Erkrankung tritt nur im Zusammenhang mit einem Befall mit Pflanzensaft saugenden Schädlingen wie Blatt-, Woll- und Schildläuse auf, da sich Rußtaupilze von den süßen Hinterlassenschaften der Insekten – dem Honigtau – ernähren. Eine Infektion wird wie folgt behandelt:

  • stark geschwärzte Blätter wegschneiden
  • schwach geschwärzte mit einem feuchten Tuch abwischen
  • Schädlinge bekämpfen

Bakterielle und Viruskrankheiten

Neben Pilzen verursachen auch Bakterien und Viren Krankheiten an Zimmerpflanzen. Diese Erreger sind gefährlicher, da sie häufig innerhalb kürzester Zeit zum Eingehen der betroffenen Pflanze führen. Eine Abhilfe oder Behandlungsmöglichkeit ist nicht immer vorhanden. Zu Beginn der Krankheit haben Sie vielleicht Glück und können das Gewächs mit einem kräftigen Rückschnitt retten. In vielen Fällen lässt es sich jedoch nur noch entsorgen.

Bakteriennaßfäule

Die bakterielle Nassfäule kommt bei Alpenveilchen, der Dieffenbachie sowie an der Zimmerkalla vor. Die Krankheit ist zunächst durch einen faulenden Stammgrund gekennzeichnet, die Fäulnis breitet sich im weiteren Verlauf unweigerlich aus.

Kräuselkrankheit

Diese bakterielle Erkrankung befällt vor allem Fuchsien und Pelargonien. Sie erkennen sie durch verkümmerte, unnatürlich gekrauste Blätter. Vorsicht: Es gibt eine Pilzkrankheit gleichen Namens, die an Pfirsichbäumen auftritt. Es handelt sich jedoch um unterschiedliche Erreger.

Mosaikkrankheit

Gurkenmosaikvirus
Quelle: DieterO, Gurkenmosaikvirus, Bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0

Das Mosaikvirus befällt bevorzugt Flamingoblume (Anthurie), Orchideen, Hortensien, Gloxinien sowie den Ritterstern. Typische Symptome sind unterschiedliche hell- und dunkelgrüne Blattflecken, die wie ein Mosaik wirken.

Ölfleckenkrankheit

Auch bei der Ölfleckenkrankheit handelt es sich um eine Blattfleckenkrankheit, die jedoch nicht durch Pilze, sondern durch Bakterien verursacht wird. Die Infektion erscheint insbesondere an Pelargonien, Begonien und Efeu. Charakteristisch sind die glasigen, hellen oder dunklen Ölflecken an den Oberseiten der Blätter sowie an den Stängeln. Erkranktes Pflanzenmaterial kräftig zurückschneiden. Bei starkem Befall muss die Pflanze jedoch entsorgt werden.